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Die Migros muss sich anpassen: Arbeiter demontieren das grosse «M» auf dem Dach einer Filiale. bild: keystone

Die Hochpreisinsel bebt, die Migros wankt: So erklärt der orange Riese die Gewinnprobleme

Die Gewinnprobleme des orangen Riesen lassen sich nicht allein mit fehlender Agilität erklären, sagt Migros-Kritiker Reiner Eichenberger.

Niklaus Vontobel / ch media



Behäbig sei die Migros geworden, gefangen in überkommenen genossenschaftlichen Strukturen. So werden die Gewinnprobleme des orangen Riesen landauf, landab erklärt. Der Verkauf von Globus letzte Woche an Milliardäre aus Österreich und Thailand gilt als letzter Beleg für diese These: Die Migros muss wieder agiler werden.

Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen mag die Agilität-These nicht mehr hören. Schon vor anderthalb Jahren beschied er zwei Journalisten auf eine entsprechende Frage, sie sollten sich an die Fakten halten.

«Es stimmt einfach nicht, dass die Konkurrenz agiler ist als wir, sonst wäre die Migros nicht die Nummer eins im Schweizer Detailhandel!»

Zumbrunnen ist indessen nicht allein. Ausgerechnet Reiner Eichenberger sagt auch, die Agilität-These allein greife zu kurz. Der Professor der Universität Freiburg ist langjähriger und leidenschaftlicher Kritiker der Migros, wie auch ihres ewigen Widersachers Coop. Als ein früherer Migros-Chef den deutschen Discountern Aldi und Lidl vorwarf, sie würden auf Kosten der Mitarbeiter die Preise drücken, konterte Eichenberger scharf. Der Migros-Chef betreibe Rufschädigung. «Vielmehr haben überhöhte Lebensmittelpreise verheerende Folgen.»

Schweizer Preise bröckeln im Vergleich zum Ausland

Eichenberger erklärt die Nöte der Migros so:

«Die Hochpreisinsel hat sich bewegt, viel mehr, als auf den ersten Blick ersichtlich ist.»

Zum einen sind die Preise gesunken, was die Umsätze mit nach unten zieht. Zum anderen wurde die Qualität besser, das Angebot vielfältiger. Die Läden sind heute schöner. Das alles hat im Detailhandel die Kosten in die Höhe gedrückt. Dieser Doppeltrend nimmt der Migros jedes Jahr wieder ein kleines Stück vom Gewinn weg.

Die Bewegungen bei den Preisen sind eindrücklich. Das Ausmass lässt sich ablesen an einem Vergleich mit den Nachbarländern Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich. In all diesen Ländern erhebt das Statistikamt Eurostat die Preise von zig Waren und Services. Die Zahlen zeigen, was sich alles auf der Hochpreisinsel Schweiz getan hat seit 2005. Damals öffneten hierzulande die ersten Filialen von Aldi und Lidl die automatischen Schiebetüren.

Schweizer Preise bröckeln im Vergleich zum Ausland. Diese Feststellung gilt generell. Beispiel Nahrungsmittel. In der Schweiz waren sie 2019 nur 2 Prozent teurer als im Jahr 2005. Doch in Deutschland kosten sie über 30 Prozent mehr als damals. In Frankreich beträgt der Aufschlag über 20 Prozent. In Italien sind es 27 Prozent und in Österreich gar 37 Prozent (siehe Grafik).

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grafik: ch media

Möbel wurden fast 11 Prozent billiger in der Schweiz. In Deutschland gingen die Preise um 14 Prozent nach oben, in Österreich um über 30 Prozent. Ein anderes Beispiel sind Haushaltsgeräte. Hierzulande gaben die Preise um fast 25 Prozent nach. In Deutschland dagegen nur um 8 Prozent. In Österreich zahlen die hochgeschätzten Kunden gar 20 Prozent mehr. Und so weiter. Die Liste der Beispiele lässt sich fortführen. So wurden Fahrzeuge in der Schweiz billiger, rundherum teurer.

Das Gleiche gilt für Spielwaren. Für Bücher. Für Produkte zur Körperpflege. Medikamente wurden in Deutschland viel teurer, in der Schweiz viel billiger. Und in Deutschland erhöhten Hotels und Restaurants ihre Preise drei Mal mehr als in der Schweiz, in Österreich war es vier Mal mehr. Unrühmliche Ausnahmen gibt es allerdings auch. Schweizer Bankkunden zahlen heute 42 Prozent mehr für Gebühren. Hinter diesem Wert bleiben die Banken in den Nachbarländern weit zurück.

Nun sind die tieferen Preise längst nicht immer die Folge davon, dass Schweizer Unternehmen heroisch für ihre Kunden gekämpft hätten. Oft gibt es prosaische Erklärungen. Nämlich, dass der Detailhandel dank starkem Franken billiger im Ausland einkaufen konnte. Umgekehrt sind die tieferen Preise nicht immer nur die Folge von billigeren Importen. Im Detailhandel sind die Gewinne tatsächlich kleiner geworden, wie das Beispiel Migros zeigt. Und nicht von ungefähr hat die Branche zuletzt Tausende von Arbeitsplätzen weggespart.

Daher ist es für die Branche bitter: Die Hochpreisinsel ist die gleiche geblieben. Die Preissenkungen im Inland wurden teilweise wieder zunichtegemacht durch die Aufwertung des Frankens. Anders gesagt: Die Preise in Deutschland haben in Euro zwar zugenommen. Doch für Schweizer ist Deutschland billig geblieben, wenn sie bewaffnet mit ihrem noch stärkeren Franken nach Schnäppchen jagen.

Deutsche Discounter lösen Qualitätswettbewerb aus

Nicht allein die tieferen Preise drücken die Migros. Sie muss sich auch mit ihren Konkurrenten einen harten Wettbewerb um Qualität liefern. Ausgelöst wurde dieser vom Markteintritt der deutschen Discounter Aldi und Lidl im Jahr 2005. Das kam überraschend. Eichenberger:

«Die Erwartung war, die Neuen würden rabiat mit den Preisen unten reingehen, Migros und Coop ebenso rabiat kontern.»

Zwar sanken die Preise, ein richtig brutaler Preiskampf blieb aus. Im Nachhinein ist es erklärbar, wie Eichenberger sagt: «Es sind nur vier Akteure: Da weiss jeder, was der andere tut. Senkt einer die Preise, ziehen die anderen sofort nach. Alle wissen: Tiefere Preise schaden mir nur.» Migros und Coop fuhren lieber die Qualität hoch, erhöhten die Auswahl an Produkten und verschönerten ihre Läden.

«Der Weg ist für die Migros in der Tat steinig.»

Ein Kampf um die beste Qualität lohnt sich. Solche Offensiven kann die Konkurrenz nicht von heute auf morgen kopieren. Für den Umbau von Läden braucht es Bewilligungen. Neue Standorte und Lieferanten müssen her, ehe man eine neue Kette mit italienischen Spezialitäten lancieren kann. Und so weiter. Eichenberger sagt, der Wettbewerb um Qualität werde heute mit hohem Einsatz geführt. «Die Kunden sind die Gewinner. Der Detailhandel hat höhere Kosten.»

Die Migros hat es also, agil hin oder her, mit kniffligen Trends zu tun. Wie Eichenberger sagt: «Der Weg ist für die Migros in der Tat steinig.» Doch zugleich sagt er: «Aber sie war bisher auch nicht eben leichtfüssig.» (aargauerzeitung.ch)

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Das Leben von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler

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71
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    Alle Leser-Kommentare
  • Hellau 13.02.2020 16:32
    Highlight Highlight Der Kundendienst bei Migros-Genossenschaftsbund-Basel Sparte SportX ist haarsträubend.
    Die Kollegen der Abteilung Food gehen mit gutem Beispiel voran und haben schöne Ware. Ich wünsche Migros weiterhin viel Erfolg.
  • Sarkasmusdetektor 13.02.2020 14:11
    Highlight Highlight Die Migros ist immer noch eine Genossenschaft, die soll keine Gewinne machen, sonst sind die Preise zu hoch. In der Vergangenheit haben sie oft so viel Gewinn gemacht, dass sie nicht wussten, wohin mit dem Geld (ausschütten an Aktionäre geht ja nicht), das waren Gewinnprobleme.
    • dan2016 13.02.2020 16:34
      Highlight Highlight ich hoffe einfach, es ist Sarkasmus... Falls nicht, eine ganz ganz minimale Ahnung von Wirtschaft sollte man haben, bevor man 'die sollte keine Gewinne machen' schreibt. Es sei denn, man wünscht sich, dass die Genossenschaften raschmöglichst verschwinden....
  • Saerd neute 13.02.2020 13:45
    Highlight Highlight ,.......einem Vergleich mit den Nachbarländern Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich. In all diesen Ländern erhebt das Statistikamt Eurostat die Preise von zig Waren und Services. Die Zahlen zeigen, was sich alles auf der Hochpreisinsel Schweiz getan hat seit 2005....


    Vielleicht solltet ihr ebenso mal die Löhne vergleichen. Wer das nicht tut ist ein Heuchler.
  • Pisti 13.02.2020 12:48
    Highlight Highlight Pouletbrust CH:
    Lidl 6.90.- 300g
    Migros 11.50.- 270g
    Erklärt eigentlich schon alles.
    • Neruda 13.02.2020 14:33
      Highlight Highlight Grad beim Fleisch ist CH nicht immer gleich CH und der tiefere Preis meist nur durch eine schlechtere Haltung möglich. Bei ausländischen Produkten sieht man dann schnell das Problem.
    • Pisti 13.02.2020 17:13
      Highlight Highlight Wenns mit CH Deklariert ist, dann ist es das auch. Sonst wäre es Betrug. Glaube kaum dass sich das ein Lidl leisten kann.
      Die Grossverteiler haben häufig die selben Lieferanten.
    • Saerd neute 13.02.2020 18:04
      Highlight Highlight Neruda
      Das stimmt so nicht.
      Die Haltung ist in der Schweiz grundsätzlich immer gut.
      Vielmehr ist es oft ausländisches Fleisch in der Schweiz verarbeitet, dann steht es sehr irritierend drauf als ob das Fleisch aus der Schweiz kommt.
      Genauer hinschauen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • SunTzu 13.02.2020 12:48
    Highlight Highlight À propos Verkauf von Globus, Depot usw.: die Migros geht Zumbrunnen bis sie auseinanderbricht.
  • BLsz 13.02.2020 12:43
    Highlight Highlight Wenn man die Kommentare liest stellt man fest: mehr Konkurrenz hat wieder einmal positive Effekte für die Kunden. Da brauchte es keinen Staat der Lebensmittelpreise festlegt oder Qualitätsstandards vorschreibt, sondern einfach die natürlichen Kräfte des freien Marktes.
  • Don Alejandro 13.02.2020 11:25
    Highlight Highlight Wer Familie hat und einen Grosseinkauf macht merkt deutlich, ob er bei Coop oder Lidl einkauft.
  • Kiro Striked 13.02.2020 11:15
    Highlight Highlight Naja die Preise sind in der Schweiz weniger gestiegen als z.B. in DE..
    Nur reden wir hier immernoch von ABARTIGEN Unterschieden:

    Gehen wir zu...
    M-Budget: Salami 200g CHF 2.95 - € 2.77
    Ja! (rewe): Salami 200g € 1.49 - CHF 1.58
    Gut & Günstig (EDEKA): Salami 200g €1.09 - CHF 1.15

    Will da nix bashen, nur gegenübergestellt Relativieren, dass das Preisniveau in der Schweiz exrem hoch ist. Am Ende haben wir alle nicht mehr viel übrig. Und die normalen Angestellten in Coop und Migros verdienen, wie in DE auch, verhältnissmässig zu wenig. Also ist keine der Lösungen "fairer".
    • Grohenloh 13.02.2020 12:55
      Highlight Highlight Kiro:
      ABARTIGE Unterschiede?
      2.95/2.77 = 106.5 %
      1.49/1.58 = 106%
      1.09/1.15 = 105.5%
      Häää??
      Die Löhne in der Schweiz sind deutlich höher als diese Verhältnisse.
    • Kiro Striked 13.02.2020 13:32
      Highlight Highlight @Grohenloh
      Im Grossen und Ganzen nicht.

      Die Lebenskosten in Deutschland sind ein Witz, verglichen zu den Lebenskosten in der Schweiz.

      Das wird dir jeder Bestätigen, der in Beiden Ländern unterwegs ist und in beiden Ländern lebt (so wie ich). Das Geld ist nichts Wert in der Schweiz. Ein Wocheneinkauf für mich und meinen Partner kommt mich in der Schweiz auf 120-180 Franken. Ein Wocheneinkauf, wenn ich bei Ihm bin, nichtmal 50 Euro, und das Obwohl er bei sich NUR Soft Drinks reinkippt, und bei mir gibts Hahnenburger.

      Ich lebe "noch" beide Leben, ich weiss wovon ich spreche.
    • Kiro Striked 13.02.2020 13:36
      Highlight Highlight @Grohenloh 2/2

      Meine Umrechnung ist btw. der Franzen zu Euro Kurs gemäss Revolut App.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Turicum04 13.02.2020 11:03
    Highlight Highlight Migros hat die Zeit noch nicht geschnallt: Heute ist ihr Sortiment dasselbe wie vor Jahrzehnten. Aber die Kundschaft hat sich radikal verändert. Wir haben viele Flüchtlinge, die kaum Schweizerkost haben wollen. Die Migros muss sich vermehrt nach ihnen richten und ihre Kultur in die Geschäfte bringen.
    • freeLCT 13.02.2020 11:47
      Highlight Highlight @Turicum04:

      Ich bin auch der Überzeugung, dass der Gewinnrückgang damit zu tun hat, dass man die äusserst hohe Anfrage von Flüchtlingen für Schweizerkost nicht berücksichtigt hat.

      Nicht.
    • dä dingsbums 13.02.2020 13:11
      Highlight Highlight Der Unsinn des Tages :-D

      Danke, hat mich sehr erheitert.
    • Neruda 13.02.2020 14:37
      Highlight Highlight Ja weil wir seit 2015 50% Ausländeranteil haben... Niiiiicht
    Weitere Antworten anzeigen
  • Evan 13.02.2020 11:02
    Highlight Highlight Bücher sind für mich ein eindrückliches Beispiel. Ich habe mir eigentlich immer vorgenommen, so wenig wie möglich auf Amazon zu kaufen, doch immer wenn ich mir ein Buch kaufen wollte, vielfach ein teures Fachbuch, und ich dann die Preise verglich, bekam ich beinahe einen Herzinfarkt ab der Schweizer Preisdifferenz. So wurden Bücher das einzige Produkt, dass ich auf Amazon kaufte, entgegen meiner Überzeugung. Kürzlich habe ich wieder einmal Preise verglichen und war überrascht darüber, wie sehr die Preisdifferenz geschrumpft ist.
  • Trouble 13.02.2020 10:50
    Highlight Highlight Ist da die Uni Fribourg gemeint? Finde ich immer sehr irritierend, wenn man Freiburg anstatt Fribourg schreibt, weil dann die Verwechlung mit Deutschen Freiburgs besteht. Oder ist da ein Deutscher Professor ein Migros-Kritiker? Könnte ja sein.
    • henkos 13.02.2020 12:12
      Highlight Highlight Könnte sein, aber wen kümmerts? In der Schweiz sind schliesslich 7 Mio ehrenamtliche Kritiker an allem, was ausländisch ist, unterwegs. Was macht da schon ein umgekehrter Fall?
    • esclarmonde 13.02.2020 15:48
      Highlight Highlight Fribourg ist nun mal Freiburg. Kannst ja i.Ü. anfügen, für: im Üechtland. Wir setzen uns in Deutschfreiburg dafür ein, dass Freiburg oder Fryburg (Dialekt) geschrieben wird.
    • Grohenloh 13.02.2020 23:19
      Highlight Highlight Esclarmode:
      Das ist aber ein bisschen Pubertär, nicht? Krampfhafte Abgrenzung zu den Welschen.
      Es gibt genug komplizierte Sachen in der Schweiz, dieser Fall ist so klar und einfach lösbar: in De Freiburg, in der Ch Fribourg. Schon weil es auf Dialekt genau so tönt.

      Aber ich bin schon lange für eine Entflechtung des Sprachgrenzenstresses: Am besten ihr Deutschfribourger kommt zu Bern und die Bernjurassier gehen zum Jura oder Neuchatel.

      Aber das generiert ja auch wieder einen Aufschrei. Kantönligeist, Lokalpatriotismus, Feinde im nächsten Dorf!

      Super!
  • Faceoff 13.02.2020 10:36
    Highlight Highlight Die Ladengestaltung vielleicht schon, die Produkte sind aber nicht qualitativ besser oder besser geworden. Das zeigt sich nur schon daran, wie oft Lidl und Aldi bei Kassensturz-Tests in den vorderen Rängen landen.

    Und: Die relativen Preisänderungen spiegeln sich auch in der Lohnentwicklung. In absoluten Zahlen sind wir da aber immer noch eine Hochpreis-Insel, dieses Korrektiv wird daher weitergehen.
  • Matterhorn 13.02.2020 10:03
    Highlight Highlight Was Migros da immer verzapft! Wenn dauernd zugekauft wird, dann ist man halt mal die Nummer 1. Das hat nichts mit Rentabilität zu tun. Diese Entwicklung wurde vorausgesagt... nur die Produkte bis ins unendliche „aufzupimpen“. (sprich Bio) reicht irgendwann auch nicht mehr aus, um zu den Margen zu gelangen. Da kommt noch einiges auf die CH zu. Zumal die Löhne real (Kaufkraft bereinigt) weiter sinken werden... Will man wirklich noch eine Insel bleiben?
  • Caturix 13.02.2020 09:45
    Highlight Highlight Es gibt Artikel die sind zu teuer, z.B. Medikamente, Wahre die im Ausland hergestellt wird..., aber wenn bei Nahrungsmittel aus der CH die Preise immer mehr fallen wird der Bauer einfach weniger bekommen und der Umweltschutz und das Tierwohl werden immer schlimmer. Auch die Löhne bei den Betroffenen Berufen werden sinken.
    • Grohenloh 13.02.2020 13:21
      Highlight Highlight Die wahre Ware!
  • Erklärbart. 13.02.2020 09:42
    Highlight Highlight Vielleicht eine etwas gewagte Theorie, vor allem in Zeiten wo die Nachfrage das Angebot bestimmt (Markenartikel und so).

    Aber ich könnte mir vorstellen, dass die Migros nicht zwingend schlechter da stehen würde, wenn sie sich auf ihre Wurzeln (Kopie von teuren Marken Produkten - z.B. Kaffee Hag, Migros Kaffee Zaun) besinnen würde. Das war auch die Idee von Gottlieb Duttweiler - würde er sehen dass die Migros (überspitzt formuliert) heute fast nur noch Markenprodukte im Sortiment hat, würde er sich im Grabe drehen. Die Grundidee/Philosophie der Migros geht verloren - das ist sehr schade.
    • dan2016 13.02.2020 16:38
      Highlight Highlight wenn ich an meine Einkäufe denke, dann sind vermutlich 85% der Ausgaben mit Frischprodukten verbunden, welche ich markenlos kaufe.
  • Clever&Smart 13.02.2020 09:28
    Highlight Highlight Das Problem ist doch auch, dass die Fix-Kosten neben den Lebensmitteln immer wie mehr steigen oder mindestens auf sehr hohem Niveau stagnieren. Die Löhne steigen aber schon sehr lange nicht mehr. Das erhöht den Druck auf die Lebensmittelkosten da die Kaufkraft nicht zunimmt bzw. gar sinkt. Deshalb ist es spürbar, dass immer wie mehr auf die DE-Discounter umsteigen oder zumindest mehr berücksichtigen. Das treibt zudem Migros und vor allem Coop noch mehr ins Hochpreis-/Hochqualitäts-Business um das auszugleichen, was aber wiederum noch mehr Leute zu den DE-Discountern treibt.
  • Tobias W. 13.02.2020 08:40
    Highlight Highlight Wenn eine Firma weniger Geld verdient, müssen irgendwann auch die Lohnkosten nach unten angepasst werden. Dafür muss man entweder die Löhne senken, oder die Anzahl der Angestellten. Ausserdem werden Investitionen neu beurteilt; und vielleicht wird dann ein neuer Bau oder Umbau nicht getätigt. - und schon ist eine nächste Branche mit dem Problem konfrontiert, dass weniger Geld verdient wird...

    Die allermeisten dieser geizigen Egoisten sind gar nicht in der Lage, zu verstehen, dass irgendwann ihr eigener Job wegfällt.
    • Grohenloh 13.02.2020 13:24
      Highlight Highlight Oder der Lohn auf DE- Niveau sinkt
    • Neruda 13.02.2020 14:44
      Highlight Highlight Die Migros ist eine Genossenschaft. Die muss zu allererst einmal gar nicht 1 Mia Gewinn machen! Dazu hat Dutti sie nicht in eine Genossenschaft verwandelt.
    • Tobias W. 14.02.2020 16:24
      Highlight Highlight @Neruda: hat jemand etwas von „Gewinn“ gesagt? Ach ja, Sie.
  • HAL1 13.02.2020 07:46
    Highlight Highlight Dieses konzept verstehe ich nicht. Wem die preise in der migros oder im coop zu hoch sind geht ja nicht doch wieder hin weil sie die qualität nochmals gesteigert oder den laden verschönert haben.

    Es ist ja dann im verhältnis zur gesteigerten quali schon "günstiger" aber absolut ändert sich der preis ja nicht und ist immernoch zu hoch.
    • Grohenloh 13.02.2020 23:22
      Highlight Highlight Vielleicht weil die Leute nicht Billigschund wollen sondern eher gesündere, fairer produzierte Sachen?
  • Cpt. Jeppesen 13.02.2020 07:28
    Highlight Highlight Was in dem Artikel kaum oder gar nicht angesprochen wird ist, in der Schweiz stagnieren die Löhne in vielen Branchen seit 2005 ebenfalls. Jedoch der Umtauschkurs Franken zu Euro hat sich massiv verändert.

    Es wird schon so sein, dass in den umliegenden Ländern die Dinge teurer wurden. Dort sind aber auch die Löhne entsprechend gestiegen. Trotzdem sind z.B. Medikamente in der EU günstiger als hier. Beispiel Ibuprophen:
    Hier kosten 10 Tabletten CHF 9.
    In DE kosten 50 Tabletten Euro 15.

    Der Besuch eines Supermarkts oder Restaurants in der EU ist ebenfalls ein Aha-Erlebnis.
    • Hamudi Dudi 13.02.2020 08:23
      Highlight Highlight Ein krasses Aha-Erlebnis ist auch der Besuch einer Apotheke in GB. Den Briten sei Dank komme ich z.T. relativ günstig durch die Pollensaison.
    • f303 13.02.2020 08:45
      Highlight Highlight Das die Löhne in den umliegenden Ländern im Gegensatz zu hier steigen, stimmt so nicht ganz. Im Gesamten Euroraum stagnieren die Löhne seit der Finanzkrise 2007 ebenfalls. Die Wiedergenesung wurde gerade im Detailhandel in D stark auf dem Rücken der Angestellten ausgetragen. Die Löhne in der Migros steigen hingegen leicht aber kontinuierlich durch das Qualisystem an.

      Was im Preisvergleich nicht klar wird: Die Preissteigerung in der EU kommt von einem extrem niedrigen Level. Die Senkung in CH hingegen von einem sehr hohen. Der Effekt führt also nur zur Angleichung. Wurde die MwSt. bereinigt?
    • sealeane 13.02.2020 08:49
      Highlight Highlight @Jeppesen kenneujetzt nicht die aktuellen zahlen aber gerade deutschland hat punkto Lohn einen schlechten Ruf in Europa. Stichwort Ex-"Exportweltmeister" und so... ist bekantlich mit ein Grund für die Kriese des Euro und deren Staaten. Ich weis zwar das si isch i manchen Jobs wie Gsundheitswesen wieder etwas mhr bezahlen aber allgemein wären mir da keine Zahlen bekannt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • The fine Laird 13.02.2020 06:59
    Highlight Highlight Mir kommen als Migros-Chind die Tränen...

    Migros machte 2018 einen Reingewinn von 475 Millionen Franken. 475 Millionen!

    Starten wir eine Crowdfunding Kampagne?
    • Lord_ICO 13.02.2020 16:04
      Highlight Highlight Das müsste man dann halt in den Kontext des gesamten Umsatzes stellen. Bei 30 Milliarden Umsatz ist das gerade mal eine Marge von etwa 1,5% da braucht es nicht viel und du bist im nächsten Jahr in den Roten.
  • Blitzesammler 13.02.2020 06:48
    Highlight Highlight na, ja... ich finde es nicht schlimm, wenn die Migros statt 100'000'000.- nur 95'000'000 Gewinn im Jahr macht.
    • dan2016 13.02.2020 16:42
      Highlight Highlight wenn Du wirklich Blitze sammeln möchtest, müsstest Du mit Wirtschaftskompetenz glänzen. Und dann hättest Du schreiben müssen, die Migros macht extreme gefährlich tiefe Gewinne und hat, sofern sich das nicht ändert, sehr rasch ein verdammt riesiges Problem. So aber bekommst Du viele Herzen von Leuten, die Denken, Gewinne gibts weil böse Mänätscher die Mitarbeiter auspressen.
    • Blitzesammler 14.02.2020 06:22
      Highlight Highlight scheibe...!! du hast recht🙄 Muss mir unbedingt mehr Mühe geben, sorry👍 Aber es ist schon noch schön, einmal nicht das Arsch zu sein😇
  • SD1980 13.02.2020 06:44
    Highlight Highlight Berücksichtigen diese Preise auch die Veränderung von Packungsgrössen wie zum Beispiel Coca Cola: 50ml weniger bei gleichem Preis sind eine Erhöhung von 10%
  • Digitalrookie 13.02.2020 06:28
    Highlight Highlight Jemand, der wie ich mit sehr wenig Geld auskommen muss, kann es sich gar nicht leisten, bei Migros oder Coop einzukaufen. Da lobe ich mir die deutschen Discounter, deren Qualität bei den Eigenmarken jener Schweizer Konkurrenz in nichts nachsteht, ja manchmal sogar deutlich besser ist. Schade nur, dass der immense Preisdruck zu Lasten des Personals geht.
    • Frausowieso 13.02.2020 07:30
      Highlight Highlight Nicht nur zu Lasten des Personals, sondern auch der Umwelt, Tiere und Produzenten. Man muss sich einfach bewusst sein, dass der Preis für ein Lebensmittel immer gezahlt werden muss. Wenn man als Endverbraucher keinen angemessenen Preis bezahlt, dann wird gnadenlos an anderen Stellen eingespart. Man sieht ja bei der Fleischproduktion sehr gut, wie die Produktion "optimiert" wurde und was das für die Tiere bedeutet. Billig und fair passen nie zusammen.
    • Holunderblütensirup 13.02.2020 08:15
      Highlight Highlight Ich frage mich nur ob Lidl und Aldi-Prdukte einen höheren Qualitätsstandard haben als bspw prix garantie, oder M-Budget Produkte. Denn da sind die Preise praktisch überall identisch. Siehe auch folgenden Artikel https://www.blick.ch/news/wirtschaft/blick-macht-den-preisvergleich-die-unterschiede-muss-man-mit-der-lupe-suchen-id15177750.html
    • sealeane 13.02.2020 08:37
      Highlight Highlight Naja das stimmt leider nur bedingt. Wenn sie etwas auf aktionen schauen ist Migros bei vielen Produkten nicht wesentlich teurer. Und die Qualität leidet teilweise sehr wohl. Bei Aldi und co. hat es deutlich mehr künstliche Aromen etc. in den lebensmitteln. Aber gerade bei Gemüse und co. ist meiner meinung Nach ein deutlicher PreisUnterschied sichtbar und wird von Kassensturz auch immer wieder gezeigt. Ich bin aber kein Fan von dem vergleich da teilweise Äpfel mit Birnen verglichen wird Stichwort Herstellungsort der bei Migros co. öfters in der Schweiz liegt bei Aldi eben nicht (mit Ausnahmen).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schneider Alex 13.02.2020 05:38
    Highlight Highlight So wie Migros und Coop vor Jahrzehnten der Schreck der unabhängigen Detailhändler waren, so sind Aldi und Lidl heute die harten Konkurrenten der beiden Kolosse. Ihre Discountpreise sind zum grössten Teil auf ihr Logistik-, Laden- und Sortimentskonzept zurückzuführen. Ihre Strategie ist effizient und klar auf die Hauptbedürfnisse der Kunden ausgerichtet. Migros und Coop haben sich im Lauf der Zeit einen grossen Rucksack an Fixkosten mit den vielen Einkaufszentren mit ihrer tiefen Flächenproduktivität und dem riesige Sortiment mit den hohen Bewirtschaftungskosten aufgeladen.
    • Glatttaler 13.02.2020 08:10
      Highlight Highlight Dazu kommt immer schlechtere Qualität, speziell bei Früchten und Gemüse, zu gestiegenen Preisen...
    • SunTzu 13.02.2020 12:41
      Highlight Highlight Aber Früchte und Gemüse wie Dörrbohnen!!! sind dafür "marktfrisch".
    • mrmikech 13.02.2020 13:01
      Highlight Highlight @Frausowieso: Lidl produziert vieles selber, dort gibt es also weniger zwischenhandel, ergo grössere gewinnmarge bei tiefere preise.

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