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10'000 Schritte ist für viele ein Richtwert – doch woher kommt dieser? bild: shutterstock

Klar, wer gesund sein will, geht 10'000 Schritte pro Tag – doch warum eigentlich?



Man sieht sie an unzähligen Handgelenken: Sogenannte Aktivitäts-Tracker. Sie sollen uns dabei helfen, gesünder zu sein. So werden unter anderem der Herzschlag und der Schlaf gemessen sowie die Schritte gezählt. Wer kein solches Gerät besitzt, der schaut auf seine Smart-Watch oder sein Handy. Und wir sehen immer, wo wir stehen und wie weit wir von unserem Tages- oder Monatsziel entfernt sind.

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Durchaus beliebt: Aktivitäts-Tracker. bild:shutterstock.com

Und was ist eigentlich das Ideal im Bezug auf Aktivität und Schritte? Nun, den meisten ist die Antwort klar: 10'000 Schritte pro Tag sind ideal, um fit zu bleiben – daran orientieren sich viele. Doch weshalb eigentlich ausgerechnet 10'000 Schritte?

Bei einer Recherche zur magischen Schrittzahl-Grenze taucht rasch der Name «Manpo-kei» auf. Sagt dir nichts? Kein Wunder, es handelt sich dabei laut «Stern» um einen Schrittzähler aus den 6oern – hergestellt in Japan.

Der Hersteller hatte dabei eine gute Marketing-Idee. Man sollte eine Antwort auf die Frage haben, weshalb man einen Schrittzähler überhaupt benötigt, es musste eine Empfehlung her. Also kam die japanische Firma mit der Idee der 10'000 Schritte als Massstab – und die Käufer hatten ein Ziel und ein Grund, das Gerät zu tragen.

Es dauerte nicht lange, da wurde dieser simple Werbe-Gag als eine allgemeingültige Empfehlung angesehen. Doch ist diese Schrittzahl medizinisch gesehen wirklich der Schlüssel zu Fitness und Gesundheit? Viele Mediziner zweifeln das heute an.

Im Jahr 2008 äusserte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu dieser Sache. Es sei zwar ein guter Richtwert, der Menschen zu mehr Bewegung anrege. Doch diese Anzahl Schritte sei für viele aufgrund ihres Jobs nicht zu bewerkstelligen. Das Ziel solle daher eher sein, die tägliche Schrittzahl im Vergleich zu Normaltagen um 2000 bis 3000 zu erhöhen.

Einige Experten zweifelten an der Schritt-Regel und empfanden sie als zu hoch angesetzt. Eine Studie aus dem Mai 2019 im Fachblatt «Jama» kam zum Schluss, dass 7500 Schritte bereits ausreichend sein sollten, um das Sterblichkeitsrisiko zu senken. Die Studie ist jedoch nicht repräsentativ genug, das nur Frauen in einem mittleren Alter von 72 Jahren berücksichtigte. Es bleibt die Frage, ob und wie die Ergebnisse für andere Gruppen wie Männer oder jüngere Frauen zutreffen.

Klar ist, dass jede zusätzliche Bewegung grundsätzlich gut für die Gesundheit ist. Doch wichtiger als die Schrittzahl ist die Intensität der Bewegung. So sollte man sich entsprechend weniger auf die Schrittzahl und mehr auf die Intensität beziehungsweise die Geschwindigkeit achten. Der Effekt von schnellem Gehen ist nämlich gut untersucht, derjenige von einer bestimmten Schrittzahl jedoch nicht.

Doch an was soll man sich nun orientieren? Laut WHO führen wöchentlich 150 Minuten moderate Bewegung zum Ziel. Moderate Bewegung heisst, dass das Herz-Kreislauf-System angekurbelt wird – also beispielsweise Radfahren, Schwimmer oder sogar zügiges Gehen. Wer weniger Zeit in seine Gesundheit investieren will, der muss sich in kürzerer Zeit kräftiger sportlich betätigen: 75 Minuten pro Woche mit Joggen oder Teamsport reichen aus.

Und dann ist man also gesund? Nun, diese Zahlen reichen aus, um ausreichend körperliche Aktivität zu haben. Wer die Gesundheit wirklich verbessern will, der muss gemäss WHO-Leitlinie das Pensum verdoppeln. Sprich 300 Minuten pro Woche mit moderater Intensität oder 150 Minuten intensives Training. Dadurch wird die Herz- und Lungenleistung verbessert und die Muskelkraft erhöht. Doch auch das Depressionsrisiko wird deutlich gesenkt.

Die Frage nach der optimalen Schrittzahl pro Tag beantwortet die WHO-Leitlinie auch nicht.

(mim)

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