Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa02534729 Rudolf Elmer (R) the man who blew the whistle on the conduct of Julius Baer Bank in the Cayman Islands hands secret information to Wikileaks founder Julian Assange (L) at the Frontline club in London, Great Britain on 17 January 2011. Rudolf Elmer for which he is set to stand trial in Zurich on 19 January for breaching Swiss bank secrecy was ccompanied by his lawyer Jack Blum (not pictured). He gave a press conference where he reveal more details of alleged abuses in the world of offshore financial centres.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA UK OUT / IRELAND OUT

2011: Julian Assange nimmt die CDs von Rudolf Elmer vor den versammelten Medien in Empfang. Bild: EPA

Zürcher Justiz

Neue Anklage gegen Whistleblower Rudolf Elmer



Der ehemalige Julius-Bär-Banker Rudolf Elmer muss sich einem weiteren Strafverfahren stellen: Wegen einer medienwirksam inszenierten CD-Übergabe an Wikileaks-Gründer Julian Assange im Jahr 2011 hat die Zürcher Staatsanwaltschaft nun Anklage wegen Bankgeheimnisverletzung erhoben, wie diese am Mittwoch mitteilte.

Elmer übergab Assange im Januar 2011 an einer international beachteten Medienkonferenz in London zwei CDs. Damals behauptete Elmer, auf den CDs seien Daten von rund 200 mutmasslichen Steuerbetrügern gespeichert. Später betonte er aber, die CDs seien leer gewesen und die Übergabe «nur ein symbolischer Akt».

Der Zürcher Staatsanwalt Peter Giger ist zwar nicht im Besitz der Datenträger, klagt Elmer aber dennoch wegen Bankgeheimnisverletzung an. «Wir glauben nicht, dass die CDs leer waren», sagte er auf Anfrage der SDA. Der Prozess soll voraussichtlich noch in diesem Jahr am Bezirksgericht Zürich stattfinden.

Berufungsprozess kann weitergehen

Einem zweiten Prozess muss sich der selbsternannte Whistleblower am Zürcher Obergericht stellen. Dort soll – voraussichtlich ebenfalls noch in diesem Jahr – das Berufungsverfahren wegen mehrerer anderer Datenübergaben fortgesetzt werden.

Der ehemalige Geschäftsleiter der Julius-Bär-Filiale auf den Cayman Islands hatte versucht, bereits vor der CD-Übergabe in London Steuersünder zu entlarven, indem er Behörden und Medien geheime Kundendaten zuspielte. Das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichtes Zürich zog Elmer ans Obergericht weiter.

Dieses schickte die Anklage im November 2011 aber zum Nachbessern an den Staatsanwalt zurück. Das Obergericht wollte geklärt haben, um was für Daten eigentlich gestritten wird.

18 Bundesordner voller neuer Akten

Wie der Leiter der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Rolf Jäger, am Mittwoch auf Anfrage der SDA sagte, sind die Daten inzwischen ausgewertet. Die Anklage sei ergänzt worden und bereits beim Obergericht.

Durch die Auswertung der Daten kamen im Fall Elmer 18 Bundesordner voller Akten hinzu. Ausschlaggebend wird im Berufungsprozess sein, ob es sich um «reine» Cayman-Daten handelte oder um solche aus der Schweiz, bei denen das Bankgeheimnis zur Anwendung kommt. (sza/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 10.07.2014 07:47
    Highlight Highlight Mit der Anklage Rudolf Elmer zeigt das schweizerische Bankgeheimnis einmal mehr sein hässliches Gesicht. Während des Holocaust hat das Bankgeheimnis seine Berechtigung gehabt. Heute dient es Diktatoren, Geldwäschern, Banken und Steuerflüchtlingen als Versteck vor dem berechtigten Zugriff ihrer Staaten. Wer Steuergerechtigkeit und Schutz vor Geldwäscherei als staatspolitische Ziele hochhält, kann nicht mehr für das Bankgeheimnis eintreten. Wer meint, zuviel Steuern zahlen zu müssen, soll doch die Steuergesetze auf demokratischem Weg zu ändern versuchen. Wer Steuern hinterzieht oder dazu anstiftet ist ein „mieser Staatsbürger“ resp. eine „miese Bank“, in welchem Land auch immer und verdient keinen Schutz.

Kommentar

Liebe Velofahrer, ihr seid leider die schlimmsten Verkehrsteilnehmer

Das Coronavirus hat dazu geführt, dass in der ganzen Schweiz mehr Leute mit dem Velo unterwegs sind. Das Geschäft boomt, auch mit den E-Bikes. Zusätzlich stimmt die Stadt Zürich am 27. September darüber ab, ob man sich verpflichten will, 50 Kilometer Veloschnellrouten einzurichten.

Das Velo – und besonders die Velofahrer – stehen damit wieder einmal im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein guter Zeitpunkt, euch die Leviten zu lesen. Oder sollte ich sagen: uns? Denn bevor ihr mich in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel