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Kiabi: Diese Billig-Kleiderkette plant 30 Filialen in der Schweiz

The Frenc fashion chain Kiabi in the city center of Brussels, Belgium, JAN 27, 2025
Die französische Modekette Kiabi trumpft mit tiefen Preisen auf.Bild: imago

Diese Billig-Kleiderkette plant 30 Filialen in der Schweiz

Als ob Zalando, Shein und Co. nicht genug wären: Nun erhalten die hiesigen Modehändler zusätzliche Konkurrenz in den Einkaufsstrassen.
10.05.2026, 07:2610.05.2026, 07:26
Benjamin Weinmann
Benjamin Weinmann

Sommerliche T-Shirts für 10 Franken, Business-Blazer für 37 Franken, Pyjama-Sets für 23 Franken. Die französische Modekette Kiabi trumpft mit tiefen Preisen auf. Und nun soll auch die Kundschaft in der Schweiz zur Erfolgsstory beitragen.

Vor wenigen Tagen wagte Kiabi den Markteintritt gleich mit zwei Filialeröffnungen in Freiburg und in Neuenburg. Dabei soll es nicht bleiben, wie Kiabi-Europachefin Agnès Nikitsky gegenüber CH Media verkündet:

«Wir sehen ein Potenzial von rund 30 Filialen in der gesamten Schweiz.»

Das Sortiment umfasst Artikel für Damen, Herren, Jugendliche, Kinder und Babys. Offensichtlich ist, dass die Kleider farbenfroh sind.

Gegründet wurde Kiabi 1978 im Norden Frankreichs von Patrick Mulliez, dem Sohn des Unternehmers Gérard Mulliez, der die Supermarktkette Auchan ins Leben rief. Eigentümerin von Kiabi ist die Mulliez-Familienholding. Zuletzt generierte die Günstig-Mode in 24 Ländern einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro – ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kiabi zählt über 10'000 Angestellte, unter anderem in Europa, Südamerika und im Nahen Osten.

Negative Folgen für Umwelt und Hersteller

Das Unternehmen verfolgt eine Fast-Fashion-Strategie mit rasch wechselnden Sortimenten, wie Zara und andere Mode-Ketten. Dieser Ansatz wird regelmässig von Arbeitsrechts- und Umweltorganisationen kritisiert. Einerseits, weil die billigen Kleider für grosse Müllberge sorgen. Andererseits, weil sich der Preisdruck negativ auf die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern in Asien auswirkt.

Zunächst werde man sich auf die Romandie konzentrieren, sagt Nikitsky. Danach sei aber auch eine Expansion in die Deutschschweiz geplant. Zudem habe man bereits einen Onlineshop lanciert, der für alle Landesregionen zugänglich sei.

Allerdings ist der hiesige Günstig-Mode-Markt bereits hart umkämpft. Gemessen an der Anzahl Filialen ist die Schweizer Kette Chicorée mit rund 185 Standorten die Nummer 1. Dahinter tummeln sich Händler wie C&A mit rund 90 und H&M mit etwa 80 Filialen.

Diese spüren allesamt seit Jahren den Einkaufstourismus aufgrund des starken Frankens. Insbesondere aber setzt die Onlinekonkurrenz dem stationären Geschäft zu. So liegt umsatzmässig Zalando hierzulande an erster Stelle, gefolgt von H&M, Manor und C&A, wie Zahlen des Marktforschungsunternehmens Gfk aus dem Jahr 2024 zeigen.

Schmerzhaft ist aber auch die neue Konkurrenz aus China, namentlich der Onlinehändler Shein, mit dessen Ultrabillig-Preisen kaum ein physisches Geschäft, das Personal- und Mietkosten bezahlen muss, mithalten kann. Generierte der Schweizer Modemarkt laut Gfk im Jahr 2014 noch 9,6 Milliarden Franken, so waren es 2024 nur 7,4 Milliarden Franken.

Kiabi scheint dies egal zu sein: Nikitsky spricht von einem Angebot für die ganze Familie und alle Körperformen mit modischen und qualitativ guten Produkten zu günstigen Preisen. Dieses Konzept passe gut in die Schweiz. «Ausserdem wissen wir, dass bereits zahlreiche Schweizer Kundinnen und Kunden in unseren grenznahen Filialen einkaufen», sagt Nikitsky.

Decathlon, Müller, Action und Co.

Gegenüber der Freiburger Zeitung «La Liberté» kündigt Kiabi an, bis 2030 neun Filialen in der Westschweiz eröffnen zu wollen. Der Schweizer Länderchef Pierre-Gilles Botherel räumt ein, dass die hiesigen Preise über jenen in Frankreich liegen.

Dass die einst in den Hintergrund gerückte «Geiz ist geil»-Mentalität bei der Kundschaft wieder Hochkonjunktur geniesst, zeigen die Expansionspläne anderer ausländischer Billiganbieter, wie der niederländischen Discountkette Action, dem deutschen Drogerieriesen Müller oder der französischen Sportkette Decathlon. Auch der Schweizer Mode-Discounter Chicorée hat Ausbaupläne: Dieses Jahr sind fünf Neueröffnungen geplant.

Die grosse Schnäppchen-Show ist also in vollem Gang. Dies überrascht insofern nicht, als viele Haushalte mit steigenden Mietzinsen, explodierenden Krankenkassenprämien und ausbleibenden Inflationszahlungen ihres Arbeitgebers konfrontiert sind. (bzbasel.ch)

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79 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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The Real Tonald Dump
10.05.2026 08:55registriert März 2025
Ein Problem sehe ich in der ständig abnehmenden Qualität bei vermeintlichen Markenklamotten. Wenn ich die Nähte, Materialien und Schnitte der neuen Brand-Klamotten mit denen meiner teils 20+ Jahre alten Cheapo-Shirts und Pullover sehe, welche ständig gewaschen und getragen wurden, dann sehe ich wirklich nicht ein, warum ich heute für ein Sportshirt 50+ Stutz zahlen soll, welches kaum noch länger hält als das Polyester-Shirt für 10 Stutz im Discounter. Und nur um ein Label aufm Shirt zu rocken und als lebende Reklame rumzulaufen ist mir die Extra-Kohle schlicht zu schade.
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Sünneli31
10.05.2026 09:14registriert Mai 2018
Ich kenne Kiabi nicht, aber z.B. die Qualität von Artikeln bei Decathlon (nicht nur Kleider), ist meistens so gut, dass ich diese zum tiefen Preis lange tragen/brauchen kann. Teure Markenware ist dann nicht nötig. Das Problem sind ja nicht nur die Fast-Fashion Läden sondern die Konsumenten. Ein Shirt von H&M kann ich jahrelang tragen, auch wenn das Sortiment alle paar Wochen wechselt. Da geht es um mein Konsumverhalten und meine Einstellung - nichts anderes. Die Überproduktion der Ware und damit die Kleiderabfallberge sind doch das Hauptproblem.
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Mia Mey
10.05.2026 08:03registriert Januar 2016
Brauchts das wirklich? Da müssen wir über eine 10 Millionen Schweiz abstimmen wegen Nachhaltigkeit, Platz und so, aber was „Geld“ bringt soll kommen?
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