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Knochenfunde geben Einblick in steinzeitliches Massaker in Kenia



Nahe des Turkana-Sees in Kenia haben Forscher Hinweise auf ein steinzeitliches Massaker entdeckt. Unter den Opfern waren eine Hochschwangere und sechs Kinder: Die Knochen weisen auf ein schauerliches Gemetzel hin.

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Das Skelet KNM-WT 71255 gehört zu einer Frau, die schwer verletzt wurde..
Bild: Marta Mirazon Lahr/Fabio Lahr

Insgesamt seien die rund 10'000 Jahre alten Überreste von mindestens 27 Menschen gefunden worden, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin «Nature». Zwölf Skelette waren demnach recht gut erhalten, zehn davon wiesen klare Zeichen von heftiger, wohl sofort tödlicher Gewalt auf.

Eingeschlagene Schädel und Jochbeine zählten dazu, gebrochene Rippen, zertrümmerte Hand- und Kniegelenke sowie – wohl von steinernen Spitzen herrührende – Verletzungen, berichtet das Team um Marta Mirazón Lahr von der britischen Universität Cambridge.

In einem Schädel und einem Oberkörper steckten insgesamt drei steinerne Spitzen: zwei aus in der Region seltenem, aus Lava entstehendem Obsidian und eine aus Feuerstein. Bei einigen Skeletten – darunter eine Hochschwangere – wies die Lage der Knochen darauf hin, dass die Opfer möglicherweise gefesselt waren.

Keine Bestattung

Die Getöteten seien nicht begraben worden, schreiben die Forscher. Mehrere von ihnen seien damals in eine Lagune des Sees gefallen oder gestossen worden, die inzwischen längst ausgetrocknet sei.

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Skelet KNM-WT 71255 nach der Ausgrabung: Die Hände der Frau waren anscheinend vorne zusammengebunden.
bild: Marta Mirazon Lahr

Im Sediment seien die Knochen der 21 Erwachsenen – darunter mindestens acht Frauen – und sechs Kinder bis zu ihrer Entdeckung 2012 konserviert worden. Die Überreste lagen in der Ausgrabungsstätte Nataruk westlich des Turkanasees im Norden Kenias.

Wahrscheinlich sei eine Gruppe des Jäger-und-Sammler-Volkes, vielleicht ein Familienverband, am Ufer der Lagune von einem rivalisierenden Clan angegriffen worden, mutmassen die Wissenschaftler. Ob dies bei einem zufälligen Aufeinandertreffen oder wegen eines Streits um Ressourcen wie Land oder Nahrung geschah, sei unklar.

Die Stelle war demnach wohl ein guter Platz zum Leben – mit Trinkwasser und Fischen direkt am Lager. Gefundenes Töpfergut weise darauf hin, dass Nahrungsmittel gehortet wurden.

Seltene Belege für Gewalt

Funde wie diese sind selten – und besonders rar sind Belege für Gewalt zwischen verschiedenen Gruppen von Jäger-und-Sammler-Gesellschaften. Sie erlaubten daher wertvolle Rückschlüsse auf die Ursprünge von Kriegen und die Entwicklung der Beziehungen zwischen frühen Menschen.

Kriegerische Auseinandersetzungen habe es wohl nicht erst bei den sesshaften Ackerbau-Gesellschaften gegeben, schreiben die Forscher. Ungewöhnlich sei allerdings, dass auch die Frauen und Kinder getötet wurden. Üblicherweise seien sie in die Gruppe der Sieger integriert worden, nur die unterlegenen Männer wurden getötet.

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Zeichnung des Skeletts einer Schwangeren, deren Hände und Füsse zum Todeszeitpunkt wohl zusammengebunden waren.
bild: Marta Mirazon Lahr

Im vergangenen Jahr hatten Forscher im Fachmagazin «PNAS» über ein Massengrab im hessischen Schöneck-Kilianstädten in der Nähe von Frankfurt am Main berichtet. Überreste von 26 Menschen waren dort entdeckt worden, die während der Jungsteinzeit vor etwa 7000 Jahren gefoltert und erschlagen wurden.

Konflikt zwischen Jäger-Sammler-Gruppen

Die Funde liessen sich allerdings nur bedingt vergleichen, sagt der Anthropologe Christian Meyer, der die Studie damals gemeinsam mit Kollegen an der Universität Mainz durchführte: Während die Überreste aus Schöneck-Kilianstädten von sesshaften Menschen stammten, gehe der nun vorgestellte Fund auf einen Konflikt zwischen Jäger-Sammler-Gruppen zurück.

«Aus der Ethnologie weiss man, dass solche relativ kleinen und mobilen Gruppen einander bei Konflikten eher aus dem Weg gehen», so Meyer. Umso bemerkenswerter sei nun der Fund in Kenia, auch wegen seines Alters. Allerdings lasse sich nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es sich um einen Konflikt zwischen zwei Gruppen oder um eine Auseinandersetzung innerhalb einer grösseren Gruppe handele.

Meyer überzeugt die Studie vor allem durch die Pfeilspitze, die in einem der Knochen steckte. «Das ist der sicherste Beleg für gezielte Gewalt oder kriegsähnliche Geschehnisse in diesem Kontext.»

Dass es sich um eine gewaltsame Auseinandersetzung gehandelt habe, sei eine logische Schlussfolgerung. «So lange es Menschen gibt, die Gruppen bilden und eine Gruppenidentität haben, so lange wird es auch Konflikte geben – egal ob vor 10 oder 10'000 Jahren.»

1.Der moderne Mensch – also wir – ist die einzige noch lebende Art der Gattung Homo. Was bedeutet sein wissenschaftlicher Name «Homo sapiens» auf Deutsch?
Höhlenmalerei Homo sapiens Symbolbild
Shutterstock
Der denkende Mensch
Der weise Mensch
Der bauende Mensch
2.Wie alt ist das derzeit älteste Fossil eines Vertreters der Gattung Homo?
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2,8 Millionen Jahre
2,1 Millionen Jahre
1,7 Millionen Jahre
3.Eines der bekanntesten Fossilien ist Lucy. Das weibliche Teilskelett wurde 1974 in Äthiopien gefunden. Zu welcher Art gehört Lucy?
Lucy Skelett
Homo antecessor
Homo antecessor
Ardipithecus ramidus
Ardipithecus ramidus
Australopithecus afarensis
Australopithecus afarensis
4.Wie kam Lucy zu ihrem Namen?
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Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band Cover Plattenhülle Beatles
Sie wurde nach dem Beatles-Song «Lucy in the Sky with Diamonds» benannt.
Mary Leakey
Sie wurde nach ihrer Entdeckerin Lucy Leakey benannt.
Donald Johanson, Professor, School of Human Evolution and Social Change, College of Liberal Arts and Sciences. Director, Institute of Human Origins at Arizona State University.He discovered the 3.18 million year old hominid skeleton popularly known as
Arizona State University
Sie wurde nach der Tochter ihres Entdeckers Donald Johanson benannt.
5.Was verstehen die Paläontologen unter dem Begriff «Hominini»?
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Die Untergruppe der Affen in der Ordnung der Primaten.
Die Unterabteilung der Familie der Menschenaffen, die alle Arten der Gattung Homo umfasst.
Die Familie der Menschenaffen einschliesslich des Menschen.
6.Welche Art des Homo wanderte als erste aus Afrika aus und besiedelte Eurasien?
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Homo habilis
Homo habilis
Homo rudolfensis
Homo rudolfensis
Homo erectus
Homo erectus
7.Die Olduvai-Schlucht gilt – neben dem Afar-Dreieck in Äthiopien und der südafrikanischen Provinz Gauteng – aufgrund der vielen Funde von homininen Fossilien als «Wiege der Menschheit». In welchem Land liegt diese bedeutende Fundstätte?
Olduvai-Schlucht Tansania
Wikipedia
Flagge Somalia
Wikipedia
Somalia
Flagge Kenia
Wikipedia
Kenia
Flagge Tansania
Wikipedia
Tansania
8.2003 wurden auf der indonesischen Insel Flores Skelette einer ausgestorbenen Menschenart gefunden. Der Flores-Mensch, nach dem Fundort Homo floresiensis benannt, war auffallend klein, was ihm den Spitznamen «Hobbit» eintrug. Wann starb dieser Urmensch aus?
Dr Henry Gee gets close to a new species of human, living on the Indonesian island of Flores as recently as 18,000 years ago, during a press conference in central London, Wednesday 27 October 2004. The discovery of the partial skeleton came at a cave site called Liang Bua and belonged to an individual who, while fully adult, was barely a metre tall and had a skull the size of a grapefruit.  (KEYSTONE/EPA/Johnny Green)   === UK OUT, IRELAND OUT ===
EPA
Etwa vor 13'000 Jahren
Etwa vor 150'000 Jahren
Etwa vor 1 Million Jahren
9.Als der moderne Mensch aus Afrika nach Europa wanderte, lebte dort bereits der Neandertaler. Vor rund 30'000 Jahren starb dieser Urmensch aus. Welche dieser Aussagen über den Homo neanderthalensis trifft zu?
Filer of October 1996 shows a replica of a Neanderthal man made by the Parisian workshop of  Elisabeth Dayner displayed at the Neanderthals museum in Mettmann, western Germany. A sample from an original Neanderthal man bone produced DNA that has led scientis ts from the Zoological Institute at the University of Munich to say that Neanderthals are a different species than the early humans who swept them aside in Europe and western Asia. (AP Photo/Heinz Ducklau)
AP
Vom Neandertaler zum Homo sapiens gab es keinen Gen-Fluss.
Der Neandertaler hatte im Schnitt ein etwas grösseres Gehirnvolumen als der Homo sapiens.
Neandertaler besassen ein deutlich vorspringendes Kinn.
10.Was versteht man unter einem Cro-Magnon-Menschen?
Cro-Magnon-Schädel
Es handelt sich um eine Kreuzung zwischen Neandertaler und Homo sapiens.
Cro-Magnon-Mensch ist eine andere Bezeichnung für den Homo ergaster.
Es ist der Homo sapiens in der Ära seit seiner Ankunft in Europa vor 40'000 Jahren bis vor ca. 12'000 Jahren.

(sda/dpa)

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