DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Weniger Stress für Pinguine: Als Pinguinküken verkleideter Roboter.
Weniger Stress für Pinguine: Als Pinguinküken verkleideter Roboter.
Bild: AP/Frederique Olivier/John Downer Productions
Ferngesteuert

Forscher verkleiden Roboter als Pinguin

03.11.2014, 12:2903.11.2014, 16:32

Klein, flauschig und auf vier Rädern unterwegs: Französische Forscher haben einen Roboter als Baby-Pinguin verkleidet. Die kleinen, ferngesteuerten Fahrzeuge können Daten über Tierkolonien weit stressfreier sammeln als Menschen, wie die Forscher im Fachjournal Nature Methods schreiben. 

Das Team um Studienleiter Yvon Le Maho von der Universität Strassburg hat eine Methode gesucht, um die scheuen Kaiserpinguine zu untersuchen, ohne sie aufzuschrecken. Um einzelne Tiere verfolgen zu können, erhalten die Pinguine Radio-Frequenz-Chips (RFID), wie sie auch Haustiere haben, unter die Flossen geheftet. 

Chip-Ablesen stresst die Pinguine

Das Ablesen geht aber nur aus 60 Zentimetern Nähe mit einem Handlesegerät. Dies stresst die Tiere, deren Herzfrequenz deutlich ansteigt. Das sei ethisch problematisch und verfälsche die Forschungsresultate, schreiben Le Maho und seine Kollegen. Sie wollten herausfinden, ob das Ablesen mit einem ferngesteuerten Fahrzeug (Englisch: Rover) stressfreier geht. 

Sie rüsteten 34 Königspinguine mit Herzfrequenzmessern aus. Auf einer Testfahrt durch die Kolonie, die die Forscher auf Video aufgenommen haben, hackten die Tiere zwar auf den Roboter ein. Ihre Herzfrequenz stieg aber kaum höher, als wenn ein Artgenosse vorbeikommt – und weitaus weniger, als wenn sich ein Mensch nähert. Stoppte der Rover, beruhigten sie sich sofort wieder. 

Mehr zum Thema

Video: YouTube/Sciense News

Roboterküken begrüsst

Die noch empfindlicheren Kaiserpinguine erschraken jedoch vor dem Rover. Also verkleideten die Forscher ihn als flauschiges Pinguinküken. Nun erlaubten es ihm alle erwachsenen und jungen Pinguine, sich auf Ablese-Distanz zu nähern. Sie begrüssten ihn zum Teil sogar mit speziellem Gesang und er durfte sich in den Kreis kuschelnder Küken einreihen. 

Auch Seeelefanten liessen sich in Tests von dem Rover nicht stören, sogar wenn er zu ihren Köpfen und Schwanzflossen fuhr. Menschen sei dies noch nicht gelungen. Die Forscher plädieren für den breiteren Einsatz der Rover, die nicht nur Daten ablesen, sondern auch Tierstimmen aufnehmen, Vögel im Flug oder Fische im Wasser begleiten könnten. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

65 Prozent weniger Honig: Schweizer Imker kämpfen um das Überleben ihrer Völker

Nass und kalt, das war das Jahr 2021 über weite Strecken – gerade im Frühling und im Sommer. Das war schlecht für die Bienen – und hat für die Schweizer Imker ein historisch schlechtes Jahr zur Folge. Die Honigerträge sind um zwei Drittel eingebrochen.

40 Jahre ist es nun schon her, dass Jakob Künzle anfing mit der Imkerei. Lange waren die Bienen nur ein Hobby. Dann hat er sie zu seinem Beruf gemacht. Künzle hat über die Jahre viel erlebt. Er sagt, als Imker sei man sich daran gewöhnt, dass es auf und ab geht. Dass auf ein gutes Jahr ein schlechtes folgt. Aber dass eine Saison fast ganz ausfällt, das hat es noch nie gegeben. Bis jetzt. Bis 2021.

Wenn Künzle von der Bienensaison 2021 berichtet, dann nimmt er einmal das Wort «himmeltraurig» in …

Artikel lesen
Link zum Artikel