Wissen
Tier

Vaquita: Von diesem netten Kerlchen gibt es nur noch 10 Exemplare

Vor dem Aussterben: Von diesem netten Kerlchen gibt es nur noch 10 Exemplare

Es gibt nur noch etwa zehn von ihnen: Der kleinste Wal der Welt – auch «Vaquita» genannt – kämpft um das Überleben seiner Art.
07.08.2023, 09:3608.08.2023, 09:31
Mehr «Wissen»
Ein Artikel von
t-online

Sie tragen eine auffällige Markierung, dunkle Ringe um ihre Augen und haben ein rundes Maul. Im Vergleich zu ihren Artgenossen sind sie winzig. Die Tiere werden nur rund 1,50 Meter lang und wiegen etwa 40 Kilogramm.

FILE - This undated file photo provided by The National Oceanic and Atmospheric Administration shows a vaquita porpoise. Mexico's Environment Department announced a new program to protect the end ...
Vaquitas werden nur rund 1,50 Meter lang und wiegen etwa 40 Kilogramm.Bild: keystone

Doch nur wenige Menschen haben je die Bekanntschaft mit einem «Vaquita» gemacht, auch Fotos von den Meeressäugern gab es eine lange Zeit nicht. Schweinswale – die kleinsten Wale der Welt – sind scheu und selten. Sie gehören zu den bedrohtesten Arten der Erde.

Forscher warnen: Bald ist es zu spät

Nun warnt erstmals in seiner Geschichte der wissenschaftliche Ausschuss der Internationalen Walfangkommission (IWC) vor dem Aussterben der Art. Im Golf von Kalifornien in Mexiko gebe es nur noch etwa zehn Exemplare des Kalifornischen Schweinswals, teilte die IWC am Montag mit. Nur die konsequente Umsetzung eines Verbots von Stellnetzen in ihrem natürlichen Lebensraum könne das Aussterben der extrem seltenen Meeressäuger noch verhindern.

«Das Aussterben des ‹Vaquita› ist unvermeidlich, wenn nicht sofort alle Stellnetze durch alternative Fanggeräte ersetzt werden, die sowohl den ‹Vaquita› als auch den Lebensunterhalt der Fischer schützen. Wenn dies nicht jetzt geschieht, wird es zu spät sein», heisst es in der Erklärung des wissenschaftlichen Ausschusses, dem rund 200 Forscher angehören.

Stellnetze und illegale Jagd sind grösste Bedrohung

Immer wieder verfangen sich die Schweinswale in Stellnetzen von Fischern und verenden dort. Zwar wurde der kommerzielle Fischfang mit diesen Netzen in der Region verboten. Trotzdem ging die Population von 567 Exemplaren im Jahr 1997 auf nur noch 10 Tiere im Jahr 2018 zurück. Seitdem ist der Bestand offenbar weitgehend stabil.

Gefährdet sind «Vaquitas», die auch als «Kälbchen der Meere» bezeichnet werden, vor allem durch die illegale Jagd mit Stell- und Treibnetzen auf Totoabas.

Die Schwimmblasen dieser Tiere werden in Hongkong und auf dem chinesischen Schwarzmarkt zu hohen Preisen gehandelt. Das darin enthaltene Kollagen wird in bestimmten Suppen verwendet. In China ist der Fisch zudem als angebliches Aphrodisiakum und Heilmittel heiss begehrt.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Manchmal habe ich Höhenangst»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
46 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Marky Mark
07.08.2023 09:47registriert September 2020
Forscher warnen: bald ist es zu spät

Bei einem Bestand von gerade noch 10 Tieren ist es wohl schon zu spät. Aber so lange die Chinesen hohe Preise für ihr Süppchen und ein paar Minuten mehr Stehvermögen bezahlen, muss man ja nichts unternehmen. Die Menschheit ist einfach dumm und von Geld getrieben. Traurig!
1104
Melden
Zum Kommentar
avatar
El_Chorche
07.08.2023 09:44registriert März 2021
"In China ist der Fisch zudem als angebliches Aphrodisiakum und Heilmittel heiss begehrt."

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Chinesen überdurchschnittlich oft Potenzprobleme haben.
935
Melden
Zum Kommentar
avatar
What’s Up, Doc?
07.08.2023 10:38registriert Dezember 2015
Ob bei 10 Tieren der Genpool noch variabel genug ist um ein Überleben zu ermöglichen?
Traurig das es überhaupt soweit gekommen ist.
320
Melden
Zum Kommentar
46
Berührungen (auch von Robotern und Stofftieren) können Schmerz und Angst lindern

Eine Umarmung kann wohltuende Wirkung entfalten. Für positive Effekte muss diese aber gar nicht von einem Menschen kommen. Studien zeigen, dass auch Berührungen von Robotern oder Stofftieren helfen.

Zur Story