Migros stellt auf 2D-Barcodes um – das ist der Grund
Jenen, die ihre Produkte in der Migros selbst scannen, dürfte es aufgefallen sein: Bei den Etiketten von frischen Produkten hat sich etwas verändert. Statt eines Strichcodes enthalten sie neu einen quadratischen 2D-Barcode, ähnlich einem QR-Code.
Schlechter Druck führte zur Umstellung
Migros-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir bestätigt gegenüber watson, dass die neuen Codes «vor ein paar Wochen» eingeführt wurden.
Dies habe auch einen Grund. Die EAN-Strichcodes hätten einen Arbeitsaufwand verursacht: «Der bisherige 1D-Barcode wurde teilweise nicht optimal gedruckt und hat zu Lesefehlern geführt. Dies führte zu regelmässigen Reinigungsaufwänden bei den Druckern.» In Rücksprache mit dem Hersteller habe man deshalb auf den 2D-Code des Typs AZTEC umgestellt.
Betroffen seien alle Früchte- und Gemüseprodukte, die gewogen werden und dann eine Etikette erhalten. Für eine erste Zwischenbilanz, wie die neuen Codes bei der Kundschaft ankommt, sei es noch zu früh. Derzeit würden erste Feedbacks gesammelt, erklärt Huguenin-dit-Lenoir.
Positives Fazit bei Coop
Bei Coop gibt es die 2D-Codes bereits seit sechs Jahren. Schritt für Schritt werden sie auf weitere Produkte ausgedehnt: «Neben Sandwiches, Fischprodukten und teilweise Wurstwaren, sind in jüngster Zeit vor allem Produkte dazugekommen, die in den Verkaufsstellen selbst produziert werden. Weitere Umstellungen sind im Frischebereich geplant», erklärt Coop-Sprecher Caspar Frey.
Beim Detailhandelsriesen scheint man zufrieden zu sein. Negative Rückmeldungen habe man keine erhalten. «Unsere bisherigen Erfahrungen mit 2D-Barcodes auf den Produkten sind grundsätzlich positiv.»
Mehr Informationen, weniger Food Waste
Frey nennt einen weiteren Vorteil des 2D-Codes. Mit ihm lassen sich mehr Informationen speichern respektive abrufen. Mindesthaltbarkeitsdatum, Gewicht, Produktionsort, CO2-Bilanz, aber auch nützliche Informationen können so der Kundschaft zugänglich gemacht werden.
Gleichzeitig können die Unternehmen auf eigene, wertvolle Daten zugreifen. «Produkte mit 2D-Barcodes ermöglichen beispielsweise noch genauere und vorhersehbarere Warenbestellungen. Auf diese Weise wird Food Waste weiter reduziert», erklärt Frey.
Bis 2028 sollen Schweizer Detailhändler ihre Kassensysteme auf die 2D-Codes umrüsten, fordert die Organisation GS1, die weltweit für die Vergabe von Produktcodes verantwortlich ist.
Ganz verschwinden dürften die Strichcodes bis dahin jedoch (noch) nicht. Noch herrscht zudem Skepsis. Kritiker warnen davor, dass die Codes auch für Marketingzwecke missbraucht werden könnten.
