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Fluggaeste warten mit Atemschutzmasken vor einem Check-In Schalter aufgenommen anlaesslich des Schutzkonzeptes vom Flughafen Zuerich, aufgenommen am Donnerstag, 28. Mai 2020 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Der Flughafen Zürich investiert in sein Schutzkonzept im Kampf gegen Corona. Bild: keystone

UV-Licht gegen Viren und Bakterien: Flughafen Zürich rüstet auf im Kampf gegen Corona

Für eine reinere Reise: Bahnhöfe und Flughäfen bemühen sich darum, ihre Infrastruktur häufiger zu desinfizieren. Der Landesflughafen in Kloten geht nun neue Wege. Das freut einen anderen Schweizer Grosskonzern.

Benjamin Weinmann / ch media



Normalerweise würde dieser Tage an Schweizer Flughäfen Hochbetrieb herrschen. Doch der Flugbetrieb kommt weltweit nur sehr langsam in die Gänge. Zu gross scheint die Angst bei den Ferienhungrigen, sich während der Reise anzustecken oder im Ausland wegen plötzlicher Grenzschliessungen festzustecken.

Umso mehr ist die Reise-Industrie bemüht, ihren Kunden ein möglichst sorgenfreies Reiseerlebnis zu ermöglichen. Der Flughafen Zürich reagierte rasch und installierte zahlreiche Desinfektionsspender, Selecta-Automaten mit Gesichtsmasken und lancierte zuletzt einen neuen Putzroboter.

Nun investiert der Flughafen in eine längerfristige Massnahme: In den kommenden Wochen werden die meistbenutzten Rolltreppen mit einem System ausgerüstet, das die Handläufe mit Hilfe ultravioletten Lichts (UV) desinfiziert. In einem ersten Schritt kommen 16 der rund 100 Rolltreppen in Zürich-Kloten zum Zug. Noch ist von einem Test die Rede, doch langfristig sollen alle die neue Reinigungstechnologie aufweisen, sagt die Sprecherin. Dabei handelt es sich um Hochdruck-Lampen mit ultraviolettem Licht, die Viren und Bakterien entgegenwirken.

Die UV-Lampen sind direkt in der Rolltreppe integriert, so dass die Oberflächen der Banden desinfiziert an die Luft kommen.

© Schindler, zvg

Die UV-Lampen sind direkt in der Rolltreppe integriert, so dass die Oberflächen der Banden desinfiziert an die Luft kommen. Bild: Schindler, zvg

Da UV-Strahlung für Haut und Augen schädlich ist, sind die Geräte inwendig angebracht und desinfizieren die Handläufe, bevor sie wieder an die Oberfläche kommen, wo sie von den rund 86000 Passagieren, die zu normalen Zeiten täglich am Flughafen verkehren, angefasst werden. Pro Rolltreppe kostet die Installation einen mittleren, vierstelligen Betrag, sagt die Sprecherin.

Basel winkt ab, Genf zeigt Interesse

Der Basler Euroairport hat die UV-Technologie laut einer Sprecherin geprüft, sich aber dagegen entschieden, da die manuelle Reinigung umfassender sei. Der Flughafen Genf zieht das System für seine 59 Rolltreppen hingegen in Erwägung, wie ein Sprecher auf Anfrage sagt. Das UV-Licht sei auch ein Thema für die Desinfizierung der Plastikbehälter bei der Sicherheitskontrolle, da es nicht möglich sei, diese nach jeder Benutzung von Hand zu reinigen. Das Zürcher Shoppingcenter Glatt prüft das System ebenso.

Anbieter von UV-Technologie weisen darauf hin, dass Covid-19 vergleichbare Strukturen wie Sars oder andere Coronaviren aufweist. Deshalb könne man mit grösster Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die UV-Strahlung, die in Spitälern sei längerem verwendet wird, auch bei diesem Virus wirke. Unabhängige, wissenschaftliche Studien dazu sind hingegen noch Mangelware.

«Die wittern nun natürlich das grosse Geschäft»

Klar ist, dass sich mit der Angst vor dem Virus für manche Firmen neue Chancen ergeben. «Wir erhalten ständig Angebote für neue Reinigungstechnologien», sagt der Chef eines bekannten Detailhändlers. «Die wittern nun natürlich das grosse Geschäft.»

Eine davon ist der Liftbauer Schindler aus Ebikon LU. Erst kürzlich lancierte die Firma eine ganze Reihe von neuen Systemen unter dem Titel «Clean Mobility Solutions». Dazu gehören auch die UV-Lampen für die Rolltreppen, wie sie am Flughafen Zürich bald installiert werden. An den deutschen Bahnhöfen Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf, Berlin und Dresden seien sie bereits im Einsatz, sagt eine Sprecherin.

SBB vertrauen auf bisheriges Schutzkonzept

Die SBB geben sich hingegen zurückhaltend und verweisen auf das aktuelle Schutzkonzept im öffentlichen Verkehr, welches das Reisen sicher mache. Man habe die Reinigung der Fahrzeuge und Bahnhöfe massiv verstärkt, speziell Stellen, mit denen Kunden direkt in Berührung kommen. Dazu gehörten auch die Handläufe der rund 310 Rolltreppen in Schweizer Bahnhöfen. Die UV-Technologie sei deshalb aktuell kein Thema, sagt ein SBB-Sprecher.

Damit sich die Pendler weiterhin regelmässig die Hände waschen können, sei die Benützung WC-Center in den grösseren Bahnhöfen bis auf weiteres gratis. Zudem bleiben die zusätzlich installierten Desinfektionsspender ebenfalls stehen. Man orientiere sich an den Angaben des Bundes. Sollte dieser die Strategie ändern, würden auch die SBB ihr Schutzkonzept anpassen.

Ein Putzroboter reinigt den Boden aufgenommen anlaesslich des Schutzkonzeptes vom Flughafen Zuerich, aufgenommen am Donnerstag, 28. Mai 2020 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Seit Mai ist dieser Putzroboter am Flughafen Zürich im Einsatz Bild: keystone

(aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • dmark 18.07.2020 14:11
    Highlight Highlight UV-C ist ne feine Sache gegen Keime, ergänzt aber nur die restlichen Massnahmen zur Hygiene.
    Habe mir bereits Anfang des Jahres eine mobile UV-C Lampe besorgt, um ab und an mal Handy, Tastatur, Türgriffe, Handläufe usw. zu bestrahlen.
    Ist mit Vorsicht zu handhaben, weil die Haut und Augen empfindlich reagieren können. Also, niemals rein schauen oder mit kurzen Hosen Handläufe o.ä. bestrahlen.
    UV-C ist eine ganz andere Nummer als z.B. so ein Geldscheinprüfer.

    https://www.bfs.de/DE/themen/opt/anwendung-alltag-technik/uv/uv-c-strahlung/uv-c-desinfektion_node.html
  • Mat_BL 18.07.2020 11:19
    Highlight Highlight "Selecta-Automaten mit Gesichtsmasken"

    Okey. Ich war gerade Ende Juni in Griechenland und dort gibt's am Eingang von grösseren Supermärkten sog. "Health-Points" mit gratis Desinfektionsmittel, Masken und Handschuhen. Die Kunden können sich bedienen wenn sie das gerne möchten.

    Geht natürlich in der CH nicht, denn:
    1.) würden die Masken wohl gehamstert und
    2.) wenn man Geld verdienen kann, warum denn nicht?
    • Michele80 19.07.2020 09:01
      Highlight Highlight Ich verstehe deine Punkte 1) und 2) voll und ganz! Ich find die Selekta Automaten aber eine gute Lösung, wenns gratis nicht geht. Vor allem weil sie nicht nur 1x Maske anbieten, sondern verschiedene Typen (und Preisklassen), Desinfektionsmittel, Handschuhe, etc. Sprich der ganze Selekta Automat ist umgerüstet. Fand ich praktisch!
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 19.07.2020 09:50
      Highlight Highlight @Mat...und warum genau sollten Migros Coop etc. nun genau Masken verschenken?
  • iudex 18.07.2020 11:15
    Highlight Highlight Schön, dass es trotz Corona ein Sommerloch 2020 gibt.
  • ikbcse 18.07.2020 10:45
    Highlight Highlight «(...) Zu gross scheint die Angst bei den Ferienhungrigen, sich während der Reise anzustecken oder im Ausland wegen plötzlicher Grenzschliessungen festzustecken (...)»

    Der meisten Menschen Angst ist wohl eher das Zweite; Ersteres wird dem individuellen Trieb klar untergeordnet.
  • Lupe 18.07.2020 08:34
    Highlight Highlight In einen (1) Putzroboter investiert, ist ja super, so ein Ding für den ganzen Flughafen...
    • tellmewhy 18.07.2020 12:03
      Highlight Highlight Ich tippe auch auf versteckte Sparmassnahmen mit Hilfe von High-Tech.
      "Der Basler Euroairport hat die UV-Technologie laut einer Sprecherin geprüft, sich aber dagegen entschieden, da die manuelle Reinigung umfassender sei." --> Sprich, Putzen ist umfangreicher.

      Der ZRH Flughafen schneidet bei mir schlecht ab, keiner trug Masken (1. Juli Wochenende), Abstände wurden nicht eingehalten, keine praktikablen Ordungssysteme im Wartebereich.
      In Deutschland Flughäfen Hamburg / Düsseldorf funktionierte alles dahingegen sehr sicher und entspannt. Ich flieg so schnell nicht mehr ab ZRH.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 19.07.2020 09:47
      Highlight Highlight Lieber nicht noch mehr menschliche Reinigungskräfte weg rationalisieren mit Putzrobotern.
  • Baumi72 18.07.2020 08:01
    Highlight Highlight Das zielt in die Grundidee, sämtliche Viren und Bakterien der Welt zu eliminieren.

    Wie naiv und als Mensch überheblich muss man sein, dieses Ziel zu verfolgen?

    Lieber Mensch, bei diesem Vorhaben wirst Du kläglich scheitern.

    Darum: Kill das Virus von innen.
    Benutzer Bild
    • lilie 18.07.2020 10:19
      Highlight Highlight @Baumi: An einem Flughafen wuseln 10'000 von Menschen jeden Tag durch und fassen überall hin, da kommt irgendwann das stärkste Immunsystem nicht mehr dagegen an.

      Steht ja auch, man solle weiterhin auf gute Hygiene achten. Hier leistet der Flughafen einen (sehr bescheidenen) Beitrag dazu.
    • Kubod 18.07.2020 11:41
      Highlight Highlight Man kann das eine tun und das andere nicht lassen.
      Dank Impfungen und den richtigen Massnachmen sind wir heute pockenfrei.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Pocken
      Am 8. Mai 1980 konnte die WHO die Welt für pockenfrei erklären.
      Die Menschheit kann vieles.
      Ich seh die Impfgegner als Menschheitsfeinde.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 19.07.2020 09:55
      Highlight Highlight @Baumi...wenn ich mich nicht irre gibt es keine wissenschaftliche Studie welche abschliessend belegt, was eine gesunde Ernährung ist.
      Die genügende Menge Wasser wird alle halb Jahre neu definiert.
      Ok bei Bewegung, aber ob Sport sein muss ?
      Beim Schlaf wieder das Thema was genügend denn ist.
      Auch bei Stress gilt es noch zwischen positivem und negativem Stress zu unterscheiden.
      Nebst Hygiene ganz wichtig
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