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ZUM ENTSCHEID DES STAENDERATS, DEN SCHUTZ DES WOLFS NICHT AUFZUHEBEN, STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH 9. MAERZ 2016 FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Two wolf cubs born end of May eat under the eye of their mother a piece of meat at the Juraparc of Mont-d'Orzieres near Vallorbe, Switzerland, Thursday, July 9, 2009. (KEYSTONE/Dominic Favre) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Bild: KEYSTONE

98 Rudel im Alpenraum – die Wolfspopulation in Europa ist rasant am Wachsen



Die Wolfspopulation im Alpenraum ist innerhalb eines Jahres um knapp einen Drittel gewachsen. Laut der neusten Auswertung der Gruppe Wolf Schweiz lebten von Mai 2017 bis April 2018 in den Alpenländern nachgewiesenermassen 98 Rudel, vier davon in der Schweiz.

Dies entspreche einer Zunahme von insgesamt 23 Rudeln gegenüber dem Vorjahr, teilte die Gruppe Wolf Schweiz am Samstag auf ihrer Webseite mit. Als Rudel gelten Gruppen mit drei oder mehr Tieren.

Insgesamt lebten im Alpenraum im biologischen Jahr 2017-18 demnach 800 bis 1000 Wölfe. In der Schweiz lag der Bestand zwischen 30 und 40 Tieren. Die Auswertung basiert auf Monitoringdaten aus mehreren Ländern und Kantonen.

Stärkeres Wachstum erwartet

Die Zahl der Wölfe in der Schweiz dürfte in den kommenden Jahren stärker zunehmen als dies bisher der Fall war, wie es in der Mitteilung heisst. Das derzeitige Wachstum sei signifikant höher als das sonstige langjährige Mittel zwischen zehn und fünfzehn Prozent im Alpenraum. Das Tempo der Vermehrung zeige, dass sich die Wolfspopulation mittlerweile in der Phase des exponentiellen Wachstums befinde.

Der Schwerpunkt der bisherigen Rudelverbreitung lag gemäss der Analyse in den Südwestalpen in Frankreich sowie Italien und reichte bis in die Schweiz hinein. Für Frankreich zählt die Auswertung 57 Rudel, davon vier grenzüberschreitend mit Italien. In Italien lebten 40 Rudel. In Slowenien wurde ein Rudel nachgewiesen.

Für die Schweiz existiert der Nachweis von zwei Rudeln im Wallis, einem Rudel in Graubünden und einem im Tessin. In Graubünden hat sich in der Nähe des Ferienortes Flims laut den kantonalen Jagdaufseher Adrian Arquint möglicherweise in der Zwischenzeit ein zweites Rudel gebildet. Ein gesicherter Nachweis fehle aber noch, sagte er Mitte Oktober.

Auffällig sei die deutliche Zunahme der Wolfsrudel in den Ostalpen in der italienischen Provinz Venezien, wo sich offenkundig ein neues zusammenhängendes Wolfsvorkommen bilde. Die Präsenz mehrerer Paare im vergangenen biologischen Jahr habe bereits auf diese neue Rudelbildung hingedeutet.

Seit 1995 wieder in der Schweiz

In Westeuropa wurde der Wolf im 20. Jahrhundert fast vollständig ausgerottet. In die Schweiz wanderten 1995 wieder die ersten Wölfe ein. Immer wieder greifen sie dabei bei der Nahrungssuche auch Nutztiere wie Schafe an. Dies sorgt regelmässig für Konflikte mit Bauern und gelegentlich für ordentlich bewilligte Abschüsse der Raubtiere.

Wolfsrudel im Wallis

Der Bund will, dass der Wolf künftig in Europa nicht mehr «streng geschützt» sondern nur noch «geschützt» ist. Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) reichte bei der Berner Konvention einen Antrag auf die Rückstufung des Raubtiers ein. Über den Antrag soll noch im November entschieden werden.

Würde der Antrag gutgeheissen, bliebe der Wolf zwar geschützt. Die Vertragsstaaten hätten aber beim Umgang mit ihm einen grösseren Spielraum. Sie würden indes verpflichtet bleiben, Schutz- und Interventionsmassnahmen gesetzlich zu regeln und mit nationalen Programmen den Wolfsbestand zu kontrollieren. (sda)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • deepmind96 03.11.2018 11:42
    Highlight Highlight Immer wollen alle die Biodiversität schützen und retten. Doch sobald es um die grossen Jäger geht, scheisst man drauf.

    Es muss doch möglich sein, dass wir in der Schweiz lernen können Seite an Seite mit Wolf, Luchs und Bär zu leben.

    Gleichzeitig könnte man die Jagd zurück fahren, da die Natur die selbstregulierung des Wildbestandes wieder aufnehmen könnte.
  • what's on? 03.11.2018 10:40
    Highlight Highlight Wieso fällt mir spontan der Film «Frozen» ein? Draussen in der Wildnis zu übernachten, könnte spannend werden.
  • Julian Roechelt 03.11.2018 09:50
    Highlight Highlight Dann können wir uns bald diese unselige Jagd ersparen.
    Und das würde auch das fake Wild in Coop und Migros als das entlarven, was es ist. Fake.
  • Eskimo 03.11.2018 09:06
    Highlight Highlight Schön. Hoffentlich schaffts auch der Bär.
  • Nelson Muntz 03.11.2018 08:05
    Highlight Highlight Fehlt nur noch der Bär...
  • Militia 03.11.2018 08:03
    Highlight Highlight Ich werde jetzt wahrscheinlich abgeblitzt: Besonders die Schweiz ist sehr dicht besiedelt. Wenn die Wolfspopulation sich wirklich exponentiell vermehren sollte, wird es zwangsläufig zu Zwischenfällen mit Menschen kommen. Irgendwohin müssen diese Wölfe ihre Reviere ja ausbreiten. Dies wird wahrscheinlich noch nicht in unmittelbarer Zukunft sein, aber es wird passieren. Heute hält man dogmatisch an der "streng geschützt" Politik fest, aber der Aufschrei wird gross sein wenn es dann soweit ist. Und verantwortlich wird dann natürlich niemand sein. Auch unbequeme Fakten müssen diskutiert werden!
    • 's all good, man! 03.11.2018 12:39
      Highlight Highlight Ja, die unbequemen Themen wären dann im Umkehrschluss halt auch, dass sich der Mensch darüber Gedanken macht, wie er dem Wolf diesen Lebensraum gewähren kann. Denn wir haben nicht den alleinigen Anspruch darauf und können uns nicht einfach immer mehr davon nehmen. Im bevorzugten Lebensraum der Wölfe ist die Schweiz wohl kaum zu dicht besiedelt und ein Nebeneinander wäre mit mehr Wille problemlos möglich.
    • Kleine Hexe 03.11.2018 13:51
      Highlight Highlight Populationen wachsen eigentlich nur bei niedrigen Dichten exponentiell (wenn überhaupt). Bei höheren Dichten flacht das Ganze dann ab, bis die Kapazitätsgrenze erreicht ist.
      Klar, mit mehr Wölfen gäbe es mehr Zwischenfälle. Die Alpschafhaltung wie sie heute erfolgt, wäre nicht mehr möglich. Ich bin aber der Meinung, dass ein Nebeneinander möglich ist, auch bei höheren Wolfsdichten. Vermutlich müssten dann auch Abschusszahlen anderer Wildtiere neu festgelegt werden. Wenn eine lebensfähige Wolfspopulation erreicht ist, können wir meiner Meinung nach auch über eine Bejagung diskutieren.
    • Militia 03.11.2018 18:00
      Highlight Highlight @'s all good, man!: Wie stellen die sich das konkret vor? Wollen Sie die Bewohner aus den Bergebieten vertreiben? Und dann? Wenn sich in den Bergen die Rudel etabliert haben wird sich die Population weiter vermehren und neuen Platz brauchen. Dann werden dann als nächstes die Menschen aus dem Mittelland vertrieben, oder? Ah nein, dass würde dann ja auch Sie betreffen... Sorry, diese wildromantische Verklärung ist reichlich naiv. Und ich wage zu behaupten, dass Sie das Thema nur aus der Zeitung kennen. Man sollte Meinung nicht mit Ahnung verwechseln.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thurgauo 03.11.2018 08:01
    Highlight Highlight Erstmal direkt wieder ans abknallen denken, typisch ... Bitte, als ob der Wolf in der Schweiz ein Problem wäre. Selbst wenn er jährlich ein paar hundert Nutztiere reissen würde, der entstandene finanzielle Schaden kann ja durch den Bund ersetzt werden. Der Betrag wäre im Vergleich zum Bundesbudget geradezu lächerlich!
    • deepmind96 03.11.2018 10:14
      Highlight Highlight Ich würde die Entschädigungen jedoch noch an Herdenschutzmassnahmen knüpfen.

      Es gibt schlussendlich nur so viele Risse, weil viele Bauern zu faul sind Ihre Tiere auf der Alp mit Hunden, oder so zu schützen...
    • Hans007 03.11.2018 13:06
      Highlight Highlight Diese Wolfsrisse sind für die Tiehalter überhaupt kein Problem, sie leben ohnehin von den Direktzahlungen in der Regel sehr, sehr gut...
    • nicbel 03.11.2018 15:26
      Highlight Highlight Nehme mal an dass Sie keine Ahnung darüber haben, was es heisst Nutztiere zu halten und zu schützen..
    Weitere Antworten anzeigen

Die Zahl der Wölfe im Wallis hat sich verdoppelt – trotzdem wurden weniger Tiere gerissen

Im Kanton Wallis hat sich die Zahl der identifizierten Wölfe innert Jahresfrist von neun auf 18 verdoppelt. Trotzdem wurden weniger Nutztiere gerissen. Der Grund könnte ein verbesserter Herdenschutz sein.

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