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Medical staff work in COVID-19 area of the Nouvel Hospital Civil of Strasbourg, eastern France, Tuesday, Sept.15, 2020. France is grappling with the double headache of trying revive its COVID-battered economy while also curbing the steady climb in infections spread during summer months when vacationers let their guard down and picked up by increased testing. (AP Photo/Jean-Francois Badias)

Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist in der Lage, verschiedene Bereiche des Körpers anzugreifen – so auch das Gehirn und das Nervensystem. Bild: keystone

Wie das Coronavirus ins Gehirn gelangt

Das Coronavirus kann auch das Gehirn angreifen und so neurologische Ausfälle wie Riechstörungen bis hin zu Schlaganfällen verursachen. Forscher der deutschen Charité haben dafür eine mögliche Erklärung gefunden.

Melanie Weiner / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Schon länger ist bekannt, dass viele Covid-19-Patienten unter neurologischen Symptomen wie Geruchs- und Geschmacksverlust leiden. Neben diesen oft lange andauernden Beschwerden kann eine Corona-Infektion offenbar auch schwerwiegendere Folgen haben.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) kann es zu «diffusen Hirnschädigungen mit neurologischen und psychiatrischen Auffälligkeiten, zu einer Entzündung von Gehirn und Rückenmark oder zu Schlaganfällen kommen».

Das Kuriose sei dabei, dass nicht nur Covid-19-Patienten mit Herz-Kreislauf-Risiken einen Schlaganfall erleiden würden. Auch bei jungen, «gefässgesunden» Menschen könne ein Hirnschlag auftreten.

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Studie: Grosse Mehrheit nach Covid-19 nicht beschwerdefrei

Beunruhigend sei zudem die Erkenntnis, dass die neurologischen Symptome oft länger bestehen bleiben. Das zeigte eine Studie aus Italien, die bereits im Juli im englischsprachigen Fachblatt «JAMA» veröffentlicht wurde. Sie untersuchte, ob und welche Beschwerden bei Covid-19-Patienten nach der Klinikentlassung bestehen blieben. 87 Prozent der Erkrankten wiesen im Nachgang noch Symptome auf.

Die häufigsten neurologischen Folgen waren dieser Studie zufolge:

Studie der Berliner Charité: Wie SARS-CoV-2 ins Gehirn gelangt

Wie genau das Coronavirus ins Gehirn vordringen kann, war aber lange unklar. Experten der Neuropathologie, Pathologie, Rechtsmedizin, Virologie und der klinischen Versorgung an der Berliner Charité haben nun neue Erkenntnisse dazu im Fachmagazin «Nature Neuroscience» veröffentlicht.

Demnach gelangt das Coronavirus über die Nervenzellen der Riechschleimhaut direkt von der Nase ins Gehirn. Die Riechschleimhaut befindet sich in den oberen Nasenmuscheln, am sogenannten Nasendach auf beiden Seiten der oberen Nasenscheidewand. Auf ihr liegen rund zehn Millionen Riechzellen, wie der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte erklärt.

Das Forscherteam um Prof. Dr. Frank Heppner, Direktor der Neuropathologie der Charité, untersuchte 33 Gewebeproben von Personen, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben waren – im Schnitt in einem Alter von knapp 72 Jahren. Mit modernsten Methoden analysierten die Wissenschaftler Proben aus der Riechschleimhaut sowie vier verschiedenen Hirnregionen.

Das Ergebnis: Sie konnten intakte Viruspartikel in verschiedenen Strukturen nachweisen, die Auge, Mund und Nase mit dem Hirnstamm verbinden. Die höchste Viruslast zeigte sich dabei in der Riechschleimhaut. «Auf Basis dieser Daten gehen wir davon aus, dass SARS-CoV-2  die Riechschleimhaut als Eintrittspforte ins Gehirn benutzen kann», heisst es einer Mitteilung. Gleichzeitig erklärt dies den Forschern zufolge die häufigen Störungen des Riech- und Geschmackssinns bei einer Corona-Infektion.

Wie breitet sich Corona von den Nervenzellen aus?

Allerdings geben die Forscher zu bedenken, dass bei der Studie nur verstorbene Covid-19-Patienten untersucht wurden, die zu Lebzeiten einen schweren Verlauf erlitten. Auf mittlere oder leichte Verläufe könne sie also nicht übertragen werden.

Weiterhin unklar ist auch, wie genau sich das Virus von den Nervenzellen ausbreitet. Das Forscherteam gehe davon aus, dass es «von Nervenzelle zu Nervenzelle» wandere, um das Gehirn zu erreichen. Aber auch ein Transport über das Blutgefässsystem sei möglich, wie Daten der Studie belegen. Ähnlich verbreiten sich auch Herpes-simplex-Viren oder das Tollwut verursachende Rabiesvirus.

Verwendete Quellen:

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