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Ozean, Wasser, Land unter

Geflutet: Eine Welt unter Wasser. Bild: Pexels

Lasst uns die Welt fluten – und dann den Stöpsel ziehen



Der Meeresspiegel steigt. Allein im 20. Jahrhundert ist der Pegel um rund 17 Zentimeter gestiegen. Bei einem weiteren Anstieg werden die Folgen für Inselstaaten wie die Malediven oder flache Küstenländer wie Bangladesch unabsehbar sein. Eine wichtige Ursache für das Vorrücken der Ozeane ist die Klimaerwärmung, die zum einen das Volumen des Meerwassers erhöht und zum andern das Landeis schmelzen lässt.

Doch selbst wenn sämtliches Eis der Erde schmölze, würde das Meer höher gelegene Gebiete wie die Schweiz niemals erreichen. Eine Erde, die komplett von Wasser bedeckt ist, wird es nie geben. 

Es sei denn, man veranstaltet ein kleines Gedankenspiel und lässt den Meeresspiegel so drastisch ansteigen, dass sogar der Gipfel des Mount Everest im Wasser versänke. Eine Art radikale Waterworld

Animiertes GIF GIF abspielen

Land unter: So würde die Landmasse der Erde im Wasser versinken, wenn der Meeresspiegel um mindestens 8848 Meter anstiege.  GIF: watson

Neben den Gebieten, die heute schon mit dem Anstieg des Meeresspiegels zu kämpfen haben, wären bald weitere Tiefebenen – zum Beispiel die Mündungsgebiete grosser Ströme – betroffen. Bald hätte sich die vertraute Gestalt der Kontinente stark verändert: 

Land unter, Einzelbild

Florida ist Geschichte, das Amazonas-Gebiet ebenso geflutet wie das Westsibirische Tiefland. Die Nordsee und das Schwarze Meer sind verbunden, grosse Teile Chinas versunken.  Bild: watson

Mit der Zeit ragen nur noch die höchstgelegenen Gebiete aus der Wasserwüste. Am Schluss ist nur noch der Himalaya übrig: 

Land unter: Nur noch der Himalaya ragt aus dem Wasser.

Bild: watson

Und umgekehrt?

Aber was wäre, wenn das Gegenteil geschieht? Wenn sich an der tiefsten Stelle der Weltmeere, dem Marianengraben im Pazifik, ein Abfluss befände – und jemand den Stöpsel ziehen würde? Das sähe dann so aus: 

abspielen

Das geschieht, wenn man den Stöpsel im Marianengraben zieht.  Video: YouTube/Vivid Maps

Die Animation stammt von User Vinnytsia auf Reddit, der sich nach eigenen Angaben seinerseits von Randall Munroes «What If?» inspirieren liess. Munroe beantwortet jeweils Fragen, die ihm zugestellt werden. Hier war es die Frage, wie schnell die Ozeane auslaufen würden, wenn sich an der tiefsten Stelle ein Loch mit einem Radius von zehn Metern befände, durch das das Wasser ins All abfliessen würde (irgendwohin muss das Wasser ja, und wenn man kein Anhänger der Hohlerde-Theorie ist, bleibt fast nur das All übrig). 

Falls es tatsächlich so einen Abfluss im Marianengraben gäbe, würde sich für uns erstaunlicherweise gar nicht viel ändern, schreibt Munroe. Es würde nämlich hunderttausende von Jahren dauern, bis das Wasser der Ozeane vollständig abgeflossen wäre. Tatsächlich würde nicht einmal das gesamte Wasser abfliessen – sobald Nebenmeere wie das Schwarze Meer oder das Mittelmeer mit dem Fallen des Meeresspiegels vom Ozean abgeschnitten wären, flösse dort kein Wasser mehr ab.  

(dhr)

Meeresspiegel steigt überdurchschnittlich

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Video: watson

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gubbe 16.12.2017 15:10
    Highlight Highlight So schreibe ich wieder, was ich mehrmals tat. Seit der letzten Eiszeit steigt die Temperatur. Nicht erst seit den Hundert Jahren, wo man zum Messen fähig geworden ist. Der sogenannte Klimawandel besteht seit jeher. Er ist ein auf und ab, wie Alles im Leben. Das Unnatürliche daran ist, dass seit ein paar Jahren ein richtiger Hype daraus gemacht wird. Wieso findet man Muscheln auf den Jurahöhen? Keiner hat sie dahin geschmissen. Es war da mal Wasser. Vielleicht auch mal wieder. Aber keiner in den nächsten 10000 Jahren wird das noch erleben.
    • Laut_bis_10 16.12.2017 17:33
      Highlight Highlight Der Hype wird gemacht, weil der Klimawandel durch den Menschen beschleunigt wird und durch Desertifikation, extreme Wetterlagen und Meeresspiegelanstieg Existenzen zugrunde gehen. Das ist in der gut gelegenen Schweiz natürlich schwer nachzuvollziehen, aber spätestens wenn die Flüchtlinge kommen wird wieder gejammert.
    • Rocco Zumstein 16.12.2017 18:53
      Highlight Highlight *facepalm*

      Auch wenn man es hundert mal wiederholt. Es geht nicht um den Umstand, dass die Temperaturen sich schon immer veränderten. Sondern um das Tempo indem sie sich aktuell verändern.

      Was für eine eingeschränkte Sichtweise mit bewusster Verdrängung. Was man sich nicht alles im Kopf zusammendichtet um seine Hände in Unschuld zu waschen...

      Zu den Muscheln in den Bergen kannst du dich selber informieren. In der Kurzfassung: Die Berge waren mal Meeresboden, bevor Sie durch die Kontinentalverschiebung in die Höhe gehievt wurden. Schule lässt grüssen...
    • Gubbe 17.12.2017 09:11
      Highlight Highlight Nö Rocco, da muss ich mich nicht informieren, ich wohne in der Gegend, aber wenn du deine Schule grüssen willst...
  • Pat the Rat (aka PHI/Capy/Bäruin/Anfix/nude Aare) 16.12.2017 11:23
    Highlight Highlight Leider nicht so präzise...
    Wenn ich mir die Animation steigenden Meeresspiegels so anschaue, bin ich verwirrt.
    Denn: Beim endgültigen Verschwinden der Alpen, ist noch der halbe Afrikanische Kontinent zu sehen. Es gibt jedoch in Afrika nur 3 Berge, die höher sind als die Alpen. Und dazu sind die Zentrifugalkräfte am Äquator doch höher als bei uns, oder?
  • Zeit_Genosse 16.12.2017 08:57
    Highlight Highlight Die Menschen können ihren Teil an Schadstoffen reduzieren um die Klimaveränderung zu verlangsamen. Doch wenn wir die gewonnene Zeit für Kriege, Bevölkerungswachstum, ungebremste Ressourcenumwandlung nutzen, haben wir nichts gewonnen.
  • Kapitän Haddock 16.12.2017 08:32
    Highlight Highlight Zum ersten Szenario gibts einen tollen Roman. "Die letzte Flut" von Stephen Baxter.
    Eines meiner lieblings Hard Sci-Fi Bücher.

Wie man jedes Einfamilienhaus in eine Wasserstoff-Tankstelle verwandeln kann

EPFL-Professor Andreas Züttel hat eine Art «Wasserstoff»-Batterie entwickelt. Er will damit unsere Energieversorgung revolutionieren.

Ein geläufiges Bonmot über Brasilien lautet: «Es ist das Land der Zukunft – und wird es immer bleiben.» Ältere Wirtschafts- und Wissenschaftsjournalisten haben gegenüber Wasserstoff eine ähnlich zynische Haltung entwickelt. Seit Jahrzehnten werden sie periodisch zu Anlässen eingeladen, in denen Wasserstoff als das Wunder beschrieben wird, das sämtliche Probleme der Menschheit lösen wird – ausser vielleicht Liebeskummer. Stets sind diese Versprechungen danach irgendwie versandet.

Andreas Züttel …

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