Aargau

Gemeindeammann in seinem Haus wegen Robidog bedroht: «Ich bringe dich um»

05.08.16, 07:54 05.08.16, 08:44

Hansedi Suter ist alleine an diesem Dienstagnachmittag, als es passiert. Er sitzt im Wohnzimmer am Tisch, trinkt ein Glas Weisswein. Es läutet an seiner Tür, der Habsburger Gemeindeammann öffnet. Vor ihm steht ein erboster Bürger. Suter weiss, dass sich dieser über den Standort eines Robidogs zwischen Bodenmatte und Bollächer ärgert, schon seit Jahren. Erst im Juli hat sich der Gesamtgemeinderat aber dazu entschlossen, den Standort beizubehalten. Daraufhin entfernte der Bürger gemäss Aussage vom Gemeindeammann selbstständig den Robidog und verpflanzte diesen ohne Einverständnis der Gemeinde an den Waldrand.

Doch damit schien die Sache für den Mann noch nicht erledigt. Er stattet darum dem Gemeindeammann zu Hause einen Besuch ab. Der Gemeindeammann versucht, das Problem im Gespräch zu lösen. Ohne Erfolg. Dann will Hansedi Suter die Türe schliessen, doch der Fuss des Bürgers ist dazwischen. Der Mann verschafft sich Zugang zur Wohnung, packt den Gemeindeammann gemäss dessen Aussagen am Kragen und schreit: «Ich bringe dich um, wenn der Robidog wieder an den ursprünglichen Ort zurückkommt!»

Gemeindeammann Suter am Ort, wo der Robidog einmal stand.
bild: az 

Suter versucht, mit dem Handy die Polizei zu alarmieren. Doch der Angreifer drückt ihm die Hand nach unten. Dann knallt der Bürger die Tür zu und verschwindet. Hansedi Suter ruft die Polizei per Notruf. Weil der Mann aber bereits verschwunden ist, kommt diese nicht vor Ort. «Da fühlte ich mich in diesem Moment völlig hilflos und alleine», sagt Hansedi Suter. «Ich war innerlich aufgewühlt.»

Polizei eingeschaltet 

Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei, sagt dazu: «Eine polizeiliche Intervention drängte sich nicht auf, da der Angreifer nicht mehr vor Ort war und keine Hinweise auf eine schwere Straftat vorlagen.»

Nach dem Angriff schnauft Hansedi Suter durch und zieht sich um. Er entschliesst sich, zum Posten der Kantonspolizei Aargau in Brugg zu fahren, um dort Anzeige zu erstatten. Danach fährt er zurück nach Habsburg, informiert seine Kollegen aus dem Gemeinderat. Die Behörde wird an der nächsten Sitzung den Vorfall besprechen und «die eigenwillige Versetzung des Robidogs» diskutieren.

Der gute alte Robidog.
Bild: KEYSTONE

Trotz der Drohung will sich der Gemeinderat nicht unter Druck setzen lassen. «Würde der Gemeinderat jetzt anders entscheiden, wäre das kein gutes Zeichen für die Demokratie im Dorf», meint Hansedi Suter. «Es darf nicht sein, dass jemand mit einem Angriff einen Entscheid des Gemeinderats kippen kann.»

Die Todesdrohung des Angreifers nimmt Hansedi Suter ernst. Sicher fühlt er sich nicht, für kurze Strecken nimmt er lieber das Auto. Gemäss Graser ermittelt die Kantonspolizei wegen Drohung, Hausfriedensbruch und Tätlichkeiten. «Der mutmassliche Täter wird diese Woche noch befragt. Für eine Festnahme dieses Mannes bestand zu keinem Zeitpunkt Anlass.» (jam/Aargauer Zeitung)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • wipix 06.08.2016 19:43
    Highlight Nehmt dich einfacg Morddrohungen so enrst wie andere Vorbeitungshsnfkungen (ileg. Waffenkauf/Radmuttern lockern/Tote Katze in Briefkasten etc.)
    Denn wenn jemand Todesdrohungen ausstösst ist es auch ein Hilfeschrei eines Menschen, der sich nicht mehr weiter zu helfen weis! Dies wiederum kann tatsächlich tödlich enden! Es gibt einfach zu viele solche Beispiele! (Zug/Thunstetten/...etc)
    2 1 Melden
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  • bangawow 06.08.2016 17:43
    Highlight Bünzlitum und Egoismus bis einä brüelt – oder Schlimmeres.
    3 0 Melden
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  • pamayer 06.08.2016 12:55
    Highlight Erfuhr diesen Frühling von einem Gemeinderat, dem ein Stein durch das Fenster ins Wohnzimmer geworfen wurde, sehr knapp am Kopf seiner Frau vorbei. Unmut über einen Gemeinderatsbeschluss wegen Mobile-Antenne.



    Aber das Handy soll trotzdem überall Empfang haben.
    15 0 Melden
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  • Stefan 86 05.08.2016 20:25
    Highlight Passend zum Artikel arbeite auf einer Gemeinde und kann euch sagen was für First World Probleme manche Leute haben glaubt man mal gar nicht 😂
    42 1 Melden
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  • ViceVersa1970 05.08.2016 12:01
    Highlight Ich stelle mir nur gerade vor, was passiert wäre, wenn der Gemeindepräsident nicht Gemeindepräsi, sondern Polizist wäre, der wegen einer Amtshandlung zu Hause angegriffen wird... Wäre die Polizei dann auch nicht ausgerückt und gäbe es weiterhin keinen Grund für eine Festnahme? Der Gemeindepräsi ist Mitglied der Exekutive, genau wie der Polizist. Und er verdient als Amtsperson den gleichen Schutz wie Polizisten!
    38 5 Melden
    • Asmodeus 05.08.2016 12:51
      Highlight Ist Gemeindepräsi nicht eher Teil der Legislative?
      12 20 Melden
    • ViceVersa1970 07.08.2016 10:53
      Highlight Nein. Die Gemeindeversammlung oder der Einwohnerrat ist Legislative... der Gemeinderat ist oberstes Organ der kommunalen Exekutive.
      0 0 Melden
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  • Talli 05.08.2016 10:34
    Highlight Morddrohung kein handlungsbedarf. Betreibung nicht abgeholt polizeieinsatz.... die schweiz die schweiz
    74 6 Melden
    • AL:BM 05.08.2016 12:11
      Highlight Die Patrouille wäre gekommen, hätte NICHTS tun können und wieder abrücken müssen.
      Es bestand keine akute Gefahr.
      Stellen Sie sich vor jeder könnte einfach verhaftet werden, auf Grund von Anschuldigungen die jemand äussert. Fänden Sie das besser?
      Für die Anzeige sehe ich auch wenig Chancen, da es keine Zeugen zu geben scheint und Herr Suter wohl auch keine anderen Beweise für seine Anschuldigung hat.

      Zuden Betreibungen:
      Es gehört halt zu den Aufgaben der Polizei Gerichtsunterlagen zu zustellen.
      27 10 Melden
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  • Mister P 05.08.2016 09:58
    Highlight Das Faustrecht scheint in der Schweiz wieder salonfähig zu werden...
    58 4 Melden
    • AL:BM 05.08.2016 12:11
      Highlight Das stellt man tatsächlich immer wieder fest. Besorgniserregend.
      30 1 Melden
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  • E. Edward Grey 05.08.2016 09:52
    Highlight Er ist alkoholisiert mit dem PW gefahren?
    14 44 Melden
    • 's all good, man! 05.08.2016 10:42
      Highlight 👀

      1. Es steht etwas von EINEM Glas Weisswein, was ja okay wäre (dennoch wissen wir natürlich nicht, ob es davor schon weitere gab)
      2. Hat er es ja nicht austrinken können ^^
      41 2 Melden
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  • Asmodeus 05.08.2016 09:38
    Highlight "Für eine Festnahme dieses Mannes bestand zu keinem Zeitpunkt Anlass"

    Und in einigen Wochen/Monaten liest man von einem erschossenen Gemeindeammann und alle wundern sich was man hätte tun können.

    Jemand der dazu bereit ist sich mit Gewalt Zugang zu einer Wohnung zu verschaffen und jemanden physisch anzugehen, schreckt auch nicht davor zurück solche Drohungen wahr zu machen.
    66 8 Melden
    • AL:BM 05.08.2016 12:15
      Highlight Zwischen Hausfriedensbruch/Drohung und einem tatsächlichen Verbrechen gegen Leib und Leben, besteht tatsächlich noch eine enorme Hemmschwelle.

      Und, anhand dieser Schilderung, gibt es tatsächlich keine Veranlassung, diesen Bürger zu verhaften.
      Da könnte ich ja einfach das gleiche über Sie sagen und die Polizei müsste Sie verhaften.
      16 15 Melden
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  • engeliii23 05.08.2016 09:04
    Highlight Man berichtet von einem Bock, vielleicht sind es zwei die sich in die Haare kriegen? ...
    6 36 Melden
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  • Señor V 05.08.2016 08:59
    Highlight Lieber ein Robidog vor der Hütte als Hundekacke im Garten, oder?
    114 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.08.2016 09:36
      Highlight Genau 💩
      10 0 Melden
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  • Luwinho 05.08.2016 08:45
    Highlight Hoch lebe das Sommerloch!
    21 74 Melden
    • Fumo 05.08.2016 09:04
      Highlight Einen Angriff und Morddrohung auf einen Politiker bei ihm zuhause sehe ich schon als begründete Meldung. Ist ja kein Sack Reis.
      111 3 Melden
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  • The oder ich 05.08.2016 08:09
    Highlight Morddrohung wegen eines Robidogs? Dieser Mensch gehört doch wohl eher in die Psychiatrie als zur Polizei.
    139 0 Melden
    • EvilBetty 05.08.2016 09:20
      Highlight Königsfelden ist ja grad um's Eck.
      58 0 Melden
    • Alehopp 05.08.2016 10:47
      Highlight Vielleicht war er da und konnte einfach unbemerkt ausbrechen... :P
      34 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 05.08.2016 19:48
      Highlight Hauptsache der Idiot wird weggesperrt. Nur wird das leider nicht passieren.
      11 1 Melden
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