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Bild: shutterstock

Europas Wälder verloren in 30 Jahren ein Sechstel des Kronendachs – Schweiz kommt gut weg



Forscher konnten mit Hilfe von Satellitenbildern alle Öffnungen im Kronendach von Europas Wäldern kartieren. Demnach gab es insgesamt mehr als 36 Millionen Flächen, auf denen sich statt grosser Bäume ein Kahlschlag oder junge Bäume finden. Für Schweizer Wälder gibt es aber gute Nachrichten.

In den vergangenen 30 Jahren gingen rund 17 Prozent des Kronendachs der europäischen Waldfläche verloren, berichten die Forschenden im Fachjournal «Nature Sustainability».

Europaweit haben die Störungen des Kronendachs in den vergangenen drei Jahrzehnten zugenommen – die Wälder sind also offener und häufiger durch Freiflächen durchbrochen. Auch die Öffnungen des Kronendachs wurden grösser, was die Wissenschaftler vor allem auf Windwürfe und Waldbrände zurückführen.

Grösstes «Loch» in Spanien

Cornelius Senf von der Technischen Universität München und Rupert Seidl von der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien haben für ihre Studie mehr als 30'000 Bilder von vier Generationen der Landsat-Satelliten ausgewertet. So konnte sie Flächen identifizieren, auf denen sich statt grossen Bäumen eine Freifläche oder Jungwald findet.

epa08667197 Firefighters try to extinguish one of the forest fires that originated in Cualedro, Ourense, northern Spain, 13 September 2020.  Over 2,250 hectares have been burnt with more than eleven forest fires in three different regions over the weekend.  EPA/Brais Lorenzo

Das grösste «Loch» ist in Spanien. Waldbrände tragen ihren Teil dazu bei. Hier im Bild etwa in Cualedro im nördlichen Spanien am 13. September. Bild: keystone

Im europäischen Schnitt fand sich jährlich eine solche Störungsfläche pro zwei Quadratkilometer, die mittlere Grösse der Kronendachöffnungen betrug etwas über einem Hektar. Dabei zeigten sich aber grosse nationale Unterschiede. So hatte etwa Schweden mit im Schnitt knapp zwei Hektar die grössten Öffnungen im Kronendach. Die im Schnitt kleinsten Öffnungen (0.6 Hektar) gab es in der Schweiz. Das grösste dokumentierte «Loch» im Kronendach entstand nach einem Waldbrand in Spanien mit 17'000 Hektar.

Neue Bäume wachsen heran

Die Wissenschaftler sind trotz allem nicht über die Ergebnisse der Studie alarmiert: «Nur weil Bäume verschwinden, bedeutet das nicht, dass der Wald weg ist. In den allermeisten Fällen wachsen nach einem Verlust des Altbestands neue, junge Bäume heran», so Senf.

Zudem würden die Öffnungen im Kronendach die Chance bieten, dass sich eine neue, besser an den Klimawandel angepasste Baumgeneration etablieren kann, erklärte Seidl.

Hier findest du den Link zur Studie.

(jaw/sda/apa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • RockmeAm... 14.09.2020 19:49
    Highlight Highlight Unsere Wälder sind ja keine Naturwälder, da wo ich wohne sind es fast nur gezüchtete Nutzwälder. Aber jetzt änderts sich ja alles durch die Temperaturen. Dann können wir wieder richtige schöne neue Bäume pflanzen für die nächste Generation. Bitte diesmal nicht so eintönig. Weihnachten kommt erst noch.
  • Notabik 14.09.2020 19:20
    Highlight Highlight Was viele nicht begreifen (wollen)! Unser Wald ist ein heiliger Ort und gehört geschützt! Den grossen Frevel, den europäische Förster diesem Organismus antun ist unverzeihbar. Als würde man in einer Kirche randalieren. Denn eines müssen wir uns stets vor Augen halten. Förster gibt es jetzt 300 Jahre lang. Wald gibt es eine gefühlte Ewigkeit länger auf dem Planeten. Der Mensch ist auch in diesem Fall ein Verschlimmbesserer.
  • Chalbsbratwurst 14.09.2020 17:32
    Highlight Highlight Also kurz gesagt:
    Ojee ojee... ah nein erklärbar... ok alles gut.

    Aber warum genau wird nun darüber berichtet wenn ja alles ok ist? Und warum dieser reisserische Titel?

    Ein Bericht über das aktuelle Waldsterben in Folge Ungeziefer und Krankheiten wäre aufschlussreicher und würde auch erklären warum so viele Bäume gefällt werden müssen und dort nun junge Bäume wachsen.
    • Chalbsbratwurst 14.09.2020 17:58
      Highlight Highlight Und an alle die nun denken: "Was Waldsterben?"
      Das Waldsterben in der Schweiz ist nicht vorbei nur weil nicht mehr darüber berichtet wird! Sprecht mal mit einem Förster wenn ihr es genau wissen wollt... oder evtl. gibt es hier Förster die mitlesen und dazu was sagen können. Ich bin ja auch kein Förster und weiss das auch nur aus erzählungen der mir bekannten Förster. Die sagen einstimmtig: "So schlimm wie jetzt war es kaum einmal zuvor." Evtl. ist das aber auch abhängig von der Region... das weiss ich nicht.
    • Borki 14.09.2020 18:22
      Highlight Highlight Ein eigentliches Waldsterben haben wir in der Schweiz nicht, aber ein Baumsterben. Die Buche und die Fichte haben im Mittelland mit der Erwärmung zu kämpfen, die Esche mit einem eingeschleppten Pilz. Damit sind die beiden häufigsten Baumarten unter Druck.
      Der Wald als solches überlebt das, wir ersetzen die Bäume mit Linde, Hagebuche, Douglasie, Eiche, Birke etc.
      Aber ist halt teuer und bedeutet für viele Tierarten das lokale Aus...

      Es ist zum Weinen!
    • Adam Gretener 14.09.2020 18:23
      Highlight Highlight Hier Botaniker. Die Waldfläche in der Schweiz wächst zwar, nur die Qualität ist bescheiden. Forst halt mit Erntefichten.
    Weitere Antworten anzeigen

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