Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bundesrat Johann Schneider-Ammann spricht zu den Medien nach einem Besuch beim Schweizerischen Nationalfonds, am Freitag, 11. April 2014 in Bern. Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat sich heute mit den fuehrenden Koepfen des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) getroffen. Themen waren der aktuelle Stand und das weitere Vorgehen bei den kurzfristig lancierten Uebergangsmass-nahmen des SNF (

Bundesrat Johann Schneider-Ammann auf Besuch beim Schweizerischen Nationalfonds.  Bild: KEYSTONE

Forschungsstandort Schweiz unter Druck

«Wenn die Schweiz die Beschäftigung erhalten will, muss sie innovativ und wettbewerbsfähig bleiben» 

Bei der Forschung hat die Abstimmung vom 9. Februar unmittelbar zu Kollateralschäden geführt. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) und das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) bemühen sich gemeinsam um Schadensbegrenzung. Politisch bleibt das Dossier vorerst blockiert. Auch Bundesrat Johann Schneider-Ammann konnte bei einem Besuch beim SNF am Freitag keine Entwarnung geben. Die EU habe stets klar gemacht, dass es beim Kroatien-Dossier Bewegung brauche, bevor wieder über Horizon 2020 gesprochen werden könne, sagte er gegenüber Medienvertretern.

Obwohl es positive Signale aus Brüssel gibt, ist es noch nicht so weit. Mit Resultaten sei frühestens in einigen Wochen zu rechnen, sagte Schneider-Ammann. Auch bei einem günstigen Verlauf wird es Zeit brauchen, bis der Bundesrat sein erklärtes Ziel erreicht hat: die vollständige Assoziierung an das EU-Förderprogramm Horizon 2020. Die EU hat entsprechende Verhandlungen abgebrochen, nachdem die Schweiz angekündigt hatte, das Protokoll zur Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien nicht unterzeichnen zu können.

Wer soll die Forschung künftig finanzieren?

«Die beste Forschung ist nicht gut genug.»

Bundesrat Johann Schneider-Ammann 

Bis diese Probleme gelöst sind, müssen Nationalfonds und Behörden dafür sorgen, dass der Forschungsbetrieb weiterläuft. Wenn die Schweiz die Beschäftigung erhalten wolle, müsse sie innovativ und wettbewerbsfähig bleiben, sagte Schneider-Ammann. «Das heisst, die beste Forschung ist nicht gut genug.» Wie diese genau finanziert werden soll, ist noch unklar. Das SBFI arbeitet derzeit an einer Übergangslösung, um Forschende in der Schweiz direkt finanzieren zu können. Die Übergangslösung könnte sich an der Kooperation mit der EU orientieren, die vor der Assoziierung der Schweiz ans Forschungsabkommen im Jahr 2004 bestanden hatte. Konkrete Vorschläge stellte Schneider-Ammann für Mai oder Juni in Aussicht.

Rascher reagiert hat der Nationalfonds: Da Schweizer Forschende seit Ende Februar beim Europäischen Forschungsrat (ERC) keine Gesuche für Fördergelder einreichen können, hat der SNF ein befristetes Förderinstrument für sie geschaffen. Dieses ist bis zum Ablauf der Eingabefrist rege genutzt worden. Insgesamt ersuchten 145 Forschende den SNF um Forschungsgelder im Umfang von 219 Millionen Franken. Wie viele dieser Projekte mit einem sogenannten «SNSF Starting Grants» über maximal 1,5 Millionen Franken gefördert werden, konnte SNF-Forschungsratspräsident Martin Vetterli nicht sagen. Die Gesuche würden derzeit geprüft. Entscheide sollen bis Ende 2014 fallen.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann, rechts, diskutiert mit Martin Vetterli, Praesident des Nationalen Forschungsrates des SNF, nach einem Besuch beim Schweizerischen Nationalfonds, am Freitag, 11. April 2014 in Bern. Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat sich heute mit den fuehrenden Koepfen des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) getroffen. Themen waren der aktuelle Stand und das weitere Vorgehen bei den kurzfristig lancierten Uebergangsmass-nahmen des SNF (

SNF-Forschungsratspräsident Martin Vetterli (links) und Bundesrat Schneider-Ammann. Bild: KEYSTONE

Mit über 500 Millionen Euro gefördert

Das Geld für diese Übergangsmassnahme kommt aus dem EU-Budget des SBFI, das nun nicht für EU-Forschungsprogramme verwendet wird. Ende April ist eine weitere Ausschreibung für ebenfalls befristete «SNSF Consolidator Grants» geplant. Diese sind für weiter fortgeschrittene Wissenschaftler mit sieben bis zwölf Jahren Erfahrung gedacht.

Vetterli sprach von einer «Notlösung». Der fehlende internationale Wettbewerb könne mittel- und langfristig nicht ersetzt werden. Zudem stünden mit der Übergangslösung weniger Mittel zur Verfügung als beim Europäischen Forschungsrat. Nach Angaben von Vetterli wurden Forschende in der Schweiz zwischen 2007 und 2013 vom ERC mit über 500 Millionen Euro gefördert – gut doppelt so viel, wie die Schweiz im selben Zeitraum beigesteuert hatte. (sza/sda)



Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Hansjörg Wyss erklärt seine Milliardenspende: «Trumps Umweltpolitik ist eine Katastrophe» 

Der in den USA lebende Schweizer Unternehmer Hansjörg Wyss hat eine Milliarde Dollar für den Umweltschutz gespendet. Im Interview erklärt er, warum er sich engagiert, weshalb er die Selbstbestimmungsinitiative der SVP ablehnt und wieso er nicht mehr ans WEF reist.

Er sorgte diese Woche weltweit für Schlagzeilen: Der Berner Milliardär Hansjörg Wyss schrieb in der «New York Times», dass wir den Planeten retten müssen – und er deswegen eine Milliarde Dollar für den Umweltschutz spendet. Was treibt einen Menschen an, der Milliarden für gute Zwecke ausgibt?

Herr Wyss, was gab den Ausschlag, gerade jetzt so viel Geld für die Umwelt bereitzustellen?

Hansjörg Wyss: Das war eine gemeinsame Idee von meiner Stiftung, der gemeinnützige Organisation «The Nature …

Artikel lesen
Link to Article