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Glückliche Menschen, Mutter und Sohn (Symbolbild)

Die Welt ist heute in mancherlei Hinsicht so gut wie noch nie. Bild: Unsplash/Xavier Mouton

Die Welt wird immer besser. Oder?

Marko Kovic



Angenommen, man könnte auswählen, als Durchschnittsmensch in irgendeiner Zeitperiode der bisherigen Menschheitsgeschichte auf die Welt zu kommen: Welchen Zeitpunkt sollte man rationalerweise auswählen?

Eine ziemlich gute Wahl dürfte die Gegenwart sein. Wer heute auf die Welt kommt, hat grössere Chancen als jemals zuvor, die ersten paar Kindheitsjahre zu überleben, in den Genuss von Schulbildung zu kommen, nicht von Infektionskrankheiten dahingerafft zu werden, in einem demokratischen politischen System mitreden zu dürfen, und einen halbwegs geregelten und würdevollen Lebensabend zu haben.

Die Welt ist heute in mancherlei Hinsicht nicht nur besser als früher, sondern sogar so gut wie noch nie. Eine besonders neue oder überraschende Erkenntnis ist dies allerdings nicht. Bücher wie Hans Roslings «Factfulness» oder Steven Pinkers «Enlightenment Now», die den globalen Fortschritt zelebrieren, sind internationale Bestseller, und das Internet ist voll von «Die Welt wird besser»-Artikeln, die uns aufzeigen, dass unser subjektives Bauchgefühl ob des Zustands und der Entwicklung der Welt den objektiven Tatsachen oft nicht standhält.

Den massiven zivilisatorischen Fortschritt der letzten Jahrhunderte, dessen Früchte wir tagtäglich geniessen dürfen, sollten wir durchaus würdigen. Eine gesunde Portion Fortschrittsoptimismus ist darum wichtig und richtig. Wenn differenzierter Fortschrittsoptimismus aber einem pauschalisierendem Fortschrittsglauben weicht, riskieren wir einen dreifachen Denkfehler.

Erstens wird nicht alles, was auf den ersten Blick besser zu werden scheint, auch wirklich so besser, wie man meinen könnte. Zweitens kann uns Fortschrittsoptimismus blind für die Dinge machen, die mit der Zeit schlechter geworden sind. Drittens geniessen wir aktuell wahrscheinlich die Ruhe vor dem Sturm – und sind in Tat und Wahrheit so nah an der totalen Katastrophe wie nie zuvor.

Marko Kovic

Bild: zVg

Marko Kovic denkt und schreibt zu gesellschaftlichem Wandel und Technologie-bezogenen Risiken. Zu hören ist er im Podcast Denkatelier.

Die Methodenfrage, oder: Nicht alles, was besser zu werden scheint, wird auch (so) besser

Was ist «Fortschritt»? Fortschritt ist nicht ein Naturphänomen, das wir wie Bäume oder Bienen oder Bakterien direkt in der Realität beobachten können. Was Fortschritt bedeutet und wie Fortschritt gemessen wird, definieren und bestimmen einzig und allein Menschen. Dabei gibt es immer mindestens zwei grundlegende methodische Fragen zu klären: Was wird gemessen? Wie wird es gemessen? Je nachdem, was die Antworten auf diese Fragen sind, fällt das Bild über den interessierenden Sachverhalt unterschiedlich aus.

Die Bedeutung der Messmethode zeigt sich bei einem der grössten Probleme überhaupt: Armut. Armutsbekämpfung ist mit guten Gründen eine globale Priorität, denn höhere Armut bedeutet weniger Glück und mehr Leid für die unmittelbar betroffene Person, für ihr Umfeld, sowie auch für ihre Nachkommen. (Die meisten armen Menschen sind nicht selbstverschuldet arm, sondern wurden in Armut hineingeboren.) Wir müssen darum wollen, dass möglichst wenige Menschen möglichst wenig Armut erfahren. Erfreulicherweise hat Armut in den letzten Jahrzehnten weltweit massiv abgenommen, wie Daten der Weltbank zeigen:

Grafik: Weltweite Armut 1980-2015, relative Entwicklung

Der Anteil der Weltbevölkerung, der in extremer Armut lebt (ein tägliches Einkommen von weniger als 1.90 US-Dollar), ist seit 1981 von über 40% auf rund 10% gesunken. Die Grenze von 1.90 US-Dollar als Definition extremer Armut ist politisch aufgeladen und umstritten, aber das positive Bild bleibt grundsätzlich auch dann erhalten, wenn wir die Anteile der Weltbevölkerung betrachten, die weniger als 5 oder weniger als 7.50 US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben.

Doch was passiert, wenn wir dieselbe Statistik in absoluten Zahlen anstatt in relativen Anteilen anschauen? Wenn wir also anschauen, wie sich die absolute Anzahl Menschen unterhalb der unterschiedlichen Armutsgrenzen verändert hat? Die Entwicklung ist nicht mehr ganz so positiv:

Grafik: Weltweite Armut 1980-2015, absolute Entwicklung

Die Veränderung bei extremer Armut ist auch in absoluter Hinsicht positiv (mit der Zeit leben immer weniger Menschen in extremer Armut), aber die absoluten Zahlen machen klar, dass heute immer noch hunderte Millionen Menschen in erbärmlicher Armut leben. Bedenklicher ist das Bild bei den Armutsgrenzen von 5 und 7.50 US-Dollar: Trotz einer Trendwende ca. ab dem Jahr 2000 lebten im Jahr 2015 mehr Menschen mit täglich weniger als 5 oder 7.50 US-Dollar als 1981.

Warum sind diese absoluten Zahlen wichtig? Bei moralischen Problemen wie Armut können wir nicht einfach das Durchschnitts-Glück oder Durchschnitts-Wohlbefinden berechnen und zufrieden sein, wenn sich dieser theoretische Durchschnittswert verbessert – wenn ich arm bin, habe ich nichts davon, wenn der theoretische Durchschnitts-Wohlstand steigt, weil es mit der Zeit mehr Menschen gab, denen es besser geht als mir. Was stattdessen zählt, ist die in der Realität relevante absolute Minimierung von Armut.

Armut, Müllkippe, Kind (Symbolbild)

Extreme Armut verursacht Leid. Bild: Shutterstock

Das Bild der Armutsentwicklung wird zusätzlich unklarer, wenn wir die Rolle von China mitberücksichtigen. China hat in den letzten Jahrzehnten seit den Reformen Deng Xiaopings massive Entwicklungsschritte erlebt, die einen gewichtigen Teil der gesamten weltweiten Fortschritte bei der Armutsbekämpfung ausmachen. Das zeigt sich bereits in relativer Hinsicht:

Grafik: Weltweite Armut 1980-2015, relative Entwicklung, Vergleich: mit China und ohne China

Chinas Status als positiver Ausreisser bei der Armutsbekämpfung wird noch deutlicher, wenn wir die absoluten Zahlen betrachten:

Grafik: Weltweite Armut 1980-2015, absolute Entwicklung, Vergleich: mit China und ohne China

Ein grosser Teil der erfolgreichen Armutsbekämpfung der letzten Jahrzehnte hat in China stattgefunden. Der Trend im Rest der Welt ist deutlich weniger stark: Es gab Fortschritt, aber als Weltgemeinschaft sind wir noch weit von einer Lösung des Problems entfernt.

Ein anderes Beispiel für die Bedeutung methodischer Fragen ist die berühmte Elefantengrafik des Ökonomen Branko Milanovic. Die Elefantengrafik fasst zusammen, wie sich Einkommen in den letzten Jahrzehnten weltweit entwickelt haben. Die Elefantengrafik mit Daten von 1980 bis 2016 sieht folgendermassen aus:

Elefanten-Grafik: Wachstum des Einkommens nach Einkommensquantil, 1980-2016

Die Linie ähnelt der Silhouette eines Elefanten: Ganz links das gewölbte Hinterteil, in der Mitte der Rücken und ganz rechts der nach oben gestreckte Kopf und Rüssel. Diese Darstellung birgt einen überraschenden und positiven Befund. Die Einkommen der oberen 1% sind zwar explodiert, aber die zweite Gruppe, die in den letzten Jahrzehnten am meisten dazugewonnen hat, sind die unteren rund 50% der Weltbevölkerung. Das Einkommen jener Menschen also, die im weltweiten Vergleich sehr wenig haben, ist auffällig stark gewachsen.

Das ist eine erfreuliche Nachricht. Doch sie hat einen Haken: Auch in der Elefantengrafik werden relative Zahlen verwendet. Wie sieht das Bild aus, wenn das absolute Wachstum des Einkommens über die letzten Jahrzehnte berechnet wird? Ernüchternd, wie Forschende der Uni Bern anhand der Originaldaten von Branko Milanovic aufzeigen:

Elefanten-Grafik vs. Hockey-Grafik

Es mag sein, dass das Einkommen der Ärmsten relativ gesehen stark gewachsen ist. Das Problem ist aber, dass ein in relativer Hinsicht starker Anstieg von fast nichts unter dem Strich immer noch fast nichts ergibt.

Die zwei Beispiele der Entwicklung von Armut und von Einkommen bedeuten nicht, dass wir Messungen und Daten zu Fortschrittsthemen gar kein Vertrauen mehr schenken sollen. Es ist aber nützlich, solche Daten aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten, damit wir uns nicht vorschnell in einen überhasteten Fortschrittsjubel hineinkaprizieren.

Die Welt wird auch schlechter

Es gibt Bereiche, in denen die Welt oder grosse Teile der Welt in den letzten Jahrzehnten tendenziell schlechter geworden sind. An dieser Stelle seien drei davon, die eine gesellschaftliche und auch emotionalen Brisanz haben, herausgepickt: Ungleichheit bei Vermögen; Erosion der Demokratie; steigendes Tierleid.

Wirtschaftliche Ungleichheit hat nicht nur mit dem Einkommen, sondern auch (und vielleicht vor allem) mit Vermögen, also mit all den Gütern, welche eine Person besitzt, zu tun. Perfekte Gleichheit bei Vermögen gab es noch nie und wird es auch nie geben, und zwar teilweise zurecht. Wer beispielsweise spart und in eine Immobilie investiert, hat dieses Vermögen im Unterschied zu einer Person, die nur Party macht und ihr Geld aus dem Fenster wirft, wortwörtlich verdient.

EU-Experten haben am Freitag in Brüssel empfohlen, die Schweiz von der grauen EU-Liste der Steueroasen zu streichen. Am Schluss entscheiden darüber aber die EU-Finanzminister. (Symbolbild)

Wer schon über ein grösseres Vermögen verfügt, hat bessere Aussichten, es weiter zu vermehren. Bild: KEYSTONE

Das Problem ist aber, dass jene, die bereits über grössere Vermögen verfügen (und oftmals in Vermögen hineingeboren wurden), viel bessere Aussichten haben, ihr Vermögen weiter zu vermehren. Die Folge davon ist, dass das Vermögen der Superreichen weltweit wächst und wächst, während jenes der sprichwörtlichen globalen Mittelschicht stagniert:

Grafik: Weltweite Vermögensverteilung 1980-2016

Die reichsten 1% der Weltbevölkerung besitzen heute rund ein Drittel des gesamten Weltvermögens. Erstaunlicherweise ist die Schweiz eines der letzten Länder, das noch eine Vermögenssteuer kennt. Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und sogar Frankreich haben alle in den letzten Jahrzehnten die Vermögenssteuer zugunsten der Reichsten abgeschafft.

Ungleichheit mag sich akzentuieren, aber in demokratischen Ländern könnte das Pendel möglicherweise wieder in die andere Richtung schwingen, wenn der Leidensdruck für die Bevölkerung zu gross wird. Doch wie steht es eigentlich um die Demokratie selber? Mit dem Untergang der Sowjetunion gab es eine globale Explosion der Demokratie, was den Politologen Francis Fukuyama berühmterweise dazu bewegte, das metaphorische Ende der Geschichte auszurufen. Wie ist es heute um die Demokratie bestellt? Nicht universal gut, wie der Democracy Index der Economist Intelligence Unit aufzeigt:

Grafik: Demokratie-Index in unterschiedlichen Regionen, 2006-2018

Ausgerechnet in Europa, der Wiege der Demokratie, erodiert diese. Ein genauerer Blick in die einzelnen Länder zeigt, dass Demokratie vor allem im Osten Europas in der Krise steckt:

Grafik: Demokratie-Index in Osteuropa, 2006-2018

In jenen Ländern Europas also, die einst die diktatorische Unterjochung mit einem Schrei nach Freiheit und Demokratie abgelegt haben, stehen demokratische Werte und Institutionen heute unter Beschuss.

Ein Dorfbewohner stimmt an der Urne ab, am Sonntag, 12. Februar 2017, in Obersaxen Meierhof. Die Stimmbuerger des Kantons Graubuenden stimmen ueber eine moegliche Kandidatur fuer die Olympischen Winterspiele 2026 ab. Heute stimmt die Schweiz auchueber drei Eidg. Vorlagen ab. Dabei wird ueber die erleichterte Einbuergerung von Personen der dritten Auslaendergeneration, die Schaffung eines Fonds fuer die Nationalstrassen und den Agglomerationsverkehr (NAF), sowie das Unternehmenssteuerreform­gesetz III befunden. (KEYSTONE/Benjamin Manser)

Demokratische Werte stehen heute unter Beschuss. Bild: KEYSTONE

Ungleichheit mag weltweit steigen, und die Zukunft der Demokratie ist vielleicht ungewiss. Aber mindestens unseren moralischen Fortschritt kann uns niemand nehmen. Wir anerkennen heute, dass Frauen gleichwertige Menschen sind; dass Menschen mit anderer Hautfarbe als der weissen gleichwertige Menschen sind; dass nicht-heterosexuelle Menschen gleichwertige Menschen sind; und so fort.

Unseren moralischen Kreis haben wir zudem auch auf nicht-menschliche Tiere ausgeweitet. So ist beispielsweise Tierquälerei verboten, und die meisten von uns hätten heute Mühe damit, einen Pelzmantel zu tragen. Nicht ganz in dieses Bild des moralischen Fortschritts passt allerdings der Umstand, dass die weltweite Fleischproduktion in den letzten rund 50 Jahren regelrecht explodiert ist:

Weltweite Fleischproduktion, 1962-2015

Die Menschheit konsumiert heute so viel Fleisch wie noch nie. Unserem Hunger fallen aktuell jährlich rund 60 Milliarden empfindungsfähige Tiere zum Opfer – Fische, Milchkühe und in der Eierproduktion eingesetzte Hühner nicht mitgerechnet.

Die moralische Katastrophe besteht dabei nicht bloss im Umstand, dass empfindungsfähige und intelligente Tiere ihres Lebens beraubt werden. Zusätzlich und wahrscheinlich schwerwiegender kommt hinzu, dass die meisten der heute gezüchteten Tiere kein schönes Leben vor dem Tod leben, sondern vor dem Schlachten ein qualvolles Dasein als Teil der Masse in der Massentierhaltung erleiden müssen.

Näher an der totalen Katastrophe als je zuvor

Ein Mann springt vom Dach eines 100-stöckigen Hochhauses. Nach 90 Stockwerken sagt er: «So weit, so gut!».

Ein wesentlicher Grund, warum uns Fortschritts-Storys wie jene des eingangs erwähnten Bestseller-Autors Steven Pinker so gefallen, dürfte sein, dass das Fortschritts-Narrativ etwas sehr Beruhigendes hat: Die Welt wird immer besser – und folglich haben wir das Schlimmste hinter uns. Dieser Blick durch die rosarote Fortschritts-Brille lässt aber aus, dass die Menschheit heute mit Problemen konfrontiert ist, die in nicht allzu ferner Zukunft unvorstellbar viel Schaden anzurichten drohen. Wir befinden uns aktuell lediglich in der Ruhe vor dem Sturm. Wir sind der Mann, der vom Hochhaus gesprungen ist und sich im freien Fall befindet.

Das offensichtlichste Beispiel für diese neue Kategorie von Problemen ist der Klimawandel. Klimawandel ist nicht einfach ein kleines Umweltproblem, das in gewissen isolierten Ökosystemen Schaden anrichten könnte. Klimawandel ist eine Art Totalphänomen: Eine zu starke Erwärmung der Erde könnte diese für die menschliche Spezies unbewohnbar machen. Auf dem Spiel steht also nichts weniger als die zukünftige Existenz der Menschheit. Das macht Klimawandel zu einem existenziellen Risiko: Ein Risiko, das die gesamthafte Existenz und positive zukünftige Entwicklung der Menschheit gefährdet.

radar-reuters  Steigende Temperaturen als Folge des Klimawandels könnten Auswirkungen auf die Olympischen Sommerspiele der kommenden Jahrzehnte haben - da ist sich John Balmes, Professor an der University of California, sicher.

Der Klimawandel ist ein existenzielles Risiko. Bild: kaltura://1789921/178992100/56057/0_v8rng576

Leider ist Klimawandel nicht das einzige Risiko in dieser schlimmstmöglichen Risikokategorie, denn mit unserer voranschreitenden technologischen Entwicklung entstehen laufend neue existenzielle Risiken. Von Atomwaffen über antibiotikaresistente Bakterien und Bioterrorismus bis hin zu unkontrollierbarer künstlicher Superintelligenz: Die Menschheit als Ganzes ist heute näher an einer totalen und irreversiblen Katastrophe als jemals zuvor.

Das bedeutet nicht, dass wir eine fatalistische Haltung einnehmen müssen. Existenzielle Risiken wie der Klimawandel sind zwar gigantische Herausforderungen, aber sie sind grundsätzlich menschengemacht: Das was Menschen erschaffen, können Menschen auch beeinflussen und steuern; egal, wie schlimm es ist. Wenn aber ein übertriebener Fortschrittsoptimismus der Filter ist, durch den wir die Zukunft der Menschheit sehen, kalibrieren wir unseren Risiko-Radar falsch und verpassen die Gelegenheit, den Katastrophen von morgen schon heute entgegenzuwirken.

Die Fortschritts-Denkfalle

Dr. Pangloss aus Voltaires klassischer Satire «Candide» ist der wohl berühmteste Optimismus-Trottel. Er lehrt seinen Zögling Candide, wir lebten in der besten aller möglichen Welten, obwohl die Welt, wie sich schnell herausstellt, unfassbar brutal und unfair ist (und ganz leicht weniger brutal und unfair sein könnte).

Wenn wir uns einem übertriebenen Fortschrittsoptimismus hingeben, tappen wir in eine noch gravierendere Denkfalle als Dr. Pangloss. Ein undifferenzierter Wohlfühl-Fortschrittsoptimismus verzerrt nämlich nicht nur den Blick auf den tatsächlichen Zustand der Welt. Feel-Good-Fortschrittsoptimismus verkennt auch, wie Fortschritt überhaupt entsteht: Fortschritt gibt es dann und nur dann, wenn wir Probleme aktiv suchen, erkennen und anpacken. Über jene, die das Schlechte in der Welt suchen und bekämpfen, sollten wir uns darum nicht lustig machen – sondern uns zu ihnen gesellen.

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73
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73Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bruuslii 16.12.2019 23:36
    Highlight Highlight früher war alles besser. sogar die zukunft 🤷🏻‍♂️😜
  • lilie 16.12.2019 04:49
    Highlight Highlight Ein kluger, differenzierter Artikel.

    Allerdings wundert mich einmal mehr, warum bei der Berechnung von Einkommensentwicklungen noch immer nicht die jeweilige Kaufkraft und deren Veränderung mit der Zeit berücksichtigt wird.

    Es nützt nichts, wenn immer weniger Leute unter der Einkommensgrenze x liegen, wenn sie sich gleichzeitig für dieses Geld immer weniger kaufen können.

    Das erscheint mir der viel wichtere Aspekt, als ob wir nun den Armutsanteil in absoluten oder relativen Zahlen berechnen.
  • no-Name 15.12.2019 23:33
    Highlight Highlight Spannender Artikel, schön differenziert.

    Meines Erachtens hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen:

    «...und einen halbwegs geregelten und würdevollen Lebensabend zu haben...»

    Richtig währe wohl:

    «...und einen geregelten und halbwegs würdevollen Lebensabend zu haben.»
    • aglio e olio 16.12.2019 08:58
      Highlight Highlight Mir wäre halbwegs geregelt und würdevoll lieber.
      Etwas planlos erscheint mir angenehmer als etwas würdelos.
      jm2c
  • Maya Eldorado 15.12.2019 22:44
    Highlight Highlight Noch etwas anderes verfälscht die ganzen Berechnungen.
    1.9 Doller sind in einem Drittweltland für Selbstversorger um ein Vielfaches mehr Wert. Als in einem 1.Welt Land in Europa.
    Da steht nirgends, dass sowas berücksichtigt wird.
    • Marko Kovic 16.12.2019 06:53
      Highlight Highlight Das wäre im Artikel noch erwähnenswert gewesen: Die Daten zu den Einkommen hat die Weltbank (so gut das geht) kaufkraftbereinigt geschätzt.
  • Bildung & Aufklärung 15.12.2019 22:25
    Highlight Highlight Frage: Beim Indikator für extreme Armut, wurde da Kaufpreisbereinigung und Teuerung miteinberechnet?

    Wie tief war dieser Indikator dann vor einigen Jahren? zB. 80 Cent am Tag?
    • Maya Eldorado 15.12.2019 22:39
      Highlight Highlight Genau diese Frage stellte ich mir auch. Ist das kaufkraftbereinigt oder seit Anfang an immer die gleichen 1.09 Dollar.
    • LeChef 15.12.2019 23:19
      Highlight Highlight Das sind ganz einfache, nicht kaufkraftbereinigte Dollar. Die Inflation wird über die Definition ausgeglichen. Deshalb 1.905 Dollar, und nicht mehr 1 Dollar wie bei der Einführung der Definition.
    • Coffeetime ☕ 15.12.2019 23:45
      Highlight Highlight Also, wenn ich 1 oder 2 $ habe, ist dass wirklich so massgebend? Es ist einfach sehr, sehr wenig, egal wo man wohnt...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bildung & Aufklärung 15.12.2019 22:23
    Highlight Highlight Unfassbare, endlos katastrophale, unendlich traurige 60% der Arten weltweit wurden seit den 70ern vom Menschen ausgerottet...
    Ja, wird alles immer besser.
    Dieser endlos arrogante Anthrophozentrismus ist nicht in Worte zu fassen.
    Wir sind ja alleine auf der Welt, unsere Spezies ist mehr wert als alle andere zusammen! Wir, die selbsternannte Krone der Schöpfung entscheiden über Leben und Tod der Mitgeschöpfe. Einfach weil wirs können, weil wir die Stärksten sind... Der stärkste Bully gewinnt halt. Echt schöne und gute Einstellung.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 16.12.2019 02:47
      Highlight Highlight @Adam Smith: Der Intellekt eines Menschen sollte zu mehr imstande sein, als dieser dumpfe Kommentar.

      Alle Tiere, ausser der inzwischen völlig von der Natur abgekoppelte Mensch, leben in Koexistenz. Das ging so lange gut, bis der Mensch diese Koexistenz gestört und die natürliche Selektion ausgehebelt hat. Ausser in Ausnahmefällen erwischen Jäger fast immer nur kranke oder isolierte Beute und sorgen so für ein gesundes natürliches Gleichgewicht. Diese Millionen Jahre alten Ökosysteme hat der Mensch in gut 200 Jahren völlig zerstört. Damit begonen hat er allerdings schon zu Zeiten des Mammuts.
    • Super8 16.12.2019 09:49
      Highlight Highlight @Adam Smith: Auf welchem Planeten lebst du denn? Dir scheint ja die Natur völlig egal zu sein. Hauptsache du hast ordendlich Kohle gell? Und dann nervst du dich noch über Misanthropie. Bei solchen Menschen wie du bleibt ja einem nichts anderes übrig.
    • Bildung & Aufklärung 16.12.2019 13:47
      Highlight Highlight Smith: ich bin mir sicher, du wirst innert Kürze genügend Quellen finden.
      Keine Energie, immer und wieder mit solchen höchst traurigen Unfassbarkeiten konfrontiert zu werden.
      Genügend traurig, dass soviele Menschen das alles nicht mal wissen, sich nicht mal bewusst sind.
      Übrigens sind hierzulande schon 80% der Insekten weggestorben...

      Aber du willst ja tatsächlich auch menschliche Abstraktionsgabe mit denen Tiere gleichsetzen, Trieb und Natur mit willentlicher Vernichtung, Ausrottung und Zerstörung.

      Wie soll man bei solchen Mitmenschen nicht zum Misantrophen mutieren?
    Weitere Antworten anzeigen
  • j_foo 15.12.2019 22:19
    Highlight Highlight Dieser Artikel und die Negativbeispiele darin zeigen eigentlich direkt, wie enorm positiv unsere Fortschritte sind. Oder gab es vor ein paar Jahrzehnten den Begriff Tierwohl überhaupt?
    • Bildung & Aufklärung 15.12.2019 22:46
      Highlight Highlight Und heute ist Tierwohl ein ganz grosses Thema?

      Es ist zwar offiziell keine Sache mehr, in der Realität aber immernoch absolut.
      So gross ist das Tierwohl, das unfassbare 7400 Bauernbetriebe in einem Jahr wegen Tierquälerei verzeigt wurden. Dass man nächstes Jahr Abermillionen Kücken nicht mehr schreddert, sondern einfach vergast. Dass in der CH jede Sekunde 2 Tiere geschlachtet werden, viel mehr als früher. In Deutschland werden 13.5 Millionen Schweine vor dem Schlachthaus getötet, landen im Müll. Immer mehr haben einen Hund, der dann der Wohnung dahinvegetiert...
      Ach das Wohl!
  • Rethinking 15.12.2019 22:03
    Highlight Highlight Je besser es uns geht umso tiefer wird der Fall sein...

    Schon tragisch dass der Mensch offensichtlich nicht über den eigenen Schatten springen kann und eifach immer weiter macht bis es nicht mehr geht...

    Offenbar sind wir Menschen erst nach Ausbruch einer Katastrophe in der Lage und zu ändern und dies auch nur für eine gewisse Zeit...
  • N. Y. P. 15.12.2019 20:33
    Highlight Highlight Die Welt ist heute in mancherlei Hinsicht nicht nur besser als früher, sondern sogar so gut wie noch nie.

    Gibt es noch eine Welt ?
  • Firefly 15.12.2019 20:17
    Highlight Highlight Es gibt wenige Entdeckungen, die das heutige Leben entscheidend prägen und länger und angenehmer gemacht haben. Fliessend Wasser, Antibiotika, Elektrifizierung, moderne Medizin... Diese Entdeckungen sind schon einige Zeit her... Seit dem gab es keinen entscheidenden Fortschritt mehr. Nur mehr Produkte und Dienstleistungen um konsumierend die Leere zu füllen und uns Fortschritt vorzugaukeln.

    Leider führt der übermässige Konsum, der uns als Fortschritt verkauft wird dazu, dass wir unsere Umwelt mehr und mehr belasten und uns somit den echten Fortschritt in langer Sicht wieder zunichtemachten.
    • Firefly 15.12.2019 22:03
      Highlight Highlight Jeder Blitz füge bitte eine technologische Entwicklung der letzen, sagen wir 60 Jahre an, welche das Leben aller Menschen auf der Welt entscheidend verbessert hätte und nicht nur daszu gendient hat, mehr, schneller und weiter zu kommen. Danke
    • Bildung & Aufklärung 15.12.2019 22:29
      Highlight Highlight online-shopping, SUVs, billige Kreuzfahrten, wöchentlich neu erscheinende Modelinien ("fachberiff fällit mir grad nichtein), Billigflüge, Kleidungsstücke für weniger als 5.- ...
      In den 70ern, als es das noch nicht gab, waren die Menschen reihenweise ganz massivst unzufrieden deswegen...
    • Helios 15.12.2019 22:34
      Highlight Highlight Internet, Computer, Kommunikationstechnologie..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Naniki 15.12.2019 20:14
    Highlight Highlight Kovic ist der Hammer. Ich glaube, er versteht die Welt. Und er hat sich wirklich die Mühe gemacht, die Welt zu verstehen. Wir sollten ihm folgen. Mein Brian! Mein Joshua!
  • Ökonometriker 15.12.2019 19:48
    Highlight Highlight Nur weil die Welt besser als zu vor ist heisst das eben nicht, dass sie perfekt ist. Wir haben schon viel geschafft, aber es gibt noch viel zu tun!
    • Firefly 15.12.2019 20:08
      Highlight Highlight Perfekt für wen? was ist perfekt und was kommt danach?
    • Ökonometriker 15.12.2019 20:18
      Highlight Highlight @Firefly: der Autor des Artikels hat ein paar sehr sinnvolle Punkte aufgelistet, an denen man arbeiten könnte...
      und wenn die Armut besiegt, die Umwelt gerettet, der Weltfrieden hergestellt und die Welt so demokratisch wie die Schweiz ist, kommt uns sicher noch mehr in den Sinn um sie weiter zu verbessern. Aber wir sind wohl noch ziemlich weit weg vom Ende aller Probleme...
    • Firefly 15.12.2019 21:58
      Highlight Highlight @Ökonometriker
      1. Es braucht keine neue Technologie oder mehr Arbeit um die Armut zu besiegen. Dieses Problem ist schon lange kein technologisches mehr sondern ein politisches/ökonomisches. Es gibt genug Resourcen, nur sind sie sehr ungleich verteilt. Willst du die Armut besiegen musst du besser verteilen. Nicht mehr Reichtum schaffen oder mehr Produzieren, dies schadet nur der Umwelt.

      2. Um die Umwelt zu schützen muss man in ein Gleichgewicht kommen. Weniger produzieren, weniger arbeiten, weniger komsumieren, mehr geniessen.

      3. Weltfrieden is wahrscheinlicher, wenn 1. und 2. erfüllt sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Palpatine 15.12.2019 19:31
    Highlight Highlight Ein sehr interessanter Artikel! Danke.
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 15.12.2019 19:16
    Highlight Highlight Da bei mir Antinatalismus Programm ist, würde sagen: Ihr könnt mich mal kreuzweise. Den kaputten Planeten mit diesen noch kaputteren Menschen überlasse ich euch.

    Eine Ausnahme würde ich erwägen, wenn ich die Gelegenheit bekäme, ein ausschliesslich für die Gattung Homo tödliches Virus zu sein. So ganz im Sinne des Naturschutzes. Dann würde ich 2019 wählen.
    • ursus3000 15.12.2019 21:48
      Highlight Highlight Hä?
    • Bildung & Aufklärung 15.12.2019 22:31
      Highlight Highlight Also du hättest, wenn überhaupt, höchstens Mitgefühl für deine eienen Kinder?
      Wenn andere Menschen und Lebewesen massenhaft aufrund der desaströsen Umwelt krepieren, dann tanigert und berührt dich das nicht?
      Krass...
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 16.12.2019 02:37
      Highlight Highlight @Bildung&Aufklärung: Du hast überhaupt nichts verstanden. Du solltest deinen Namen ändern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • The Count 15.12.2019 19:08
    Highlight Highlight Die Welt kann nicht besser oder schlechter werden. Aber ja, uns privilegierten, in einem Industrieland geborenen Menschen geht es immer besser. Dies aufgrund der Tatsache dass es denjenigen Menschen, welche in einem Entwicklungsland geboren wurden, immer schlechter geht. Durch Landraub, moderner Sklaverei und der Enteignung von Bodenschätzen haben wir es weit gebracht. Danke ihr armen, hungernden Menschen, ihr seid echt nett...
    • Bildung & Aufklärung 15.12.2019 22:34
      Highlight Highlight Keine Ahnung warum diese Negativvoten...
      Naja, sehr viele wollen der Wahrheit halt nicht in die Augen sehen, wollen sich krampfhaft reinwaschen, das beobachtet man oft.
      Viele lassen keinerlei Kritk am eigenen Land, am eigenen System, an der eigenen Realität gelten.
      Und niemand sagt, dass es uns NUR gut geht, weil andere ausgebeutet werden, aber es ist ein massgeblicher Faktor. Ist ein seit sehr langem bewiesener Fakt.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 16.12.2019 23:19
      Highlight Highlight @The Count: Es geht den Menschen in den Industrieländern nicht besser. Es geht ihnen anders. Aber definitiv nicht besser. Glücklicher sind sie in der Regel nicht. Sieht man in der Schweiz sehr gut. Viele unzufriedene Menschen. Sehr viele unzufriedene Menschen.
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  • Feihua 15.12.2019 18:52
    Highlight Highlight Kein Wunder. Unser heutiger Lebensstandard beruht leider auf der Ausbeutung und zunehmender Übernutzung fast aller Ressourcen seit dem Beginn des industriellen Zeitalters.

    Diese Ausbeutung der jahrmillionen alten Ressourcen ist zu vergleichen mit dem verprassen eines Milliarden-Erbvermögens innert einer Generation. Klar gehts dieser Generation sehr gut. Aber allen nachfolgenden???
  • Auric 15.12.2019 18:48
    Highlight Highlight Schade, bis 80% vom Text las sich das gut, dann musste alles wieder in einer einzigen Katastrophe enden..

    Gibt es nicht genügend Katastrophenprophezeiungen hier auf Watson?
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 15.12.2019 19:19
      Highlight Highlight Normalerweise ist es immer umgekehrt. Es werden all die Katastrophen vor Augen geführt und am Ende ein baldiges Happy End in Aussicht gestellt, welches der Homo sapiens mit technologischem Fortschritt herbeiführen wird. In Tat un Wahrheit grabt er sich und alle anderen Lebewesen immer tiefer in den Dreck, aber das ist eine andere Geschichte.
    • Firefly 15.12.2019 20:24
      Highlight Highlight Was ist der Unterschied zwischen einer Analyse und einer Prophezeiung?
    • Firefly 15.12.2019 20:30
      Highlight Highlight Analyse:

      Wir haben ein Problem weil
      1. ...
      2. ...
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      Prophezeiung:

      Wenn wir so weiter machen wie bisher wirds immer besser und alle momentanen Probleme werden sich in Luft auflösen.
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  • PC Principal 15.12.2019 18:36
    Highlight Highlight Die Ansicht "Wir stehen kurz vor der totalen Katastrophe" ist jetzt auch schon seit ein paar Hundert Jahren vorhanden und doch geht es uns besser als jemals zuvor.

    Wahrscheinlicher als der Weltuntergang ist doch, dass wir dank dem Fortschritt Lösungen für die anstehenden Probleme finden.
    • Auric 15.12.2019 18:52
      Highlight Highlight Du */(ç+° optimist...

      Du hast gegen das erste, dritte achte und neunte Gebot der Öko-Religion verstossen!

      Du sollst im Klimaoptimum schmoren!
    • Bildung & Aufklärung 15.12.2019 22:37
      Highlight Highlight Chrig, es ist nicht absehbar, ob in den nächsten 10 Jahren bspw. der Jungbrunnen entdeckt wird.
      Es ist trotzdem absolut unrealistisch.

      Ähnlich ist es mit den Fakten und Prognosen, bezüglich Klimawande- und Umweltausbeutung.

      Aber dass Sie sich diesbezüglich auch nach so vielen Jahren nicht mal einmal eingelesen und eingearbeitet haben, dafür umso mehr komplett unfundierte Meinung haben, das ist beannt.
  • PC Principal 15.12.2019 18:18
    Highlight Highlight Noch nie ging es so vielen Leuten so gut wie heute, dass kann man nicht bestreiten, egal wie man versucht Statistiken zu verdrehen oder halbe Datensätze anzuzeigen (China weglassen, damit die Situation weniger gut aussieht). Es ist aber wichtig, dass man Fortschritt nicht als Naturgegeben ansieht. Fortschritt existiert durch harte Arbeit und weil die Menschheit tatsächlich dazulernen kann.
    • Marko Kovic 16.12.2019 06:48
      Highlight Highlight Hallo PC Principal

      1) Zu "Daten verdrehen"
      Nein, die Daten verdrehe ich eben nicht (und nehme solche Sachen sehr, sehr genau). Was ist "verdrehend" daran, anstatt relativen auch absolute Zahlen anzusehen? Und China lasse ich nicht einfach weg, sondern vergleiche die Entwicklung mit China mit dem Rest der Welt (wie es übrigens viel in der entwicklungsökonomischen Literatur gemacht wird) - weil eben ein starker Unterschied besteht.
    • Marko Kovic 16.12.2019 06:51
      Highlight Highlight 2) Zu "noch nie ging es so vielen Leuten so gut wie heute"
      Auch, wenn das pauschal wahr wäre (ist es nicht), ist das in moralischer Hinsicht nicht unbedingt die richtige Frage (wie oben ausgeführt) Beispiel: Bus A (50 passagiere) und Bus B (75 Passagiere) haben einen Unfall; je 10 Leute sterben, der Rest bleibt komplett unverletzt. Ist der Unfall von Bus B weniger schlimm, weil mehr Leute unversehrt bleiben? Natürlich nicht: Das Ausmass an Schaden/Leid ist in beiden Fällen gleich grosss.
    • PC Principal 16.12.2019 16:57
      Highlight Highlight Ich denke aber, man sollte möglihcst immer das ganze betrachten, also das Gute und das Schlechte, nicht nur das Schlechte. Die Tatsache, dass hunderte Millionen den Aufstieg in den Mittelstand geschafft haben, ist schon ein Fortschritt.

      Auch das Beispiel mit dem Bus wäre ein Fortschritt. Angenommen letztes Jahr gab es weltweit 50 Bus-Passagiere, dieses Jahr gab es 75. Die Zahl der Toten durch Busunfälle war in beiden Jahren 10, ist also nicht gesunken. Trotzdem ist es Fortschritt, wenn die sinkende relative Zahl daher kommt, weil die Busse in diesem Jahr sicherer waren.
  • Firefly 15.12.2019 18:11
    Highlight Highlight Danke für den Bericht.

    Auch wenn man heutige Armut messen will, muss man sich ins Verhältnis des heutigen Reichtums setzen, nicht ins Verhältnis der Reichtums von vor 200 Jahren.
    • Auric 15.12.2019 18:56
      Highlight Highlight nein, muss man nicht, jemand der sich eine Unterkunft, Lebensmittel und Kleidung samt der Schulbildung seiner Kinder leisten kann ist nicht arm, egal ob Mansa Musa, Stalin, Rockefeller oder Gates, Gigi Oeri viel viel reicher waren/sind.
    • Tamtam87 15.12.2019 19:07
      Highlight Highlight Du hast recht. Gerade weil Armut immer ein relativer wert ist der subjektiv empfunden wird. Ohne Reichtum keine Armut und ohne Armut kein Reichtum.
    • Selbstverantwortin 15.12.2019 20:25
      Highlight Highlight Firefly: dann macht es für dich keinen Unterschied, ob jemand absolut verhungert oder nicht. Wichtig ist nur der Neid auf Reichere?
      Bei deinem Ansatz ist übrigens 100% sicher, dass es nie besser wird, ausser die Unterschiede werden komplett weg nivelliert - optimal ist dann, wenn alle gar nichts haben... 🤦‍♀️🤦‍♂️
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  • You will not be able to use your remote control. 15.12.2019 18:08
    Highlight Highlight Wieso wird nicht gemessen, wie einfach man seinen Platz in der Gesellschaft findet und wie gut man seine Aufgabe erfüllen kann?
    • Selbstverantwortin 15.12.2019 20:26
      Highlight Highlight Wie willst du das messen?
  • Fox on the Run 15.12.2019 17:42
    Highlight Highlight Sorry, diesen Artikel verstehe ich nicht. Um was geht es eigentlich?
    Und was heisst eigentlich "Quantile"?

    Who knows? I not!
  • jk8 15.12.2019 17:37
    Highlight Highlight Danke für den letzten Tel - Ich würde sagen, es geht uns heute nicht nur besser als früher, sondern viel besser als künftig
    #optimist
  • Clife 15.12.2019 17:30
    Highlight Highlight Besser denn je heisst nicht wirklich „gut“. Auf einer Skala von 1-6 würde ich sagen, dass wir momentan bei vielleicht 3.5-4 sind. Das wäre grade so genügend. Als „Chef“ in einem demokratischen Staat erwarte ich aber viel mehr, zumal es noch reichlich Luft nach oben gibt.
    • Firefly 15.12.2019 18:19
      Highlight Highlight @Clife Nein, wir in der Schweiz sind heute bei 6.

      Da wir als Einzelne schon so viel Resourcen verbauchten - mit einem Durchnittslohn von 5000 im Gegensatz zur Armutsgrenze 1.90 - wie ca. 2500 Arme, wird es in Zukunft nur noch weniger werden. Denn die Milliarden andere werden ein Stück vom Kuchen einvordern, je besser es ihnen geht.

      Aber mal abgesehen davon... was möchtest du denn mit einer 4 hier und heute noch mehr? Eine goldene Kloschüssel und seidenes Toilettenpapier?

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