Wirtschaft
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Schweiz bei der Wettbewerbsfähigkeit jetzt in den Top 3 – USA nur noch 10.



Die Schweiz zählt in Sachen Wettbewerbsfähigkeit nach wie vor zu den Topnationen. Sie ist in einem vom Lausanner Management-Institut IMD erstellten internationalen Ranking sogar um einen Rang auf den dritten Platz vorgestossen. Besser schneiden nur Singapur und Dänemark ab.

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Die Top-5 des am Dienstag veröffentlichten World Competitiveness Reports 2020 komplettieren mit den Niederlanden und Hongkong zwei weitere eher kleine Staaten. Das habe unter anderem damit zu tun, dass sich kleine Nationen oft besser als andere in einem sich verändernden Umfeld zurecht finden, erklärte IMD-Ökonom José Caballero im Gespräch mit AWP.

Die Topnationen hätten sich während des Handelsstreits zwischen den USA und China also gut geschlagen, resümierte Caballero. Die beiden Kontrahenten im Handelsstreit fielen dagegen deutlich zurück: Die USA rutschten um sieben Ränge auf den zehnten Platz und China um sechs auf den zwanzigsten Platz ab.

Die USA standen über Jahre an der Spitze des IMD-Rankings und wurden dort erst im letzten Jahr von Singapur abgelöst. Die Handelsstreitigkeiten mit China dämpften zuletzt die Wachstumsaussichten der weltweit grössten Volkswirtschaft.

Schweiz auf dem Vormarsch

Die Schweiz hat sich dagegen im IMD-Rating, in dem die Wettbewerbsfähigkeit von 63 Nationen verglichen wird, in den letzten Jahren stetig verbessert. In den vergangenen zwei Erhebungen rückte sie zunächst vom fünften auf den vierten Platz und nun gar auf den dritten Rang vor.

Als grosses Plus führen die Experten des Instituts die «robusten» Handelsbeziehungen der Schweiz mit dem Ausland an. Sie hätten massgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg beigetragen. Weitere Erfolgsfaktoren seien das effiziente und transparente Politsystem oder auch die sehr guten Infrastrukturen.

Auch im Umgang mit den Folgen der Corona-Pandemie, deren Einfluss allerdings noch nicht in die aktuelle Auswertung geflossen ist, seien rasches politisches Handeln und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft wichtig, sagte Caballero weiter. Voraussetzungen, welche die Schweiz mit ihrer Konkordanz-Kultur und der stabilen Wirtschaft erfülle.

Berufslehre als Trumpf

Weiter profitiere die Schweizer Volkswirtschaft von «optimalen» Rahmenbedingungen für die Wissenschaft sowie einem gut verankerten Gesundheits- und Bildungssystem. Sehr gut schneide das Land im internationalen Vergleich etwa auch gemessen an der geringen Arbeitslosigkeit, der tiefen Verschuldung oder dem dualen Bildungssystem ab.

Die Berufslehre sei ein wichtiger Faktor für die Stabilität des Arbeitsmarkts und die allgemeine Entwicklung der Wirtschaft, erklärte der IMD-Ökonom. Der Aufbau ähnlicher Systeme hätten etwa auch bei den Spitzennationen Singapur und Dänemark Erfolge gezeigt.

Verglichen mit dem Vorjahr konnte sich die Schweiz in Unterkategorien wie der Budgetpolitik, der geringen Inflation, der Langzeitarbeitslosigkeit oder in Sachen gut ausgebildeter Arbeitnehmer verbessern. Zudem wuchs die Zahl und Dichte «aktiver» Patente.

Auf der Gegenseite rangiert die Schweiz betreffend dem hohen Preisniveau und den hohen Lebenshaltungskosten weit hinten im Ranking. Das sei allerdings ein «Trade Off», den der hohe Lebensstandard gepaart mit den guten und robusten Infrastrukturen im Land mit sich bringe, erklärte Caballero.

Das seit 1989 erhobene IMD-Weltwettbewerbsranking umfasst 235 Indikatoren zu total 63 Volkswirtschaften. Die Rangliste berücksichtigt eine Vielzahl von «harten» Statistiken wie Arbeitslosigkeit, BIP und Staatsausgaben für Gesundheit und Bildung sowie «weiche» Faktoren zu Themen wie sozialem Zusammenhalt, Globalisierung oder Korruption. Zu diesen Themen wurden Daten zusammengetragen und Führungskräfte in der Wirtschaft befragt. (aeg/sda/awp)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • aglio e olio 16.06.2020 18:46
    Highlight Highlight Wettbewerbsfähigkeit, uh yeah. Dumm nur, dass Wettbewerbe i.d.R. mehr Verlierer als Gewinner hervorbringen. Zumindest nach gängiger Lesart. Und diese vollbringen dann ein „Kunststück“ nach dem anderen um aufzuholen.
    Schneller, höher, weiter, besser dreht sich die Spirale und die Menschen die da nicht mithalten können bleiben halt auf der Strecke.
    Wie wäre es denn mal mit globaler Zusammenarbeit und der Möglichkeit der Teilhabe für alle?
    • aglio e olio 17.06.2020 12:51
      Highlight Highlight Als Ergänzung: Wettbewerb finde ich nicht per se schlecht. Er wirkt motivierend und führt auch zu Innovativen.
      Es ist der permanente, hohe Wettbewerbsdruck der zunehmend die negativen Seiten hervorbringt.
  • Ludwig van 16.06.2020 14:44
    Highlight Highlight Ich empöre mich! Auf meiner Coop Tasche waren Grillsachen und sogar ein Bier drauf. Das ist sexistisch, verherrlicht Alkoholismus und das Töten von Tieren.

    Man kann sich natürlich über jede Tasche empören, aber warum empören sich viele ganz besonders über diese Migros-Tasche? Ist es weil die Bilder so bizarr sind? Was genau ist so schlimm daran?

    Es gibt deutlich schlechtere Motive über die sich niemand empört. Es ist entweder die Nacktheit oder die Absurdität. Aber im Vergleich zu anderen Taschen finde ich die hier sogar ziemlich harmlos.

    • SgtRambooo 16.06.2020 16:04
      Highlight Highlight Flascher Artikel...
  • Ludwig van 16.06.2020 13:53
    Highlight Highlight Jedes Land, dass sich von der Aussenwelt abschottet, scheitert. Das Extrembeispiel ist Nordkorea. Die Schweiz und Singapur sind Beispiele von Ländern die International sehr vernetzt sind und durch die Globalisierung reich geworden sind.
  • GoldjungeKrater 16.06.2020 13:13
    Highlight Highlight Das sind tolle News! 💪
  • Cirrum 16.06.2020 13:01
    Highlight Highlight Tönt vielleicht gut, aber es basiert auf einem System, das nur auf Wachstum und Profit aus ist und dementsprchend die Menschen ständig unter Druck sind und im Vordergrund nur Arbeit und Leistung, statt Leben und Gesundheit steht...
    • freeLCT 16.06.2020 13:27
      Highlight Highlight @Cirrum:

      Meinst du die Schweiz?
      Oder bist du generell der Meinung, dass die Leute noch zu viel davon behalten dürfen, was sie selbst erarbeiten?
    • bebby 16.06.2020 13:45
      Highlight Highlight Etliche Länder in der Top Ten können sich ein gutes Gesundheitssystem leisten. Abgeschottete Länder eher nicht.
    • Ludwig van 16.06.2020 13:56
      Highlight Highlight Wir haben heute weniger Druck als früher. Bei der jüngeren Generation ist es normal zu sagen, dass man nur noch 80% arbeiten will um einen zusätzlichen Tag frei zu haben, vor ein paar Jahrzehnten wäre man wohl komisch angeschaut worden. Das können wir uns heute leisten weil wir viel produktiver sind als früher. Damals hätte schlicht das Geld nicht gereicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • trichie 16.06.2020 12:00
    Highlight Highlight Jetzt muss nur noch das IMD sicherstellen, dass ein "gewisser Präsident" sieht wie sich sein Land in ihrer Studie während seiner Regentschaft entwickelt hat, und wir alle können Popcorn holen - das wird Entertainment pur :-)
  • freeLCT 16.06.2020 11:45
    Highlight Highlight Singapur auf dem ersten Platz, mein Herz geht auf.
    Xi Jinping wird das wohl nicht lustig finden.
    Und wohlmöglich ebenso nicht all die Globis hier, welche den Kapitalismus abgeschafft sehen wollen.

    Seht nur was eine freie Marktwirtschaft alles anrichten kann.
    • Ian Cognito 16.06.2020 16:57
      Highlight Highlight LOL... also erstaunt dich, dass eines der kapitalistischsten Länder der Welt in einer Rangliste über die WETTBEWERBSfähigkeit einen oberen Platz belegt... und du möchtest dann daraus noch Erkenntnisse über den Erfolg des Kapitalismus ziehen? Guter Witz, sehr guter Witz!

Offen gesagt

«Liebe Frau Amherd, wir müssen reden ...»

Sollte die Schweizer Stimmbevölkerung die Beschaffung neuer Kampfjets Ende September auch im zweiten Anlauf ablehnen, wäre das gut für die Schweiz. Sie könnte dann die längst überfällige sicherheitspolitische General-Debatte führen.

Liebe Frau Amherd

Herzliche Gratulation zu den jüngsten «Polls», wie man in Amerika sagen würde. 58 Prozent der Stimmberechtigten gedenken laut einer Tamedia-Umfrage, den Kredit für die Kampfflugzeuge mit «Ja» oder «Eher Ja» anzunehmen.

Aber wie sagt man so schön? «It's not over, until it's over», und solche Abstimmungsbarometer wirken ja eher mobilisierend auf das Lager, das gerade im Rückstand ist.

Für Sie hoffe ich natürlich, dass Sie Ihr erstes grosses Geschäft als Verteidigungsministerin …

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