Wirtschaft
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Ulrich Gygi, Verwaltungsratspraesident der SBB, spricht an der Bilanzmedienkonferenz, am Freitag, 18. Maerz 2016, in Bern. Der starke Franken und zusaetzliche Ausgaben beim Unterhalt der Schienen haben das Konzernergebnis der SBB im vergangenen Jahr belastet. Der Gueterverkehr schrieb nach zwei positiven Jahren 2015 wieder rote Zahlen. Der Zustand der Fahrbahn ist nur ausreichend. (KEYSTONE/ Peter Schneider)

Ulrich Gygi ist Verwaltungsratspräsident bei den Schweizerischen Bundesbahnen.
Bild: KEYSTONE

Das wünscht sich der abtretende SBB-Präsident (und verteidigt «sanfte» Preiserhöhungen)



Der abtretende SBB-Präsident Ulrich Gygi wünscht sich, dass die Bahnunternehmen in der Schweiz bei Billettlösungen über Smartphone oder Chipkarten mehr zusammenarbeiten würden. Er kritisiert, dass mehrere Bahnen ihre eigenen Projekte forcieren.

Gygi, der sein Amt als SBB-Verwaltungsratspräsident im Juni abgibt, spricht sich im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Samstag für einen «einfachen Zugang zum ÖV via Chipkarte oder Mobiltelefon» aus. «Wir verfolgen die laufenden Versuche in der Branche mit Interesse, sind aber der Meinung, dass Kooperation hier zielführender wäre als Konkurrenzdenken.»

Der frühere Postchef denkt dabei vermutlich an Versuche, wie sie zum Beispiel die BLS mit einer Ticket-App durchführt. Ein gemeinsames E-Ticketing-System ist dagegen nicht in Sicht. Vor einem Jahr warf der Direktor des Bundesamtes für Verkehr, Peter Füglistaller, der Branche deshalb mangelnde Entscheidungsfähigkeit vor.

Leise Kritik an Politik

Im Interview lässt Gygi zudem leise Kritik an mehreren Entwicklungen in der Politik während seiner Amtszeit ertönen: Die Finanzierung von Bahninvestitionen über das ordentliche Budget halte er noch immer für eine «bessere Lösung» als den neuen Fonds, der mit der FABI-Vorlage eingeführt wurde, sagte er etwa. Der «Konkurrenzdruck aus anderen Bereichen» würde einen «grösseren Zwang zur Effizienz» schaffen.

Beim Bahnausbau sieht er vor allem Handlungsbedarf «zwischen Aarau, Zürich und Winterthur» sowie «für den Güterverkehr zwischen Yverdon, Lausanne und Genf». Er stellt aber fest, dass es heute einen Mechanismus gibt, «bei dem die Kantone darauf abzielen, im politischen Prozess ihre Begehren möglichst durchzusetzen». Man müsse sich fragen, ob überall Maximallösungen anzustreben seien.

Sanfte Preiserhöhungen gerechtfertigt

«Nicht begeistert» zeigte sich Gygi zudem darüber, dass die SBB Kompetenzen an das Bundesamt für Verkehr abgeben mussten. Er sehe aber ein, dass der Bund als Finanzierer der Infrastruktur das letzte Wort haben wolle. «Wir würden uns einfach wünschen, dass er stets unserer Fachkompetenz vertraut.»

Nach den Ticketpreisen gefragt, sagte Gygi, «kontinuierliche, aber moderate Preisaufschläge» seien besser als «einzelne grosse Schübe». Tariferhöhungen liessen sich durch den Leistungsausbau der letzten Jahre durchaus begründen. Allerdings sei der «Spielraum begrenzt, wenn wir unsere Kunden nicht verlieren wollen».

(dsc/sda)

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