Wirtschaft
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Touristen fahren mit ihren Rollkoffern, durch eine Pfuetze, waehrend eines regnerischen Sommertages, am Mittwoch, 13. August 2014 in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

So machen Ferien keinen Spass. Bild: KEYSTONE

Tourismus

Mieser Sommer: Krise in der Tourismusbranche spitzt sich zu



Wegen des schlechten Wetters haben viele Touristen in diesem Sommer die Schweizer Berge gemieden. In den Bergferienregionen Graubünden, Berner Oberland und Wallis gingen die Hotelübernachtungen im Juli verglichen mit dem Vorjahresmonat stark zurück. Auch andere ländliche Feriendestinationen wie das Tessin, die Region Jura oder die Ostschweiz verzeichneten teils deutliche Rückgänge.

Insgesamt registrierten die Schweizer Hotels im Juli 3,9 Millionen Logiernächte, wie am Freitag publizierte Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigen. Das entspricht einem Rückgang um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Starker Einbruch bei deutschen Gästen

Vor allem die inländischen Gäste verzichteten auf Ferien in der Schweiz. Sie generierten im Juli insgesamt 1,7 Millionen Logiernächte, was einem Rückgang von 3,7 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat entspricht.

Aber auch Gäste aus dem nahen Ausland, insbesondere aus Deutschland, blieben aus. Die Deutschen sind für den hiesigen Tourismus neben den inländischen Gästen das mit Abstand wichtigste Kundensegment. Sie generierten im Juli dieses Jahres noch rund 431'000 Hotelübernachtungen, was einem Rückgang um 9,1 Prozent entspricht.

Kurzfristig reagieren

«Die Schweizer und teilweise auch die Deutschen können kurzfristig auf schlechtes Wetter reagieren. Wenn es regnet, sagen sie die Ferien ab oder verschieben sie», sagte Alain Suter, Mediensprecher von Schweiz Tourismus gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Manuel Staub, Mediensprecher des Verbandes Hotelleriesuisse, wies auch auf das immer kurzfristigere Buchungsverhalten hin. Dieses führe dazu, dass das Wetter immer entscheidender werde.

«Das schlechte Wetter in diesem Sommer hat die Krise der letzten Jahre zugespitzt», sagte Suter von Schweiz Tourismus. Bereits seit einiger Zeit leidet die Tourismusbranche unter dem starken Franken, der viele Europäer von Ferien in der Schweiz abhält.

Dass das Geschäft im Juli nicht noch schlechter ausfiel, haben die Hoteliers den asiatischen Gästen zu verdanken. Insbesondere aus China, Korea, Indien und den Golfstaaten kamen deutlich mehr Touristen.

Städte nicht betroffen

Während die Hoteliers in ländlichen Ferienregionen unter dem schlechten Wetter leiden, ist in den Städten davon nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die Region Zürich und der Kanton Basel-Stadt verzeichneten eine Zunahme bei den Logiernächten.

Dies liege allerdings nicht daran, dass Feriengäste wegen des schlechten Wetters von den Bergen auf die Städte auswichen, sagte Staub von Hotelleriesuisse. Die Kundenstruktur sei komplett unterschiedlich: Auf dem Land seien es vor allem Feriengäste, in den Städten Geschäftsleute. Diese richten sich nicht nach dem Wetter.

80 Prozent Geschäftsleute

Irma Rodiqi, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Statistischen Amt des Kantons Basel-Stadt, kann das bestätigen: «In Basel-Stadt sind gemäss einer Schätzung circa 80 Prozent der Hotelgäste Geschäftsleute oder Besucher von Messen und Kongressen. Nur rund 20 Prozent der Hotelübernachtungen werden durch Feriengäste generiert.»

Der Einfluss des Wetters auf den Tourismus in Basel-Stadt sei daher gering. Grösser sei der Effekt einzelner Veranstaltungen. So fand im Juli etwa das Militärmusik-Spektakel Basel Tattoo statt.

Die Stadt Bern hat vom schlechten Wetter profitiert. Zwar sei die Anzahl Logiernächte im Juli unverändert geblieben, sagte Michael P. Keller, Vizedirektor von Bern Tourismus. Nach ersten Schätzungen seien aber im Zentrum Paul Klee etwa 25 Prozent mehr Eintritte verkauft worden als erwartet. Das Naturhistorische Museum in Bern habe im Juli mit 14'990 Besuchern gar einen Besucherrekord erzielt. (whr/sda)

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