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Mit Bitcoins Pizza gekauft – heute wäre er Multimillionär

Erstmals ist der Wert der Kryptowährung über 2000 US-Dollar gestiegen. Da dürften sich einige Nerds zufrieden die Hände reiben – und mindestens einer ärgert sich grün und blau. Und du?

22.05.17, 16:47 22.05.17, 20:13

«Warum nicht gleich in Schweinehälften», schrieb ein Leser ins Kommentarforum von «t3n». Das Online-Magazin mit Sitz in Hannover hatte kurz zuvor mitgeteilt, als erster deutscher Arbeitgeber seine Mitarbeiter zum Teil in Bitcoins auszahlen zu wollen.

Keine grosse Summe, lediglich so viel, dass man es sich einmal im Monat in einem ausgewählten Café oder Burger-Laden gut gehen lassen konnte.

Im Vergleich zum Handel mit Schweinehälften, der schon seit ewigen Zeiten an den Börsen stattfindet, gehört der Bitcoin eher zu den jüngeren Markttrends.

Für 10'000 Bitcoins Pizza gekauft

2008 erlebte die Kryptowährung ihre Geburtsstunde, zwei Jahre später soll der erste Handel damit stattgefunden haben. Angeblich hat ein Programmierer damals 10'000 Bitcoins gegen zwei Pizzen getauscht. Reddit verlinkt auf den legendären Post im Forum von bitcointalk.org.

Das war am 22. Mai 2010.

Seither wird jedes Jahr der Bitcoin Pizza Day gefeiert, und über den Bitcoin-Verkäufer Laszlo geschmunzelt.

Nimmt man den aktuellen Wert, so wären das heute mehr als 20 Millionen Dollar: Am Wochenende ist der Bitcoin erstmals über die Marke von 2000 US-Dollar gesprungen, zum Wochenstart waren es sogar mehr als 2100 Dollar.

Zum Vergleich: Eine Feinunze Gold kostete zuletzt rund 1250 Dollar.

Die ausführliche Geschichte, wie die 10'000 Bitcoins den Besitzer wechselten, gibt's bei Business Insider.

Bitcoin-Automat bei Ernst & Young in Zürich. Da war der Kurs noch unter 1000 Franken. bild: watson

Der nächste Absturz kommt bestimmt

Dass hiermit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, glauben viele. Gleichzeitig gibt es Stimmen, die vor den starken Schwankungen und der Gefahr eines Einbruchs warnen.

Als Gründe für den Anstieg werden derzeit vornehmlich Japan und die US-amerikanische Börsenaufsicht ins Feld geführt. Während die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt den Bitcoin Anfang April zu einem offiziellen Zahlungsmittel erklärt hat, steht die SEC womöglich kurz davor, erstmals einen auf Bitcoins basierenden Indexfonds zuzulassen.

Sie wurden einst von Mark Zuckerberg über den Tisch gezogen...

... nun versuchen es die Winklevoss-Zwillinge mit Bitcoins. Bild: AP/FR61802 AP

Es ist bereits der zweite Anlauf der Winklevoss-Zwillinge, die ihre Prominenz hauptsächlich durch die Behauptung erlangten, die eigentlichen Erfinder von Facebook zu sein.

Noch im März hatte die Börsenaufsicht ihrem Fonds eine Absage erteilt. Nun ist die Hoffnung in der Kryptogemeinde gross, endlich den lang ersehnten Durchbruch zu schaffen.

Experiment gescheitert

Dass dieser Durchbruch bislang ausgeblieben ist, zeigt der enttäuschende Ausgang des t3n-Experiments, das vor gut einem Jahr angelaufen war. Trotz der enormen Kursgewinne mussten die Bitcoin-Zahlungen jüngst eingestellt werden. Der mobile Bezahldienst pey.de, über den die Mitarbeiter einen Teil ihres Gehalts in Bitcoins bekamen, hat den entsprechenden Service mangels Nachfrage aufgegeben.

Gern hätten sie weitergemacht, erzählt der Gründer und Geschäftsführer von t3n, Andreas Lenz. Die Mitarbeiter seien sehr zufrieden gewesen, der Bitcoin in den Pausen immer ein gutes Gesprächsthema. Allein ihre Vorreiterschaft wurde ihnen zum Verhängnis.

«Für mich ist das, was da passiert, krasser als der Goldrausch»

Gründer und Geschäftsführer von t3n, Andreas Lenz

«Ihr seid drei Jahre zu früh dran», erinnert sich Lenz an die Worte eines der pey.de-Chefs. Es gebe einfach noch nicht genug «Freaks» wie ihn, die sich damit auseinandersetzten. Der klassische Unternehmer – ein Malermeister oder ein Tischler etwa – interessiere sich «nicht die Bohne für eine Bitcoin-Schenkung an seine Mitarbeiter, weil er gar nicht checkt, was das ist.»

Lenz dagegen wollte, dass seine Mitarbeiter von Anfang an checken, worum es bei dem Krypto-Hype geht.

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Keine Kontrolle ...

Was den Bitcoin von einer klassischen Währung unterscheidet? Es gibt keine staatlichen Kontrolle. Auch braucht es keine Banken. Das macht die ganze Sache so günstig.

Während man für eine Auslandsüberweisung über ein traditionelles Kreditinstitut schnell einen zweistelligen Euro-Betrag zahlt, ist die Gebühr für eine Bitcoin-Transaktion verschwindend gering. Meist liegt sie bei 0.0000001 Bitcoins, also nicht einmal einem Cent. Zudem dauert die Transaktion nur Sekunden, ganz egal wie gross die geografische Distanz zweier Konten zueinander ist.

Kaum jemand bezahlt hierzulande mit Bitcoin 

Trotz all der Vorteile finden sich in Deutschland laut dem Branchenportal «btc-echo» bislang nur etwas über hundert Unternehmen, die den Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren.

In Österreich und der Schweiz sind es zusammengerechnet knapp zwanzig Firmen.

Fragt man bei den Anbietern nach, wie oft es vorkommt, dass ein Kunde mit virtuellem Geld bezahlt, so erhält man häufig die gleiche Antwort: Kaum.

Bei Keycoon etwa, einem Frankfurter Onlineshop für 3D-Drucker-Zubehör, passiere das in nicht einmal einem Prozent aller Fälle, berichtet Geschäftsführer Deniz Isik. Wenig anders sieht es bei 4electric aus, einem Zulieferer von Ladezubehör für Elektroautos, ebenfalls aus Frankfurt. Auch hier habe man sich vielmehr aus Überzeugung für den Bitcoin entschieden, heisst es vom Inhaber.

Bei der Fotografin Katrin Probst war es der Ehemann, der die Idee hatte, Bitcoins als Zahlungsoption anzubieten. «Er ist ein Nerd», erzählt sie augenzwinkernd. Bisher habe aber noch niemand von der Zahlungsmöglichkeit Gebrauch gemacht. «Vielleicht ist das bei mir die falsche Zielgruppe.»

Flugtickets für Bitcoins

Vielleicht ist es aber auch die kollektive Angst vor der starken Volatilität, die mit der Angreifbarkeit digitaler Währungen einhergeht. Tatsächlich gab es seit 2014 mehrere markante Einbrüche, meistens als Folge von Hackerangriffen auf grosse Krypto-Tauschbörsen, wie MtGox oder BitFinex.

Erst vor ein paar Tagen hatte in Deutschland Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele seine Warnung wiederholt, der Bitcoin sei «kein geeignetes Medium» um Werte aufzubewahren. Vielmehr handele es sich hierbei um ein «Spekulationsobjekt», dessen Wert sich rapide verändere.

Die Japaner scheinen das aber anders zu sehen: Mit dem Billigflieger Peach Aviation akzeptiert die erste japanische Fluggesellschaft den Bitcoin. Die ersten Tickets können zum Ende des Jahres mit der Kryptowährung gekauft werden, teilte die Airline am Montag mit. Peach Aviation will damit Kunden aus dem restlichen Asien anlocken.

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(dsc/sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • Flexon 22.05.2017 20:18
    Highlight Es ist tatsächlich ein Goldrausch im Gange und es ist so einfach wie nie, sein Geld binnen Monaten oder sogar Wochen zu vervielfachen. Wertsteigerungen von 1000% (tausend) sind nicht selten und bei genügend Recherche sogar vorhersehbar. Erstaunlich, dass das bisher am Mainstream vorbeigegangen ist. Ich sage nur SiaCoin, um ein Beispiel zu nennen.
    Bitteschön:)
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    • FabriFibra 23.05.2017 02:03
      Highlight Oder STR (Lumen)🙊🙊🙊
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  • Mafi 22.05.2017 20:03
    Highlight Sagt ihr, und schreibt nicht über Ethereum (Ether, eth). Momoll :)

    Wäre mal spannend so ein Artikel.
    15 2 Melden
    • Boston5 23.05.2017 01:31
      Highlight Ethereum habe ich auch🤑
      3 0 Melden
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Sorry, wir lagen falsch! Lithium-Ionen-Akkus dürfen weiterhin ins Fluggepäck

Eine von der Nachrichtenagentur SDA verbreitete Meldung hat für Verwirrung gesorgt. Zeit für eine Richtigstellung des verfrühten «April-Scherzes».

Update: Seit kurzem gelten folgende Bestimmungen:

Der Titel klang aus Journalisten-Sicht spektakulär: «Lithium-Ionen-Akkus in aufgegebenem Fluggepäck ab April verboten».

Und die Nachricht kam an diesem Dienstag von der Nachrichtenagentur SDA, also aus einer an sich verlässlichen Quelle.

Die Agentur-Meldung wurde sofort von vielen Online-Medien aufgegriffen. Darin hiess es: «Der Transport von Lithium-Ionen-Akkus im Laderaum von Passagiermaschinen soll ab April verboten werden. …

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