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Veränderte Risikowahrnehmung: Wie der Ukraine-Konflikt Börsen belastet

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Börsen reagieren auf die steigenden Spannungen bei der Ukraine-Krise.Bild: keystone

Veränderte Risikowahrnehmung: Wie der Ukraine-Konflikt die Börsen belastet

Steigende Risikoprämien und die Aussicht auf noch höhere Energiepreise bringen konjunktursensitive Titel unter Druck. Die Geldpolitik rückt im Moment in den Hintergrund.
15.02.2022, 05:24
Daniel Zulauf / ch media
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Unter dem Eindruck einer sich zuspitzenden Krise in der Ukraine haben die europäischen Aktienmärkte die negative Vorgabe aus den USA vom vergangenen Freitag übernommen und weiter an Boden verloren. Das gestiegene Risiko eines Waffenganges habe die Anatomie des Börsenverlaufes kurzfristig verändert, sagt Anastassios Frangulidis, Investmentstratege bei der Genfer Privatbank Pictet. Die unsichere Lage führe zu steigenden Risikoprämien und damit auch zu tieferen Kursen bei Aktien von Unternehmen mit konjunkturexponierten Geschäftsmodellen.

Dementsprechend weisen derzeit auch in der Schweiz zahlreiche Aktien von Industrieunternehmen wie Sulzer, Rieter, Von Roll, ABB, Komax oder Dätwyler überdurchschnittliche Verluste auf. Der SMI wie auch der breitere SPI verloren am Montag je 1.7 Prozent.

Industrieaktien unter Druck

Ausschlaggebend für den Anstieg der Risikoprämien ist die Flucht der Investoren in sichere Anlagen. Das Phänomen zeigt sich beispielhaft am Renditeverlauf von Schweizer Bundesobligationen mit zehnjähriger Laufzeit. Diese haben sich von ihrem zwischenzeitlichen Höchststand von 0.314 Prozent vom vergangenen Freitag entfernt und bewegen sich inzwischen noch bei rund 0.25 Prozent. Die Aussicht auf steigende Energiepreise sei eine potenzielle Belastung für den Konsum und somit für die Konjunktur, erklärt Frangulidis.

Die Börsenkorrekturen in den ersten Wochen des Jahres waren primär von der Aussicht auf höhere Leitzinsen vorab der US-Notenbank getrieben. Als Folge davon korrigierten damals vor allem sogenannte Wachstumstitel, die auf der Grundlage des Ultratiefzinsumfeldes der vergangenen Jahre rekordhohe Bewertungen erreichen konnten. Deshalb liegen die Börsenhighflyers der vergangenen Jahre wie Bachem, Straumann oder Sika in der Perfomance-Rangliste seit Jahresbeginn mit Verlusten zwischen 20 Prozent und 30 Prozent ganz weit hinten.

Noch sieht Frangulidis aber keine Anzeichen für eine Konjunkturwende und somit für eine länger anhaltende Börsenkorrektur. Die Weltwirtschaft wachse vorerst weiter über ihrem Potenzial, für eine grundsätzliche Änderung dieses Bildes gäbe es derzeit keine starken Signale. (aargauerzeitung.ch)

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