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A supplied image obtained Thursday, July 19, 2012 of pumice rafting the south-west pacific. A Queensland University of Technology research team led by geologist Dr Scott Bryan tracked the flow of volcanic debris known as pumice from the volcanic eruption in Tonga in August 2006. It made its way to our shores seven to eight months later. Aboard this debris was a host of stow away marine life from thousands of kilometres away including tiny corals, crabs, and other reef dwellers. (AAP Image/QUT, Erika Fish) NO ARCHIVING, EDITORIAL USE ONLY

Teppich aus schwimmenden Bimssteinen. Bild: QUT

Meterdicke Bimsstein-Flösse auf dem Meer

Forscher entwickeln Routen-Modell für treibendes Vulkangestein

Immer wieder treiben nach unterseeischen Vulkanausbrüchen gewaltige Teppiche porösen und damit sehr leichten Vulkangesteins auf dem Meer. Entdeckt und gemeldet werden diese Ansammlungen bisher meist zufällig. Ein Computermodell soll dies ändern.



Sie können meterdick und Tausende Quadratkilometer gross sein: Bimsstein-Teppiche, die nach vulkanischen Eruptionen am Meeresboden entstehen und auf dem Meer treiben. Ein Vorhersagemodell soll nun Schiffe vor den scharfkantigen Brocken schützen helfen.

Für einen 400 Quadratkilometer grossen Bimssteinteppich habe es die Route sehr gut vorhergesagt, berichten Forscher im Fachjournal «Nature Communications». Auf Basis solcher Daten könne es frühe Warnungen für Schiffe und Häfen geben.

Hochauflösendes Modell

Die Wissenschaftler um Martin Jutzeler vom National Oceanography Centre in Southampton (Grossbritannien) hatten ihr Computermodell nach einem besonders eindrucksvollen unterseeischen Vulkanausbruch erprobt: der Eruption des Havre im Südwestpazifik im Juli 2012. Innerhalb eines Tages entstand eine Hunderte Quadratkilometer umfassende, bis zu 60 Zentimeter hohe Ansammlung schwimmender Bimssteine.

Jutzeler und seinen Kollegen gelang es, die Ausbreitung und Drift sowie die Dicke dieses Teppichs in den darauffolgenden Monaten mit einem hochauflösenden Modell der Meeresströmungen nachzubilden. Die Richtigkeit ihrer Berechnungen bestätigten sie in den Monaten nach dem Ausbruch durch Satellitenbilder und Beobachtungen von Schiffsbesatzungen.

Ein Bimsstein-Teppich so gross wie Frankreich

Nach drei Monaten Drift hatten sich die Brocken des Teppichs auf mehr als 550'000 Quadratkilometern verteilt – das entspricht der Fläche Frankreichs.

Bimssteinflösse treiben nach unterseeischen Vulkanausbrüchen manchmal jahrelang übers Meer und können dabei Schifffahrtsrouten blockieren und Schiffe beschädigen. Die Teppiche stellen dadurch ein erhebliches kommerzielles Risiko dar. Obwohl sie nicht selten sind, ist über ihre Ausbreitung auf den Ozeanen nur wenig bekannt, auch Vorhersagesysteme gibt es nicht.

Die Ausbreitung und Drift eines Bimssteinteppiches hängt von Strömungen und Wind, aber auch seinem Entstehungsort, seiner Grösse und Zusammensetzung sowie der Nähe zur Küste ab. Jutzeler und seine Kollegen wollen nun bei künftigen unterseeischen Vulkanausbrüchen die Reise der Bimssteinteppiche vorhersagen und so Schiffe und Häfen in der Region schützen helfen. Das Modell könne auch für anderes Treibgut wie Müllteppiche eingesetzt werden. (dhr/sda)

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