Wirtschaft
Schweiz

Swisscom verklagt Sunrise auf Schadenersatz von 90 Millionen Franken

Swisscom / Sunrise.
Bild: keystone / watson

Swisscom verklagt Sunrise auf Schadenersatz von 90 Millionen Franken

21.02.2024, 15:20
Mehr «Wirtschaft»

Die Swisscom hat Sunrise wegen eines Mobilfunk-Mitbenutzungsvertrags auf einen Schadenersatz von 90 Millionen Franken verklagt. Die Klage wurde im Januar 2023 eingereicht, wie aus dem Geschäftsbericht des Sunrise-Mutterkonzerns Liberty Global hervorgeht.

Die Swisscom habe eine Verletzung des Vertrags über die Mitbenutzung des Mobilfunknetzes geltend gemacht, den die damalige Kabelnetzbetreiberin UPC, die mittlerweile zu Sunrise gehört, mit der Swisscom am 8. Dezember 2017 abgeschlossen hatte. UPC hatte am 8. Januar 2018 bekanntgegeben, für sein Mobilfunkangebot von Salt zur Swisscom zu wechseln.

Mit der Übernahme von Sunrise durch die UPC-Besitzerin Liberty Global begann ab Mitte 2021 dann die Migration der UPC-Mobilfunkkunden auf das Handynetz von Sunrise. Damit schaute die Swisscom in die Röhre.

Das Verfahren wird vor dem Handelsgericht Bern ausgetragen und sei noch hängig, sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Weder die Swisscom noch Sunrise wollten dazu Angaben machen, weil das Verfahren noch läuft, wie Sprecher beider Telekomkonzerne erklärten.

Der Sunrise-Mutterkonzern zeigt sich indes nicht besorgt: Man habe keine Rückstellungen gebildet, da ein Verlust zum jetzigen Zeitpunkt als nicht wahrscheinlich erachtet werde, schrieb Liberty. «Wir sind der Ansicht, dass die Behauptungen in dieser Klage unbegründet und/oder übertrieben sind.» Man beabsichtige, sich in dieser Angelegenheit energisch zu verteidigen.

(hah/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Bürgenstock-Chef ist in eine Korruptionsaffäre verwickelt – er muss in Katar ins Gefängnis
In einem grossen Prozess wurde der Scheich aus Katar, der das Hotelgeschäft des Staatsfonds verantwortete, zu einer mehrjährigen Haft- und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Der Gerichtsfall sorgt nicht nur in Katar für Aufregung.

Die geplante Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock wird ohne den Scheich stattfinden, der das Resort eröffnet hatte. In einem grossen Korruptionsprozess wurde Nawaf bin Jassim bin Jabor Al-Thani zu sechs Jahren Haft und einer Geldstrafe in der Höhe von 207 Millionen Franken verurteilt, wie die Zeitung «Tages-Anzeiger» am Sonntag berichtete. Er soll öffentliche Gelder veruntreut haben. Im gleichen Korruptionsprozess wurden auch der ehemalige katarische Finanzminister sowie 14 weitere Männer schuldig gesprochen.

Zur Story