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Der spanische Fussball-Star Xabi Alonso ist ein prominenter Vertreter der Rot-Bart-Fraktion.<br data-editable="remove">
Der spanische Fussball-Star Xabi Alonso ist ein prominenter Vertreter der Rot-Bart-Fraktion.
Bild: Manu Fernandez/AP/KEYSTONE

Dunkler Schopf, roter Bart: Endlich erklärt mal jemand, warum bei so vielen Männern Kopf- und Gesichtsbehaarung nicht zusammenpassen

04.09.2015, 13:40

Spätestens seitdem Bärte wieder so richtig in Mode gekommen sind, ist es jedem von uns schon einmal aufgefallen: Es gibt unheimlich viele Männer, deren Kopfbehaarung blond, braun oder gar schwarz ist – der Bart dagegen erstrahlt in einem freundlichen Rot. Doch warum ist das so?

Wie es scheint, gibt es deutlich wichtigere Forschungsfelder, denn lange Zeit hat man auf diese Frage keine Antwort gefunden. Nun ist das Geheimnis aber doch noch gelüftet worden: Denn Petra Haak-Bloem vom niederländischen Informationszentrum für Gen- und Erbforschung hat sich dem Rot-Bart-Phänomen gewidmet und im Gespräch mit Motherboard für Aufklärung gesorgt.

Was bestimmt überhaupt die Haarfarbe?

Grundsätzlich ist es so, dass unsere Haarfarbe nicht bloss durch ein einziges dominantes Gen bestimmt wird. Es kommt viel mehr zu einer Mischung aus verschiedenen Genen, die sich dann unterschiedlich stark durchsetzen. Und weil sich die Gene unterschiedlich stark ausprägen, tun sie das auch an den verschiedenen Körperstellen auf unterschiedliche Art und Weise. So kommt es dazu, dass Kopf-, Gesichts- und Schambehaarung jeweils eine andere Farbe haben können.

Um die Sache mit den Bärten verstehen zu können, müssen wir nun aber erst einmal begreifen, wie ein Haar überhaupt an seine Farbe gelangt. Dafür ist das Pigment Melanin zuständig. «Bei Menschen mit weisser Hautfarbe ergibt sich die Haarfarbe aus zwei Formen von Melanin: Eumelanin (schwarze Pigmente) und Phäomelanin (rote Pigmente)», erklärt Haak-Bloem.

Und so entstehen daraus die verschiedenen Haarfarben: Dunkle Haare enthalten grosse Mengen von Eumelanin, blonde Haare weisen dagegen schlicht eine extrem geringe Menge Eumelanin auf. Die Haarzellen von Rothaarigen wiederum enthalten fast ausschliesslich Phäomelanine. Welche Pigmente wir in unserem Körper tragen und vor allem wie viele davon – das bestimmen wiederum die Gene, die wir von unseren Vorfahren geerbt haben.

Entscheidend ist das Gen MC1R

Bei Menschen mit roten Haaren spielt nun das Gen MC1R eine wichtige Rolle. «Die Aufgabe von MC1R ist die Produktion des Proteins Melanocortin 1», so Haak-Bloem. Dieses Protein wandelt nämlich Phäomelanin in Eumelanin um.

Erbt ein Mensch nun zwei Mutationen des MC1R-Gens, so wird weniger Phänomelanin in Eumelanin verwandelt. Die Folge: Das Phäomelanin sammelt sich in den Pigmentzellen und die Person ist rothaarig – sowohl auf dem Kopf als auch sonst überall.

Erbt ein Mensch nur ein mutiertes MC1R-Gen, so kann es sein, dass die Person auf dem Kopf blond-, braun- oder schwarzhaarig ist – an anderen Stellen des Körpers aber rote Haare spriessen. (viw)

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