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Die Wunderpille gegen Aids: Wird sie bald das Kondom vom Markt fegen?  

Die Werbung der New Yorker Gesundheitsbehörde: PrEP, die Präexpostionsprophylaxe, kurz Truvada, für Sie und Ihn.
Die Werbung der New Yorker Gesundheitsbehörde: PrEP, die Präexpostionsprophylaxe, kurz Truvada, für Sie und Ihn.bild: prepforsex

Die Wunderpille gegen Aids: Wird sie bald das Kondom vom Markt fegen?  

Die New Yorker Gesundheitsbehörde wirbt zurzeit wie wild für Truvada: Die Wunderpille, die ihren Schlucker vor Aids schützen soll – fast zu hundert Prozent.
21.08.2015, 21:1021.08.2015, 21:10

HIV-Prävention ohne viel Aufwand: Man nehme täglich eine Truvada-Pille und gut ist. So wirbt zumindest das Plakat der New Yorker Gesundheitsbehörde für die Wunderpille. Irgendwo klein gedruckt steht da noch, dass man Kondome zum Schutz gegen andere sexuell übertragbare Krankheiten weiter benutzen soll. 

Vor elf Jahren wurde das HIV-Medikament Truvada in den USA zugelassen: Wissenschaftler fanden heraus, dass die Ansteckung mit fast hundertprozentiger Sicherheit verhindert werden kann – wenn man die Pille regelmässig einnimmt. 2012 wurde das Mittel dann auch zu Präventionszwecken offiziell zugelassen. Dennoch: Truvada ist kein Ersatz für Safer-Sex. Für Chad Griffin, den Präsidenten der Human Rights Campaign (eine amerikanische LGBT-Organisation), bleibt das Medikament aber eine nie dagewesene Chance, die Aids-Epidemie zu besiegen. 

Die Nebenwirkungen von Truvada sollen nur gering sein: leichte Übelkeit, Gewichtsverlust und leichte Kopfschmerzen.
Die Nebenwirkungen von Truvada sollen nur gering sein: leichte Übelkeit, Gewichtsverlust und leichte Kopfschmerzen.Bild: AP

Bislang gibt es nur einen Hersteller für Truvada: das amerikanische Pharmazieunternehmen Gilead. Unversicherten kostet die Behandlung mit den Pillen 14'000 Dollar (rund 13'400 Franken) im Jahr, schreibt die Zeit

Situation in der Schweiz 

«Hierzulande ist bislang kein Gesuch für die Verschreibung von Truvada als Präventionsmedikament eingereicht worden», sagt Daniel Dauwalder vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Die Eidgenössische Kommission für sexuelle Gesundheit beschäftige sich mit dem Thema, aber noch gebe es keine offizielle Stellungnahme.

Zur Behandlung von bereits Infizierten kommt das Medikament allerdings bereits zum ­Einsatz. Als Teil einer solchen Standardtherapie würden die Kosten auch von der Krankenkasse übernommen, sagt Daniel Seiler, Geschäftsführer der Aids-Hilfe Schweiz. 

Truvada: Vernichter einer Geschlechtskrankheit oder Förderer von riskantem Sexualverhalten? 

Natürlich gibt es auch Gegner der präventiven Behandlung mit Truvada. Das Argument: Es fördere das ungeschützte Sexualverhalten, die Leute würden sich in falscher Sicherheit wähnen. Schliesslich sei die Pille nicht zu hundert Prozent sicher – vor allem, wenn sie nicht regelmässig eingenommen wird. Und was sei mit all den anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, vor denen Truvada nicht schützt? 

Wie denkst du über die Sache? 

Was hälst du von der Präventions-Behandlung mit der Anti-Aids-Pille?
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Die Anti-Aids-Pille Truvada: Nur wer sie regelmässig einnimmt, kann einer HIV-Ansteckung vorbeugen. 
Die Anti-Aids-Pille Truvada: Nur wer sie regelmässig einnimmt, kann einer HIV-Ansteckung vorbeugen. Bild: Jeff Chiu/AP/KEYSTONE

(rof)

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