bedeckt
DE | FR
5
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Wissen
Raumfahrt

«Philae» steht vermutlich «auf einem stark geneigten Abhang»

1 / 36
Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko («Tschury»)
quelle: ap/esa/rosetta/philae/civa
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
Landung auf dem Kometen

«Philae» steht vermutlich «auf einem stark geneigten Abhang»

Einen Tag nach der spektakulären Landung des Landegeräts «Philae» auf einem Kometen hat die ESA erste Bilder von dem Landemodul empfangen. Es steht vermutlich im Schatten eines Kliffs. 
12.11.2014, 08:1213.11.2014, 17:21
No Components found for watson.rectangle.

Botschaften aus den Tiefen des Weltalls: Nach einer holprigen Landung auf dem Kometen «Tschuri» – von zwei Hopsern dauerte einer zwei Stunden – steht das Mini-Labor «Philae» zwar schräg, liefert aber Daten. Experten waren begeistert von den Nahaufnahmen des Himmelskörpers.

Das Landemodul steht «wahrscheinlich auf einem stark geneigten Abhang». Dies lassen die ersten Fotos vermuten, die es von seinem Standort aus gesendet hat, wie Philippe Gaudon vom französischen Raumfahrtzentrum CNES am Donnerstag erklärte. «Er scheint von Felsen umgeben» und dadurch «ziemlich blockiert» zu sein, sagte der CNES-Verantwortliche für die Mission der Nachrichtenagentur AFP. 

«Es wurden grosse Mengen an Daten geliefert», sagte ein Sprecher im Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Darmstadt. «Die Verbindung läuft gut. ‹Philae› steht stabil.» In der Nacht hatte es wie erwartet eine Pause wegen eines Funklochs gegeben. Das Labor war am Mittwoch – nach einer mehr als zehnjährigen Reise mit der Raumsonde «Rosetta» – auf dem Kometen «Tschuri» (offiziell: «67P/Tschurjumow-Gerassimenko») gelandet – etwas mehr als eine halbe Milliarde Kilometer von der Erde entfernt. Wissenschaftler sprechen von einem Meilenstein der Raumfahrt.

Animiertes GIFGIF abspielen

Beim Aufsetzen gehopst

Nach der spektakulären Landung auf dem Kometen hat das Mini-Labor «Philae» nicht nur einen, sondern gleich zwei Hopser hingelegt. «Der erste Sprung dauerte etwa zwei Stunden, der zweite rund sieben Minuten», sagte «Philae»-Projektleiter Stephan Ulamec im Kontrollzentrum der ESA. Da der mittlere Durchmesser des Kometen nur rund vier Kilometer beträgt, hat er eine extrem kleine Anziehungskraft;  das kühlschrankgrosse Landemodul ist dort nur wenige Gramm schwer.

Die Hüpfer hatte bereits das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln aus den Daten des «Rosetta Lander Magnetometer and Plasma Monitors» an Bord des Landers herausgelesen. Demnach setzte «Philae »dreimal auf dem Kometen auf – um 16.33, 18.26 und 18.33 Uhr. 

Beim ersten Abpraller vom der Oberfläche hob der Lander vermutlich einen Kilometer hoch ab und flog auch etwa so weit von der Landestelle weg. «Wir sind immer noch dabei, zu analysieren, wie wir nun auf ‹67P/Tschurjumow-Gerassimenko› genau draufstehen», ergänzte Ulamec. Das Gerät funktioniere aber. 

Nach der Landung am Mittwoch konnte «Philae» aufgrund technischer Probleme nicht so wie erwartet auf dem Himmelskörper aufgedrückt und festgezurrt werden. Zwei Harpunen zum Verankern von «Philae» auf «Tschuri» wurden nicht ausgelöst, eine Düse zum Aufdrücken des Labors auf dem Kometen – ein Schweizer Fabrikat – funktionierte nicht. 

Sicherer Stand – aber im Schatten

Mittlerweile hat «Philae» aber vermutlich einen sicheren Stand auf «Tschuri». Über Twitter schickte die ESA im Namen von «Philae» bereits mehrere Tweets. Problematisch ist allerdings, dass der Lander sich offenbar im Schatten eines Kliffs befindet. Dies hat zur Folge, dass er seine Batterie, die für etwa 60 Stunden reicht, derzeit nicht wieder mit seinen Solarpanels aufladen kann. 

In der Nacht hatte es eine Zwangspause gegeben, da sich die Raumsonde «Rosetta» in einem Funkloch hinter dem Kometen «67P/Tschurjumow-Gerassimenko» befand. Das auf «Tschuri» sitzende Labor «Philae», das keine eigene, direkte Funkverbindung zur Erde besitzt, hat nicht immer Kontakt zur Sonde, von der aus Signale zur Erde geschickt werden.

Kometen durchleuchten

In den ersten Stunden nach der Landung hätten dennoch bereits wichtige Daten gesammelt werden können, sagte der Chef des ESA-Flugbetriebs im Satelliten-Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt, Paolo Ferri. Es sei auch gelungen, das Tomographie-Projekt «Consert» zu starten. Dabei durchleuchten «Philae» und die Sonde «Rosetta» den Kometen in Teamarbeit.

Mehr zum Thema

Wissenschaftler wollen mit der Mission einen Blick in die Kinderstube des Sonnensystems werfen, das vor 4,6 Milliarden Jahren entstand. Analysiert werden soll die Bodenbeschaffenheit, Temperatur oder die Zusammensetzung des Kometenkerns. Gesucht wird auch nach Hinweisen darauf, wie Leben auf der Erde entstand.

Die Mission ist bis Ende 2015 geplant. «Philae» arbeitet aber nicht so lange. Die Wissenschaftler hofften am Tag der Landung, dass das Labor etwa zweieinhalb Tage besonders fleissig sein könnte, vielleicht auch länger. Das hängt nach Angaben der Experten von der Kapazität der Batterien ab – aber auch, wie wild der Ritt auf «Tschuri» ist. (dhr/whr/sda/dpa)

No Components found for watson.rectangle.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
Bomben auf Kallnach
Am 6. Januar 1918 gehen fünf Bomben in der Nähe des Bahnhofs Kallnach nieder. Das Grosse Moos im Berner Seeland wird von den Detonationen erschüttert. Glücklicherweise ist nur ein Sachschaden zu beklagen. Schnell ist klar: bei den Bomben handelt es sich um französische Fabrikate. Wer aber die Bomben abgeworfen hat, bleibt ein Rätsel ...

Wir befinden uns im vierten Winter des Ersten Weltkrieges. Am Sonntag, 6. Januar 1918, ist es um 6 Uhr 30 in der Früh noch dunkel im bernischen Kallnach. Das Dorf am Rande des Grossen Mooses liegt im dem für das Seeland typischen Nebel – die Böden sind leicht mit Schnee bedeckt. Ein vollbesetzter Zug mit Soldaten der Schweizer Armee hat soeben den Bahnhof in Richtung Aarberg verlassen.

Zur Story