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Zwei Wochen Fertigprodukte haben Folgen für die Gesundheit.
Zwei Wochen Fertigprodukte haben Folgen für die Gesundheit.
Bild: zdf

ZDF-Doku zeigt: Das passiert mit deinem Körper, wenn du nur Fertigprodukte isst

24.06.2020, 07:0324.06.2020, 14:06

Er ist der Gigant unter den Lebensmittelherstellern: Der Konzern Nestlé umfasst über 2000 Marken, die uns schon seit der Kindheit begleiten. Von Nesquick-Kakao über Cini-Mini-Cornflakes bis hin zur Maggie-Suppenwürze haben wohl die meisten Haushalte zumindest gelegentlich ein Nestlé-Produkt vorrätig. Prall gefüllt mit Zucker, Fett und Aromen schmecken die Fertigprodukte eben auch besonders gut.

Dass frisch zubereiten immer gesünder ist als Pulver aufkochen oder eine Wagner-Tiefkühl-Pizza (ebenfalls von Nestlé) in den Backofen zu schieben, wird den meisten von uns klar sein. Aber manchmal sind wir eben zu gestresst, um selbst zu kochen. Und wenn es schnell gehen muss und auch noch lecker sein soll, sind die Fertigprodukte manchmal wahre Lebensretter.

Wenn dir deine Gesundheit lieb ist, solltest du allerdings nur in absoluten Ausnahmefällen zu den praktischen Produkten greifen. Denn ein Versuch von «ZDFzeit» zeigt nun, dass sich dein Körper schon nach zwei Wochen verändert, wenn du dich ausschliesslich von Fertigprodukten ernährst – und zwar zum Negativen.

Dein Körper verändert sich, wenn du zwei Wochen nur Fertigprodukte isst

In der Doku «Der grosse Nestlé-Report – Wie gut sind Süssigkeiten, Fertiggerichte & Co.?» fühlt das ZDF-Team dem Lebensmittelriesen auf den Zahn: Überprüft werden Geschmack, faire Arbeitsbedingungen oder nachhaltige Verarbeitung. Besonders deutlich fallen allerdings die Testergebnisse im Bereich Gesundheit aus.

Die Probandinnen Andrea und Dilek müssen sich in der Doku zwei Wochen lang an einen strengen Ernährungsplan halten. Andrea, die sich normalerweise sehr gesund und frisch ernährt, darf zwei Wochen lang ausschliesslich Nestlé-Produkte essen. Und Dilek, die ganz gerne mal zu fertiger Nahrung greift, muss genau dieselben Gerichte, die Andrea isst, frisch nachkochen.

Eine Auswahl der Nestlé-Produkte, die Andrea zwei Wochen lang zu sich nehmen musste.
Eine Auswahl der Nestlé-Produkte, die Andrea zwei Wochen lang zu sich nehmen musste.
Bild: ZDF

Vor und nach dem Versuch werden Blutwerte und Gewicht der beiden Testpersonen gemessen. Zu Beginn sind sowohl Andrea als auch Dilek kerngesund. Nach zwei Wochen zeigen sich allerdings überraschende Veränderungen:

  • Bei Dilek, die sich nur gesund ernährt hat, hat der LDL-Wert um 5 Prozent abgenommen. Der Wert ist quasi der «schlechte» Teil vom Cholesterin, der für Gefässverengungen sorgen kann. Ausserdem hat Dilek ein Kilo Gewicht abgenommen, ohne weniger zu essen.
  • Bei Andrea sieht es nicht ganz so rosig aus: Ihr LDL-Wert hat um satte 9 Prozent zugenommen. Ausserdem hat sie ein Kilo Gewicht gewonnen.

In Nestlé-Produkten verstecken sich ungesunde Fette

Grund für die unerfreuliche Veränderung bei Andrea sind wohl die vielen gesättigten Fettsäuren, die Nestlé-Produkte enthalten. Die sorgen auf Dauer nicht nur für schlechtere Blutwerte, sondern zaubern auch mehr Gewicht auf die Hüften. Ernährungsmedizinerin Kathrin Hausleiter, die das Experiment begleitet, warnt in dem Beitrag:

«Wenn Sie so weiter essen würden, wäre das eventuell wirklich ein Problem, weil die Gefässe einfach immer enger werden und es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen könnte.»

Glücklicherweise werden sich wohl die wenigsten Menschen ausschliesslich von fertigen Produkten von Nestlé oder anderen Marken ernähren. Dass so eine Art, sich zu ernähren, ungesund ist, wird den meisten Menschen einleuchten und ist im Prinzip auch von zahlreichen Studien gut belegt. Trotzdem zeigt sich Hausleiter besorgt darüber, wie schnell sich der Körper verändert, wenn er nur fertige Produkte zu essen bekommt:

«Was ich jetzt wirklich spannend fand, ist, dass innerhalb von zwei Wochen schon so ein deutlicher Unterschied zu sehen war.»

Kreiere lieber deine eigenen Fertigprodukte!

Lieber also die Finger von Tütensuppen und fertiger Pizza lassen und selbst kochen. Wem die Zeit dafür fehlt, kann auch einfach vorkochen und einfrieren: Zum Beispiel kannst du Suppengemüse in der Küchenmaschine zerkleinern, mit Salz mischen und in Eiswürfelbehälter füllen. Das eignet sich prima für «fertige» Suppen. Auch Pizzateig kannst du frisch anrühren und portionsweise einfrieren, wenn es dir abends mal nach einer TK-Pizza gelüstet.

Fertig geht also auch frisch – wenn du ein bisschen kreativ wirst und ein wenig planst. Dein Körper wird es dir danken.

(ak)

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