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Alongshan-Virus (ALSV): Schweizer Zecken verbreiten neues Virus

Zecke (Ixodida)
Gegen das von Zecken übertragene ALS-Virus gibt es noch kein Nachweisverfahren. Forschende arbeiten daran.Bild: Shutterstock

Das musst du über das neue Virus wissen, das Schweizer Zecken verbreiten

07.12.2022, 11:5508.12.2022, 08:47

Forschende der Universität Zürich haben ein neues Virus in Schweizer Zecken nachgewiesen. Dieses wurde 2017 in China entdeckt. Es scheint weit verbreitet und führt zu ähnlichen Symptomen wie das bekannte Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSMEV). Nun wird ein Diagnosetest entwickelt.

Zecken können viele verschiedene Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten übertragen. Die Liste der Erreger nehme ständig zu, teilte die Universität Zürich am Mittwoch mit. Bekannt sind neben dem FSME-Virus, das Entzündungen von Gehirn und Hirnhaut hervorrufen kann, vor allem Bakterien, die Borreliose verursachen können.

Was für ein Virus ist das und wie sind die Symptome?

Erstmals wurde nun das sogenannte Alongshan-Virus (ALSV) in Zecken in der Schweiz nachgewiesen. Dieses gehört zur gleichen Familie wie das FSME-Virus. Entdeckt wurde es in China, als mehrere Patientinnen und Patienten nach einem Zeckenstich unter Fieber und Kopfschmerzen litten.

Das sind die typischen Symptome einer FSME-Infektion, doch bei keinem der Betroffenen konnten Antikörper gegen dieses bekannte Virus nachgewiesen werden. Stattdessen fanden die Forschenden ein bisher unbekanntes RNA-Virus: das Alongshan-Virus.

Wie häufig kommt es vor?

Forschende des Virologischen Instituts der Universität Zürich haben Zeckenproben untersucht, die 2021 und 2022 in mehreren Regionen in der Schweiz gesammelt wurden. «Erstaunt hat uns, dass wir ALS-Viren in den Zeckenproben weit häufiger nachweisen konnten als FSME-Viren», wird Cornel Fraefel, Direktor des Virologischen Instituts, in der Mitteilung zitiert.

Obwohl das neue Virus bislang unerkannt war, könnte es also bereits relevant sein für die öffentliche Gesundheit in der Schweiz. Allerdings gibt es dafür bislang weder eine Impfung noch ein Nachweisverfahren, wie dies beim FSME-Virus der Fall ist.

Daher entwickeln die Zürcher Forschenden nun einen serologischen Test, mit dem ALS-Virusinfektionen im Blut von Patienten nachgewiesen werden können. Im kommenden Jahr wollen sie ausserdem zusammen mit dem Nationalen Referenzlabor für durch Zecken übertragene Krankheiten und dem Labor Spiez die epidemiologische Situation von ALS-Viren in der Schweiz untersuchen.

Quellen

(dsc/sda)

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