Wirtschaft
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epa08172589 An electric pedal scooter of the rental company Circ is pictured next to other brands in Frankfurt Main, Germany, 28 January 2020. US e-scooter company Bird on 27 January 2020 announced it was acquiring German scooter sharing operator rival Circ (formerly Flash).  EPA/ARMANDO BABANI

Wegen Corona droht das Aus: Weltweit holen E-Trotti-Verleiher ihre Scooter von der Strasse. Bild: EPA

Lime, Bird und Co. vor dem Aus? Darum killt die Corona-Krise den E-Scooter-Hype

Ob in Zürich, Basel, San Francisco oder Hongkong: Weltweit ist die Armada der Leih-Trottis gegroundet. Nun droht den einst aufstrebenden Start-Ups wegen der Corona-Krise plötzlich das Geld auszugehen.



Mit dem Frühlingsbeginn sollten eigentlich endlich die Kassen klingeln: Doch nun droht den E-Scooter-Firmen wie Lime, Tier oder Bird wegen der Corona-Krise plötzlich die Pleite. Denn seit Mitte März sind weltweit fast alle E-Trottis aus dem Verkehr gezogen worden. Natürlich auch in Basel und Zürich.

Aufgrund des Lockdowns sind auch bei uns viel weniger Menschen draussen unterwegs als normal. Aber warum haben die E-Trotti-Firmen gleich alle Flitzer eingesammelt? «Für uns steht die Sicherheit der Mitarbeiter und unserer Nutzer an erster Stelle. Wir wollen dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen zuhause bleiben und so Social Distancing unterstützen», sagt Lime-Sprecher Florian Anders zu watson.

Für Lime ist das erneute Trotti-Grounding besonders bitter. Das Unternehmen gab erst letzten Herbst in der Schweiz sein Comeback, nachdem Lime die gesamte E-Scooter-Flotte nach diversen Brems-Unfällen monatelang stilllegen musste.

Ob Paris, San Francisco oder Hongkong: Wegen der Corona-Pandemie sind die Leih-Trottis derzeit auf der ganzen Welt gegroundet. Das Coronavirus hat innerhalb weniger Tage die Nachfrage nach Mobilität in den Städten in Luft aufgelöst.

SBB-Partner hat sich zurückgezogen

Die hochfliegenden Pläne der E-Trotti-Firmen könnten damit ein jähes Ende nehmen. Der in Kalifornien ansässige Marktführer Lime hat zwar von Investoren Risiko-Kapital in der Höhe von über 700 Millionen Dollar gesammelt. Nach einem Bericht des Tech-Portals The Information hat das Unternehmen aus San Francisco nur noch maximal 70 Millionen Dollar in der Kasse. Geben die Investoren kein frisches Kapital, droht in wenigen Monaten die Pleite.

Auch Bird kämpft um sein Überleben. Laut Business Insider hat das Unternehmen gerade 400 Mitarbeiter am Hauptsitz entlassen – und zwar per Zoom-Videokonferenz. Erst Ende Januar hatte das US-Start-up den Konkurrenten Circ übernommen, der in der Schweiz mit der SBB kooperierte.

Der Mobilitätsexperte David Zipper glaubt, dass einige E-Trotti-Firmen nach der Corona-Zwangspause nicht mehr zurückkehren. «Ihr Geschäft ist saisonal und der Virus kam zum schlimmstmöglichen Zeitpunkt», sagt der Deutsche zum Handelsblatt. Die absehbare Konsolidierung in der E-Trotti-Branche dürfte sich somit innert Wochen und nicht Monaten vollziehen.

Wann kommt der Restart?

Der Schweiz-Chef der E-Trotti-Firma Voi verkündet derweil Durchhalteparolen: «Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach E-Scootern in der Anfangszeit nach der akuten Phase der Coronakrise steigen könnte, da Menschen den öffentlichen Nahverkehr zunächst meiden werden», sagt Claus Unterkirchner.

Aber wann gehen Lime und Co. in der Schweiz wieder an den Start? Lime-Sprecher Anders dazu: «Wann wir unseren E-Scooter-Service in Zürich und Basel wieder anbieten können, hängt von vielen Faktoren ab und ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • DeNachber 03.04.2020 10:54
    Highlight Highlight Manche Dinge erledigen sich von selbst 🤷‍♂️
  • nafets 03.04.2020 10:04
    Highlight Highlight naja - mein Beileid hält sich wirklich in Grenzen. es ist zwar schade um jeden Arbeitsplatz der hier wegfallt, ist aber im Gegenzug definitiv sinnvoller und gesünder für jeden Benutzer, der damit weniger verunfallen wird. ist ja in den Städten ein Bild des Grauen, wie sich die Fahrer verhalten haben.
    für mich ganz sicher ein Gerät, dass es so nicht braucht, oder sicher nicht in den Massen...
  • Paul55 02.04.2020 12:35
    Highlight Highlight Dann hätte Corona doch noch einen "Sinn".
    Dieser Kollateralschaden kann, darf und sollte man gerne in Kauf nehmen.
    Hoffentlich kommt es zu gar keinem Restart mehr.
    • Ludwig van 02.04.2020 13:44
      Highlight Highlight Sobald sich der Alltag normalisiert, werden wir wieder damit rumfahren.
  • Jo Blocher 02.04.2020 07:06
    Highlight Highlight Gut so; mehr Platz und Sicherheit auf dem Trottoire👍👍👍
  • Rethinking 02.04.2020 06:14
    Highlight Highlight Die Exzesse der Konsumgesellschaft...

    Jeder E-Scooter Anbieter der Hops geht hinterlässt Tonnen von funktionierendem Elektronikschrott...
  • Serge Künzli 01.04.2020 23:11
    Highlight Highlight I ❤️ Corona!
    • PC Principal 02.04.2020 10:06
      Highlight Highlight Aber du weisst, dass dein Arbeitslosengeld bald gestrichen wird wenn es noch länger so weitergeht?
    • Serge Künzli 02.04.2020 11:31
      Highlight Highlight @PC Principal: Aha – mein Arbeitslosengeld ist von den E-Scootern abhängig?! Diese Botschaft des Bundesrates habe ich leider verpasst.
    • PC Principal 02.04.2020 12:43
      Highlight Highlight @Serge Künzli: E-Scooter sind ein winziger Teil der Wirtschaft. So wie Restaurants, Läden, Nachtclubs, Fabriken, Banken. Jetzt gerade findest du Corona noch toll, weil du zuhause sitzen kannst und Geld kriegst. Es kann aber nicht dauerhaft so weitergehen weil dem Staat irgendwann das Geld ausgeht.

      Ich hoffe auf ein baldiges Ende der Krise, damit möglichst wenig Selbstständige und Kleinunternehmen Konkurs gehen. Dann kommen bald auch die E-Scooter wieder alle zurück.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sariii 01.04.2020 22:49
    Highlight Highlight Nun - abgesehen von den Entlassungen - ist das kein herber Verlust.
    Leider werden wohl dennoch in der Nach-Corona Zeit diese oder eben andere Firmen die Städte mit den nervigen Dingern vermüllen.
  • escritor 01.04.2020 21:18
    Highlight Highlight die schwache nimmts
  • PC Principal 01.04.2020 20:32
    Highlight Highlight Selbst wenn einige Firmen bankrott gehen, werden diese Dinger nicht für immer verschwinden, da sie verdammt praktisch sind.

    Auch viele Restaurants, Läden und Nachtclubs werden wohl pleite gehen, aber es werden irgendwann wieder neue entstehen. Irgendwann wird diese Krise vorbei sein und dann wird allmählich wieder Normalität einkehren.
    • Mladjo86 01.04.2020 20:41
      Highlight Highlight 👏 Ich nominiere Sie somit für den einfachsten, sachlichsten und den stinkt Normalsten Kommentar den ich je gelesen habe. Bravo 🏆
    • Shlomo 01.04.2020 21:05
      Highlight Highlight Die Dinger sind nicht Praktisch. Primär sind sie ein Verkehrshindernis und führen zu Mehrverkehr.
    • PC Principal 01.04.2020 23:13
      Highlight Highlight @Shlomo: Wenn man damit fährt sind sie sehr praktisch. Velos führen auch zu mehrverkehrt. Autos auch. Argument ungültig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ulmo 01.04.2020 20:29
    Highlight Highlight Da ist ein Tippfehler im Titel: Corna- statt Corona-Krise.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 02.04.2020 00:55
      Highlight Highlight Es gibt da diesen Fleischersatz, Coronatur. Und dann die Fleischproduktion von der MIgros, Micorona. Hat schon auch seine Richtigkeit, dieser Titel. 😋
  • Doppelpass 01.04.2020 20:18
    Highlight Highlight Die haben ja vermutlich vor allem von der Datensammlung gelebt.
    All die Umstellung auf die virtuellen (meist kostenlosen) Plattformen macht diese zu so viel grösseren Datenkraken dass die Trottis wohl nicht mehr mithalten können.
  • redeye70 01.04.2020 20:15
    Highlight Highlight Ich werde sie nicht vermissen!
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 01.04.2020 20:09
    Highlight Highlight Diese Flitzer sind eine Seuche für sich. Da können die Fahrzeuge selbst zwar nichts dafür, es sind die unterirdisch klugen Chläuse, die sie nutzen.
  • blueberry muffin 01.04.2020 20:04
    Highlight Highlight YES! Die in a fire, escooter!

    Klimatechnisch waren die ziemlich mies und die Arbeitsbedingungen der "Auflader" ist ja auch eher ein Neo Liberaler feuchter Traum als fair.
    • Maedhros Niemer 02.04.2020 06:28
      Highlight Highlight 🤣 Schön gesagt, genau so ist es!
    • PC Principal 02.04.2020 10:07
      Highlight Highlight Brauchst nicht in Vergangenheit zu schreiben. Man kann im Moment immernoch damit rumfahren und wenn die Krise vorbei ist kommen die Firmen, die jetzt nicht operieren zurück oder es kommen neue Firmen.
    • Paul55 02.04.2020 12:41
      Highlight Highlight "Neo Liberaler Traum" finde ich ein super Begriff. Jetzt weiss ich endlich was Gössi, Wasserfallen und Co. in der Nacht befällt :-)
  • Samba 01.04.2020 19:51
    Highlight Highlight Verstehe die Schadenfreude nicht so ganz. Ich finde die Dinger praktisch und spassig. Und dem Boom nach zu urteilen, geht es vielen so.
    • Masseneinwandererin 01.04.2020 21:54
      Highlight Highlight Ich finde e-scooter langfristig eine gute Alternative zu den ÖV
    • Vintage 02.04.2020 12:03
      Highlight Highlight Alternative zu den ÖV? 😂😂😂
    • redeye70 02.04.2020 12:40
      Highlight Highlight Noch weniger Bewegung ist genau das, was unserer Gesellschaft noch gefehlt hat. Statt teure Fitnessabos zu benötigen würden tägliche kurze Fussmärsche die allgemeine Fitness enorm stärken. Macht das auch bei Scheisswetter und euer Immunsystem dankt es euch mit besserer Widerstandsfähigkeit.
    Weitere Antworten anzeigen
  • PC Principal 01.04.2020 19:47
    Highlight Highlight Das freut die Spiesser. Jetzt können sie den ganzen Tag vor der Glotze sitzen und sich am allgemeinen Stillstand ergötzen.

    Ich hoffe auf eine schnelle Impfung. Dann geht das Leben wieder los und die Spiesser dürfen sich wieder über die Lebensfreude der anderen empören.
    • Yupidu 01.04.2020 20:17
      Highlight Highlight Letzter klopapier durch? Oder einfach auf hässig eingestellt? Suche vergebens ein zeichen von lebensfreude in diesem kommentar
    • poltergeist 01.04.2020 20:22
      Highlight Highlight Das hat doch nichts mit Spiessertum zu tun. Die Dinger haben eine Lebensdauer von 3 Monaten, sind gefährlich und stehen überall im Weg. Schluss damit!
    • PC Principal 01.04.2020 20:52
      Highlight Highlight @Yupidu: Nein sorry, Lebensfreude findest du in meinem Kommentar leider nicht. Es stimmt mich nicht gerade fröhlich wenn massenhaft Leute sterben oder arbeitslos werden.

      Die Spiesser freuen sich über das Ende der "Spassgesellschaft". Ob sie sich da nicht zu früh freuen?

      Ich habe noch Hoffnung dass es wieder besser wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • sansibar 01.04.2020 19:38
    Highlight Highlight Positiver Kollateralschaden 😁👍
  • Snowy 01.04.2020 19:20
    Highlight Highlight Solche Good News braucht das Land!
  • LubiM 01.04.2020 19:12
    Highlight Highlight Endlich mal Good News! Sorry um die Arbeitsplätze... aber schlussendlich nicht sorry
    • PC Principal 01.04.2020 20:27
      Highlight Highlight Freu dich mal nicht zu früh. Das Leben wird zurückkehren und auch die Trottis. Die Wirtschaft wird sich erholen und Arbeitsplätze werden wieder geschaffen.
    • Shlomo 01.04.2020 21:09
      Highlight Highlight Naja ich hoffe die Wirtschaft erholt sich nicht so schnell.
    • Normal 01.04.2020 21:35
      Highlight Highlight Welche Arbeitsplätze? Die meisten Trotti Anbieter haben wenige bis keine Festangestellten in der Schweiz und arbeiten mit "selbstständigen" EInsammlern. Das ganze lohnt sich aber kaum und kann nicht alls Vollzeit Job gemacht werden.

      Dieser Schaden wäre also sehr klein.


      Mir wäre es auch lieb, wenn die E-Trottis verschwinden, in St. Gallen habe ich den Nutzen auch nicht verstanden, habe 1mal eins gemietet um das ganze zu testen. Mein Fazit: Teurer und langsamer als der Bus trotz kurzer Distanz und 1mal umsteigen.
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