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Wer eine Drohne unter 30 Kilogramm steuern will, braucht heute weder Lizenz noch Anmeldung. Das ändert sich ab diesem Sommer. bild: shutterstock

Gegen die Anarchie am Himmel: Drohnenkurse boomen

Rekordhoch für Drohnenkurse: Wenige Monate vor der Prüfungspflicht werden den Anbietern Türen eingerannt.



Sie sind die Gadgets der letzten Jahre: Die Schweizer haben das Herumflitzen per Drohne für sich entdeckt. Sehr zur Freude verschiedener Kursanbieter, die nun Rekordzahlen schreiben: «Gegenüber 2018 haben letztes Jahr 35 Prozent mehr Personen an unseren Kursen teilgenommen», sagt Roger Egolf, Leiter Training & Events vom Touringclub Schweiz TCS. Fast tausend Personen haben 2019 beim TCS gelernt, wann und wo man die Quadrocopter fliegen darf, und vor allem – wie man sie in der Luft sicher steuert.

Beim Anbieter «123-drohnenkurse.ch» ist die Nachfrage ebenfalls steigend. Gilbert Wyrsch sagt auf Anfrage: «Letztes Jahr habe ich doppelt so viele Personen gecoacht wie 2018.» Martin Schumacher der Firma «Air View» spricht seinerseits von einem Anstieg von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr: «Ich vermute, dass hat auch mit den neuen Regeln zu tun, die in der Schweiz ab Sommer gelten. Die Hobbypiloten wollen dafür parat sein.»

Fakt ist: Seit August letzten Jahres ist bekannt, dass die Schweiz die europäische Drohnenregulierung übernimmt. Ab dem ersten Juli müssen Hobby-Piloten zwingend einen E-Learning-Kurs und eine Theorieprüfung abgelegen. Wer bereits im Vorfeld einen Drohnenkurs absolviert hat, ist da natürlich im Vorteil.

Was der Test genau beinhaltet, ist noch nicht bekannt. Das Bundesamts für Zivilluftfahrt liess verlauten, es werde sich wohl um einen Multiple-Choice-Test handeln, der Themen wie den rechtlichen Aspekt, die Flugtaktik und Fragen zum Persönlichkeitsschutz behandelt. Weiter müssen ab diesem Datum alle Drohnen beim Bund registriert werden – ausser, sie wiegen weniger als 250 Gramm und haben keine Kamera integriert.

Doppelt so viele Anzeigen

Bisher herrschte im Schweizer Luftraum Wildwuchs. 2017 schätzte der Bund die Zahl für die Schweiz auf 100'000. Heute dürften es noch einige mehr sein. Wer eine Drohne unter 30 Kilogramm steuern will, braucht aktuell weder Lizenz noch Anmeldung. Die einzige Bedingung: Der Pilot muss die Drohne in Sichtweite behalten. Die unbemannten Flugobjekte werden auch nirgends erfasst. Wer am Flughafen oder über ein Schwimmbad rumkurvt, kann somit nur schwer ausfindig gemacht und zur Rechenschaft gezogen werden.

Der Umgang mit den Mini-Flugobjekten ist nicht immer einfach und risikofrei. Regelmässig machen Kollisionen oder Fastzusammenstösse mit Flugzeugen und Helikoptern Schlagzeilen. Fällt die Elektronik aus, könne es zu weiteren brenzligen Situationen kommen, sagt Egolf vom TCS: «Stellen Sie sich vor, eine 300 Gramm schwere Drohne fällt ihnen auf den Kopf. Das ist ein tödliches Geschoss. Deshalb ist es zentral, seine Drohne richtig steuern und bedienen zu können.»

Je mehr Mini-Flugobjekte den Schweizer Luftraum unsicher machen, desto höher wird auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich andere daran stören: 2019 wurden fast doppelt so viele Anzeigen wegen Drohnen eingereicht wie im Vorjahr, berichtete kürzlich die «NZZ».

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