Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Es gibt Spinnen, die sitzen in ihrem Netz und warten darauf, dass sich ihre Beute darin verfängt - und es gibt Spinnen, die ihr Netz aktiv als Waffe einsetzen, um sich in rasender Geschwindigkeit zu ihrer Beute zu katapultieren.

Bild: zvg

Das? Das ist nur eine Spinne, die sich ein Katapult gebaut hat



Es gibt Spinnen, die sitzen in ihrem Netz und warten darauf, dass sich ihre Beute darin verfängt – und es gibt Spinnen, die ihr Netz aktiv als Waffe einsetzen, um sich in rasender Geschwindigkeit zu ihrer Beute zu katapultieren.

US-Wissenschaftlern ist es nun gelungen, mit Hilfe einer hochauflösenden Kamera die Technik dieser Spinnenart, Hyptiotes cavatus, unter Laborbedingungen zu untersuchen. Ausser dieser Spinnenart ist nur noch der Mensch in der Lage, seine Muskelkraft mit Hilfe eines externen Mechanismus zu vervielfachen, wie die Forscher im Fachmagazin PNAS schreiben.

Und so arbeitet die Spinne:

abspielen

Video: YouTube/AFP news agency

«Die Spinne nutzt ihre Muskeln, um einen Faden ihres dreieckigen Netzes immer weiter zu spannen - so wie wir unseren Arm nutzen, um eine Bogensehne zu spannen», sagte die Co-Autorin des Artikels, Sarah Han.

Dann verharre sie in dieser Position, bis eine Beute mit dem Netz in Berührung komme – manchmal über mehrere Stunden lang. Spürt die Spinne die Beute, lässt sie die Spannung frei, Netz und Spinne rasen mit grosser Geschwindigkeit auf die Beute zu. Diese verheddert sich zunächst in den Fäden und die Spinne wird zu ihrer Beute katapultiert.

Wie hält die Spinne die Spannung?

Mit dem Beutezug aus der Distanz vermindert die Spinne laut Han ihr eigenes Verletzungsrisiko – vergleichbar mit den Menschen, die zu diesem Zweck Katapulte erfunden haben. Die Beschleunigung, die die Spinne auf diese Weise erreicht, entspricht nach Angaben der Forscher 400 Mal ihrer Körperlänge pro Sekunde oder 772.85 Meter pro Quadratsekunde.

Nach Angaben der Forscher könnte die Spinne diese Beschleunigung allein mit ihrer Muskelkraft niemals erreichen. Nach den Worten von Forscherin Han ist es das erste Mal, dass diese Technik Gegenstand einer wissenschaftlichen Studie ist.

«Vielleicht hat die Spinne etwas erfunden, das auch wir nutzen können»

Sarah Han

«Bisher war uns nur wenig darüber bekannt», sagte die Doktorandin an der Universität von Akron (US-Bundesstaat Ohio). «Auch anderen Leuten war es schon aufgefallen und sie haben von ihren Beobachtungen berichtet, aber bisher hat noch niemand dies quantifiziert».

Ein Rätsel aber konnten auch Han und ihre Kollegen nicht klären: Wie es der Spinne gelingt, die Spannung im Netz über Stunden aufrechtzuerhalten, ohne dabei zu ermüden. Die Forscher konnten den «Fang-Mechanismus» bisher noch nicht entschlüsseln, sagt Han. Sie vermutet eine neue Technik, die eines Tages für die Menschen nutzbar gemacht werden könnte: «Vielleicht hat die Spinne etwas erfunden, das auch wir nutzen können». (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die wundervolle Farbenpracht der Pfauenspinne

Dein Albtraum wird wahr

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7

Wie unser Hunger auf Lachs den Planeten zerstört

Schweine, die in viel zu schmale Metallboxen gesperrt ihr Dasein fristen, Puten, die so stark gemästet werden, dass unter ihrem Gewicht die Beine brechen, und Hühner, die sich in der Enge ihrer Ställe gegenseitig das Gefieder aufpicken: Bilder aus der Massentierhaltung schockieren – und verderben immer mehr Menschen den Appetit auf Barbecue und Sonntagsbraten.

Manch einer greift da im Supermarkt vielleicht lieber nach dem Lachs – der springt vor seinem bitteren Ende wenigstens freudig durch …

Artikel lesen
Link zum Artikel