Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Swiss-Chef Klühr rechnet mit Abbau von 1000 Stellen in zwei Jahren



Der Chef der Luftgesellschaft Swiss, Thomas Klühr, rechnet damit, dass die Swiss innerhalb von zwei Jahren rund tausend Stellen abbauen wird. Dies solle über einen Einstellungsstopp sowie Teilzeitmodelle und frühzeitige Pensionierungen erfolgen.

CEO Thomas Kluehr spricht an der Bilanzmedienkonferenz der Swiss International Air Lines, aufgenommen am Donnerstag, 16. Maerz 2017 in Kloten Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Thomas Kluehr, CEO Swiss, speaks during a press conference, Thursday, 16 March 2017, in Zuerich, Switzerland. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Der abtretende Swiss-Chef Thomas Klühr. Bild: KEYSTONE

Sofern sich die Fluktuation so entwickle wie in den vergangenen Jahren, könnten mit diesen drei Massnahmen 1000 Stellen abgebaut werden, ohne das jemand entlassen werden müsse, sagte Klühr im Interview mit der Zeitung «Schweiz am Wochenende» vom Samstag.

Die Corona-Krise hat den Flugverkehr teilweise fast komplett lahmgelegt, die Fluggesellschaften sind in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Die Lufthansa-Tochter Swiss rechnet gemäss Klühr damit, dass ihr Geschäft mittel- bis langfristig um 20 Prozent schrumpft. In diesem Fall würde der Abbau dieser tausend Stellen genügen.

Mehr Klarheit im Jahr 2021

Sollte sich die wirtschaftliche Situation jedoch nicht verbessern - insbesondere auf den Langstrecken - seien Entlassungen nicht mehr ausgeschlossen. Im ersten Quartal 2021 werde wohl klar sein, ob diese Massnahmen ausreichten oder nicht.

Die Swiss verliert gemäss ihrem abtretenden Chef im Moment täglich eineinhalb bis zwei Millionen Franken. Die zahlreichen wieder eingeführten Quarantäneregelungen des Bundes seien für die Swiss wie ein zweiter Lockdown, sagte Klühr. Wenn diese noch monatelang weiterbestünden, werde die Swiss ein ernsthaftes Problem haben. Die Luftgesellschaft könne ihre Ziele nur ohne diese Quarantäneregelungen erreichen.

Die Swiss sei daher beim Bund vorstellig geworden und hätten Tests statt Quarantäne gefordert. Die Lufthansa-Gruppe wolle dies auf einzelnen Strecken testen - auch auf einem Swiss-Kurzstreckenflug würden entsprechende Test vor dem Abflug gemacht. Der Bund habe mit Verständnis reagiert.

Thomas Klühr hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass er die Swiss Ende Jahr aus privaten Gründen verlassen werde. Der Entscheid sei bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie gefallen und hätte im März bei der Bekanntgabe der Jahresresultate kommuniziert werden sollen.

«2019 hätte mein letztes volles Jahr bei Swiss sein sollen», sagte Klühr im Interview. Aufgrund der ausserordentlichen Situation habe er aber «ein paar Monate angehängt». (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Diese Airlines sind wegen Corona gegroundet (Auswahl)

So werden Passagierflugzeuge für Frachtflüge genutzt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
ikbcse
03.10.2020 15:08registriert July 2016
Luftgesellschaft?
Das ist jetzt aber mal ein wunderschönes Wort.
250
Melden
Zum Kommentar
5

Schweizer Firma bezieht Kupfer von giftiger Schmelzerei in Namibia – mit tödlichen Folgen

Die Schweizer IXM S.A. lässt bulgarisches Kupfer mit hohem Arsengehalt in einem Schmelzwerk in Namibia verarbeiten und nimmt diesem die ganze Produktion auch wieder ab. Das giftige Arsen wird gemäss Berichten in Zuckersäcken in einer Freiluft-Deponie am Rand einer Kleinstadt gelagert.

Auf dem Wappen Tsumebs prangt der Bergarbeitergruss «Glück auf». Tsumeb, 400 Kilometer nördlich der namibischen Hauptstadt Windhoek gelegen, ist eine Bergarbeiterstadt. Seit Jahrzehnten wurden in den Minen in der Nähe verschiedene Mineralien abgebaut. Viele der Minen wurden inzwischen geschlossen. Sie waren erschöpft, die Förderung nicht mehr rentabel.

Die grosse Schmelzerei gleich neben der Stadt mit 35'000 Einwohnern ist nach wie vor in Betrieb. Eine Zugverbindung führt direkt an die …

Artikel lesen
Link zum Artikel