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Wirtschaft

5 Handy-Abos: Salt-Mitarbeitende in Berner Shop nehmen Senioren aus

ARCHIVBILD ZUM UMSATZ BEI SALT --- Sicht auf das Salt-Logo am Baerenplatz, am Freitag, 15. Mai 2015, in Bern. Nach der Uebernahme durch den franzoesischen Unternehmer Xavier Niel hat sich der Mobilfun ...
In der SRF-Sendung «Kassensturz» werden schwere Vorwürfe gegen Mitarbeitende eines Berner Salt-Shops erhoben.Bild: keystone

5 Handy-Abos angedreht: Salt-Mitarbeitende in Bern sollen Senioren ausgenommen haben

Schwere Vorwürfe gegen die Angestellten eines Berner Salt-Shops: Sie sollen Senioren skrupellos ausgenutzt und ihnen zahlreiche unnötige Verträge angedreht haben. Auch die Reaktion des Telekomunternehmens wirft Fragen auf.
04.02.2026, 08:0504.02.2026, 13:51

Über die Vorfälle berichtet die SRF-Sendung Kassensturz. Sie porträtierte mehrere ältere Menschen, die auf hinterlistige Art und Weise zum Abschluss unnötiger Verträge und zu Käufen bewegt worden seien.

So war eine 92-Jährige wegen eines technischen Problems mit ihrem Handy im Shop am Berner Bärenplatz. Sie verliess die Filiale aber nicht nur mit einem funktionierenden Handy, sondern auch mit dem abgeschlossenen Kauf von vier weiteren Abos, vier Smartphones und fünf Musikboxen – die monatlichen Kosten betrugen 200 Franken.

Sämtliche Dinge wurden ihr durch die Vorlage von Formularen, die sie unterschreiben sollte, untergejubelt. Man habe ihr gesagt, das sei alles das Gleiche, sie müsse einfach unterschreiben, so die Rentnerin gegenüber «Kassensturz».

Ein ähnliches Beispiel betrifft einen 83-jährigen, dementen Mann. Auch bei ihm zeigten die Angestellten wenig Skrupel – sie drehten dem Senior fünf Abos und fünf Handys an.

Das scheinen keine Einzelfälle zu sein – dieser Eindruck drängt sich zumindest auf, wenn man Online-Rezensionen zum Shop, beispielsweise auf Google Maps, liest. Diese zeigen, dass zahlreiche weitere Kundinnen und Kunden sich über den Tisch gezogen fühlten. Von «gnadenloser Abzocke» und «Betrug» schreiben Kommentierende.

Fragwürdig scheint auch die Reaktion des Konzerns Salt. Als bei den genannten Beispielen der zwei Senioren Angehörige intervenierten und die Auflösung der unnötigen Verträge forderten, zeigte sich der drittgrösste Telekomanbieter der Schweiz zunächst stur, wie es im «Kassensturz»-Beitrag heisst. So beharrte das Unternehmen auf der Rechtmässigkeit der Verträge und war nur zu einer Aufhebung bereit, nachdem hohe Stornogebühren entrichtet worden waren.

Sara Stalder, Geschäftsführerin der Stiftung Konsumentenschutz, vermutet ein auf Provisionen basierendes Lohnsystem bei den Verkäufern, weshalb der Anreiz, möglichst viel und womöglich auch unnötige Dinge zu verkaufen, grösser ist.

Auf Anfrage von SRF bestätigte Salt ein solches «variables Vergütungssystem». Die Telekom-Firma beteuert aber: «Verkaufsabschlüsse, die nicht am tatsächlichen Bedarf der Kundinnen und Kunden ausgerichtet sind, tolerieren wir nicht.» Dass dieser Grundsatz auch in der Filiale am Bärenplatz gelebt wird, ist angesichts von bis zu fünf verkauften Abos an Senioren eher schwer vorstellbar. (con)

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107 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Tokyo
04.02.2026 08:40registriert Juni 2021
die eine Frechheit sind solche Verkäufer ohne Moral, Ethik und Anstand
das zweite ist ein Kundendienst der sich weigert so offensichtliche "Fehler" zu korrigieren bzw die Abos zu stornieren
das Dritte, dass die Frau im Beitrag für die Stornierung ihres Abos aufgrund eines Fehlers von Salt zahlen sollte
und das Vierte: dass von Salt keiner die Eier hatte Stellung zu beziehen
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code-e
04.02.2026 08:29registriert November 2018
Das kommt leider davon, wenn der Lohn auf Provisionsbasis ausbezahlt wird. Bei Salt leider nichts neues. Diesen Anbieter meide ich wie der Teufel das Weihwasser
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Utschli
04.02.2026 08:27registriert September 2016
Ich musste es bei Salt auch auf die harte Tour lernen: lasst euch vor Unterzeichnung alles schriftlich schicken und lest es durch. Mir wurde damals telefonisch ein Abo angedreht, das normal 80.- im Monat kostet, 'mit Rabatt kostet es 19.90'. Die 19.90 waren aber nicht der Preis, sondern der Rabatt, also kostete das Abo 61.- Das wurde aber nicht so kommuniziert, aber viel Glück, das im Nachhinein nachzuweisen und auch nur auf ein wenig Kulanz bei diesem Saftladen zu hoffen....
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