Wirtschaft
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«Kann Khan noch zur UBS?» – Ja, aber am ersten Arbeitstag drohen Tumulte

Am kommenden Dienstag soll Ex-CS-Banker Iqbal Khan bei der UBS starten. Doch es gibt Stimmen, die behaupten, er werde dort nicht auftauchen. Das stimmt allerdings nicht, wie CH-Media berichtet. Und: CS-Chef Tidjane Thiam bekommt Rückendeckung.

Patrik Müller / ch media



Bild

Will am Dienstag bei der UBS starten: Iqbal Khan. Keystone/watson

Man kann sich seinen ersten Arbeitstag bei einem neuen Arbeitgeber ruhiger vorstellen. Iqbal Khan, 43, der gefeierte Banker, der von der CS zur UBS wechselt, steht seit einer Woche in den Schlagzeilen. Beschattung durch furchteinflössende Gestalten, Verfolgungsjagd durch Zürich, Drohungen, Todesangst: Das waren Stichworte der Storys im In- und Ausland. «Man kann die Panik spüren», berichtete die Londoner «Financial Times» aus den Innereien der Credit Suisse, die Anfang kommender Woche bekanntgeben will, was die Untersuchung des Detektiv-Skandals ergeben hat.

Nun also bezieht der Mann, um den sich alles dreht, sein Büro am UBS-Sitz in Zürich. Er übernimmt dort am Dienstag, 1. Oktober, Co-Leiter der Sparte Global Wealth Management und Mitglied der Geschäftsleitung. Doch startet er dann wirklich, angesichts der Umstände? Das Finanzportal «Insideparadeplatz», das die Beschattungsaffäre vor einer Woche publik gemacht hat, titelt heute: «Kann Khan noch zur UBS?» Das Portal schreibt, der UBS sei der Wirbel um Khan unangenehm. Der neue Arbeitgeber distanziere sich gar – nicht von Khan als Person, aber vom Lärm um ihren von der Hauptkonkurrenz angeheuerten Topmann.

Das Portal bezieht sich auf Aussagen von UBS-Präsident Axel Weber. Er sagte auf Bloomberg-TV, die Khan-Affäre betreffe die UBS nicht. «Khan ist noch nicht bei uns», betonte Weber. Die UBS beobachte nur und kommentiere nicht. «Wir sind hier nicht Partei.» «Insideparadeplatz» deutet das als Distanzierung: «Weber hätte auch sagen könnten, dass Khan in seinen Augen ein Opfer sei und dieser sich nur gegen falsche Vorwürfe und inakzeptable Verfolgungsmethoden zur Wehr setzen würde.» Das tat Weber nicht.

«Khan freut sich sehr auf seinen Job bei der UBS»

Könnte es also sein, dass Khan am Dienstag nicht im UBS-Gebäude auftaucht? Nein!, sagt eine verlässliche Quelle am Freitagmorgen zu CH Media. «Iqbal Khan wird seinen Job wie geplant antreten. Er freut sich sehr darauf.» Wie aus UBS-Kreisen verlautet, rechnet man mit «logistischen Herausforderungen». Konkret: Angesichts des riesigen Medieninteresses werden wohl Fotografen und Paparazzi um den Paradeplatz schwirren und versuchen, Khan abzupassen. Gar von möglichen «tumultartigen Szenen» ist die Rede. Man werde aber «Wege finden», um Khan, der mittlerweile keinen Personenschutz mehr beansprucht, vom Trubel fernzuhalten und ihm diesbezüglich einen geordneten ersten Arbeitstag zu ermöglichen.

Tidjane Thiam, CEO of Credit Suisse, speaks at the Bloomberg Global Business Forum, Wednesday, Sept. 25, 2019, in New York. (AP Photo/Mark Lennihan)

CS-Chef Tidjane Thiam Bild: AP

Praktisch gleichzeitig mit Khans Start bei der UBS könnte die Credit Suisse die Ergebnisse ihrer internen Untersuchung der Beschattungsaffäre vorlegen. Die CS hat die Wirtschaftskanzlei Homburger mit der Untersuchung beauftragt. Diese hat Erfahrung mit Bankenskandalen: Jüngst überprüfte sie im Auftrag von Raiffeisen die Vorgänge in der Affäre Pierin Vincenz. Die Ergebnisse werden in Massnahmen münden: Die Rolle von CS-Chef Tidjane Thiam steht im Zentrum. Wenn er aktiv in die peinliche Detektiv-Aktion involviert war, könnte das seinen Job bedrohen. Andernfalls, so vermuten Insider, wird die CS wohl ein Bauernopfer suchen und jemanden auf tieferer Stufe entlassen.

Nachdem die Lage in den vergangenen Tagen für Thiam zunehmend ungemütlich wurde, kann er nun einen Zwischenerfolg verbuchen. Der grösste Aktionär, Harris Associates, stellt sich öffentlich hinter Thiam als CEO. Der Amerikaner David Herro, Vize-Präsident von Harris Associates, sagte zu «The Market», das Management sei dafür verantwortlich, das Eigentum des Unternehmens sowie seine Kunden und alle anderen Stakeholder zu schützen. «Dazu gehört auch die Sicherstellung, dass Verträge von Mitarbeitenden eingehalten werden, die das Unternehmen verlassen», sagte der Aktionärsvertreter mit Bezug auf den abtrünnigen Banker Khan. «Die Massnahmen der CS-Geschäftsleitung, um das Unternehmen zu schützen, unterstützen wir deshalb voll und ganz.»

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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ouioui 28.09.2019 10:29
    Highlight Highlight Grosse Buben in einem Anzug und weissem Hemd. Lächerlich.
  • critico 28.09.2019 09:03
    Highlight Highlight TT soll mal (mit seinen mitspielern) dorthin zurück wo er herkommt, dort gehen solche "spielereien", aber nicht hier einen solchen reputationsschaden des finanzplatzes inszenieren.
  • My Senf 27.09.2019 18:22
    Highlight Highlight Fragt sich langsam wer hier den kürzeren zieht bei der ganzen Geschichte. Die CS oder die UBS?
    Wenn das ganze sogar nicht extra so orchestriert wurde um Khan und die UBS gemeinsam zu schaden. Sprich, gleich 2 fliegen...
    Khan wäre zu normalen Zeiten, nach so einem Theater definitiv nicht tragbar für die UBS

    „Ein normalen“ ersten Arbeitstag, jaja
  • Leader 27.09.2019 17:45
    Highlight Highlight Ab wann genau gilt man als Starbanker?
  • Magnum 27.09.2019 16:18
    Highlight Highlight Das wäre mal was: Wenn sich die vereinigten Anzug- und Schlipsträger von CS und UBS auf dem Paradeplatz zum Showdown treffen, bewaffnet mit Dachlatten. Westside Story meets Finance.

    Oder mit welcher Art von Tumulten ist beim Stellenantritt von Khan sonst zu rechnen?
  • Freilos 27.09.2019 14:51
    Highlight Highlight Sorry, was hat Khan genau verbrochen?
  • N. Y. P. 27.09.2019 13:35
    Highlight Highlight Update :

    Noch 0,9 Scaramucci..
  • Pax Mauer 27.09.2019 13:17
    Highlight Highlight Kann Khan Can-Can?
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 27.09.2019 13:53
      Highlight Highlight Khan kann Can-Can.
    • runthehuber 29.09.2019 11:05
      Highlight Highlight Can-Can kann Khan?
  • so war es doch nicht gemeint 27.09.2019 13:16
    Highlight Highlight Ich hoffe schon, dass die beiden am ersten Arbeitstag von UBS-Boni-Banker nicht zur gleichen Uhrzeit von ihrem Domizil losfahren und es - unbeabsichtigt - zu einem Zusammentätschen ihrer Fahrzeuge kommt.
  • alessandro 27.09.2019 13:15
    Highlight Highlight Sorry schnäll... Ein "Starbanker"... Hab ich was verpasst?
  • Thomas G. 27.09.2019 13:02
    Highlight Highlight Geld abgezogen und an eine seriöse Schweizer Bank überwiesen. Mit solchen Leuten und Aktionären möchte ich nicht in Verbindung stehen. Schade, denn die SKA und später CS war mal eine verlässliche Grösse.
    • Pisti 27.09.2019 15:27
      Highlight Highlight Das ist aber schon mehr als ein Jahrzehnt her, dass die CS eine verlässliche Bank ist. Unter Rohner und Thiam wirds auch nicht besser werden.
    • Leader 27.09.2019 17:48
      Highlight Highlight Wo genau gibt es eine „seriöse“ Schweizer Bank?
  • dirirev 27.09.2019 12:59
    Highlight Highlight Wie kann es bei einer privaten Auseinandersetzung ein Bauernopfer geben? Es ist einzig und allein Thiams Schuld. Keiner seiner Banker oder Assistenten wohnt neben Khan oder hat ein (öffentliches) Problem mit ihm. Da geht die Karriere wohl wegen ein paar Bäumen oder einer zu hohen Hecke flöten. Dumm gelaufen..
  • Weggli 27.09.2019 12:16
    Highlight Highlight Dieses Theater um einen Banker. Wäre es stattdessen ein Metzger oder Schreiner, würde sich überhaupt jemand dafür interessieren? Schenkt doch diesen top bezahlten Managern nicht so viel Beachtung. Schenkt wenn schon ihren Salären mehr Beachtung
    • Leckerbissen 27.09.2019 13:38
      Highlight Highlight Ist halt schon etwas anderes, ob man metzget oder ob man in der GL eines der bedeutendsten SMI-Unternehmen sitzt.
    • famu 27.09.2019 18:07
      Highlight Highlight Naja es ist halt etwas anderes, wenn ein Metzger paar hundert Gramm Zürigschätzlets stiehlt, als ein Bänker Kunden im Wert von Millionen. Dann ist da noch der strategische Effekt zum Erzrivalen.
    • Peter Miese 27.09.2019 19:06
      Highlight Highlight @leckerbissen: und genau da wären wir beim Problem 🤷‍♀️
  • Dan Rifter 27.09.2019 12:13
    Highlight Highlight Boah.. was für ein Kindergarten.

    Dabei ist es völlig irrelevant, ob CS oder UBS oder welcher Grosskonzern auch immer.

    In vielen Chefetagen herrschen Eitelkeit, Futterneid und Narzissmus - kein Rappen für die Grossbanken von mir (ja, das kratzt die bestimmt) .. da lob ich mir die ZKB, wenngleich das auch keine Regionalbank ist.
    • drüber Nachgedacht 27.09.2019 14:13
      Highlight Highlight Ja in den Chefetagen wo die hohen Saläre gezahlt werden tummeln sich die kleinen Scheisser.
      Da kann es schon mal vorkommen, dass einen Tag lang zehn dieser Überbezahlten darüber streiten, wer das Büro mit Seesicht beziehen kann.
      Leute mit normalem Verstand und Gerechtigkeitssinn kommen gar nie an solche Positionen...
  • MeinAluhutBrennt 27.09.2019 12:09
    Highlight Highlight Ohne dummes steuerzahlendes CH-Volk hätten diese aufgeblasenen Alpha-Tierlis gar keinen Job!

    • dirirev 27.09.2019 13:19
      Highlight Highlight Ohne steuerzahlendes CH-Volk hätte in der Schweiz niemand einen Job, weil es schlicht keine Schweiz gäbe.
    • Leckerbissen 27.09.2019 13:39
      Highlight Highlight Ohne dummes steuerzahlendes CH-Volk gäbe es keine Grossbanken, ohne Grossbanken gäbe es keine (fast) KMU's und andere Unternehmen, ohne Unternehmen kein Lohn, ohne Lohn keine Steuern. Schöner Kreislauf :)

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