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Alpiq schreibt mehr als eine halbe Milliarde Verlust

«Energiewelt dramatisch verändert»: Alpiq schreibt mehr als eine halbe Milliarde Verlust

25.08.2022, 07:5325.08.2022, 07:53

Alpiq hat im ersten Halbjahr einen hohen Verlust erlitten. Dieser ist allerdings wegen der starken Turbulenzen an den Energiemärkten hauptsächlich buchhalterisch bedingt. Operativ konnte der Energiekonzern zulegen.

Antje Kanngiesser, CEO Alpiq, spricht an der Medienkonferenz ueber das Semesterergebnis 2021 am Donnerstag, 26. August 2021, in Olten. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
Alpiq-CEO Antje Kanngiesser. Bild: keystone

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine habe die Energiemärkte in den Grundfesten erschüttert, heisst es von Alpiq am Donnerstag. «Die Auswirkungen prägen den Markt in noch nie dagewesenem Ausmass. Innert weniger Monate hat sich die Energiewelt dramatisch verändert.»

Die «extremen» Preissteigerungen an den Energiemärkten hätten zu einem deutlich höheren Umsatz geführt. Der Nettoumsatz der Gruppe explodierte auf 6.0 Milliarden Franken nach 2.7 Milliarden im Vorjahr.

Gleichzeitig musste Alpiq wegen der Preisanstiege und der «aussergewöhnlichen Volatilität» deutlich höhere Sicherheitszahlungen für die abgesicherte Stromproduktion leisten. Diese Sicherheiten sind vorübergehender Natur und fliessen bei Vertragserfüllung vollständig zurück. Im Ergebnis nach dem Rechnungslegungsstandard IRFS widerspiegeln sich auch mögliche Verluste, sollte für bereits im Voraus verkauften Strom wegen Ausfällen von Kraftwerken am Markt Ersatz beschafft werden müssen. Im jetzigen Umfeld wäre das extrem teuer.

Turbulenzen halten an

Unter dem Strich blieb nach den ersten sechs Monaten daher ein Minus auf Stufe Betriebsergebnis (EBITDA) von 566 Millionen sowie ein Verlust von 592 Millionen nach einem Plus von 16 Millionen im Vorjahreszeitraum. In diesem äusserst turbulenten Umfeld sei es Alpiq gelungen, die operative Performance deutlich zu verbessern, so der Stromproduzent. Der bereinigte EBITDA erreichte im ersten Halbjahr 114 Millionen Franken nach 83 Millionen, was einem Plus von 37 Prozent entspricht.

Mit Blick in die Zukunft halten die verschiedenen Unsicherheiten indes an: «Das Damoklesschwert eines Gaslieferstopps schwebt nach wie vor über Europa und treibt die Preise weiter in die Höhe», heisst es. Für den kommenden Winter drohe eine Gasmangellage und gleichzeitig auch eine Strommangellage, weil in Frankreich zahlreiche Kernkraftwerke stillstehen.

Aufgrund einer «dynamischen» Marktentwicklung erwarte man für das Gesamtjahr 2022 eine positive Weiterentwicklung auf Stufe bereinigtes EBITDA. Allerdings unterliege das Portfolio von Alpiq weiterhin ausserordentlich starken Wertschwankungen, und die Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (STENFO) könnten möglicherweise eine negative Jahresperformance aufweisen. Daher könne das Unternehmen für das laufende Jahr nicht mit Sicherheit mit einem positiven IFRS-Reinergebnis rechnen. (sda/awp)

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