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This undated image provided by NASA shows the ozone layer over the years, Sept. 17, 1979, top left, Oct. 7, 1989, top right, Oct. 9, 2006, lower left, and Oct. 1, 2010, lower right. Earth protective but fragile ozone layer is finally starting to rebound, says a United Nations panel of scientists. Scientists hail this as rare environmental good news, demonstrating that when the world comes together it can stop a brewing ecological crisis. (AP Photo/NASA)

Das Ozonloch wächst nicht mehr und dürfte sich allmählich sogar zurückbilden: Die klaffende Lücke in der Ozonschicht über der Antarktis in den Jahren 1979, 1989, 2006 und 2010.  Bild: AP/NASA

Good News, Bad News

Das Ozonloch wird nicht mehr grösser. Alles paletti? Leider nicht ganz

Seit dem Jahr 2000 stagniert das Ozonloch. Das sind gute Nachrichten. Sorgen bereiten den Klimaforschern ausgerechnet die Ersatzstoffe für die ozonschädigenden Chemikalien.



Noch immer öffnet sich das Ozonloch jeden September über der Antarktis. Doch anders als in den 1980er- und 1990er-Jahren wird es nicht mehr grösser. Modellrechnungen hätten ergeben, dass die Ozonschicht ab dem Jahr 2050 wieder im Zustand von 1980 sein könnte, verkündeten die UNO-Umweltbehörde (UNEP) und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in dem Bericht.

«Dies sind gute Neuigkeiten», sagte Stefan Reimann von der Materialforschungsanstalt Empa in Dübendorf ZH, einer der Hauptautoren des Berichts, der Nachrichtenagentur SDA. «Das Verbot der ozonschädigenden Substanzen durch das Montreal-Protokoll hat gewirkt.»

Ozonkiller-Verbot von 1987 wirkt

1985 war über der Antarktis eine klaffende Lücke in der Ozonschicht entdeckt worden, welche die Erde vor krebserregender UV-Strahlung abschirmt. Schuld waren die unter anderem als Kühlmittel eingesetzten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs). Schon 1987 einigten sich die Politiker von fast 200 Staaten im Montreal-Protokoll auf ihr Verbot.

Seither überprüfen wissenschaftliche Expertenberichte alle vier Jahre die Fortschritte zur Rettung der Ozonschicht. Der aktuelle Report ist der achte dieser Serie. Die Messungen – unter anderem auf dem Jungfraujoch – belegen, dass die Konzentrationen der Ozonkiller wie erwartet zurückgehen.

Den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben

Ist also alles in Ordnung in der Stratosphäre? Nicht ganz, denn der Report warnt vor einer Reihe neuer Substanzen. Während die FCKWs abnehmen, steigt die Menge an Fluorkohlenwasserstoffen (FKW), mit denen die ozonschädigenden Stoffe in den letzten 20 Jahren ersetzt wurden, um etwa 7 Prozent pro Jahr an. Das Problem: Sie sind bis zu tausendmal stärkere Klimagase als CO2 und tragen somit stark zur globalen Erwärmung bei.

«Das Montreal-Protokoll hat – sozusagen ‹nebenbei› – die Klimagasemissionen um das Fünf- bis Sechsfache des im Kyoto-Klimaschutzprotokoll angestrebten Ziels gesenkt», kommentiert Thomas Peter von der ETH Zürich, Abschlussgutachter beim aktuellen Report, im ETH-Zukunftsblog. «Ein hoher FKW-Verbrauch wird diesen Nutzen für das Klima gefährden.»

Ersatz des Ersatzes ist nur schwer abbaubar

Auch die FKW sollten deshalb in Zukunft ersetzt werden. Dazu gibt es neuerdings sogenannte HFO-Kältemittel, etwa für Autoklimaanlagen. Sie sind weder ozon- noch klimaschädlich – zerfallen jedoch in die nicht-abbaubare Trifluoressigsäure. «Dies ist akut nicht bedenklich, aber bei nicht-abbaubaren Stoffen ist Vorsicht geboten», warnt Reimann. Sie müssten langfristig überwacht werden.

Ein Mysterium ist auch das ozonschädigende Gas Tetrachlormethan, das nicht wie erwartet um vier, sondern nur um ein Prozent pro Jahr abnimmt. Es darf seit 1990 nur noch in geschlossenen Anlagen verwendet werden. Messungen deuten darauf hin, dass es weder aus Europa noch aus den USA stammt – offenbar gibt es noch unbekannte Quellen.

Durchzogenes Fazit

Unter dem Strich bietet sich folgendes Bild: Europa und die USA kühlen derzeit ihre Gebäude hauptsächlich mit den klimaschädlichen FKWs, während sich entwickelnde Länder wie China noch für einige Jahre die ozonschädigenden Kühlmittel der zweiten Generation einsetzen.

Das Ozonloch dürfte sich zwar dank internationaler Anstrengungen wieder schliessen, doch eine befriedigende, langfristige Lösung müsse auch den Klimaschutz einbeziehen, urteilt der Umweltchemiker Reimann. (erf/sda)

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