Wirtschaft
Schweiz

Hacker erpressen Schweizer Zahnbürsten-Firma Trisa

Produktion von Zahnbuersten der Trisa AG, aufgenommen am 16. November 2012 in Triengen, Luzern, Schweiz. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Der Hersteller der Trisa-Zahnbürsten wird erpresst.Bild: KEYSTONE

Kriminelle erpressen Zahnbürstenhersteller Trisa

Trisa ist Opfer einer Hackerattacke geworden. Unter den kopierten Daten könnten sich Kunden- und Mitarbeiterdaten befinden.
10.02.2026, 04:3310.02.2026, 13:27
Maurizio Minetti / ch media

Immer wieder werden Schweizer Unternehmen von Cyberkriminellen angegriffen und erpresst. Nun hat es den Luzerner Bürstenhersteller Trisa mit Sitz in Triengen erwischt. Wie das Branchenportal Inside-IT berichtet, wurde das Familienunternehmen von einer Ransomware-Bande mit dem Namen Lynx attackiert.

Solche Ransomware-Angriffe haben das Ziel, Unternehmensdaten zu verschlüsseln oder zu stehlen und die betroffene Firma dazu zu zwingen, Lösegeld zu zahlen, damit die Daten nicht veröffentlicht werden.

Angeblich 1 TB an Daten gestohlen

Trisa bestätigte am Montag gegenüber «Inside-IT» die Attacke. «Einem Ransomware-Angreifer gelang es für kurze Zeit, in klar abgegrenzte und eng limitierte Bereiche des IT-Systems von Trisa einzudringen», schreibt die Kommunikationsstelle. «Dank sofort eingeleiteter Massnahmen blieben der laufende Betrieb und unsere Lieferfähigkeit zu jedem Zeitpunkt uneingeschränkt gewährleistet», heisst es weiter.

Die Cyberkriminellen behaupten im Darkweb, ein Datenpaket von über 1 Terabyte erbeutet zu haben. Im Schreiben vom 4. Februar steht:

«Sie haben sieben Tage Zeit, uns zu kontaktieren»

Als Beweis veröffentlichten die Hacker eine Reihe von Screenshots, wie eine deutsche Website meldete, die Sicherheitsvorfälle verfolgt.

trisa drohung
Die Drohung gegenüber Trisa im Darkweb.Bild: zvg

Trisa hat Anzeige erstattet

Gegenüber «Inside-IT» liess Trisa ausrichten: «Ein eng begrenzter Teil von Unternehmensdaten – weniger als 1 Prozent – wurde kopiert, worunter sich auch Kunden- und Mitarbeiterdaten befinden können. Alle Mitarbeitenden wurden proaktiv informiert.» Den gesetzlichen Meldepflichten sei man umgehend nachgekommen. Die ergriffenen Massnahmen würden greifen.

«Sämtliche IT-Systeme funktionieren einwandfrei und werden weiterhin kontinuierlich durch interne wie auch externe Sicherheitsexperten überwacht, um mögliche Folgeangriffe frühzeitig zu erkennen und konsequent zu unterbinden», betont die Kommunikationsstelle. Trisa-Chef Adrian Pfenniger bestätigt den Angriff auf Anfrage von CH Media. Er verweist auf ein Statement auf der eigenen Website. Darin heisst es ergänzend zu den obigen Informationen, man habe Anzeige erstattet.

Der deutsche IT-Blogger Günter Born schreibt in einem Blogeintrag, bei der «Lynx»-Ransomware handle es sich um eine hochentwickelte Malware-Bedrohung. Die Malware werde seit Mitte 2024 auf Ransomware-as-a-Service-Basis von verschiedenen Cyber-Gruppen eingesetzt und es seien über 20 Opfer bekannt.

Trisa ist nicht das erste Schweizer Opfer von Lynx. Laut «Inside-IT» hackte die Ransomware-Band im März 2025 bereits den Industriekonzern Adval Tech mit Sitz im bernischen Niederwangen. Auf Lösegeldforderungen sei Adval Tech zu keinem Zeitpunkt eingegangen.

(aargauerzeitung.ch)

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So läuft eine Ransomware-Attacke ab
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So läuft eine Ransomware-Attacke ab
2021 machte watson publik, dass die am Genfersee gelegene Waadtländer Gemeinde Rolle von einem massiven Daten-Leak betroffen war – die Folge einer Ransomware-Attacke. In dieser Bildstrecke erfährst du, wie ein solcher Hackerangriff abläuft. Die wenigsten Leute wissen, was kriminelle Eindringlinge in fremden IT-Systemen so alles treiben.
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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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jederkannetwastun
10.02.2026 06:08registriert März 2022
Interessant wäre auch zu erfahren, ob da wirklich die IT direkt mit "brute force“ gehackt wurde. Weil in 99% der Fälle knacken Angreifer heutzutage bildlich gesprochen nicht den Tresor, sondern sie bringen einen Mitarbeiter dazu, ihnen den Schlüssel zu geben. D. h., die beste Firewall nutzt der Firma gar nichts, wenn ein Mitarbeiter via Social Engineering dazu gebracht wird, dem Angreifer den "Schlüssel“ zu geben. Der Mensch ist das schwächste Glied. S.a. Mark T. Hofmann Die Psychologie von Hackern und Scammern.
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Loeffel
10.02.2026 06:46registriert Oktober 2016
Easy. Locker bleiben. Macht einfach wie die Kollegen von Bernina:

„Bernina lässt Cyber-Erpresser auflaufen“.
https://www.leaderdigital.ch/news/bernina-laesst-cyber-erpresser-auflaufen-9181.html
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The Barbarian
10.02.2026 06:49registriert Oktober 2025
Sehr gut, dass hier Anzeige erstattet wurde. Die Polizei löst sehr, sehe viele Fälle von Cyberangriffen. Die Medien sind voll mit Nachrichten, wie die Polizei wieder einmal Cyberkriminelle gefasst hat. Das wirkt abschreckend. Auch gegen Cybermobbing ist die Polizei aktiv und sehr erfolgreich unterwegs. Weiter so. Keine Chance den Abzockern. Den Kriminellen muss klar gemacht werden, wer abzocken darf und wer nicht. Für Ordnung, Sicherheit , Liebe und Freiheit!
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