Wirtschaft
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Ueli Maurer

Bild: montage: watson / material: keystone, shutterstock

Diese «Steuerrevolution» könnte die Schweiz Milliarden kosten

Kaum ist die letzte Steuerreform verabschiedet, droht der nächste «Angriff» von G20 und OECD. Er würde das System der Firmenbesteuerung grundlegend verändern. Das Nachsehen hätten Länder wie die Schweiz.



Die Schweiz führte in Steuerfragen lange eine Art Herrenleben. Mit dem Bankgeheimnis lockte sie Steuerflüchtlinge aus aller Welt an, die ihr Geld auf hiesigen Konten «versteckten». Ausserdem köderten viele Kantone ausländische Firmen mit tiefen Steuersätzen, die durch Statusprivilegien zusätzlich gesenkt werden konnten. Die Schweiz wurde dadurch ein sehr attraktiver Standort.

Mit dieser schönen Steuerwelt ist es weitgehend vorbei. Druck aus dem Ausland – vor allem von der in Paris ansässigen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) – führte dazu, dass die Schweiz das Bankgeheimnis für ausländische Kunden aufgeben und den Automatischen Informationsaustausch (AIA) über Finanzkonten akzeptieren musste.

epa04096814 Pascal Saint-Amans, Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) Director of Tax, speaks to members of the media at a press conference during the G20 Finance Ministers and Central Bank Governors meeting in Sydney, New South Wales, Australia, 23 February 2014.  EPA/DAN HIMBRECHTS AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Pascal Saint-Amans, Leiter Steuerpolitik bei der OECD, ist für viele in der Schweiz ein Feindbild. Bild: EPA/AAP

Die verpönten Steuerprivilegien für ausländische Firmen werden ebenfalls abgeschafft, nachdem das Stimmvolk am 19. Mai eine Reform der Unternehmensbesteuerung im zweiten Anlauf angenommen hat. Nun müssen die Kantone sie umsetzen. Einige haben dies getan, andere werden folgen. Zürich stimmt am 1. September über die kantonale Vorlage ab.

Ausfälle von zehn Milliarden?

Die meisten Kantone setzen auf eine massive Senkung der Gewinnsteuern, ergänzt durch international akzeptierte Instrumente. Sie wollen verhindern, dass bislang privilegierte Unternehmen abwandern. Nun aber droht eine neue Entwicklung, die alles bisherige in den Schatten stellen und die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Schweiz schwächen dürfte.

Das Portal Swissinfo spricht von einer «Steuerrevolution». Finanzminister Ueli Maurer (SVP) sagte während der Sommersession im Nationalrat, die Pläne könnten das Schweizer Steuersystem «auf den Kopf» stellen und Bund, Kantonen und Gemeinden enorme Einbussen bescheren. Sie könnten gemäss «NZZ am Sonntag» bis zu zehn Milliarden Franken betragen.

Worum geht es?

Während die Wirtschaft zunehmend in einem globalisierten und digitalisierten Umfeld agiert, werden Steuern national erhoben. Clevere Firmen nutzen dies aus, sie verschieben ihre Gewinne an Standorte mit niedriger Besteuerung. Digitalkonzerne wie Amazon, Google und Facebook, die in nur wenigen Ländern physisch präsent sind, aber weltweit Geschäfte machen, profitieren besonders davon.

Dies ist vor allem jenen Ländern ein Dorn im Auge, in denen solche Firmen grosse Gewinne erzielen, aber kaum Steuern zahlen. Die OECD hat deshalb 2014 das Projekt «Base Erosion and Profit Shifting» (BEPS) ins Leben gerufen. Es zielt darauf ab, dass die Besteuerung dort erfolgen soll, wo Gewinne erzielt werden. «Es geht um eine Umverteilung von Steuersubstrat», sagte der für das Dossier zuständige OECD-Beamte Achim Pross im Interview mit der NZZ.

Was ist geplant?

Zwei Massnahmen stehen im Zentrum. Die eine besteht wie erwähnt darin, einen Teil der Firmengewinne nicht mehr am Haupt- oder Steuersitz, sondern in den Absatzmärkten zu besteuern. Unklar ist das Ausmass. Grosse Schwellenländer mit entsprechenden Märkten wie Indien oder Brasilien drängen auf eine möglichst weitgehende Umverteilung.

Zu den Verlierern würden kleine, offene Volkswirtschaften mit vielen Konzernhauptsitzen gehören. Die Schweiz ist dafür ein Paradebeispiel. Multinationale Firmen könnten mit dieser Reform kein Interesse mehr haben, in der Schweiz zu bleiben oder sich hier niederzulassen. Die zweite Massnahme könnte diese Entwicklung noch verstärken.

Wie sieht diese aus?

In this photo taken April 19, 2015, journalists take photos and video of the Mercedes Benz concept GLC Coupe unveiled ahead of the Auto Shanghai show in Shanghai. A Chinese regulator said Thursday, April 23, 2015 it has fined Mercedes Benz 350 million yuan ($57 million) on price-fixing charges in a wide-ranging probe of the auto industry that has prompted complaints foreign automakers are being treated unfairly. (AP Photo/Ng Han Guan)

Deutsche Marken wie Mercedes sind in China beliebt. Werden sie dort bald mehr Steuern zahlen müssen? Bild: AP/AP

Grössere, exportstarke Länder wie Deutschland könnten mit dieser Reform sowohl gewinnen wie verlieren. Mehreinnahmen aus dem Digitalgeschäft könnten durch Verluste «kompensiert» werden, wenn deutsche Autohersteller einen Teil ihrer Steuern in Ländern wie China bezahlen müssten. Gemeinsam mit Frankreich drängen die Deutschen deshalb auf einen globalen Mindeststeuersatz.

Er soll das Verschieben von Gewinnen in Steuerparadiese zusätzlich erschweren. Der Umfang ist unklar. Achim Pross sprach im NZZ-Interview von 9 bis 15 Prozent. Kritiker fürchten, dass ein solcher Satz nur der Anfang wäre und es weiter nach oben ginge, wenn die Mindestbesteuerung einmal eingeführt wäre. Eine solche Entwicklung wäre nicht im Sinne der Schweiz.

Wie stehen die Chancen?

Sehr gut. Die G20, die Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, stellte sich bei ihrem Gipfeltreffen Ende Juni in Japan hinter die Pläne der OECD, obwohl sie sich sonst in kaum einem Punkt einig war. Die Finanzminister der G7 bekannten sich letzte Woche in Chantilly bei Paris ebenfalls zu gemeinsamen Regeln, «um digitale Aktivitäten zu besteuern».

Warum machen die USA mit?

epa07724264 US Secretary of Treasury Steven Mnuchin at the end of the G7 Finance Summit in Chantilly, France, 18 July 2019.  EPA/IAN LANGSDON

Finanzminister Steven Mnuchin unterstützt die Reformpläne. Bild: EPA

Internationale Regeln und Steuern sind Dinge, auf die republikanische Politiker für gewöhnlich allergisch reagieren. Die OECD-Pläne aber trägt die Regierung von Donald Trump mit. Finanzminister Steven Mnuchin spielt eine aktive Rolle. Er will, dass nicht nur die mehrheitlich in den USA ansässigen Tech-Giganten besteuert werden, sondern alle international tätigen Firmen.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Die USA wollen verhindern, dass einzelne Länder vorpreschen – Frankreich hat bereits eine Digitalsteuer beschlossen – und ein für die Konzerne schädlicher Wildwuchs entsteht. Ausserdem haben sie mit der Trump-Reform ihre Unternehmenssteuern gesenkt und kein Interesse an einem neuen «Wettrennen nach unten», so Mnuchin.

Was ist der Zeitplan?

Das Tempo ist hoch. Es sei bereits von einer Umsetzung ab 2021 die Rede, warnte Ueli Maurer. Tatsächlich wollen sich G20 und OECD im Januar 2020 auf die Eckwerte der Reform einigen und sie bis Ende nächsten Jahres definitiv verabschieden. Das ist ambitioniert, denn viele Details müssen geklärt werden. Aber der Wille zu einer raschen Einigung scheint vorhanden.

Was macht die Schweiz?

ZUR DEBATTE DER INITIATIVE

Das Ende des Bankgeheimnisses belastet den Schweizer Finanzplatz bis heute. Bild: KEYSTONE

Beim Bankgeheimnis fuhr der Bundesrat eine dreigleisige Strategie. Er leistete Widerstand, bot von Steuerflucht betroffenen Staaten wie Deutschland gleichzeitig eine Abgeltungssteuer an und hoffte auf die Unterstützung von Ländern wie Luxemburg und Österreich, die ebenfalls ein Bankgeheimnis besassen, um den AIA abzuwenden. Am Ende führten alle drei Wege in die Sackgasse.

Gebrannte Kinder scheuen bekanntlich das Feuer. Der Bund soll laut NZZ ein theoretisch mögliches Veto bei der OECD erwogen, am Ende aber verworfen haben. Er setzt nun auf eine Strategie der Schadensbegrenzung. Mit potenziellen Verbündeten wie den Niederlanden, Irland oder Kanada will er auf eine möglichst moderate Steuerreform hinarbeiten.

Dies dürfte alles andere als einfach werden. «Wenn die Grossen zusammenspannen, haben die Kleinen wenig zu sagen», erklärte ein Diplomat der «NZZ am Sonntag». Was auf die Schweiz zukommen könnte, zeigt das Ende des Bankgeheimnisses. Der hiesige Finanzplatz hat sich vom Verlust des lukrativen Geschäfts mit der Steuerflucht bis heute nicht erholt.

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107Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • YvesM 28.07.2019 09:05
    Highlight Highlight Im Grunde spielt es keine Role, wo überall Steuern erhoben werden. Der Endverbraucher bezahlt in jedem Fall.
    • loquito 28.07.2019 17:56
      Highlight Highlight Nö. Irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht und da muss an der Marge geschraubt werden...
  • Bruno Meier (1) 28.07.2019 08:34
    Highlight Highlight Scheinbar hat von den Kommentar-Schreibern praktisch niemand begriffen, was da auf uns zukommen würde/wird. Massive Steuererhöhung für ALLLE nicht nur für Konzerne, Streichung liebgewonnener Subventionen und massiver Abbau in diverser Luxusbereiche. Haben wir dann endlich den totalen globalen Markt, braucht es die Schweiz für Grosskonzerne und Reiche nicht mehr. Z.B. in Folge davon sinken die Liegenschaftspreise und unsere Pensionskassen kommen in Schieflage. Alles kein Problem, wir sind dann so wie vor 100 Jahren, ein armes Auswandererland, jene die Pfupf haben werden es zu etwas bringen.
    • loquito 28.07.2019 17:57
      Highlight Highlight Google (in ZH) alleine würde wohl bei korrekter Besteuerung fast alles wettmachen. Und ja, man müsste dann Nestle und Co auch korrekt besteuern....
    • Bruno Meier (1) 28.07.2019 22:01
      Highlight Highlight Logisch, würde es reichen. Nur bleibt Google ganz sicher nicht in Zürich, die sind ja in erster Linie aus diesem Grund hier her gekommen.
      Haben wir doch schon beim Bankgeheimnis gesehen, die Karawane zieht einfach weiter. Irgendwo gibt es immer einen Ort, Kanalinseln, Virgin Island, Delaware, etc. Schauen sie sich mal im Hafen von Bodrum, Marmaris etc. um, extrem viele Jachten sind in Delaware eingelöst, haben aber ihren Heimathafen bestimmt noch nie gesehen.
    • loquito 29.07.2019 09:33
      Highlight Highlight Ja genau Google und co. wandern allesamt naxh Delaware aus... Bringt soo viel, denn sie sind nicht in ZH wegen dem Europäisxhen Standort...
  • atomschlaf 28.07.2019 06:36
    Highlight Highlight Zeit für einen schlanken Staat:
    - Subventionen radikal eliminieren
    - Entwicklungshilfe streichen
    - Asylrecht suspendieren
    - kostendeckende ÖV-Tarife
    - kostendeckende Studiengebühren für Ausländer
    etc.
    • atomschlaf 28.07.2019 06:43
      Highlight Highlight ...und sämtliche Verwaltungsbereiche, die nicht direkt Dienstleistungen für Bevölkerung und Wirtschaft erbringen, personell um 50% reduzieren.
    • Neruda 28.07.2019 10:28
      Highlight Highlight Hoffe unsere Nachbarstaaten werden unser Asylrecht nie suspendieren, sollte es uns Schweizern wieder einmal schlecht gehen! Einem Menschen, der das Asylrecht aussetzen will, fehlt es an Moral und Menschlichkeit, sowies Weitsichtigkeit, denn auch ihn kann es plötzlich treffen.
    • Froggr 28.07.2019 14:00
      Highlight Highlight Weniger Staat mehr real-Wirtschaft. Ein fettes Herz von mir!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Akunosch 28.07.2019 03:42
    Highlight Highlight Weder die G20 noch die G7 geniesse auch nur den Hauch einer demokratischen Legitimation. Die Starken diktieren den Schwachen die Bedingungen.
    Die Schweiz würde darunter enorm leiden. Umso wichtiger ist es, die Schweiz und ihre Unternehmen sowie die ganze Bevölkerung umso besser gebildet, ausgebildet und innovativ zu halten!
  • imposselbee 27.07.2019 21:14
    Highlight Highlight
    Benutzer Bild
  • Ökonometriker 27.07.2019 20:25
    Highlight Highlight Schwer zu sagen, ob die Schweiz hier profitiert oder verliert - kommt auf die Detailumsetzung an. Die Banken werden auf jeden Fall viel mehr Steuern in der CH bezahlen.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 27.07.2019 19:31
    Highlight Highlight Eine für exportorientierte Kleinstaaten wie die CH sehr gefährliche Entwicklung, aber mal schauen wie das im Detail aussehen wird.
    Was mich irritiert sind die vielen Kommentare, die diese "Schritt gegen den Steuerwettbewerb" begrüssen und gleichzeitig fordern "das sich die Schweiz wieder auf Inovation und ehrliche Arbeite" beruft.
    Und wo gedenken sie die Produkte ihrer Bemühungen zu verkaufen?
    Im winzigen Markt CH oder doch eher im Ausland, von wo dann aber weniger Gewinn in die CH zurückfliesst?
  • goldmandli 27.07.2019 17:30
    Highlight Highlight Ein globaler Mindeststeuersatz klingt doch gut. Wird für den Wirtschaftsstandort Schweiz kurzfristig wohl Einbussen bedeuten, langfristig macht das aber durchaus sinn. Nur schon, um die Schere zwischen arm und reich abzubremsen.
    • Matti_St 27.07.2019 18:27
      Highlight Highlight @goödmandli, das wird wenig bis gar nichts an der Schere zwischen Arm und Reich bringen.
      Aber es könnte Länder in Afrika und Südamerika und ein Teil Asiens etwas bringen.
      Anderseits macht wieder der Teil Gesetze, die schon auf ihr Vermögen schauen.
    • DomKi 27.07.2019 21:39
      Highlight Highlight Es geht doch gar nicht um arme Länder, es geht doch darum, dass die reichen Länder geschwächt werden und in die Dritte Welt verstoßen werden. die Rechnung werden sowieso die Mächtigen machen
    • Matti_St 27.07.2019 22:19
      Highlight Highlight @DomKi, jaein. Nehmen wir mal Staaten in Europa, die nicht gerade von viel Geld gesegnet sind wie Griechenland, Spanien usw. Jetzt nehmen die bei diversen Unternehmen kaum Steuern ein, weil solche Unternehmen oft den Steuersitz in einem Steuergünstigen Staat wie Luxemburg haben. Mit der neuen Regel wurden diese Staaten wieder mehr einnehmen, das der Umstatz bei ihnen gemacht wird.
  • yey 27.07.2019 17:18
    Highlight Highlight Selbst in meinem kleinen Kanton werden jedes Jahr mehrere Millionen dafür ausgegeben, internationale Firmen anzulocken.

    Das generiert zwar schon mehr Steuereinnahmen, aber nach ein paar Jahre sind die Firmen dann wieder weg ... weitergezogenn nach Irland o.Ä. - Nachhaltig ist das nicht.

    Ausserdem: Die 'Wirtschaftsförderung' ist keine staatliche Institution, sondern ein Mandat, dass an eine private Firma vergeben wird ... üblicherweise immer an die gleiche 🙄
  • G. 27.07.2019 16:58
    Highlight Highlight Wenn ich bei meinem Arbeitgeber jeweilen auf gewisse Sicherheits-Risiken aufmerksam machte, erhielt ich einen auf den Deckel mit dem Kommentar: „Ich würde überreagieren“...

    Und das was ich hier im Artikel lese soll jetzt keine Überreaktion sein? Kaum wird am goldenen Kalb ein bisschen gekratzt, spricht das Haus mit der goldenen Kuppel gleich von finanziellem Schaden auf Stufe Naturkatastrophe.

    Mein lieber Schwan...

  • Biotop 27.07.2019 16:50
    Highlight Highlight Das gerechte Steuersystem, Zeit ist Geld, ich warte solange.
  • Denk-mal 27.07.2019 15:58
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • marcog 27.07.2019 15:47
    Highlight Highlight Steuerwettbewerb ist ein Unding, welchem international den Riegel geschoben werden muss. Es funktioniert nur für die Kleinen, da es für die Grossen nicht genügend finanzstarke Firmen/Personen gibt, als dass es funktionieren könnte. Und dann gibt es noch den Kanton Luzern, der dies offensichtlich nicht begriffen hat, und nun mit einem totalen Desaster dasteht.
    • DomKi 27.07.2019 21:40
      Highlight Highlight Ja klar, und in den USA gibt es Staaten die auch Steuerwettbewerb machen. niemand wird dies antasten
  • tRexArmXtender3000 27.07.2019 15:34
    Highlight Highlight Mal anders rum: Hat jemand allenfalls eine Zahl, wieviel Gewinn aktuell in der Schweiz erwirtschaftet, aber im Ausland besteuert wird?

    Das wären ja dann wieder zusätzliche Steuereinnahmen, wenn ich das richtig verstanden habe, oder?
  • Henri Lapin 27.07.2019 14:22
    Highlight Highlight Und gleich noch die Pauschalbesteuerung abschaffen.
  • Lumpirr01 27.07.2019 14:19
    Highlight Highlight Vermutlich wird dieser Steuerausgleich nicht so heiss gegessen wie hier dargestellt. Als Beispiel würde demnach ein Basler Pharmamulti zukünftig seinem Exportanteil gemäss fast 99% der Gewinne in den belieferten Ländern versteuern. An den Forschungsstandorten käme es dann nur zu Verlusten? Also die Frage: Wie und wo sollen die gewinnbringenden Innovationen versteuert werden? Oder, was und wie berechnet sich der Gewinn? Dazu müssten ja theoretisch alle Länder die gleichen Kriterien anwenden. In Zukunft also ein einheitliches Steuersystem für USA, China, EU, Schwellenländer??
  • michiOW 27.07.2019 14:01
    Highlight Highlight Würden dann aber nicht auch vor allem rohstoffarme Länder verlieren?
    Oder muss man die Rohstoffe dann einfach im eigenen Land verkaufen? Bzw. in welchem Land erzielt ein Rohstoffhändler sein Gewinn?


    • Neruda 28.07.2019 10:56
      Highlight Highlight Weniger Geld als heute können die kaum sehen! Das wahre Problem ist ja eher, dass sie keine verarbeitende Industrie haben.
    • michiOW 28.07.2019 15:38
      Highlight Highlight @Neruda
      Staatliche Unternehmen meine ich vor allem.
      Aber auch Unternehmen wie BP und Shell, diese fördern ja nur das Öl in gewissen Staaten. Sollen dann die Staaten, welche das Öl verbrauchen, Steuern auf den Gewinn erzielen?

      Wie sieht es mit Investment Funds aus?
  • Dominik Treier 27.07.2019 13:58
    Highlight Highlight Wir könnten schon mal damit anfangen den elendigen destruktiven Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen, über den sich einzig die Reichsten freuen, abzuschaffen... Plötzlich müssten wir diesen paar Grosskonzernen, gegen die das sprichwörtliche Fähnchen im Wind in schlechten Zeiten wohl ohnehin eine Festung der Loyalität wäre, keine müde Träne mehr nachtrauern...
  • wolge 27.07.2019 13:37
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • marcog 27.07.2019 15:55
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    • Töfflifahrer 27.07.2019 15:56
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    • wolge 27.07.2019 16:42
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  • Fairness 27.07.2019 13:36
    Highlight Highlight Und obendrauf die Personenfreizügigkeit und die grosszügige Gästepolitik und Milliardengeschenke ins Ausland. Das wird böse enden. Aber links wie rechts sehen viele rosarot und sind der Meinung, es laufe doch alles bestens. Wo haben due bloss ihren gesunden Menschenverstand verloren?
  • Töfflifahrer 27.07.2019 12:57
    Highlight Highlight Darauf warte ich eigentlich seit dem Beginn der Globalisierung. Denn Gewinne dort zu versteuern wo sie gemacht werden ist nicht als fair.
  • henkos 27.07.2019 12:22
    Highlight Highlight @watson: bitte stellt das Thema etwas weniger „biased“ dar.

    1. die Schweiz ist ebenfalls OECD-Mitglied und von Anfang an beteiligt an der BEPS-Definition. Die OECD hier als fremde Richter zu suggerieren ist falsch.

    2. BEPS richtet sich vor allem an die Steuer-Modelle zwischen Irland und den Niederlanden, aufgrund derer Milliardenkonzerne wie Apple und co kaum Steuern zahlen. Um diese Länder aber nicht zu benachteiligen, werden verbindliche Regeln für alle OECD-Staaten definiert, die zu geringen Teilen eben auch die Schweiz (aber bei weitem nicht am gravierendsten) betreffen.
  • Beat-Galli 27.07.2019 12:18
    Highlight Highlight Und umgekehrt, besteuern wir diese Firmen, welche nicht mehr da sind analog dazu.
    Was die Ausfälle mehr als kompensiert.
    Ob Google, Appel, oder Microschrott.
    Alle fair vesteuert, rentiert mehr!!!
    • Ueli der Knecht 27.07.2019 13:25
      Highlight Highlight "Was die Ausfälle mehr als kompensiert."

      Hast du das wirklich mal nachgerechnet? Wohl kaum.

      Die Schweiz profitiert zur Zeit massiv von der ungerechten Besteuerung. Eine gerechte Besteuerung führt zu erheblichen Einbussen beim Steuersubstrat. Denn die weitaus meisten Gewinne machen schweizer Unternehmen (wie Rohstoff-, Tabak-, Pharma- und Nahrungsmittelmultis) im Ausland. Demgegenüber sind die nicht versteuerten Inland-Gewinne von Google, Facebook, Starbucks, McDonalds usw. ein Klacks, wobei letztere zwei immerhin Mehrwertsteuer bezahlen.
    • Beat-Galli 27.07.2019 16:51
      Highlight Highlight Lieber Ueli
      Ich weiss, du redest bis dir die Finger abfallen.
      Aber volkswirtschaftlich dienen Firmen die Ihre Produktivität hier machen einiges mehr als das Steuersubstrat bla bla gemogel, welches weltweit im Gange ist. Du laberst (und nicht das erste Mal) relativ bestimmt von etwas. Man könnte es voll glauben, weil es fundiert tönt.
      Aber in Wirklichkeit, hast du das selbe Problem wie du mir vorwirfst.
      Hast Du nachgerechnet, ob ich recht habe oder nicht? Ich vermute nicht so ganz.
      Ich behaupte, dass der Geldabfluss nach Übersee von diesen Marktleadern gewichtet nachteiliger ist als der Gewinn
  • Likos 27.07.2019 12:03
    Highlight Highlight Treffen wird dieses Gesetzt vor allem die IT Firmen und da sind nicht wirklich viele wegen Steuern bei uns im Land. Wir werden daher zukünftig mehr Geld daraus bekommen.
    Firmen mit physischen Produkten und Diensten wo ja heute schon vor Ort Steuern zahlen müssten, werden weiterhin die gleichen Schlupflöcher nutzen um die Gewinne niedrig zu halten.
    • Ueli der Knecht 27.07.2019 13:37
      Highlight Highlight Die grössten schweizer Firmen sind vorallem Rohstofffirmen wie Glencore, Pharmariesen Roche, Novartis etc. oder Tabakmultis wie BAT, Philipp Morris, Japan Tobacco, Nahrungsmittelriesen wie Nestlé. Die zahlen allesamt ihre Gewinnsteuern nicht in ihren Absatzmärkten sondern in der Schweiz.

      Es ist mir schleierhaft, wie du glaubst, dass da am Ende sogar noch mehr Steuergeld für die Schweiz rausspringt, wenn zB. Glencore, Trafigura, Gunvor, Novartis, Roche und Nestlé ihre Gewinne dort versteuern müssen, wo sie ihre Absätze erzielen.
  • bebby 27.07.2019 11:37
    Highlight Highlight Nicht wirklich neu und wird ausserhalb Europas nicht klappen, weil die USA sich, wie beim AIA, selber nicht daran halten werden.
    • ands 27.07.2019 12:09
      Highlight Highlight Weshalb ist das nicht neu? Wo gibt es ein solches System bereits?
      Und ob sich die USA daran halten, ist - zumindest beim BEPS - ziemlich egal. Jedes Land kann seine eigenen Steuern eintreiben. Frankreich macht's vor.
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 27.07.2019 16:05
      Highlight Highlight Es ist ganz egal, ob sich die USA daran halten werden. Eine Umsatzsteuer gibt es schon lange und die heisst MWST. Da die Umsatzsteuer vor Ort erhoben wird, kann sie weder umgangen werden, noch kann ein anderes Land etwas dagegen tun.
    • bebby 27.07.2019 18:58
      Highlight Highlight Funktioniert aber nicht bei digitalen Dienstleistungen.
  • Firefly 27.07.2019 11:20
    Highlight Highlight Richtig. Es wird Zeit, dass der Wohlstand der Schweiz nicht mehr auf Steuertricks und dergleichen Bubentricklis beruht sondern wieder auf echter Inovation, wie das mal der Fall war bevor man mit diesem unsäglichen Steuerwettbewerb anfing Geld zu machen ohne echte Inovation und Werschöpfung. Das macht abhängig und ist nicht Zukunftsträchtig und auch nicht Fair.

    Es wird Zeit, dass wir wieder die Besten werden punkto Zukunftstechnologie und Entwicklung und nicht in der Beihilfe zum Steuerhinterziehen.
    • Friedhofsgärtner 27.07.2019 12:15
      Highlight Highlight Waren wir darin denn mal die Besten?
    • Firefly 27.07.2019 17:22
      Highlight Highlight @Friedhofsgärtner zummindest besser als heute.

      Oder denkst du wir seien nur gut im Tricksen und Geschäften nahe der Grenze zur Illegalität?
  • Casimir R. 27.07.2019 11:08
    Highlight Highlight 10 Milliarden? Mich würde interessieren wie diese Zahl zustande kommt. Geht man davon aus dass alle die Schweiz gleich verlassen? Hoffentlich sind tiefe Steuern nicht user einziger Standortvorteil. Faire Regeln sind doch eine gute Sache! Wenn dann ein paar Heuschrecken Konzerne gehen - bitte - sollen sie eben gehen.
    • Ueli der Knecht 27.07.2019 13:42
      Highlight Highlight Die Konzerne können hier bleiben. Nur wenn Rohstoffriesen wie Glencore, Trafigura, Gunvor, Vitol, oder Pharmamultis wie Roche und Novartis, oder auch die Tabakmultis wie Philipp Morris, BAT oder Japan Tobacco und Nahrungsmittelriese Nesté ihre Gewinne dort besteuern müssen, wo sie ihre Produkte absetzen, dann fehlen am Ende einige Milliarden im Steuerkässeli, auch wenn die Firmen ihren Hauptsitz immer noch in der Schweiz haben.
    • dorfne 27.07.2019 13:52
      Highlight Highlight Ist doch wieder eine Behauptung ins Blaue raus, zwecks Angstmacherei. Was uns Steuerausfälle bescheren wird, ist Amerikas Staatsbankrott. Im Septemer kommt der nächste Shut down.
  • So en Ueli 27.07.2019 10:59
    Highlight Highlight Und wie soll die CH dann die Steuerausfälle kompensieren? Haben die Herren und Damen der G20 und OECD Pläne, wie man dann die CH entschädigen kann?
    • Ueli der Knecht 27.07.2019 13:45
      Highlight Highlight Vermutlich aus dem Drittwelt-Entwicklungsfonds des IWFs und der Weltbank. ;)
    • dorfne 27.07.2019 13:50
      Highlight Highlight Ganz einfach: Einkommen aus Kapital gleich besteuern wie Einkommen auf Kapital. Und auf weitere Steuersenkungen verzichten, oder noch besser: Steuerhinterziehung radikal ausmerzen.
    • DerewigeSchweizer 27.07.2019 14:43
      Highlight Highlight Entschädigen?
      Fürs schmarotzen?
      Pass auf was Du sagst, sonst müssen wir plötzlich noch nachträglich Entschädigung zahlen.
  • ben harper 27.07.2019 10:58
    Highlight Highlight Gedanken grundsätzlich i.o. Dass aber die Steuerhoheit einzelner Staaten durch OECD in Frage gestellt wird halte ich für fraglich.
    • Ueli der Knecht 27.07.2019 13:45
      Highlight Highlight Ist offenbar leider gerade wegen so uneinsichtigen schwarzen Schafen wie der Schweiz bitter nötig.
    • Cityslicker 27.07.2019 19:52
      Highlight Highlight Die Freiheit (oder Hoheit) des einen hört da auf, wo die des anderen dadurch tangiert wird.
  • EnnoConda 27.07.2019 10:55
    Highlight Highlight Schade, die Schweiz konnte sich durch diese Steuereinnahmen einen grossen Anteil des Wohlstands und der Gleichheit erkaufen. Ich denke es ist fair, dass die Steuern dort bezahlt werden, wo die Einnahmen anfallen. Es ist aber auch dumm als Schweizer Bürger diese Änderung gut zu finden. Schlussendlich merken wir das auch im Portmonnaie, nicht unbedingt am Lohn, aber sicher an dem Steuern und Abgaben. Aber es ist ja eh im Trend sich für alles zu schämen ;)
    • dorfne 27.07.2019 13:47
      Highlight Highlight Vielleicht dürfen jene, die weniger als wir im Portemonnaie haben, auch mal ein bisschen mehr drin haben.
    • Cityslicker 27.07.2019 19:56
      Highlight Highlight @Blister: Die ganze Schweizer Widersprüchlichkeit und innere Zerrissenheit schön (wenn auch vielleicht unbewusst?) in einem Absatz zusammengefasst...
  • Art Peterson 27.07.2019 10:49
    Highlight Highlight Diese Umstellung hätte wahrscheinlich den Nebeneffekt, dass der Schweizer Franken schwächer würde. Das wiederum würde bedeuten, dass das Export- und Tourismusland Schweiz wieder mehr Möglichkeiten bekäme auf ehrliche Weise Geld zu verdienen.3
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 27.07.2019 15:59
      Highlight Highlight "Tourismusland Schweiz" --> Wir sind ein Pharma- und Finanzland. Der Tourismus ist bei uns irrelevant klein.
  • Sapere Aude 27.07.2019 10:46
    Highlight Highlight Schritt in die richtige Richtung und eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass Gewinne an jenem Ort versteuert werden sollen, wo sie auch anfallen. Steuerflüchtlinge sind auch die einzigen Wirtschaftsflüchtlinge, welche in der Schweiz mit Handkuss aufgenommen werden.
  • dorfne 27.07.2019 10:28
    Highlight Highlight Ich kann diese Totschlagargumente von wegen Firmenwegzug, Verlust von Steuereinnahmenn, Arbeitsplatzverlust nicht mehr hören. Dafür gibt es noch viele andere Gründe. Diese Totschlagargumente werden stets benutzt um mehr Gerechtigkeit zu verhindern.
  • Markus97 27.07.2019 10:28
    Highlight Highlight Ich möchte nicht das die Schweiz ihren Wohlstand mit Steuerschlupflöchern und Schwarzgeld sichert. Das ist unter ihrer Würde. Man sollte anfangen sich auf andere Geschäftsfelder zu konzentrieren. Das man Steuersündetn an den Kragen geht ist eine gute Sache.
    • Yummy 27.07.2019 11:41
      Highlight Highlight Aber ist lukrativ ;) Hoffe wir können mit Wasser in Zukunft ähnliches machen wenn die anderen austrocknen... Das gibt Geld :)
    • Friedhofsgärtner 27.07.2019 12:17
      Highlight Highlight Nich würde wirklich interessieren wie gross der Anteil unseres Wohlstands und unserer nahezu perfekten Infrastruktur direkt mit diesen verwerflichen Geschäftspraktiken zusammenhängt.
    • Markus97 27.07.2019 12:54
      Highlight Highlight @Friedhofsgärtner Ist schon ein beachtlicher Teil. Der grösste Wirtschaftszweig ist jedoch der Tourismus.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dorfne 27.07.2019 10:25
    Highlight Highlight Das schafft mehr Steuergerechtigkeit. Schluss für Firmen, die hier unsere hohe Kaufkraft abschöpfen, das Personal aus dem Ausland importieren, unsere Infrastruktur nutzen und dann keine Gewinnsteuer zahlen. Mehr Gerechtigkeit für arme Absatzländer, wenn endlich auch der Umsatz besteuert wird.
  • neoliberaler Raubtierkapitalist 27.07.2019 10:24
    Highlight Highlight Schon lange bin ich dafür die Unternehmensgewinnsteuer durch die MWST abzulösen. Scheinbar wird dies gemacht, auch wenn es nicht MWST heisst, da viele Wähler glauben, dass Konsumenten die MWST bezahlen und Aktionäre die Gewinnsteuern. In Wirklichkeit werden beide Steuern ausschliesslich vom Konsumenten bezahlt.
    • Platon 27.07.2019 13:05
      Highlight Highlight @neoliberaler
      Das ist jetzt aber wirklich libertärer Unsinn! Unternehmen bezahlen Steuern auf den Gewinn und Aktionäre auf ihre Dividenden als Einkommen. Nach deiner Logik müssten also Konsumentenpreise steigen, wenn Konzerngewinne fallen (?), das tun sie aber nicht, schliesslich spielt ja der Wettbewerb. Letztendlich werden auch keine Steuern bezahlt wenn keine Gewinne oder Dividenden verbucht werden.
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 27.07.2019 15:57
      Highlight Highlight Kapitalgeber verlangen eine Rendite und suchen nach optimalen Risiko-/Rendite-Verhältnissen. Erhöht ein Land die Steuern und es ist nicht möglich diese zu umgehen, so müssen Unternehmen diese Kosten weitergeben, da ansonsten das Unternehmen nicht überlebensfähig ist. Ohne Wachstum oder Renditen für den Eigentümer wird desinvestiert. Mittel- bis Langfristig werden alle Kosten auf den Kunden abgewälzt.
    • Platon 27.07.2019 16:23
      Highlight Highlight @neolibertärer
      Aber bestimmt nicht 100%. Sogar die neoliberale Avenir Suisse geht nicht so weit. (https://www.avenir-suisse.ch/unternehmensgewinnsteuer-der-steuerzahlende-hund/)
      Glaube kaum, dass tiefere Konsumentenpreise die fehlenden Einnahmen aus den Gewinnsteuern wieder wett machen. Freihandel ist da eindeutig wirksamer.
  • Nixnutz 27.07.2019 10:22
    Highlight Highlight Es sind weniger bzw. nicht für alle die Unternehmenssteuern, deren Wegfall schmerzt, sondern die damit zusammenhängenden Arbeitsplätze welche verschwinden dürften. Zu einem Teil haben die internationalen Firmen (insbesondere US-Firmen) diese Entwicklung geradezu provoziert: Sie setzten z.B. Luxenburg das Messer an die Kehle, forderten Steuerprivilegien und drohten ansonsten mit Wegzug nach Irland oder ein anderes Steuerparadies. Jetzt schlägt das Pendel mit voller Härte zurück!
  • Ikarus 27.07.2019 10:19
    Highlight Highlight Das ist nur korrekt. Hauptsache es gibt weltweit keine schlupflöcher mehr, jede firma soll dort ihre einkünfte versteuern wo sie auch eingenommen werden, für globale unternehmen dann eben auch in jedem land!

    Die schweiz hat die zukunft sowieso verschlafen. Wir hätten schon vor 20 jahren beginnen sollen unsere ausgehöhlten berge als serverfarmen hochzuziehen und jetzt mit daten und einem vernünftigen datenschutz unsere zukünftigen mrd zu generieren. Mal schauen was die zukunft bringt.

  • Duweisches 27.07.2019 10:09
    Highlight Highlight Diese Reform hätte für die Schweiz nur deshalb so verheerenden Auswirkungen, weil wir unsere Steuern bis jetzt weitgehend von anderen Ländern „zusammengeklaut“ haben. Wir können hier also kaum von einer unfairen Reform sprechen, wir sind in dieser Geschichte der Pausenplatzschläger, der nach einem Streit weinend zum Rektor läuft, obwohl er selber angefangen hat.
    Wir haben die letzten Jahre stark auf Kosten von anderen Ländern gelebt. Sollte es nun tatsächlich zu einer Besteuerung im jeweiligen Land kommen, muss die Schweiz ihre Steuern für Grosskonzerne endlich auf einen fairen Stand bringen.
    • dorfne 27.07.2019 10:36
      Highlight Highlight Diese Reform würde übrigens auch einen Beitrag zur Bekämpfung der Fluchtursachen leisten. Gleichzeitig sollte auch die allesdurchdringende Korruption in vielen Schwellenländern bekämpft werden.
  • Saul_Goodman 27.07.2019 10:09
    Highlight Highlight Tönt sinnvoll und fair! Geld auf kosten anderer zu verdienen kann nicht die lösung sein und ist ein absolutes armutszeugnis für unser land!

    Mit den bankern die nicht mehr steuern hinterziehen können, habe ich erst recht kein mitleid...
  • Triumvir 27.07.2019 10:08
    Highlight Highlight Das wird den Kanton Zug und andere Briefkasten–Kantönli ziemlich hart treffen...ich finde das gar nicht so schlecht....
  • Skeptischer Optimist 27.07.2019 10:03
    Highlight Highlight Die Zeit des fröhlich Trittbrettfahrens neigt sich dem Ende zu.
  • Platon 27.07.2019 09:59
    Highlight Highlight 1. Vielen Dank @Blunschi für das Aufgreifen, dieses wichtigen Themas!
    2. Diese Reform ist dringend nötig! Nur durch eine solche Reform gelingt es, den internationalen Steuerwettbewerb auszumerzen. Dass die Schweiz vermutlich darunter leiden wird ist einmal mehr ein Beweis, dass wir eine der treibenden Lokomotiven dieses Wettbewerbs sind. Jedes mal, wenn irgendwo ein bürgerlicher Behauptet, wir seien steuerlich unattraktiv, stirbt irgendwo ein Hundewelpen. Tiefsteuerkantone wie Zug wären endlich gezwungen Steuern einzutreiben. 15% Steuern sind sollte jedes Unternehmen zahlen können!
  • N. Y. P. 27.07.2019 09:58
    Highlight Highlight Sehr gut.

    Endlich wird der Steuergerechtigkeit Genüge getan. Die Gewinne sollen dort versteuert werden, wo sie anfallen.

    Die OECD hat völlig Recht, dass Ländern, wie der Schweiz, der Riegel geschoben wird. Wir haben bis jetzt Steuersubstrat angezogen (mit Niedrigbesteuerung), das uns nicht zusteht.

    Ueli, wer soll das Steuersubstrat jetzt ersetzen ? Also mein Gehalt ist zu tief, um substanziell das entstehende Loch zu stopfen. Ich hätte aber ein paar Ideen..
  • alessandro 27.07.2019 09:56
    Highlight Highlight Bin gespannt auf die wirkliche Umsetzung, aber Sinn macht es keinen, dass ein Multi irgendwo einen proforma Firmensitz hat und kaum Steuern zahlt.

    Es ist ein verlogenes System. Und wenn Standortattraktivität nur vom Steuersatz abhängig ist, dann ist dies eh auf Zeit. Kaum ist die Goldader nicht mehr da ziehen alle weg.

    Lieber mit Wissen, Forschung und Qualität die Attraktivität steigern und entsprechende Firmen anziehen.
    • Vapora 27.07.2019 10:19
      Highlight Highlight Der Meinung bin ich auch, vielen Dank
    • Tenno 28.07.2019 14:05
      Highlight Highlight Der letzte Absatz wird schwer umzusetzen sein mit den oberen. Das geht 2 Genarationen und das Geld ist weg bei uns. Der Bildungslevel wird dirch die Steuerausfälle runter gehen, die Infrastruktur abnehmen etc.. Will hiet keine Panik auslösen, dass ist das 1x1 einer Volkswirtschaft.
      Unser Wohlstand ist mit fairen Mitteln nicht zu halten. Das ist die nackte Wahrheit. Meine Kinder werden mal nach Asien ziehen. Aber wie viele von euch sprechen eine Sprache, welche in den neuen "Gewinnerländern" gesprochen wird? Und nein englisch zählt nicht, dass kann "jeder" und bringt keinen Vorteil.
  • Jason84 27.07.2019 09:56
    Highlight Highlight Warum sollten Gewinne nicht allgemein dort versteuert werden wo sie erzielt wurden?
    Ich finde es befremdlich das in diesem Artikel immer noch dem Ende des Bankgeheimnisses nachgetrauert wird. Diese Gelder welche dort in der Schweiz (und anderen Ländern) ankamen, sind anderen Staaten und deren Volkswirtschaften (teils) illegal entzogen worden. Andersrum würde es in der Schweiz einen Aufschrei geben. Siehe Schneider Amman und seine Steueroptimierung.
    Die Schweiz sollte sich nicht auf Kosten anderer bereichern.
  • Ritiker K. 27.07.2019 09:54
    Highlight Highlight Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn die Steuern dort bezahlt werden müssen wo die Gewinne erwirtschaftet werden. Steueroasen würden massiv an Attraktivität verlieren und die Firmen müssten mehr von ihren Gewinnen abgeben. Da bin ich voll dafür.

    Nächster Schritt wäre dann, dass auch dort anständig Steuern bezahlt werden müssten, wo Rohstoffe abgebaut werden. Man stelle sich mal vor, was das in einigen Afrikanischen Ländern für Folgen hätte. Plötzlich würde von den hohen Gewinnen Gelder in den Herkunftsländern bleiben. Hätte wohl enorme Auswirkungen auf die Wirtschaftsmigration.
    • FrancoL 28.07.2019 16:00
      Highlight Highlight Richtig und wahr, aber können sich die die Macht haben sich dies vorstellen?
  • FrancoL 27.07.2019 09:45
    Highlight Highlight Nun der Grundsatz, dass man die Einnahmen weitgehend dort versteuert wo sie anfallen ist für mich kein Unding.

    Das was der einfache Bürger auch tun muss, ist für Unternehmungen grundsätzlich auch zu erwarten.

    Das es nicht einfach wird ist mir klar aber ein Schritt in die richtige faire Richtung wäre es auf jeden Fall.
    • Jason84 27.07.2019 09:58
      Highlight Highlight Ganz meine Meinung.
      Andernfalls bereichern sich einige wenige Staaten auf kosten anderer, ohne einen Beitrag dafür zu leisten.
    • NathanBiel 27.07.2019 10:19
      Highlight Highlight Aber dann nicht jammern wenn die Steuern für natürliche Personen in der Schweiz steigen.
    • dorfne 27.07.2019 10:32
      Highlight Highlight "kein Unding"? Eine Riesenchance für mehr Gerechtigkeit weltweit ist das. Bei der USRII und USRIII waren den Neoliberalen die Steuerausfälle auch egal. Erst das Volk hat dann bei der USRIII das Schlimmste verhindert. Jetzt wos um mehr Steuergerechtigkeit geht werden wieder die typischen Totschlagargumente ausgepackt.
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  • TheRabbit 27.07.2019 09:44
    Highlight Highlight Grundsätzlich handelt es sich hier um die Schliessung von Steuerschlupflöcher sowie die Austrocknung von Steueroasen.
    Es ist zu begrüssen, dass Staaten im Schnitt höhere Steuern verlangen um den Staatshaushalt zu finanzieren (Schulen, Infrastruktur etc.). Ich hoffe, dass am Schluss nicht nur dir grossen profitieren.

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

Mit der Einführung einer Mikrosteuer von 0,1 Prozent auf jede Transaktion im bargeldlosen Zahlungsverkehr will ein Initiativkomitee jährliche Einnahmen von 100 Milliarden Franken generieren und so gleich drei Bundessteuern überflüssig machen.

Wie die Initianten um den ehemaligen Bundesratssprecher Oswald Sigg am Freitag vor den Medien in Bern erklärten, würde die neue automatische Mikrosteuer die Abschaffung der Mehrwertsteuer (Einnahmen von 23 Milliarden pro Jahr), der direkten Bundessteuer …

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