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Magician James Randi participates in the

Diesen August wird James Randi 90 Jahre alt.  Bild: Richard Shotwell/Invision/AP/Invision

James Randi – der Magier, der Zauberer entzaubert



Uri Geller lief ahnungslos in die Falle. 1973 trat der Löffelbieger in der «Tonight Show» auf – doch statt nur harmlose Fragen zu stellen, präsentierte ihm der Moderator Johnny Carson eine Reihe von Gegenständen, an denen Geller seine vermeintlichen übersinnlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen sollte. Geller druckste herum – und gab auf. Schuld am Debakel des selbsternannten Mentalisten war ein Mann, der sich selbst bestens mit Zaubertricks auskennt: James Randi. 

Der Mentalist Uri Geller tritt in einer Sendung des Schweizer Fernsehens auf. Aufgenommen vor der Aufzeichnung am 21. Januar 1974 im Fernsehzentrum Zuerich-Seebach. (KEYSTONE/Str)

Der israelische Mentalist Uri Geller trat Mitte der 70er Jahre auch am Schweizer Fernsehen auf. Bild: KEYSTONE

«The Amazing Randi», wie der Magier und Entfesselungskünstler sich während seiner aktiven Zauberkarriere nannte, hatte Carsons Team vor dem Auftritt Gellers hinter den Kulissen instruiert. Geller, so hatte Randi erklärt, dürfe keine der Utensilien, mit denen er im Studio zu tun haben würde, zuvor in die Hände bekommen. Prompt liessen Gellers «Kräfte» ihn im Stich. 

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«Uri Geller on the Tonight Show (Full).» Video: YouTube/Mdriver1981

Der denkwürdige TV-Auftritt begründete eine Feindschaft zwischen Geller und Randi, die noch heute anhält und in mehreren Gerichtsverfahren gipfelte – die Geller allesamt verlor. Nach Gellers Pleite in der «Tonight Show» stellte Randi seine Expertise als Magier in den Dienst der Entlarvung von Zauberkünstlern, Scharlatanen und Quacksalbern. 

Dabei hat Randi nichts gegen Zauberkünstler an sich. Sein Furor richtet sich einzig gegen jene Vertreter der Zunft, die wie Geller behaupten, sie verfügten tatsächlich über übersinnliche Fähigkeiten. Wie eines von Randis bekanntesten «Opfer», der Fernsehprediger Peter Popoff. Popoff trat in den 80er Jahren in grossen Hallen auf und «heilte» willkürlich ausgewählte Leute aus dem Publikum von ihren Krankheiten.

Wunderheiler Peter Popoff

Wunderheiler Popoff: Die «Patienten» gaben seiner Frau Namen, Adresse und Gebrechen an – und sie funkte ihm die Informationen ins Ohr. Bild: Youtube

Randi entlarvte den Wunderheiler, als er ihm nachwies, dass er seine Informationen über diese Leute und ihre Gebrechen nicht etwa von Gott erhielt, sondern von seiner Frau über einen Funkempfänger im Ohr. Zusammen mit einem Radiotechniker gelang es Randi, die Nachrichten über einen Funkscanner abzuhören. Damit war Popoff erledigt.

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James Randi entlarvt den Wunderheiler Peter Popoff. Video: YouTube/yuutuubu

Randi, 1928  in Kanada als Randall James Zwinge geboren, trat bereits als Teenager als Gedankenleser auf. Er erkannte damals schon, dass manche Leute bei Zaubervorführungen partout übersinnliche Kräfte am Werk sehen wollen – eine Steilvorlage für skrupellose Scharlatane, die von der Leichtgläubigkeit des Publikums leben. Gerade Zauberkünstler mit ihrem Insiderwissen waren deshalb in Randis Augen besonders geeignet, solche Machenschaften zu entlarven. 

«Zauberer sind die ehrlichsten Leute der Welt. Sie sagen, dass sie dich hereinlegen werden – und dann tun sie es.»

James Randi

In seiner ersten Karriere als Entfesselungskünstler – er liess sich beispielsweise gefesselt in Swimming Pools versenken oder in einer Zwangsjacke über den Niagara-Fällen aufhängen – war Randi durchaus erfolgreich. Es gelang ihm, mehrere Rekorde seines Vorbilds Harry Houdini zu brechen. Doch berühmt wurde Randi – Ironie der Geschichte – erst durch Uri Geller. Die Pleite des Löffelbiegers in der «Tonight Show» verhalf Randi zu Prominenz, während Gellers Karriere davon kaum Schaden nahm.

The Amazing Randi, 27-year-old escape artist from Toronto, Canada, appears on the CBS-TV show

Houdinis Erbe: Randi 1955 bei einem Entfesselungstrick am Broadway in New York.  Bild: AP

Mit der Zeit wurde der Ex-Magier mit dem weissen Rauschebart zu einer Ikone der Skeptikerbewegung, die sich die Aufklärung über aussersinnliche Wahrnehmungen, Wunderheilungen Aberglauben und dergleichen auf die Fahnen geschrieben hat. 2014 wurde sein Leben unter dem Titel «An Honest Liar» («Ein ehrlicher Lügner») verfilmt. Die «New York Times» nannte ihn «den am meisten gefeierten lebenden Aufklärer». Und der «Guardian»-Kolumnist Chris French schrieb über Randi: 

«James Randi wäre der Schutzpatron des Skeptizismus, wenn Skeptiker Schutzpatrone haben dürften.»

Chris French

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Trailer: «An Honest Liar (2015)». Video: YouTube/Movieclips Film Festivals & Indie Films

Randi förderte die Anliegen der Skeptikerbewegung mit spektakulären Stunts – so führte er vor laufender Kamera mit blossen Händen eine vermeintlich blutige Operation durch, um Wunderheiler aus den Philippinen blosszustellen, die solche «Operationen» mit dem Anspruch vorgenommen hatten, tatsächlich Gewebe ohne Narkose entnommen zu haben. 

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Kaum zu glauben, was James Randi da mit blossen Händen aus dem Gedärm eines Patienten herausholt.  Video: YouTube/Loch David Crane, M. Ed.

Den Kampf gegen den Obskurantismus führte Randi aber auch auf dem Gebiet der Institutionen: Er war Gründungsmitglied des CSICOP (Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal), heute Committee for Skeptical Inquiry (CSI). Später trat er jedoch aus dem Verein aus; er befürchtete, diesem könnten seine ständigen Rechtsstreitigkeiten mit Geller schaden. 

Dafür gründete er dann 1996 die James Randi Educational Foundation (JREF), die vor allem wegen ihres Preisgelds von einer Million Dollar Aufsehen erregte. Diese Summe sollte derjenige erhalten, der unter kontrollierten Bedingungen eine paranormale Fähigkeit unter Beweis zu stellen vermochte, für die es keine rationale Erklärung gibt. Bis 2015, als die «Eine-Million-Dollar-Herausforderung» mit Randis Rückzug ins Privatleben eingestellt wurde, konnte niemand den Preis gewinnen. 

Toronto-born magician/escape artist James Randi took on  a sideline  of debunking psychics and charlatans.

Der strenge Blick des Skeptikers: James Randi ist eine Ikone der Skeptiker-Bewegung.  Bild: Sohu.com

Wie Richard Dawkins, dessen Wegbereiter er in gewisser Hinsicht gewesen ist, hat James Randi mehrere Bücher veröffentlicht, in denen er paranormale Irrtümer an den Pranger stellt. In seinem zuweilen missionarischen Eifer hat Randi allerdings nicht immer Augenmass bewiesen. So bezeichnete der britische Biologe Rupert Sheldrake Randi als Lügner.

Sheldrake hatte umstrittene Forschungen zu Hunden gemacht, die im Voraus zu wissen schienen, wann ihr Herrchen nachhause kam. Randi sagte dazu: «Wir haben diese Behauptungen bei der JREF geprüft. Sie treffen nicht zu.» Als Sheldrake die entsprechenden Testdaten verlangte, konnte Randi sie ihm nicht zur Verfügung stellen und entschuldigte sich per Mail bei ihm – nur um ihn später öffentlich erneut anzugreifen.  

Kritik erntete Randi auch mit seinen mitleidlosen Bemerkungen über Drogenkonsumenten. Der Skeptiker, der nach eigenem Bekunden nie geraucht, nie Alkohol getrunken oder sonstige Drogen eingeworfen hat, weil er «niemals die Verbindung zur Realität verlieren» wollte, sprach sich für die komplette Legalisierung des Drogenkonsums aus – aber nicht etwa wegen liberaler Grundsätze, sondern weil der ungehinderte Konsum die Drogenabhängigen umbringen würde.

Jene, die Drogen nehmen möchten, würden dies dann einfach tun und daran sterben, und bei allem Gejammer über die armen Opfer handle es sich seiner Ansicht nach nur um Krokodilstränen, bemerkte Randi. Später entschuldigte er sich für seine Äusserungen und räumte ein, er spreche manchmal über Dinge, von denen er nicht viel verstehe.

James Randi

Kaum Verständnis für Drogenabhängige: Randi.  Bild: TUWien

Dabei gehört Randi doch selbst zu einer lange verfolgten Minderheit: Mit 85 Jahren outetet er sich als homosexuell. Und nicht genug damit: Bei den Dreharbeiten zum Film «An Honest Liar» stellte sich heraus, dass José Alvarez, sein Lebenspartner seit einem Vierteljahrhundert, sich unter falscher Identität in den USA aufhielt.

Doch Randis zahlreiche Fans nahmen dies ihrem Idol nicht übel – diesem humorvollen alten Herrn, der schon mal publikumswirksam auf der Bühne eine «letale Überdosis» eines homöopathischen Schlafmittels einnimmt, um die Wirkungslosigkeit dieser Art Medizin drastisch vorzuführen, kann man einfach nicht böse sein. 

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Randi nimmt eine Überdosis homöopathischer Schlafmittel. Video: YouTube/FloatingJetsam

Futter für Randi: Falsche Geisterfotos

Beifang: «Ich weiss nicht was Sie da tun, aber lassen Sie es.» Magier sorgt für Verwirrung

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Video: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • Emanzipator 26.02.2018 13:27
    Highlight Highlight Es liegt in der Natur des unerklärlichen, dass es unerklärlich ist und somit einer genauen Beobachtung entgeht.... sons würde es ja erklärlich werden, oder wäre es schon.

    Ich muss zugeben noch nie Zeuge eines solchen Phänomens gewesen zu sein, folglich existiert es in meiner Welt nicht. Denoch, eine Million zu bieten um etwas zu beweisen was nicht beweisbar ist bleibt am ende auch Betrug.

    Insofern: der Mann ist wie er selbst sagt: ein ehrlicher Lügner! 🤷🏽‍♂️
    • Judge Dredd 26.02.2018 19:59
      Highlight Highlight Hä? Sie bringen da einiges durcheinander, so scheint mir. Man soll ja nichts beweisen, was nicht beweisbar ist, sondern etwas erbringen, was rational nicht erklärbar ist.
      Als Beispiel: Uri Geller würde ja seiner Meinung nach über diese Fähigkeiten verfügen. Wie er immer wieder betont, sind diese leider nicht immer auf Knopfdruck abrufbar. Trotzdem trat er in vielen Fernsehshows auf und konnte dann das verlangte sehr häufig abrufen. Also wenn er sich doch vier, fünf Mal unter diesen kontrollierten Bedingungen zu beweisen versuchte, sollte es aufgrund der Warscheindlichkeitsrechnung doch klappen
    • Ich hol jetzt das Schwein 27.02.2018 00:31
      Highlight Highlight Das Geld wurde nicht für einen Beweis von etwas Unerklärlichem geboten, sondern dafür, dieses unter kontrollierten und transparenten Bedingungen zu wiederholen. Nennt sich Reproduzierbarkeit und ist wichtig in der wissenschaftlichen Forschung. Und sollte doch für Leute, die mit so Dingen wie Wünschelruten und ähnlichem Hokuspokus Geld verdienen, da sie das ja so gut können, kein Problem sein. Wurde aber nie geschafft, da das allesamt Scharlatane sind.
  • Normi 26.02.2018 11:05
    Highlight Highlight Es gibt eine Verfilmung Red Lights
  • Spooky 26.02.2018 02:41
    Highlight Highlight Der Magie ist es zu verdanken, dass nicht noch mehr Frauen auf den Scheiterhaufen lebendig verbrannt wurden.

    Die Magie war das wirksame Medikament gegen die Kirche.

    Heute ist die Magie das einzige Medikament gegen den Horror der Wissenschaft.
    • Judge Dredd 26.02.2018 09:26
      Highlight Highlight Horror der Wissenschaft 😂
      Oh, moment, das war kein Sarkasmus?
  • Preacher 25.02.2018 20:56
    Highlight Highlight Bei Popoff muss ich immer an die hier denken :)
    Play Icon
  • Bert der Geologe 25.02.2018 19:07
    Highlight Highlight Ich finde es bewundernswert, dass Herr Randi uns die Augen öffnet, um zu zeigen, dass wir nicht jeden Mist glauben müssen und skeptisch sein sollten, wenn etwas nicht mit den naturwissenschaftlichen Gesetzen erklärt werden kann. Ob er im Leben ein Engel war oder nicht ist mir letztendlich egal. Die meisten Staatsanwälte, welche Verkehrsdelinquenten anklagen haben höchstwahrscheinlich selber schon mal eine Busse erhalten.
    • Normi 26.02.2018 11:35
      Highlight Highlight Glauben = nicht wissen 😉
    • Bert der Geologe 26.02.2018 14:49
      Highlight Highlight @Normi: Stimmt eigentlich nicht ganz. Wissen ist im Prinzip letztendlich auch glauben, aber aufgrund einer Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten. Weil du immer wieder beobachtest, dass du ohne Hilfsmittel nicht fliegen kannst und es keine schlüssige Theorie gibt, dass das gelingen soll, glaubst du zu wissen, dass es nicht geht. Dazu im Gegensatz steht der Glauben im religiösen Sinne, der sich auf keine Wahrscheinlichkeit beruft. Wenn du genügend glaubst, dass du fliegen kannst, fliegst du. Da du aber höchstwahrscheinlich runterfällst, hast du nicht genügend daran geglaubt.
  • reamiado 25.02.2018 17:58
    Highlight Highlight Viel besser als "Der Magier mit der Maske" von RTL XD
  • Hugo Wottaupott 25.02.2018 17:47
    Highlight Highlight My name is Randi... James Randi!
  • ChlyklassSFI 25.02.2018 17:40
    Highlight Highlight Wie Randi vermeintliche Hellseher und weitere mit "paranormalen Fähigkeiten ausgestattete" Personen vorführt, habe ich mir unzählige Male angesehen. Es tut gut. Es bleibt aber auch immer in Erinnerung, dass viele solche Personen nicht vorgeführt werden und anderen Leuten das Geld aus der Tasche ziehen. Wie Uri Geller!
    Ich sage nicht, dass es das alles nicht geben kann. Jedoch konnte das "Preisgeld" noch niemand abstauben...

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