Wirtschaft
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Ehemalige Alpiq-Chefin erhielt im Freistellungsjahr 1,9 Millionen Franken



Die CEO von Alpiq Jasmin Staiblin spricht anlaesslich der Bilanzmedienkonferenz vom Montag, 7. Maerz 2016, im Hauptsitz in Olten. Der Energiekonzern Alpiq schreibt erneut tiefrote Zahlen. Der Reinverlust fuer das Geschaeftsjahr 2015 belaeuft sich auf 803 Millionen Franken. Bereits im Vorjahr hatte das Unternehmen einen Verlust von 902 Millionen Franken verbucht. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Jasmin Staiblin. Bild: KEYSTONE

Beim Energiekonzern Alpiq hat die ehemalige Chefin, Jasmin Staiblin, im vergangenen Jahr noch 1,9 Millionen Franken verdient, wie aus dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorging. Bloss: Sie war überhaupt nicht mehr für das Unternehmen tätig.

Denn Staiblin hatte das Unternehmen – nach sechs Jahren als CEO – bereits per Ende 2018 verlassen. Ihre Kündigungsfrist habe zwölf Monate betragen und während dieser Zeit sei sie von ihren Pflichten freigestellt gewesen, erklärte eine Sprecherin am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Die Zahlung ist nicht nur erwähnenswert angesichts des erneuten Verlusts, den Alpiq für 2019 eingefahren hat. Staiblin hatte sich zudem nach dem Verkauf des Industriegeschäfts an die französische Baugesellschaft Bouygues entschlossen, die Gesellschafft zu verlassen, weil diese damit erfolgreich transformiert worden sei. Allerdings befinden sich die Parteien immer noch im Streit über den Verkaufspreis. Sie verlangen jeweils eine Nachzahlung (Alpiq) beziehungsweise eine Rückzahlung (Bouygues) – ein unschönes Erbe.

Mehr als 2018

Staiblin verdiente 2019 ohne Arbeit sogar mehr als 2018, als sie noch Chefin war. Die Vergütung lag seinerzeit bei 1,84 Millionen. Der Bonus, der sich an der Leistung misst, erreicht fast 900'000 Franken. Wieso Staiblin im Jahre ihrer Freistellung mehr als 2018 verdiente, liess die Sprecherin unbeantwortet.

Staiblin habe das Unternehmen erfolgreich durch eine Transformationsphase geführt und den Turnaround der Alpiq-Gruppe erfolgreich umgesetzt, so die Sprecherin. Mit dem Abschluss dieser Transformationsphase sei ihr Entscheid, das Unternehmen zu verlassen, konsequent und nachvollziehbar gewesen.

«Alpiq hat Jasmin Staiblin aber zu keinem Zeitpunkt zu einem Abgang gedrängt.» Ihre Vergütung sei im Einklang mit dem Arbeitsvertrag, Reglementen und dem Gesetz ausbezahlt worden. (aeg/sda/awp)

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • KnechtRuprecht 02.03.2020 19:38
    Highlight Highlight „Der Bonus, der sich an der Leistung misst, erreicht fast 900'000 Franken.“

    Wie kann man einen Leistungsboni erhalten, wenn man nicht arbeitet?! 🤨

    Fragen über Fragen, und ein Affront sondergleichen gegenüber jedem Arbeitnehmer der gerade so durchkommt...
  • stadtzuercher 02.03.2020 19:34
    Highlight Highlight Geht doch. Bedingungsloses Grundeinkommen für die Bedürftigen. Congrats!
  • Patamat 02.03.2020 17:08
    Highlight Highlight Sie hat 2013, in ihrem ersten Jahr als Chefin der Alpiq, schon 1.8 Millionen erhalten (inkl. Antrittsprämie von 400'000.-), war aber 14 Wochen davon im Mutterschutz (d.h. jemand anderes hat für einen normalen Lohn ihren Job gemacht). Und nun kassiert sie während ihrer Freistellung mehr als im Jahr zuvor. Aber vielleicht ist sie ja mehr wert, wenn sie abwesend ist.
  • MeinAluhutBrennt 02.03.2020 16:33
    Highlight Highlight immerhin kann sie ja jetzt mal zu einem anständigen Frisör!
  • Pit100 02.03.2020 16:16
    Highlight Highlight Ein unhaltbares Vorgehen von diesen "Manager(in)"
    Seit Jahren im Minus, Teile davon mit Streitigkeiten verkauft und dann so was.
    Unglaublich!! Die nächsten, welche auch zu diesem Drecksgeschäft gehören, sind die Aktionäre... Ausser sie unterbinden solche Machenschaften!!
    Aber dort sind es vermutlich auch Manager, welche unter der gleichen Decke stecken.. Pfui!!!!
  • Lumpirr01 02.03.2020 14:40
    Highlight Highlight ja, wie soll man denn sowas nennen? Das ist ein absolter Affront gegenüber Allen, welche fürs tägliche Arbeiten 20 Mal weniger verdienen. So eine Schweinerei................
  • Noach 02.03.2020 14:26
    Highlight Highlight Was für eine Frechheit!
  • Töfflifahrer 02.03.2020 14:04
    Highlight Highlight Also die in den Teppichetagen haben das bedingungslose Grundeinkommen wohl schon seit einiger Zeit.
    Wird wohl Zeit, dass wir uns dies auch gönnen!
  • tzhkuda7 02.03.2020 13:38
    Highlight Highlight Wir müssen diese Leute heute zwangsweise "Manager" nennen

    Doch soll hierbei auch gesagt sein, das man diese Fähigkeit zuerst mal haben muss, eine funktionierende Firma an die Wand zu sparen oder sonstige Unternehmungen zu starten die zu Verlust auf Kosten der Mitarbeiter führen


    Früher nannte man solche Leute auch "raffgieriges asoziales Dreckpack", weiss nicht wieso man nicht vermehrt auf diesen Begriff zurück kommt

    Volker Pispers
  • Privilecheese 02.03.2020 13:19
    Highlight Highlight Erfolgreiche Transformation = 20% des Umsatz verkauft, um nur 10% weniger Verlust zu schreiben.
    Wo lernt man eigentlich so „schönfärben“?
  • Linus Luchs 02.03.2020 12:50
    Highlight Highlight 1,9 Millionen Franken fürs Nichtstun. Das ist so etwas wie das bedingungslose Grundeinkommen in der Abzockerliga.
    • daBoom 02.03.2020 18:45
      Highlight Highlight Naja in dem Jahr hat sie weniger schaden angerichtet als im Jahr 2018. Somit voll OK für mich.

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