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Zalando preist mit Mager-Models Jeans an – die Facebook-Community setzt mit Shitstorm Druck auf

Die Diskussion über zu dünne Models ist neu entfacht. Der Grund: Auf Zalando werden Jeans von sehr mageren Frauen präsentiert. Eine Kundin machte ihrem Ärger via Facebook Luft. Nun muss Zalando reagieren.



zalando screenshots facebook

Am 22. Juni hatte dieses Angebot noch bestanden, inzwischen wurden die Bilder gelöscht. Bild: Screenshot zalando

Dass Modeanbieter sich heutzutage keinen Gefallen damit tun, wenn sie ihre Ware von zu dünnen Frauen präsentieren lassen, ist inzwischen bekannt. Immer wieder geraten Labels deswegen in Verruf. Das hielt den Online-Riesen Zalando jedoch nicht davon ab, auf seiner Webpage Jeans anzubieten, die von sehr mageren Frauen präsentiert werden.

Doch nun hat eine Kundin dafür gesorgt, dass Zalando handeln muss. Denn mit ihrem Posting auf der Facebook-Seite des Online-Shops hat die Frau einen mittelschweren Shitstorm ausgelöst.

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Das sind die Bilder, um die es konkret geht:

Zalando reagiert nur zögerlich

Der Eintrag der genervten Kundin wurde inzwischen mehr als 28'000 Mal gelikt, über 400 Mal geteilt und mehr als 600 Mal kommentiert. Sowohl auf das Posting selbst als auch auf einen Grossteil der Kommentare von anderen Usern hat die Social-Media-Abteilung von Zalando reagiert. 

Jedoch versucht es das Unternehmen zunächst einmal mit einer einfachen Entschuldigung:

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Nachdem die Facebook-Community nicht nachgibt, folgt dann in einem zweiten Schritt ein Schuldeingeständnis. Dabei richtet sich Zalando wieder direkt an die Person, von der die Beschwerde ausgegangen war:

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Bild: Screenshot Facebook

Unter Druck folgt die Löschung

Doch was heisst das konkret? Wenn man sich eingesteht, einen Fehler gemacht zu haben – bedeutet das nicht auch, dass man etwas dagegen unternehmen sollte? Am Montagnachmittag erkundigt sich watson bei Zalando, ob die Bilder nun gelöscht werden. Das umstrittene Inserat ist zu diesem Zeitpunkt nämlich noch immer online. Die Anfrage bleibt unbeantwortet.

Am selben Abend liefert das Unternehmen dann aber – wiederum in der Kommentarspalte der inzwischen endlos langen Facebook-Diskussion – ein Update. Man will die fragwürdigen Bilder durch andere Fotos ersetzen:

zalando screenshots facebook

Bild: Screenshot Facebook

Und tatsächlich: Am Dienstagmorgen sind die umstrittenen Fotos nicht mehr auf der Website von Zalando zu finden. Wer sich jedoch durch das Angebot klickt, findet zahlreiche Bilder von anderen sehr dünnen Frauen, über die man ebenfalls streiten könnte.

Laut des Statements auf Facebook will das Unternehmen «in den nächsten Tagen den ganzen Shop nach ähnlichen Bildern» absuchen und dafür sorgen, dass für diese Produkte neue Fotos aufgenommen werden.

Auf die Anfrage von watson, wie lang dieses Prozedere wohl dauern werde, ist bis jetzt wiederum keine Antwort eingegangen.

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • leandramelanie 24.06.2015 11:31
    Highlight Highlight Ich störe mich eigentlich nur an den dünnen Models, weil ich dann nicht einschätzen kann, wie das Kleidungsstück an mir aussieht. Ansonsten verstehe ich die Kritik nicht ganz. Es stört sich ja schließlich auch keiner an Plus Size Models...
  • Hans Jürg 23.06.2015 19:03
    Highlight Highlight Mir scheint, da ist dem Grafiker sein Photoshop ausgeflippt.
  • Nick Name 23.06.2015 16:18
    Highlight Highlight Wer auch nur ein letztes Restchen Verantwortung übernimmt, kauft schon gar nicht bei Zalando (und vielen weiteren Anbietern) ein, bevor diese ihr weitgehend rücksichtslos menschen- und ressourcenverschleissendes Handeln/Wirtschaften ändern.
    Natürlich, ein Problem ist auch, dass es im Ganzen noch zu wenige gibt, die überhaupt anders handeln. Aber einige gibt es (mache jetzt hier keine Werbung). Und vor allem: Die meisten von uns, wir, du, ich, haben Möglichkeiten, anders zu handeln.
    Also: los!
    Jetzt.
    • Kyle C. 23.06.2015 16:54
      Highlight Highlight Sie haben Recht. Aber es mangelt nicht nur am Willen, sondern auch an der praktischen Umsetzbarkeit. Die Probleme im Textilbereich fangen ja nicht erst bei zalando an, sondern schon viel früher. Und da kann man erst recht von "menschenverschleissend" sprechen. Ab wann soll der Konsument Verantwortung übernehmen, wenn er sich seine Kleider nicht selbst stricken will? Zusammenfassend sind wir tagtäglich, eigentlich zu jedem Zeitpunkt des Tages, mit dubios produzierten Konsumgütern konfrontiert. Eine ethisch korrekte Haltung ist erstrebenswert, aber in der Masse nur schwer umzusetzen. Leider.
    • Nick Name 23.06.2015 17:36
      Highlight Highlight Sie haben Recht – auch. Aber ich stelle jetzt mal die nicht sehr mutige Hypothese auf, dass in unseren Breitengraden fast jede(r) noch einigen Spielraum hat zu handeln. Geschähe das, würde sich auch auf Anbieterseite etwas mehr tun.
      Geschähe, würde ...
  • Kyle C. 23.06.2015 16:15
    Highlight Highlight Auf dem Bild ist eine sehr schlanke Frau zu sehen wie es viele andere auch gibt. So what? Haben Frauen mit einer solchen Figur kein Anrecht Kleider in ihrer Grösse bei zalando zu bestellen? Und nach welchen medizinischen Massstäben diagnostiziert watson hier Magersucht? Mit ihrem Kommentar, man soll den Models mehr zu essen geben, disqualifiziert sich die Schreiberin m.M.n. gleich selbst, weswegen ich die Reaktion von zalando mindestens genau so verfehlt finde.
  • peerem 23.06.2015 15:50
    Highlight Highlight Auf den betreffenden Bildern sieht das abgebildete Model zweifelsfrei und damit im Artikel treffend bezeichnet "sehr mager" aus.

    Dass im Titel allerdings von "magersüchtigen Models" die Rede ist, finde ich sehr, sehr schade und ungerecht. Wie kommt ihr dazu, einem Menschen, so schlank er auch sein mag, ohne Weiteres eine psychische Störung wie Anorexia nervosa [Magersucht] zu unterstellen?

    Leider verkauft sich solch ein Titel natürlich viel besser, das ist klar.

    Aber: Es geht hier um Menschen und um Würde, vielleicht macht ihr euch darüber mal Gedanken. Denn jeder Mensch hat Würde verdient!
    • peerem 23.06.2015 16:19
      Highlight Highlight Titel wurde mittlerweile abgeändert.
    • Belmont 24.06.2015 00:19
      Highlight Highlight Ich muss dir zustimmen, vorallem denke ich da an das Model selber, welche höchstwahrscheinlich diesen ganzen Shitstorm mitgesehen und erlebt hat.
      Wie muss sie sich wohl fühlen, auf jeder zweiten Zeile als "magersüchtig" und "viel zu dünn" betitelt zu werden? Bei plus size models ist es wiederum ein anscheinend sozialgesellschaftlicher Fortschritt. Diese Doppelmoral...
  • stadtzuercher 23.06.2015 15:40
    Highlight Highlight watson, bringt doch mal was über die arbeitsbedingungen bei zalando. damit nicht nur zalando ein schlechtes gewissen hat, sondern auch die kundinnen, die da mitmachen.

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