Wirtschaft
Schweiz

Nach On-Entscheid: «Auslegung widerspricht der Swissness-Gesetzgebung»

Nationalrat David Roth, SP-LU, spricht waehrend der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 19. Maerz 2026 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Nationalrat David Roth will den Gebrauch beim Schweizer Kreuz wieder einschränken.Bild: anthony anex/keystone

Nach On-Entscheid: «Auslegung widerspricht der Swissness-Gesetzgebung»

Wo Schweiz draufsteht, sollte Schweiz drin sein. Dieser Grundsatz wurde aufgeweicht. Nun wird die Politik aktiv.
26.03.2026, 22:3226.03.2026, 22:37
Florence Vuichard / ch media

Die Behörden lockern die Zügel: Neu dürfen auch Produkte mit dem Schweizer Kreuz werben, welche im Ausland hergestellt wurden. So will es das zuständige Institut für Geistiges Eigentum (IGE). Nach der Klage gegen den Gebrauch des Schweizer Kreuzes auf in Vietnam gefertigten On-Turnschuhen hat das Amt eine neue Standortbestimmung vorgenommen und in der Folge die Regeln neu ausgelegt (watson berichtete). Grosszügiger als bis anhin.

Wird das Schweizer Kreuz zwischen zwei Wörtern wie «Swiss» und «Engineering» platziert, liest das Publikum das Ganze als eine einheitliche Aussage, wie es der IGE-Jurist Alexander Pfister gegenüber CH Media formuliert. Folglich werde das Schweizer Kreuz «nicht isoliert als Hinweis auf ein in der Schweiz hergestelltes Produkt» verstanden. Oder anders gesagt: On darf das Schweizer Kreuz für die im Ausland hergestellten Turnschuhe weiter verwenden.

Clothing Companies In Poland On shoes are seen at the store in Krakow, Poland on June 16, 2025. Krakow Poland PUBLICATIONxNOTxINxFRA Copyright: xJakubxPorzyckix originalFilename: porzycki-clothing2506 ...
Die Turnschuhmarke On hat die Diskussion ums Schweizer Kreuz neu lanciert.Bild: Jakub Porzycki/Imago-Images

Das überzeugt den SP-Nationalrat David Roth nicht. «Diese Änderung beruht ausschliesslich auf einer Auslegungspräzisierung des IGE, nicht auf einer Anpassung des Gesetzes selbst», sagt der Politiker. Und die neue Auslegung widerspreche «dem Sinn und Zweck» der Swissness-Gesetzgebung, die seit 2017 in Kraft ist und den Missbrauch der Marke «Schweiz» verhindern soll.

Roth will nun dieser Lockerung politisch einen Riegel schieben und hat eine parlamentarische Initiative ausgearbeitet, die er in der nächsten Session einreichen wird. Konkret will Roth das Markenschutzgesetz um einen Artikel ergänzen. Dieser soll sicherstellen, dass das Schweizer Kreuz nur auf Produkten verwendet werden darf, die alle im Gesetz aufgelisteten Bedingungen erfüllen. Die Verwendung des Schweizer Kreuzes in Verbindung mit Angaben über in der Schweiz erbrachte Teilleistungen wie Forschung, Entwicklung, Konstruktion oder Gestaltung wird damit explizit verboten.

«Das Kreuz ist ein Versprechen.»
Adrian Steiner, Thermoplan-Chef

Roth will mit seinem Vorstoss nicht die Swissness-Gesetzgebung neu verhandeln, sondern nur mit einer «minimalen, punktuellen Anpassung des Markenschutzgesetzes» klarstellen, dass das Schweizer Kreuz – auch in Kombination mit teilweisen Herkunftshinweisen – nur dann verwendet werden darf, wenn sämtliche gesetzliche Kriterien für die Herkunftsbezeichnung «Schweiz» erfüllt sind.

Der Vorstoss dürfte all jene Unternehmer freuen, die bewusst hierzulande produzieren, um mit dem Schweizer Kreuz werben zu können. Etwa Adrian Steiner, den Chef des Kaffeemaschinen-Produzenten Thermoplan: «Das Kreuz ist ein Versprechen, es ist zu Recht an Hürden gebunden», sagte er diese Woche gegenüber CH Media.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Billigst-Spielzeug von Temu und Shein im Labor untersucht
1 / 11
Billigst-Spielzeug von Temu und Shein im Labor untersucht
Ein Stoff-Spielzeug (mit weicher Füllung) aus China, bestellt über die Temu-App. Dieses Produkt sehen die Fachleute als besonders problematisch ...
quelle: schweizer spielwaren verband (svs)
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Kann mir wegen zu lautem Sex gekündigt werden?» – Interview mit dem Mietrechtsexperten
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
16 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Gulasch
26.03.2026 22:57registriert März 2014
Vor allem will man ja On-Schuhe gar nicht mir der Schweiz assoziieren, die Schuhe sind von der Qualität her so mies, die will man nicht als "Werbeträger" !
501
Melden
Zum Kommentar
avatar
Laborant
26.03.2026 22:44registriert November 2019
Wer das Schweizerkreuz auf sein Produkt malen will, soll gefälligst auch in der Schweiz produzieren.

Von mir aus darf das gerne auch in EU-Verträge und Freihandelsabkommen mit anderen Ländern reingehen, dass das auch International durchgesetzt werden kann.
463
Melden
Zum Kommentar
avatar
SirJoe
26.03.2026 23:00registriert Juli 2015
Diese Forderung finde ich absolut korrekt. So werden, leider offensichtliche Lücken, geschlossen, die Gesetzgebung so gehandhabt wie eigentlich angedacht und Produzenten geschützt, welche sich bereits jetzt daran gehalten haben.
Zudem werden Konsumenten weniger in die Irre geführt.
411
Melden
Zum Kommentar
16
Glarner Kantonspolizei gibt Fehler bei Geschwindigkeitskontrolle zu
Die Kantonspolizei Glarus hat am Donnerstag Resultate einer internen Untersuchung zu umstrittenen Geschwindigkeitskontrollen am Kerenzerberg veröffentlicht. Sie räumt «handwerkliche und organisatorische» Schwächen bei der Polizeiarbeit ein.
Zur Story