Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Pascal Gantenbein an einer Medienkonferenz der Raiffeisen in Zuerich am Freitag, 9. Maerz 2018. Der Wirtschaftsprofessor Pascal Gantenbein uebernimmt als Praesident interimistisch per sofort die Leitung des Verwaltungsrats bei der Bank. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Raiffeisen-Verwaltungsratspräsident Pascal Gantenbein. Bild: KEYSTONE

Knall bei Raiffeisen: Rita Fuhrer und Angelo Jelmini verlassen den Verwaltungsrat



Bei der Raiffeisen Schweiz ist es an der Delegiertenversammlung zu weiteren Abgängen aus dem Verwaltungsrat gekommen. Neben bereits angekündigten Rücktritten verzichteten auch die Zürcher Alt-Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP) und der Tessiner Politiker Angelo Jelmini (CVP) angesichts des Unmuts der Delegierten auf eine Wiederwahl.

«Wir sind mit dem Verwaltungsrat sehr unzufrieden», bestätigte Kurt Sidler als Vertreter der Raiffeisen-Regionalverbände an einer Medienkonferenz im Anschluss an die Versammlung in Lugano.

Rita Fuhrer, Alt-Regierungsraetin Kanton Zuerich, links, spricht an der Seite von Karin Keller-Sutter, Staenderatin FDP-SG, waehrend einer Medienkonferenz

Ehemalige SVP-Regierungsrätin aus Zürich: Rita Fuhrer. Bild: KEYSTONE

Die Geschehnisse der Jahre 2012 bis 2015 hätten die Delegierten «sehr verärgert». Die Versammlung sei «im Zeichen der Aufklärung der Vergangenheit» aber auch der «Zukunftsfähigkeit» gestanden, betonte derweil Raiffeisen-Vizepräsident Pascal Gantenbein.

Turbulente Monate

Fuhrer und Jelmini hätten mit dem Rückzug ihrer Kandidatur für das Gremium auf die Situation an der Delegiertenversammlung reagiert, sagte Gantenbein. Fuhrer hatte ursprünglich erst 2019 und Jelmini 2020 zurücktreten wollen.

Zudem wird nun Philippe Moeschinger im Herbst 2018 und damit früher als geplant zurücktreten. Dagegen wurden mit Rolf Walker und Thomas Rauber zwei neue Verwaltungsräte gewählt.

«Es waren die turbulentesten zwölf Monate in der Geschichte der Raiffeisen-Gruppe», sagte Gantenbein, der sich an der im November 2018 angesetzten ausserordentlichen Delegiertenversammlung für das Amt des Präsidenten bewerben will. Die Glaubwürdigkeit der Raiffeisen-Gruppe habe gelitten, räumte er ein. Die Hauptschuld daran trage Pierin Vincenz.

Neues Vergütungsmodell

Die Abstimmung über die Erteilung der Decharge wird nun auf die ausserordentliche Delegiertenversammlung vom November 2018 oder auf die ordentliche Delegiertenversammlung 2019 verschoben. Damit hätten die Delegierten die Gelegenheit, sich vorgängig ein vollständiges Bild über die Resultate des Verfahrens und der unabhängigen Untersuchung zu machen.

Für heftige Diskussionen sorgten an der Delegiertenversammlung aber auch die Lohnerhöhung der Raiffeisen-Verwaltungsräte um rund 44 Prozent im Jahr 2017, wie Kurt Sidler als Vertreter der Regionalverbände sagte. Die Verbandsvertreter hätten gefordert, dass künftig ein «vernünftiger Rahmen» für die Entlöhnung gefunden werde.

Eine Arbeitsgruppe soll nun ein neues Vergütungsmodell erarbeiten, das an der kommenden Versammlung im November zur Abstimmung gebracht werden soll. Dieses werde sicherlich die Publikation eines eigenen Vergütungsberichts beinhalten, hiess es auf Nachfrage.

Untersuchung 2018 abschliessen

Die interne Aufarbeitung der Vincenz-Ära durch eine Untersuchungsgruppe unter der Leitung von Professor Bruno Gehrig ist bisher nicht auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten von Pierin Vincenz gestossen. Dabei sei vor allem die Übernahme der Privatbank Wegelin, der späteren Notenstein, sowie der Bank La Roche im Zentrum gestanden, sagte Gehrig an der Medienkonferenz.

Vertieft untersucht worden seien insgesamt etwa zwei Dutzend Beteiligungen. Es sei geplant, diese Analysen bis zur ausserordentlichen Delegiertenversammlung vom November 2018 abzuschliessen. Ausgeklammert wurden allerdings Vorkommnisse um die Raiffeisen-Beteiligung Investnet, die im Zentrum der Strafuntersuchungen der Zürcher Staatsanwaltschaft stehen.

Reaktion auf Finma

Der am Donnerstag bekannt gewordenen harschen Kritik der Finanzmarktaufsicht Finma an den Raiffeisen-Strukturen habe die Genossenschaftsbank zum Teil bereits Genüge getan, gab sich Gantenbein überzeugt. «Solche Dinge wie im Jahr 2015 können heute nicht mehr stattfinden», sagte er.

Die Finma hatte dem Verwaltungsrat in einem Enforcement-Bericht vorgeworfen, die Aufsicht über den ehemaligen CEO Pierin Vincenz vernachlässigt und Interessenkonflikte ungenügend gehandhabt zu haben. (sda/awp)

Das könnte dich auch interessieren:

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Shlomo 16.06.2018 20:54
    Highlight Highlight Ich verstehe eh nicht was man als gescheiterte Handarbeitslehrerin im Verwaltungsrat einer Bank macht.
  • Eron 16.06.2018 18:18
    Highlight Highlight Rita Fuhrer taucht nicht zum ersten Mal auf wenn darum geht in einem VR zu versagen ... Geld verdienen, versagen, nächstes Mandat! Das ist symptomatisch bei vielen Regierungsmitgliedern, Ex Politikern im In- und Ausland. Es wird einmal Zeit dass man die Haftung einführt!
    • Thomas Bollinger (1) 16.06.2018 21:03
      Highlight Highlight Es würde reichen, dies bei SVP Mitgliedern einzuführen. 80/20 Regel.
    • phreko 16.06.2018 21:49
      Highlight Highlight Die gibts: OR 754

      Es fehlt jeweils ein Kläger.

Vincenz verbrachte die dritte Nacht hinter Gitter – und ihm drohen Schadenersatzklagen

Der ehemalige Raiffeisen-Chef und ehemalige Aduno-Verwaltungsratspräsident Pierin Vincenz soll in Untersuchungshaft. Er muss mit hohen Schadenersatzforderungen rechnen.

Pierin Vincenz und sein Geschäftspartner Beat Stocker befinden sich weiterhin in Gewahrsam der Staatsanwaltschaft in Zürich. Der zuständige Staatsanwalt hat beim zuständigen Haftrichter Untersuchungshaft für die beiden verlangt.

Dieser muss nun in den nächsten 24 Stunden entscheiden, ob der ehemalige Raiffeisen-Chef weiterhin festgehalten wird. Damit wollen die Behörden verhindern, dass sich die Beschuldigten absprechen oder Material verschwinden lassen.

Die Vorwürfe, welche die …

Artikel lesen
Link zum Artikel