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Verlängerte Reaktionszeit, erhöhte Unfallgefahr: «Texting while Driving» ist gefährlich. Bild: Shutterstock

SMS-Schreiben am Steuer ist so schlimm wie Blaufahren mit 1,5 Promille

Smartphones lenken Autofahrer noch viel mehr ab als herkömmliche Handys. Wer beim Fahren telefoniert, simst oder surft, hat ein höheres Unfallrisiko als ein Blaufahrer, wie eine belgische Studie zeigt. 

05.08.15, 18:39


Eigentlich wissen es alle: Das Handy sollte man beim Fahren nicht in die Finger nehmen, denn damit steigt das Unfallrisiko. Diesen Befund stützen auch die Ergebnisse einer neuen Studie des Belgischen Instituts für Verkehrssicherheit (BIVV) über Ablenkung im Verkehr.  

Telefonieren hinter dem Steuer führt dazu, dass die Reaktionszeit sich verlängert und die Kontrolle über das Fahrzeug abnimmt. Zudem verringert sich das sogenannte Situationsbewusstsein, was dazu führt, dass Veränderungen im Verkehr weniger schnell bemerkt werden. Manche Fahrer kompensieren dies – oft unbewusst – dadurch, dass sie langsamer fahren und einen grösseren Abstand einhalten. 

Freisprechanlagen sind nicht sicher

Nicht ohne Grund: Wer während der Fahrt mit dem Handy telefoniert, geht ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko ein. Gemäss der belgischen Studie ist es viermal höher. Die schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) geht sogar von einem fünfmal höheren Risiko aus. Nur wenig sicherer sind die – legalen – Freisprechanlagen, wie Uwe Ewert von der BfU erklärt: Das Unfallrisiko sei immer noch viermal höher als bei nicht-telefonierenden Fahrern.  

Im Blindflug unterwegs

Noch gefährlicher ist das sogenannte «Texting while driving», also das Schreiben von SMS oder auch das Surfen während des Fahrens. Hier ist der Fahrer nicht nur geistig und motorisch abgelenkt, sondern wendet auch noch den Blick von der Strasse ab. Nach Angaben der BfU dauert dies im Durchschnitt fünf Sekunden. In dieser Zeit legt ein Auto innerorts bei Tempo 50 fast 80 Meter zurück – quasi im Blindflug. 

Kampagne

Der Schweizerische Versicherungsverband SVV und der Touring Club Schweiz TCS haben im Auftrag des Fonds für Verkehrssicherheit FVS eine nationale Präventionskampagne für weniger Ablenkung und mehr Sicherheit im Strassenverkehr durchgeführt. Wobei nicht nur telefonieren oder SMS schreiben beim Fahren ablenken, sondern auch das Navi einstellen oder Gegenstände im Handschuhfach suchen. 
www.augen-auf-die-strasse.ch

TCS-Kampagne «Augen auf die Strasse». YouTube/TCS Schweiz-Suisse-Svizzero

Entsprechend hoch ist das Risiko: Es ist um das 23-Fache erhöht, diesen Wert nennt sowohl die belgische Studie wie die BfU. Das entspricht dem Risiko, das jemand eingeht, der sich mit 1,5 Promille Alkohol im Blut hinter das Steuer setzt. Schon 0,5 Promille genügen bei Lenkern zwischen 25 und 65 Jahren für ein verdoppeltes Unfallrisiko. 

Die Mehrheit der Autolenker ist sich dieser Gefahren bewusst: 60 Prozent der Schweizer Bevölkerung halten «Texting while driving» für sehr gefährlich, sagt Ewert. Die unter 30-Jährigen sind allerdings bedeutend risikofreudiger: Nur 38 Prozent von ihnen findet simsen während der Fahrt gefährlich. 

Smartphones sind noch gefährlicher

Dennoch greifen viele Fahrer munter zum Handy. In Belgien, wo laut der Studie sogar 85 Prozent der Fahrer das Telefonieren während der Fahrt als gefährlich einstuft, tun es 26 Prozent von diesen trotzdem. In der Schweiz geben gemäss BfU 17 Prozent an, dass sie Text-Messaging (inklusive SMS) während der Fahrt betreiben (international liegen die Werte je nach Untersuchung zwischen 12 und 16 Prozent). Für die Handy-Nutzung inklusive telefonieren betragen die Werte 19 Prozent. Und bei der Nutzung von Freisprechanlagen sind es sogar 32 Prozent

Umfrage

Was machst du während des Fahrens?

  • Abstimmen

128 Votes zu: Was machst du während des Fahrens?

  • 3%Telefonieren ohne Freisprechanlage
  • 35%Telefonieren mit Freisprechanlage
  • 2%SMS lesen
  • 2%SMS schreiben
  • 0%Surfen
  • 12%Alles oben Erwähnte
  • 39%Nichts davon
  • 6%Ich fahre nicht Auto

SMS schreiben ist gefährlicher als sie nur lesen. Dieser Befund der Studie leuchtet unmittelbar ein. Noch gefährlicher ist es, wenn das Gerät ein Smartphone ist: Die glatte Oberfläche des Touchscreens erfordert stärkere visuelle Aufmerksamkeit, was den Fahrer also noch mehr ablenkt. Zudem kann man ein Smartphone auch vielfältiger verwenden als ein herkömmliches Handy. Etwas auf Social Media posten beeinflusst das Fahrverhalten laut der Studie negativer als nur SMS schreiben. 

Sicherheit im Strassenverkehr

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Quiz: Auto-Mythen – welche sind wahr?

1.Die Verkehrsinfrastruktur der Schweiz nimmt etwa so viel Platz in Anspruch wie die gesamte Wohnfläche des Landes.
shutterstock
Stimmt
Stimmt nicht
2.Autofahren ist eine Männerdomäne? So ein Quatsch! In der Schweiz sind Frauen und Männer etwa gleich viel mit dem Auto unterwegs.
Stimmt
Stimmt nicht
3.Junglenker im Alter zwischen 18 und 24 waren im Jahr 2012 für einen Drittel aller Verkehrsunfälle verantwortlich.
KEYSTONE
Stimmt
Stimmt nicht – sie waren für mehr verantwortlich
Stimmt nicht – sie waren für weniger verantwortlich
4.Die wohl ausdauerndste Fahrschülerin der Welt stammt aus Grossbritannien. Sie hat 33 Jahre gebraucht, um ihren Führerausweis zu machen.
shutterstock
Stimmt
Stimmt nicht
5.Auf Schweizer Strassen kommt alle 36 Stunden ein Mensch ums Leben.
KEYSTONE
Stimmt
Stimmt nicht
6.Bei einer Erhebung im Jahr 2012 kam heraus, dass sich mehr als die Hälfte der Schweizer wünscht, dass noch mehr Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden.
KEYSTONE
Stimmt
Stimmt nicht
7.Ab einer Geschwindigkeit von 180 km/h könnten Formel-1-Piloten (theoretisch) kopfüber an der Decke fahren, ohne herunterzufallen.
Stimmt
Stimmt nicht
8.Von einem Unfallschwerpunkt spricht man, wenn an einem bestimmten Ort innerhalb von drei Jahren die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden einen gewissen Grenzwert übersteigt. Nur 3 Prozent aller Unfallschwerpunkte in der Schweiz befinden sich im Autobahnnetz.
Wikipedia
Stimmt
Stimmt nicht
9.Der Bugatti Veyron kann nur 30 Minuten lang Vollgas fahren, weil dann sein 100-Liter-Tank leer ist.
X00493
Stimmt
Stimmt nicht, der Tank ist schon nach 15 Minuten leer
Stimmt nicht, der Tank ist erst nach einer Stunde leer
10.Zählt man alle Staus zusammen, die im Jahr 2014 in der Schweiz registriert worden sind, kommt man sage und schreibe auf knapp zweieinhalb Jahre.
KEYSTONE
Stimmt
Stimmt nicht, die Zahl ist noch höher
Stimmt nicht, die Zahl ist niedriger

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1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • saukaibli 06.08.2015 08:43
    Highlight Dann wäre es jetzt an der Zeit Auto fahrende SMS-Schreiber gleich hart zu bestrafen wie besoffene Fahrer. Mindestens 3 Monate Ausweisentzug für eine vollkommen unnötige Gefährdung anderen Verkehrsteilnehmer und Fussgänger.
    3 0 Melden

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«WALL·E» lässt grüssen.

Diese Aufnahme, die Seán Doran am Sonntag geteilt hat, zeigt den Curiosity Rover inmitten eines marsianischen Staubsturms. Ähnlich wie die meisten Fotos, die der Rover teile, sehe es gleichzeitig real und jenseitig aus, kommentiert CNet.

Und damit zur weltbewegenden Frage:

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Kurzfassung: Es handelt sich um eine Bildkombination. Der Computer hat die ausfahrbare Kamerahalterung durch einen Zusammenschnitt mehrere Fotos verschwinden lassen.

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