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Manche Eltern eines übergewichtigen Kindes fürchten gar, es könnte zu dünn werden. Bild: Shutterstock

Das Unübersehbare übersehen

Die Hälfte der Eltern von dicken Kindern sieht deren Übergewicht nicht



Rund 14 Millionen Kinder in Europa sind zu dick, und jedes Jahr kommen etwa 400'000 dazu. Die Schweiz ist keine Ausnahme: Hier ist jedes fünfte Kind übergewichtig; fünf Prozent der Kinder sind sogar krankhaft fettsüchtig. 

Kinder leiden zudem doppelt unter ihrem Übergewicht: Es schadet ihrer Gesundheit, und es macht sie oft zur Zielscheibe von Spott. Umso wichtiger ist es, dass Eltern rechtzeitig erkennen, wenn ihr Nachwuchs zu viele Kilos zulegt. 

Dies ist offenbar häufig nicht der Fall – zumindest nicht in Europa: Etwa die Hälfte der Eltern in Nord- und Mitteleuropa, die übergewichtige Kinder haben, halten ihr Kind für normalgewichtig. In Südeuropa sind es sogar 75 Prozent. 

Verzerrte Wahrnehmung der Realität

Zu diesem irritierenden Befund kommt Susann Regber von der Universität von Göteborg in Schweden. In ihrer Dissertation zeigt die ursprünglich als Kinderkrankenschwester ausgebildete Doktorandin zudem, dass 40 Prozent der Eltern mit einem übergewichtigen Kind Angst davor haben, dass es zu dünn werden könnte. Bei Eltern, deren Kind tatsächlich bereits untergewichtig ist, beträgt dieser Wert lediglich 33 Prozent. 

Regbers Dissertation ist Teil der gross angelegten europäischen Studie IDEFICS, in der 16'220 Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren untersucht wurden. 1800 von ihnen leben in Partille, Alingsås und Mölndal in der Nähe von Göteborg. 

«Viele Eltern sehen ganz einfach die Gewichtszunahme nicht.»

Susann Regber

Objektive Informationen

Die Doktorandin bat die Eltern zuerst, das Gewicht und den Gesundheitszustand ihres Kindes einzuschätzen. Zudem sollten sie mitteilen, ob sie sich Sorgen machten, dass ihr Kind über- oder untergewichtig werden könnte. Die Wahrnehmung der Eltern wurde danach mit den tatsächlich gemessenen Befunden abgeglichen. 

«Viele Eltern sehen ganz einfach die Gewichtszunahme nicht und sind von objektiven Informationen abhängig, zum Beispiel von Sozialzentren für Kinder oder vom schulärztlichen Dienst», sagt Regber. Eine simple Massnahme wäre beispielsweise, den Eltern bei Konsultationen stets die Kurve des Body Mass Index (BMI) zu zeigen. 

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