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Exodus aus SBB-Verwaltungsrat

Ulrich Gygi will auch eine Frau im SBB-Verwaltungsrat.
Ulrich Gygi will auch eine Frau im SBB-Verwaltungsrat.Bild: KEYSTONE

Exodus aus SBB-Verwaltungsrat

Patrik Müller und Stefan Ehrbar / schweiz am sonntag
Kritik an unkoordiniertem Vorgehen – wer wird Nachfolger von Präsident Ulrich Gygi? 
05.04.2015, 06:5905.04.2015, 08:20
Ein Artikel von Schweiz am Sonntag
Schweiz am Sonntag

So etwas gab es in einem grossen Schweizer Unternehmen zuletzt wohl bei der Swissair 2001, als auf einen Schlag fünf Verwaltungsräte zurücktraten. Die Swissair steckte damals im Überlebenskampf. Bei den SBB herrscht eigentlich Courant normal, und trotzdem treten innerhalb eines Jahres fünf von neun Verwaltungsräten zurück, darunter VR-Präsident Ulrich Gygi. Ein Verwaltungsrat, Andreas Hunziker, geht schon kommenden Mai. Die anderen vier – nebst Gygi sind dies Conrad Löffel, Hans-Jürg Spillmann und Andrea Hämmerle – in einem Jahr.

«Das ist keine optimale Planung. Normalerweise erneuert man den Verwaltungsrat gestaffelt», kritisiert Headhunter und Corporate-Governance-Experte Björn Johansson. «Ein Verwaltungsrat sollte Kontinuität gewährleisten.» Auch in Bundesbern ist man irritiert. SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner, Mitglied der Verkehrskommission, sagt zum Massenrücktritt: «Das ist nicht professionell. Dazu werde ich dem Bundesrat Fragen stellen.» Es ist der Bundesrat, der die SBB-Verwaltungsräte wählt.

Ulrich Gygi bestätigt die Rücktritte. Grund dafür seien die Altersbeschränkung (70 Jahre), aber auch persönliche Überlegungen. Nicht äussern will er sich gegenüber der «Schweiz am Sonntag» zur Frage, ob die bisherige Vizepräsidentin Monika Ribar ihm als Präsidentin nachfolgen werde. SBB-intern sieht man sie in der Favoritenrolle für den Posten, der mit fast 300'000 Franken pro Jahr entschädigt wird. Sicher ist laut Gygi aber, dass eine dritte Frau in den Verwaltungsrat einziehen soll, wie es die neue Frauenquote (30 Prozent) verlangt. 

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