Wirtschaft
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Kritik an Bachelor-Studenten: Hat die Schweiz das Bologna-System nicht verstanden?

Laut einer Studie sind viele Arbeitgeber in Deutschland unzufrieden mit akademisch ausgebildeten Mitarbeitern. SP-Nationalrat Rudolf Strahm sieht das Problem bei der universitären Ausbildung. Personalmanagement-Experte Matthias Mölleney sagt: Wir haben das Bologna-System nicht verstanden.



Studenten haben immer frei, trinken gerne einen über den Durst und haben keine Ahnung vom realen Arbeitsleben. Dies sind gängige Meinungen über die «Bildungselite» der Schweiz. Letzteres scheint eine Umfrage in Deutschland zu bestätigen: Viele Arbeitgeber sind nicht zufrieden mit ihren Angestellten mit universitärem Abschluss.

2011 gaben 63 Prozent der befragten Unternehmen an, ihre studierten Arbeitnehmer hätten ihre Erwartungen erfüllt. 2014 sahen dies nur noch 47 Prozent so, sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Es scheint so, als ob die Bologna-Reform doch nicht den versprochenen Erfolg mit sich brachte. Viele Studenten haben nach wie vor Mühe, einen festen Arbeitsplatz zu finden und werden oft nur als Praktikanten angestellt. 

Geistes- und Sozialwissenschaftler haben's am schwierigsten

Former National Councillor and national price supervisor Rudolf Strahm standing at the entrance to the Federal Palace in Berne, Switzerland, pictured on May 6, 2011. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Rudolf Strahm war Preisüberwacher und Nationalrat für die SP. Heute setzt er sich für die Berufslehre ein. Bild: KEYSTONE

Der Grund dafür ist laut dem ehemaligen SP-Nationalrat Rudolf Strahm klar: «Ein Bachelor-Abschluss an einer Universitären Hochschule ist meist nicht arbeitsbefähigend.» Strahm setzte sich in seinem Buch «Die Akademisierungsfalle» unter anderem mit dem Problem der Theorielastigkeit von Universitären Hochschulen auseinander.

Man müsse allerdings differenzieren: «Praxisorientiertere Studienfächer wie Medizin und Jura sowie technische Studiengänge versprechen rasch gute Chancen auf einen festen Arbeitsplatz, grosse Mühe haben Absolventen von geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern», so Strahm weiter.

Anders ist dies laut Strahm bei Fachhochschulen: Sogar mit einem Bachelor-Abschluss an einer Fachhochschule – mit Ausnahme der Hochschulen der Künste – habe man grössere Chancen auf einen festen Arbeitsplatz, als mit einem Master-Abschluss an einer universitären Hochschule.

Werden sich also viele Studenten mit den Problemen bei der Arbeitssuche abfinden müssen?

Matthias Mölleney

Matthias Mölleney ist Leiter des Centers for Human Resources Management and Leadership an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ). screenshot peopleXpert.ch

Nein, meint Matthias Mölleney, Experte für Personalmanagement. Das Problem sei, dass die Studenten die Chancen, die ihnen die Bologna-Reform gegenüber dem vorherigen Lizsystem bieten, nicht nutzen würden:

«Die Bologna-Reform sollte eigentlich die beiden Studiengänge Bachelor und Master trennen, damit die Studenten dazwischen erste Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln können. Leider wird dies nicht genutzt und viele Studenten wollen ihr Studium so schnell wie möglich hinter sich bringen.»

Matthias Mölleney, personalmanagement-experte

Dies sei ein schwerer Fehler: «Wir müssen wegkommen vom Gedanken, dass wir mit 25 ausgelernt haben und dann den Rest unseres Lebens arbeiten. Der ideale Weg ist, kontinuierlich zu lernen und gleichzeitig zu arbeiten.» Ein Bachelor-Student solle also während seines Studium erste Arbeitserfahrungen sammeln und nach dem Abschluss drei bis vier Jahre echte Verantwortung in der Arbeitswelt übernehmen. Erst dann sollte er oder sie mit dem Master beginnen. «So kann man seine Berufsaussichten nach dem Master deutlich verbessern», so Mölleney.

Sind auch Schweizer Arbeitnehmer unzufrieden?

Die ABB Schweiz habe bisher nur gute Erfahrungen mit Uni-Absolventen gemacht. «ABB Schweiz ist auf hervorragend ausgebildete Berufsleute sowie Hochschulabsolventen angewiesen», sagt Mediensprecher Markus Gamper. «Oftmals bringen Studierende frischen Wind in die Abteilung. Eine gewisse Einarbeitungsphase in vorhandene Arbeitsprozesse und die Kultur am Arbeitsplatz gehören dazu.»

Deshalb betreibt ABB Schweiz sogenannte «Traineeships», also etwas ähnliches wie Praktika. «Wir bieten Studierenden (auch während laufendem Studium und vor Bachelor-Abschluss) Praktika an, welche oftmals die Chance auf eine Weiterbeschäftigung bei ABB Schweiz mit sich bringen», so Gamper weiter.

«Durchwegs positive Rückmeldungen»

Auch die UBS nimmt Studenten unter ihre Fittiche. «Rund 250 Studierende absolvieren jedes Jahr ein 6-monatiges Internship oder ein 10-wöchiges Summer Internship bei UBS, in welchem Erfahrungen in mehreren Abteilungen der Bank gesammelt werden können», so Mediensprecherin Eveline Müller Eichenberger.

Hier seien solche «junge Talente» sehr geschätzt: «Wir erhalten sehr viele positive Rückmeldungen zu unseren jungen Talenten. Unsere Trainees sind nach Absolvieren der Programme optimal für den Übertritt in spannende und verantwortungsvolle Positionen vorbereitet.»

Der Pharmakonzern Novartis kann die Resultate der Studie ebenfalls nicht bestätigen. «Grundsätzlich stellt sich das in der Studie angesprochene Problem für Novartis jedoch nicht, da wir als sehr attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden und entsprechend aus vielen Bewerbungen die besten Talente auswählen können», sagt Mediensprecher Satoshi Jean-Paul Sugimoto.

Studenten der Universitaet Zuerich, aufgenommen am Freitag, 21. September 2012, in Zuerich. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Rumhängen während des Studiums? Das kommt für die meisten nicht in Frage. Bild: KEYSTONE

Die meisten Studenten versuchen, während des Studiums zu arbeiten

Die Universität Zürich nimmt Stellung zu den Vorwürfen, ihre Studenten bis zur Arbeitsunfähigkeit zu akademisieren: «Die akademische Bildung an der UZH befähigt die Studierenden, Probleme zu erfassen, diese zu lösen und leitet sie zu eigenständigem Denken und Handeln an. Damit fördert die UZH neugierige, kritikfähige und verantwortungsbewusste Menschen, was für ein erfolgreiches Berufsleben grundlegend ist», so Nathalie Huber, Mediensprecherin der UZH. 

Huber will aber eines klarstellen: «Es ist die Aufgabe der Universität Zürich, die Studierenden wissenschaftlich zu bilden.» Den Eintritt in die Arbeitswelt muss sich jeder Student individuell verschaffen, zum Beispiel über Praktika oder mit Teilzeit-Stellen. Laut einer Umfrage des Bundesamtes für Statistik sammeln 70 Prozent aller Schweizer Studenten während ihres Bachelor-Studiums so Berufserfahrung.

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    Alle Leser-Kommentare
  • dGehrig 18.05.2015 20:44
    Highlight Highlight Was es tatsächlich bräuchte, ist eine Aufwertung der Niedriglohn-Branchen. Dadurch könnte man sich auch verstärkt darauf konzentrieren, wo die eigenen Fähigkeiten liegen, ohne schon als Kind daran denken zu müssen, welchen Beruf künftig wohl am meisten einrbingt.
    Dies würde alle Bildungswege stärken.
  • CreatorsWolf 18.05.2015 16:19
    Highlight Highlight In 10 Jahren werden wir Arbeitskräfte brauchen für Berufe, welche es heute noch gar nicht gibt.
  • CreatorsWolf 18.05.2015 16:16
    Highlight Highlight Eine Ausbildung, welche von der Wirtschaft gefordert wird passt nur in die Wirtschaft zu diesem Zeitpunkt. Sobald sich aber die Gegebenheiten ändern braucht es breite Ausbildungen. In unserer schnelllebigen Welt sollten wie bei der Ausbildung nicht an heute, sondern an die Zukunft denken...
  • skap 18.05.2015 15:47
    Highlight Highlight Leider wird heute Bildung mit Ausbildung gleichgesetzt. Ich habe aber mein Studium (gehört zu den Sozialwissenschaften) nicht gewählt, um einfach nach dem Abschluss als Humankapital möglichst gut verwertbar für die Privatwirtschaft zu sein.
  • mrgoku 18.05.2015 14:23
    Highlight Highlight Lehre -> Marketingfachmann -> dabei immer gearbeitet zu 100%... tolles Feedback jeweils von den Unternehmen bei Gesprächen. Von 5 Bewerbung führen ca. 3 zu einer Einladung. Beste Variante für einen guten Mix aus Theorie und Praxis... in 3-4 Jahren dann den Marketingleiter... dann wann genügend Erfahrung da ist...vorher bringt es null!

    hätte am liebsten auch mit 25 Jahren alles hinter mir und ein Wunschgehalt von 10k wie all diese bandwagon "studenten". So denken heute leider alle.... aber funktionieren tut es nicht.
    • The IT Guy 18.05.2015 19:46
      Highlight Highlight "immer gearbeitet zu 100%" dies wäre bei meinem Studium praktisch nicht einmal bei Teilzeit möglich... Vielleicht sollte ich zu den Wirtschatflern wechseln, die habens wohl wirklich am lockersten und werden dann dazu noch überbezahlt!

      Grüsse von der Hochschule für Technik
    • The IT Guy 19.05.2015 07:47
      Highlight Highlight Oh der Kommentar ist eigentlich an @kettcar gerichtet sorry, ihr habt ja fast das gleiche geschrieben, da bin ich verrutscht..! ;)
  • kettcar #lina4weindoch 18.05.2015 14:00
    Highlight Highlight Ich studiere berufsbegleitend an der FFHS Betriebsökonomie. Als Ergänzung zu meiner Berufsbildung hat sich das Studium als perfekt erwiesen. Ich arbeite nebenbei 100% und konnte schon vor Abschluss meines Bachelors von der Ausbildung profitieren. Durch mein laufendes Studium gepaart mit meiner Berufserfahrung habe ich problemlos eine Stelle mit Führungsverantwortung gekriegt.
    • mrgoku 18.05.2015 15:33
      Highlight Highlight die FFHS habe ich mir auch schon angeschaut... weil man doch noch zu geld kommt *g*

      wie ist das so? können sie bereits ein feedback abgeben? :)
      Betriebsöko mit vertiefung marketing&communications wäre noch was
    • HerrGerold 18.05.2015 16:56
      Highlight Highlight 100% arbeiten neben dem Bachelor? Im ernst jetzt? Wenn das stimmt dann Chapeau! Oder geht der Bachelor bei der FFHS 5 Jahre xD
    • kettcar #lina4weindoch 18.05.2015 20:20
      Highlight Highlight @HerrGerold: 4,5 Jahre (9 Semester). Ich habe mir noch ein halbes Jahr mit Vorkursen gegönnt.
      @droelfmalbumst: Ich bin gut damit gefahren. Die Schule geht von 20% Präsenzstudium und 80% Selbststudium aus. Das heisst dann konkret: Jeden zweiten Samstag (oder jeden Montagabend) Präsenzunterricht und den Rest schaut man zuhause an. Je nach dem, wie "ring" man lernt und was für Noten man anstrebt, kommt man auch mit 20% Präsenzunterricht und einer Woche Vollgas vor den Prüfungen durch. Es gibt allerdings schon auch die, die etwa pro Woche noch ein Tag zwei Zuhause investieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • weisse Giraffe 18.05.2015 13:48
    Highlight Highlight *seufz* Manche Klischees werden nicht wahrer, wenn man die regelmässig wiederholt. Geistes- und Sozialwissenschaftler sind alles andere als Unnütz für eine langfristig erfolgreiche Wirtschaft und ich würde die gewagte These in den Raum werfen, dass jene Firmen eine glänzende Zukunft haben, die dieses Potential für sich abrufen können.

    Die Fehlannahme ist, dass man in einem solchen Studium nichts "nützliches" lernt, weil die Studieninhalte oft nicht direkt praxisrelevant sind. Was man aber in jedem geistes- und sozialwissenschaftlichen Studium lernt, ist ein variables und doch wissenschaftlich rigoroses Arsenal an Methoden und Herangehensweisen an Unbekanntes.

    Im Gegensatz zu den direkten Studieninhalten sind diese Methoden an jeden Kontext anpassbar und anwendbar. Damit entsteht eine flexible, formbare Reserve an Arbeitnehmenden, die man mit vergleichsweise wenig Zusatzaufwand überall einsetzen kann und die sich schnell neues Wissen aneignen könnne. Man kann diese Leute mit diesen Methoden somit sehr schnell und effizient auf neue Situationen loslassen.

    Klar entsteht daraus nicht unmittelbar ein neues Produkt, weil die Methoden für Umfeldanalysen, Zusammenhänge, gesellschaftliche Dynamiken, Kundenwünsche, Firmenklima, Marktpotential etc. nützlich sind, die man anschliessend in die Produktgestaltung einfliessen lassen kann.

    Wer glaubt, da wäre kein komparativer Vorteil dahinter, der braucht nur mal Software zu nutzen, die zwar alle quantifizierbaren Ingenieursrequirements perfekt erfüllt... aber die so nutzerunfreundlich ist, dass man sie am liebsten nach 2 Minuten an die Wand klatschen würde.

    In einer immer komplexeren und schneller werdenden Welt braucht ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen mehr als nur gute Ingenieure - sie brauchen *zusätzlich* Leute, die Methoden haben, mit deren Hilfe den wandelnden Kontext lesen, mit den Ingenieuren zusammenarbeiten und ihnen den Rücken freihalten können. Brückenbauer, Kreativköpfe, Organisatoren...

    Aber vielleicht ist es dafür einfach noch zu früh und es müssen noch ein paar Dinosaurier mehr untergehen.
    • Bowell 18.05.2015 15:22
      Highlight Highlight Stimme Dir grundsätzlich zu, aber es ist auch immer eine Frage der Quantität. Die Uni muss die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes befriedigen. Es macht keinen Sinn nur GES-ler auszubilden und dafür keine Spezialisten zu haben.
    • philipp meier 20.05.2015 22:49
      Highlight Highlight Danke für deinen Kommentar @weisse giraffe http://wat.is/-6cgmnNyC
  • pun 18.05.2015 12:58
    Highlight Highlight "Ein Bachelor-Student solle also während seines Studium erste Arbeitserfahrungen sammeln und nach dem Abschluss drei bis vier Jahre echte Verantwortung in der Arbeitswelt übernehmen. Erst dann sollte er oder sie mit dem Master beginnen."
    Haha, wie denn, wenn man als Bachelor-Absolvent keine Stelle findet und der Masterabschluss für viele Studiengänge erst befähigt?
    • Leo Helfenberger 18.05.2015 13:42
      Highlight Highlight Gemeint ist, dass es schwer ist einen festen Arbeitsplatz zu finden. Zeitlich begrenzte Praktika oder Trainees werden zum Teil speziell für Bachelor-Absolventen angeboten.
    • Gigle 18.05.2015 15:28
      Highlight Highlight Ich frage mich auch wie man das ganze finanzieren soll...
    • skap 18.05.2015 15:55
      Highlight Highlight @Leo tönt theoretisch vielleicht gut, aber wie sollte man sich so etwas finanzieren? Nicht alle bekommen beispielsweise von den Eltern finanzielle Unterstützung. Ich glaube kaum, dass ich mit einem Praktika-Lohn über die Runden komme.
    Weitere Antworten anzeigen
  • elivi 18.05.2015 12:55
    Highlight Highlight Lol, der titel dieses artikels meint die schweiz hat probleme dabei gings um ne deutsche studie und grosse schweizer unternehmen wiedersprechen der studie.
    also ich und mein akademischer abschluss denken der titel is irreführend
    • sonwat 18.05.2015 14:44
      Highlight Highlight * mein akademischer abschluss und ich
      :P
  • Bowell 18.05.2015 12:20
    Highlight Highlight Der Arbeitsmarkt verlangt teilweise einen Masterabschluss um studienrelevant arbeiten zu können. Ich habe während meinem Studium gearbeitet, aber nicht in der Branche, in der ich meine universitäre Ausbildung abgeschlossen habe. Warum? Es war (beinahe) unmöglich ein Industrie-Praktikum zu erhalten ohne Masterdiplom. Das ist aber von Studiengang zu Studiengang extrem unterschiedlich.

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