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Der Emmi-CEO erklärt, warum seine Produkte in der Schweiz teurer wurden



Der Milchverarbeiter Emmi hat den Umsatz im vergangenen Jahr erhöht. (Archivbild)

Bild: KEYSTONE

Der Milchverarbeiter Emmi zieht die Preisschraube leicht an. Er will höhere Kosten an den Detailhandel weiterreichen. Keine einfache Aufgabe: «Der Preisdruck ist immer noch brutal hoch», sagte Emmi-Chef Urs Riedener im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP. «Es gelingt uns aber durchaus, auch Preiserhöhungen durchzusetzen.»

Niemand könne Emmi verpflichten, seine Produkte mit Verlust zu verkaufen. «Dank unserer internationalen Aufstellung haben wir auch alternative Absatzkanäle.» Zudem spiele Emmi in die Hände, dass die Milch derzeit etwas knapper sei und es daher weniger billige Milch im Markt gebe. Allerdings gehe es nur um ganz geringe Aufschläge. So versuche Emmi etwa, bei unrentablen Produkten einen kostendeckenden Preis zu erzielen, bevor man deren Produktion einstelle.

Zufrieden mit Nachfolge von «Schoggigesetz»

Inzwischen macht Emmi zwar mit 52 Prozent leicht mehr Umsatz im Ausland als im Heimmarkt Schweiz. Allerdings wird immer noch rund 60 Prozent des Umsatzes in der Schweiz produziert. Das soll auch in Zukunft so bleiben, wie Riedener sagt: «Die Schweiz ist zwar auf den ersten Blick ein teurer Standort. Aber wir haben eine grosse Expertise hier.» Es werde auch durchaus mehr bezahlt für Qualität aus der Schweiz.

ARCHIV --- ZU DEN HALBJAHRESZAHLEN VON EMMI AM MITTWOCH, 28. AUGUST 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Der CEO von Emmi, Urs Riedener anlaesslich der Jahres-Bilanzmedienkonferenz des Milchverarbeiters Emmi vom Donnerstag, 28. Februar 2019, in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Urs Riedener. Bild: KEYSTONE

Beim Export von Caffè Latte hilft auch die Exportförderung über die Nachfolgelösung für das sogenannte «Schoggigesetz». Dabei verbilligt der Bund Schweizer Zutaten für exportierte Nahrungsmittel, damit sie international wettbewerbsfähig sind. Mit der Nachfolgelösung zeigte sich Riedener zufrieden: «Ich glaube, der Branche ist es gelungen, die Nachfolgelösung fürs Schoggigesetz sehr gut aufzusetzen.» Bei Emmi würden die Beiträge mithelfen, Drinks für ganz Europa in Ostermundigen herzustellen, so der Emmi-Chef. «Gruppenweit ist der Einfluss aber marginal, da gibt es andere Firmen, die deutlich mehr beziehen als wir.»

Neuer Markt in fünf Jahren

Weiter setzt Emmi weiter auf die Expansion im Ausland. 2019 ging es dabei kräftig vorwärts: In den USA kaufte Emmi eine Blauschimmelkäsefabrik, in Österreich die Mehrheit an der österreichischen Ziegenmilch-Firma Leeb und in Italien ein weiteres Dessertspezialitätenunternehmen. Zudem erhöhte Emmi in Brasilien die Beteiligung an einer Grossmolkerei und schloss seine chilenische Tochter mit einem Konkurrenten zusammen.

In den nächsten fünf Jahren will Riedener zudem nochmals einen neuen Markt erschliessen. «Wir haben aber gar keinen Druck», sagte er. Manchmal brauche es zudem Jahre, bis man das richtige Ziel habe. (aeg/sda/awp)

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