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epa06876130 A handout photo made available by the Thai Government Spokesperson's office shows Narongsak Osottanakorn (R), Commander of the Joint Administration Center for Rescue Operations at Tham Luang Cave, briefing Thai Prime Minister Prayut Chan-o-cha (not pictured) on the rescue operation of a group of youth soccer players trapped in the cave, in Chiang Rai province, Thailand, 09 July 2018. According to reports, eight boys have been so far being rescued and evacuated to a hospital as rescue efforts continue for the remaining members of a 13 youth soccer team, including their assistant coach, who have been trapped in the Tham Luang cave since 23 June 2018.  EPA/THAI GOVERNMENT SPOKESPERSON'S OFFICE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die thailändischen Behörden planen die Rettung der Jungen aus der Höhle generalstabsmässig.  Bild: EPA/THAI GOVERNMENT

Glück im Unglück: 10 spektakuläre Rettungsaktionen

09.07.18, 19:49 10.07.18, 19:01


Das Drama der in einer Höhle eingeschlossenen Jungen und ihrem Coach in Thailand berührte Menschen rund um den Globus. Dieser Rückblick zeigt 10 andere dramatische Rettungsaktionen. 

Der Untergang der Andrea Doria

FILE - In this July 26, 1956 file photo, the Italian luxury liner Andrea Doria keels far over to starboard before sinking 225 feet to the bottom of the Atlantic 45 miles off Nantucket Island, Mass. Nearly six decades after the Andrea Doria slammed into another ocean liner, killing 46 people, explorers are preparing to do what 16 others have lost their lives attempting: get a fresh glimpse of the wreckage on the sea floor. Everett, Washington-based OceanGate will use a five-person submarine in June 2016 to get high-definition video and 3-D sonar images of the shipwreck.  (AP Photo/John Rooney, File)

Die Andrea Doria mit Schlagseite.  Bild: AP/AP

Dichter Nebel herrscht am 26. Juli 1956 vor der amerikanischen Ostküste bei Nantucket. Das italienische Luxusschiff Andrea Doria mit Kurs nach New York kollidiert mit dem Passagierschiff Stockholm. 46 Menschen kommen dabei ums Leben. Während die Stockholm seetüchtig bleibt, bekommt die Andrea Doria starke Schlagseite, was den Einsatz der Hälfte der Rettungsboote verunmöglicht.

The captain and crewmen, who stayed with him until almost the end, head for rescue ship in lifeboats from the Italian luxury liner Andrea Doria, July 26, 1956. The vessel sank after collision with the Swedish liner Stockholm last night in heavy fog in the Atlantic off the coast of Massachusetts. Nearly all of the Andrea Doria's passengers and crew were rescued. Captain of the sunken liner was Piero Calamai. (AP Photo/New York Daily News)

Rettungsboote der Andrea Doria.  Bild: AP New York Daily News

Der italienische Luxusdampfer muss sofort evakuiert werden; dies gelingt, weil insgesamt fünf Schiffe – darunter die Stockholm – in der Nähe sind, die alle 1660 überlebenden Passagiere und Besatzungsmitglieder aufnehmen können. Es ist die grösste Rettungsaktion der zivilen Seefahrt. 

Das Wunder von Lengede

Drilling operations continue day and night as rescue workers mount a new extention pipe drilling an escape tunnel to the trapped miners at the Lengede iron ore mine, November 5, 1963. The disaster occurred October 24, when a water treatment pond started to leak suddenly and flooded a part of the Lengede mine, called

Tag und Nacht arbeiten die Retter, um zu den Eingeschlossenen vorzudringen.  Bild: AP NY

Es ist der 24. Oktober 1963. In der niedersächsischen Eisenerzgrube Lengede-Broistedt bricht der Klärteich 12 ein; eine knappe halbe Million Kubikmeter Schlammwasser überflutet die Stollen der Grube Mathilde zwischen den 100- und 60-Meter-Sohlen. Zu diesem Zeitpunkt, es ist etwa 20 Uhr am Abend, befinden sich 128 Kumpel und ein Monteur unter Tage. 79 von ihnen gelingt es, durch Schächte zu entkommen, 50 sitzen fest. Sofort laufen Rettungsarbeiten an, doch die Hoffnung ist gering.

Ein Bergmann prueft am 30. Oktober 1963 auf dem Gelaende der Grube 'Mathilde' in Lengede die Groesse einer sogenannten 'Rettungs-Bombe', mit der die eingeschlossen Bergleute ans Tageslicht zurueckgeholt werden sollen.  Bei der als das 'Wunder von Lengede' bekannt gewordenen Rettungsaktion wurden am 7. Nov. 1963 elf der Bergleute lebend geborgen, die seit dem 24. Okt. 1963 nach einem Wassereinbruch unter Tage eingeschlossen waren. (KEYSTONE/AP-Photo/Str) ===  ===

Mit solchen «Rettungs-Bomben» werden die Bergleute an die Oberfläche zurückgeholt.  Bild: AP

Dann, 23 Stunden nach dem Unglück, ein Lichtblick: Sieben Kumpel können lebend geborgen werden. Am 1. November werden weitere drei mit einer Rettungskapsel aus der Grube befreit. Zwei Tage später können die Retter Kontakt zu weiteren elf Eingeschlossenen aufnehmen; es beginnen sofort neue Rettungsbohrungen. Am 7. November, 336 Stunden nach dem Unglück, wird der letzte überlebende Kumpel aus der Bruchhöhle geholt – es ist das «Wunder von Lengede». Doch 29 Bergleute überleben das Unglück nicht. 

Bergeinsturz in Champagnole

Rettungskräfte in Champagnole, Frankreich, 1964.

Rettungskräfte an der Unglücksstelle.  Bild: mamienature2blog.wordpress.com

Genau um 12 Uhr 12 an diesem Montag, dem 27. Juli 1964, erschüttert ein Knall das Städtchen Champagnole im französischen Jura. Der Mont Rivel, von dem der Knall herkam, ist nur noch Staub und Rauch. Die Erde ist über dem unterirdischen Kalksteinbruch eingestürzt; 14 Bergleute der Zementfabrik Bouvet-Ponsar sind unter Tage eingeschlossen.

Titelseite des «Parisien» zum Unglück in Champagnole, 1964.

Titelseite des «Parisien» mit einem Bericht über das Unglück in Champagnole.

Die Rettungskräfte räumen die Trümmer mit Bulldozern weg, da vernehmen sie gegen Mitternacht ein Klopfen wie mit Pickeln gegen ein Metallrohr. In einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit gelingt es den Rettern am 4. August, neun überlebende Bergleute aus dem Stollen zu befreien. 

«Houston, we've had a problem»

Apollo 13: Der von den Astronauten gebastelte CO2-Filter in Betrieb.

Der improvisierte Luftfilter an Bord von Apollo 13.  Bild: Wikimedia

55 Stunden nach dem Start der dritten Mondlandemission – Apollo 13 hat bereits drei Viertel des Hinwegs zum Erdtrabanten zurückgelegt – erschüttert ein Knall die Kapsel, in der sich die Astronauten Jim Lovell, John Swigert und Fred Haise befinden. Es ist der 13. April 1970, und Kommandant Lovell funkt die berühmt gewordenen Worte an die Bodenstation in Houston: «Houston, we've had a problem.» Ein Sauerstofftank ist explodiert; die Mission muss abgebrochen werden.

Die Rückkehr zur Erde ist nur dank der Mondlandefähre möglich, die nun nicht mehr für ihren eigentlichen Zweck eingesetzt wird, sondern als Überlebensmodul. Doch da gibt es ein neues Problem: Die Atemluft reichert sich mit Kohlendioxid an, und die runden Filter in der Fähre sind nicht kompatibel mit den eckigen in der Kapsel. In der Bodenstation improvisiert ein Expertenteam einen Adapter aus Gegenständen, die sich auch an Bord von Apollo 13 finden – darunter Klebeband und eine Socke. Mit der Bauanleitung aus Houston basteln die Astronauten den lebensrettenden Adapter nach. Am 17. April landet Apollo sicher im Pazifik. 

Apollo 13 an Deck der USS Iwo Jima.

Apollo 13 nach der Wasserung im Pazifik.  Bild: Wikimedia

72 Tage in der Eishölle

The last eight survivors of the Uruguayan Air Force plane crash in the Andes in South America, huddle together in the craft's fuselage on their final night before rescue on Dec. 22, 1972. A mountain rescue team brought them food. (AP Photo)

Die letzten acht Überlebenden warten auf ihren Abtransport.  Bild: AP

Fuerza-Aérea-Uruguaya-Flug 571 befindet sich am 13. Oktober 1972 um 15.30 Uhr beim Flug über die Anden in 4000 Meter Höhe, als der Pilot bei widrigen Wetterverhältnissen den Sinkflug zu früh einleitet. Die Maschine vom Typ Fairchild-Hiller FH-227 stürzt ab, doch ihr Rumpf landet als Ganzes auf einer Schneebank. 33 der 45 Insassen – die Passagiere sind Mitglieder einer Rugbymannschaft oder deren Angehörige – überleben zunächst den Crash, aber sie finden sich in einer Eishölle wieder. Und sie haben nahezu keine Lebensmittel. Nach acht Tagen erfahren sie aus dem Radio, dass die Suche nach ihnen abgebrochen wird.

Den Überlebenden bleibt nur eine Wahl: Sie müssen das Fleisch der bereits Verstorbenen essen. Am 31. Oktober verschüttet eine Lawine den Rumpf der Maschine, wieder kommen mehrere Menschen um. Erst als zwei Männer es schaffen, die Anden zu überwinden und auf die chilenische Seite zu kommen, hat das Martyrium ein Ende. Am 23. Dezember werden die restlichen Überlebenden gerettet und ins Krankenhaus gebracht. 

Survivors of the Uraguayan airplane that crashed in the Andes Mountains two months ago, walk toward helicopters during rescue operation, Dec. 23, 1972. At left, the wreck of the plane lies on the snow. (AP Photo)

Überlebende gehen auf Helikopter zu, die sie aus der Eishölle holen.  Bild: AP

Baby Jessica

FILE - In this October 1987 file photo, rescue workers carry 18-month-old Jessica McClure to safety in Midland, Texas after she was trapped for 58 hours after she plunged 22 feet into an abandoned water well. Now married with two children, Jessica McClure Morales turns 25 on March 26 and gains access to a trust fund of up to $800,000, the result of donations from thousands of sympathetic strangers across the globe glued to the television for the 58 hours until she was freed. (AP Photo/Eric Gay, File)

Gerettet: Baby Jessica.  Bild: AP

Jessica McClure ist erst 18 Monate alt, als sie schlagartig berühmt wird. Das kleine Mädchen fällt am 14. Oktober 1987 beim Spielen mit anderen Kindern in einen ausgedienten Brunnenschacht im Hinterhof ihrer Tante und bleibt in knapp sieben Metern Tiefe stecken. Während die Rettungsarbeiten beginnen, versammeln sich zahlreiche Reporter und Fernsehteams in Midland im US-Staat Texas und berichten live über das Schicksal von Baby Jessica.

FILE - In this October 1987 file photo, a rescue worker carries 18-month-old Jessica McClure to safety in Midland, Texas, after being trapped for 58 hours after she plunged 22 feet into an abandoned water well. Now married with two children, Jessica McClure Morales turns 25 on March 26 and gains access to a trust fund of up to $800,000, the result of donations from thousands of sympathetic strangers across the globe glued to the television for the 58 hours until she was freed. (AP Photo/Eric Gay, File)

Das kleine Mädchen hat sich beim Sturz in den Brunnenschacht verletzt.  Bild: AP

Die Retter versorgen Jessica mit Frischluft und bohren einen Rettungsschacht, durch den sie das Mädchen schliesslich nach 58 Stunden befreien können. Jessica ist verängstigt und verletzt, ihr muss eine Zehe amputiert werden. Ansonsten übersteht sie den Unfall ohne Schaden.  

Experten in der Grotte von Vitarelles

Yvon Casal, with white helmet, is pulled to the surface after being rescued from a cave in Gramat, southwestern France, early Monday, November 22, 1999. Casal was one of seven cave explorers reached by rescue workers Sunday after being trapped deep underground for 10 days by high water levels.       (KEYSTONE/AP Photo/Christophe Ena)                                           === ELECTRONIC IMAGE ===

Einer der sieben Höhlenforscher kommt an die Oberfläche zurück.  Bild: AP

Es sind erfahrene Höhlenforscher, die am 11. November 1999 in die Grotte von Vitarelles in Südwestfrankreich einsteigen. Die sieben Speleologen wollen drei Tage in der Höhle verbringen – doch es werden mehr. Starke Regenfälle überfluten die Höhle und schneiden ihnen den Weg zurück ab. Am 13. November werden die Rettungskräfte alarmiert, doch vorerst weiss niemand, wo genau in der Höhle sich die Eingeschlossenen aufhalten.

Passage de Noël in der Höhle von Vitarelles

Eine der engen Passagen in der Höhle.  Bild: Wikimedia

150 Retter sind im Einsatz, darunter speziell eingeflogene Höhlenforscher. Schliesslich gelingt es, die Eingeschlossenen in der Schlussstein-Grotte, vier Kilometer vom Höhleneingang entfernt, ausfindig zu machen. Sie sind in guter Verfassung; nach zehn Tagen in der Höhle können sie die Grotte aus eigener Kraft verlassen. 

Erlebnistrip in Goumois

Rescuers work at the entrance of the siphon that separates the rescuers from eight Swiss potholers trapped in the cave of Goumois, Eastern France, Saturday, May 19, 2001 since Wednesday evening. Rescuers delayed a bid on Friday to free the potholers trapped in the flooded French cave after their pumps failed to cope with an unexpected surge in underground water levels. Divers had earlier found the inexperienced potholers alive and perched in a narrow fault about 100 meters (90 yards) from the mouth of the cave. (KEYSTONE/AP Photo/Denis Balibouse)

Der Eingang zum Siphon, hinter dem die Eingeschlossenen ausharren.  Bild: AP

Gegen 18 Uhr am 16. Mai 2001 steigt die Gruppe von zwei Studentinnen und fünf Studenten der Zürcher Hochschule für Soziale Arbeit in die französische Höhle «Bief Paroux» ein, unmittelbar an der Grenze bei Goumois im Jura. Begleitet werden die jungen Leute bei ihrer dreistündigen Übung von einer Leiterin mit alpinistischer Ausbildung. Aus den drei Stunden werden jedoch 72; statt Erlebnispädagogik droht Todesgefahr.

One of the eight Swiss students, center, who were trapped in the cave 'Bief Paroux' in Goumois, France, smiles as she comes out of the cave Saturday evening, May 19, 2001. Rescuers delayed a bid on Friday to free the potholers trapped in the flooded French cave after their pumps failed to cope with an unexpected surge in underground water levels. Divers had earlier found the inexperienced potholers alive and perched in a narrow fault about 100 meters (90 yards) from the mouth of the cave. the cave 'Bief Paroux' in Goumois, France, Saturday, May 19, 2001, where eight young Swiss students are stuck inside a cave filled with water. (KEYSTONE/POOL) ===ELECTRONIC IMAGE===

Erschöpft, unterkühlt, aber glücklich: Eine der geretteten Studentinnen.  Bild: KEYSTONE

Hochwasser hat die Gruppe abgeschnitten; sie wird erst am 18. Mai gefunden, 100 Meter vom Eingang entfernt. Die Retter pumpen unablässig Wasser aus der Höhle, während die unterkühlten Studenten bei acht Grad ausharren müssen. Erst nachdem der Pegelstand weit genug gesunken ist, können sie durch einen sechs Meter langen und anderthalb Meter hohen Siphon evakuiert werden.  

700 Meter unter Tage

ARCHIV: Redaktionshinweis: Verwendung des Bildes ausschliesslich in engem redaktionellen Zusammenhang mit dem abgebildeten Ereignis! Auf dem Standbild eines Videos, das von der chilenischen Regierung veroeffentlicht wurde, sind verschuettete Minenarbeiter in der San-Jose-Mine in Copiapo, Chile zu sehen (Foto vom 17.09.10). Am Freitag (05.08.11) vor einem Jahr ist im nordchilenischen Copiapo die Kupfermine San Jose eingestuerzt. Damit nahm das schwerste Grubenunglueck in der Geschichte des Landes und eines der schwersten weltweit seinen Lauf. Direkt nach dem Einsturz konnten sich 240 Bergleute ans Tageslicht retten. Was zunaechst niemand wusste: 33 Kumpel waren verschuettet. Sie ueberlebten zwei Wochen in einem Schutzraum in 700 Meter Tiefe, ehe sie geortet wurden. 69 Tage lang dauerte ihre Gefangenschaft. Nie zuvor hatten Menschen laenger eingeschlossen in groesserer Tiefe ueberlebt. (zu dapd-Text) Foto: Chile's Government/Chile's Presidency/dapd

Videobild der eingeschlossenen chilenischen Kumpel.  Bild: AP Chile's Presidency

700 Meter Berg liegt zwischen ihnen und der frischen Luft an der Oberfläche: 33 Kumpel werden am 5. August 2010 in der chilenischen Gold- und Kupfermine San José eingeschlossen, nachdem ein Felssturz einen Stollen verschüttet hat. Die Bergleute versuchen zuerst durch einen Wetterschacht zu entkommen, müssen aber feststellen, dass dort eine Rettungsleiter fehlt. Sie kehren zum 700 Meter unter Tage gelegenen Schutzraum zurück und warten auf Hilfe. In den ersten zwei Wochen gibt es keinen Kontakt zur Aussenwelt.

Redaktionshinweis: Verwendung des Bildes ausschliesslich in engem redaktionellen Zusammenhang mit dem abgebildeten Ereignis! Das vom chilenischen Pressebuero des Praesidenten veroeffentlichte Handoutbild zeigt den chilenischen Staatspraesidenten Sebastian Pinera (r.), der den letzten der 33 bei Copaipo (Chile) verschuetteten Minenarbeiter der Gold- und Kupfermine San Jose, Luis Urzua (M.), nach dessen Rettung begruesst (Foto vom 13.10.10). Am Freitag (05.08.11) vor einem Jahr ist im nordchilenischen Copiapo die Kupfermine San Jose eingestuerzt. Damit nahm das schwerste Grubenunglueck in der Geschichte des Landes und eines der schwersten weltweit seinen Lauf. Direkt nach dem Einsturz konnten sich 240 Bergleute ans Tageslicht retten. Was zunaechst niemand wusste: 33 Kumpel waren verschuettet. Sie ueberlebten zwei Wochen in einem Schutzraum in 700 Meter Tiefe, ehe sie geortet wurden. 69 Tage lang dauerte ihre Gefangenschaft. Nie zuvor hatten Menschen laenger eingeschlossen in groesserer Tiefe ueberlebt. (zu dapd-Text) Foto: Alex Ibanez/Chilean Presidential Press Offic/dapd

Präsident Sebastian Pinera (r.) begrüsst Luis Urzua (M.), den letzten befreiten Verschütteten. Bild: AP Chilean Presidential Press Offic

Oben arbeiten die Retter an mehreren Bohrungen, um zum Schutzraum vorzudringen. Am 22. August erreicht einer der Bohrer einen Hohlraum; als das Gestänge herausgezogen wird, ist zuunterst eine Botschaft der Eingeschlossenen befestigt. Nun werden sie durch das Bohrloch mit dem Nötigsten versorgt, während die Retter eine grössere Bohrung vorantreiben, um die Bergleute herauszuholen. Am 13. Oktober, nach 69 Tagen ist es soweit: Die Kumpel werden einzeln in einer Rettungskapsel an die Oberfläche gebracht. Das Ereignis sorgt weltweit für Aufsehen. 

Rettung aus dem Riesending

epa04267284 A handout video grab made available by the Bavarian Mountain Rescue on 19 June 2014 shows members of the rescue team transporting cave explorer Johann Westhauser through the Riesending cave near Berchtesgarden, Germany, 19 June 2014. The seriously injured spelunker was hauled out of Germany's deepest cave on 19 June, successfully ending a multinational rescue operation lasting a week and a half. Johann Westhauser, 52, emerged from the cave at 11.44 am local time (0944 GMT) on a gurney, after being hauled up more than 6 kilometres of serpentine vents and narrow crevices in the rock.  EPA/BAVARIAN MOUNTAIN RESCUE / HANDOUT ATTENTION EDITORS: Editorial use only in connection with the current reporting on the cave rescuers. BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES  EPA/BAVARIAN MOUNTAIN RESCUE / HANDOUT ATTENTION EDITORS: Editorial use only in connection with the current reporting on the cave rescuers. BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/DPA / BAVARIAN MOUNTAIN RESCUE

Johann Westhauser ist ein erfahrener Höhlenforscher. Am 7. Juni 2014 steigt er mit zwei Begleitern in die Riesending-Schachthöhle im bayrisch-österreichischen Grenzgebiet ein – mit einer vermessenen Tiefe von 1148 Metern und über 19,1 Kilometern Länge ist sie die tiefste und längste bekannte Höhle Deutschlands. 6,5 Kilometer vom Einstieg entfernt und in 950 Metern Tiefe wird Westhauser am 8. Juni um 1.30 Uhr von einem Steinschlag schwer am Kopf verletzt; er erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma.

Während ein Begleiter bei ihm bleibt, holt der andere Hilfe. Es beginnt eine komplizierte und aufwändige Rettungsaktion, an der insgesamt 728 Helfer aus verschiedenen Nationen beteiligt sind. Bevor Westhauser abtransportiert werden kann, steigt ein Arzt zu ihm hinab. Der Abtransport Westhausers beginnt am 13. Juni und dauert bis zum 19. Juni. Danach wird der Höhlenforscher in die Unfallklinik Murnau geflogen. (dhr)

Die Rettungaktion

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gzuz187ers 09.07.2018 22:58
    Highlight Was in diesem sehr tollen Artikel noch fehlt, wäre die der Rettung der auf dem Gauligletscher abgestürzten Amerikaner. Eine sehr interessante Story mit einem Happy End
    20 0 Melden
  • giandalf the grey 09.07.2018 22:43
    Highlight Da kommt mir folgendes Andy Weir Zitat aus "The Martian" in den Sinn:
    "Every human being has a basic instinct to help each other out. It might not seem that way sometimes, but it's true.
    If a hiker gets lost in the mountains, people will coordinate a search. If a train crashes, people will line up to give blood. If an earthquake levels a city, people all over the world will send emergency supplies. This is so fundamentally human that it's found in every culture without exception. Yes, there are assholes who just don't care, but they're massively outnumbered by the people who do."
    82 0 Melden
    • Else 10.07.2018 10:25
      Highlight Sehr schön! Wenn man die Situation im Mittelmeer anschaut scheint sich diese Grundhaltung aber im Moment leider in die andere Richtung zu entwickeln...
      7 1 Melden
  • locin 09.07.2018 21:55
    Highlight Interssanter Artikel
    24 2 Melden

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Wir haben einen Kanon gemacht. Das ist dieses Ding, in dem normalerweise steht, welche männlichen Künstler, Wissenschaftler, Denker für die Welt notwendig sind. Aber nicht bei uns. #DIEKANON

In Zusammenarbeit mit: Jelena Gučanin, Nana Karlstetter, Mahret Kupka, Julia Pühringer, Theresia Reinhold, Hedwig Richter, Nicole Schöndorfer, Margarete Stokowski und Brigitte Theissl.

Je verwirrender die Welt scheint, um so stärker wird dem Menschen die Sehnsucht nach einer Ordnung. Nach einer Einordnung. Nach anderen Menschen, die ihm Ideen, Anregung und Halt geben. Die ihm Leuchtturm sein können, in der immer wiederkehrenden, scheinbar schrecklichsten aller Zeiten.

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