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Ehepaare mit unterschiedlichen Nachnamen gelten als wenig liebevoll

Ehepaare mit unterschiedlichen Nachnamen gelten als wenig liebevoll

06.03.2023, 15:4806.03.2023, 15:48
Eltern und ihre Tochter lÀcheln in die Kamera.
Trotz aller Fortschritte in der Gleichberechtigung werden Paare, die mit Geschlechternormen brechen, nach wie vor schlechter beurteilt.Bild: Shutterstock

Bei den Ehenamen wirken starre Konventionen - und Frauen, die bei der Heirat nicht den Nachnamen ihres Manns annehmen, werden als weniger liebende Partnerinnen wahrgenommen. Zu diesem Ergebnis kommt nach Angaben vom Montag eine Studie von Kristin Kelley, einer Forscherin des Wissenschaftszentrum Berlin fĂŒr Sozialforschung (WZB). Diese untersuchte in den USA, ob die Wahl des Ehenamens beeinflusst, wie heterosexuelle Frauen und MĂ€nner von Aussenstehenden als Ehepartnerinnen beziehungsweise -partner beurteilt werden.

Die Soziologin fand heraus, dass Frauen, die bei der Heirat ihren Nachnamen behielten, von den Befragten als weniger engagiert, weniger liebevoll und weiter entfernt vom Ideal der Ehefrau angesehen wurden. Diese negative Bewertung betraf demnach auch Frauen, die sich nach der Hochzeit fĂŒr einen Doppelnamen entschieden hatten.

Auch MÀnner wurden schlechter angesehen, wenn sie gegen die Tradition entscheiden, aber in geringerem Ausmass als ihre Partnerinnen. So gelten MÀnner, deren Ehefrauen weiterhin ihren alten Nachnamen tragen, als weniger engagierte und liebevolle Partner. MÀnner, die einen Nachnamen mit Bindestrich tragen, wurden zwar als weiter vom idealen Ehemann entfernt angesehen, aber nicht als weniger engagiert beziehungsweise liebevoll im Vergleich zu jenen, deren Ehefrauen ihre Namen Ànderten.

«Trotz aller Fortschritte»

Die Untersuchung zeigt laut WZB, dass Frauen und MÀnner als liebevollere Partnerinnen oder Partner angesehen werden, wenn sie sich bei der Namenswahl an konventionelle geschlechtsspezifische Normen halten. «Trotz aller Fortschritte in der Gleichberechtigung werden Paare, die mit Geschlechternormen brechen, nach wie vor schlechter beurteilt», erklÀrte Studienautorin Kelley dazu.

Die Soziologin bat fĂŒr ihr Experiment gut 500 reprĂ€sentativ ausgewĂ€hlte Menschen in den USA, die Namenswahl von drei fiktiven Ehepaaren zu bewerten. Bei Paar eins hatte die Frau den Namen des Manns angenommen, beim zweiten Paar hatten die Ehepartner ihre Namen behalten, die Partner von Paar drei trugen ihre Namen mit Bindestrich. (sda/afp)

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29 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Patsia
06.03.2023 16:08registriert Juni 2016
"[...] weiter entfernt vom Ideal der Ehefrau angesehen wurden"

Sehr gut, einen weiteren Grund den Namen NICHT zu Ă€ndern 😅
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Linus Luchs
06.03.2023 16:59registriert Juli 2014
Dieses Experiment zeigt vor allem auf, dass die «gut 500 reprÀsentativ ausgewÀhlte Menschen in den USA» mehrheitlich noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind.
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Herr Ole
06.03.2023 16:05registriert Dezember 2017
Traurig. Dabei ist es doch nur mĂŒhsam, seinen Namen zu Ă€ndern.
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